Burg von Osaka – im Herzen der Stadt

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Etwas abseits von den großen Bahnhöfen Namba und Ōsaka befindet sich die Burg von Osaka – weithin sichtbar, wären da nicht die vielen Hochhäuser. Osaka ist die drittgrösste Stadt Japans, und somit sind die Erwartungen der Besucher des hiesigen Schlosses gross. Die Fakten zumindest sind recht eindrucksvoll: Toyotomi Hideyoshi 豊臣秀吉, einer der japanischen Reichseiniger, liess nach dem Erreichen eben jenes Zieles rund 100’000 Arbeiter zusammentrommeln, um in drei Jahren die uneinnehmbare, teils aus Granit erbaute Feste Nishiki-jō 錦城 (ein anderer Name des Schlosses) aus dem Boden zu stampfen. Vollendet wurde das Kunstwerk 1583. Es gab vier Ringe um die Burg, wobei der äussere Ring einen Umfang von rund 15 Kilometern hatte. Es gab zwei innere Wassergräben, 48 grosse und 76 kleine Yagura. Der Donjon hatte fünf Ebenen und neun Stockwerke und war wohl 42 m hoch. Doch das ist Geschichte.

Beton-Donjon von Ōsaka-jō, der Burg von Osaka
Beton-Donjon von Ōsaka-jō, der Burg von Osaka

Denn mit der Pracht war es dann doch schneller als erwartet vorbei – schon 1615 nahm Tokugawa Ieyasu (siehe Edo-Zeit) die Burg ein – dabei wurde selbige zerstört. Nur zehn Jahre später baute man sie auf Weisung Ieyasu’s wieder auf. Nun blieb sie etwas länger stehen, nämlich bis 1867, als der letzte Daimyō hier abzog und der Meiji-Regierung das Feld räumte. Da man sich mit den fortschrittlichen Ideen der Meiji-Regierung nicht anfreunden konnte, vernichtete man beim Abzug lieber die Burg.

Was man heute sieht, zumindest vom Donjon, stammt aus dem Jahre 1931 und ist ein Nachbau aus Beton. Der sieht von weitem auch nicht schlecht aus, aber wehe man betritt ihn: Eine hässliche Betonorgie inklusive Fahrstühlen. Immerhin lenkt die Ausstellung über das Leben des Tokugawa Ieyasu vom Desaster ab. Und der Blick von der achten Etage über die Stadt entschädigt ebenfalls ein bisschen. Eintritt kostet 600 ¥.

Fazit: Von aussen hui, von innen pfui – wer zum ersten Mal eine japanisches Burg besucht, sollte sich ein andere aussuchen, denn man ist arg enttäuscht, wenn man das Innere sieht. Aber auch hier gilt – wenigstens hat man sie wieder aufgebaut. Mehr zur Stadt selbst siehe Osaka.

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