Burg von Karatsu – kaum eine Burg liegt schöner

0
38

Karatsu ist eine eher kleine Stadt im Norden der Insel Kyūshū – in der Präfektur Saga, und Heimat der Burg von Karatsu. Der Ort wurde bereits vor tausenden von Jahren besiedelt, obwohl die Stadt nie überregionale Bedeutung erlangte. Mit Beginn der Edo-Zeit begann in Japan in zahlreichen Orten der Bau von Burgen zur Festigung der Lehen. Das geschah auch in Karatsu – das dortige 藩 han (Lehen) ließ logischerweise Karatsu-Han und war Teil des 肥前国 (hizen-no-kuni) Hizen-Landes – selbiges nahm den Nordwesten der Insel Kyushu (Teile des heutigen Saga und Nagasaki) ein.

Zu Beginn der Edo-Zeit 1603 war 寺沢 広高 (Terazawa Hirotaka) der Daimyō von Karatsu. Auf seinen Erlass hin wurde ab 1602 eine Burg errichtet. Der Platz war schnell geworden: Ein Hügel am Ende einer kleinen Halbinsel zwischen dem Meer und einer kleinen Bucht in der Mündung des 松浦川 Matsuura-Flusses. Damit gehört die Burg zur Gattung der 平山城 (Hirayama-Jiro) – Ebene-Berg-Schloss – einem Schloss also, das auf einem Hügel in einer Ebene thront.

Der Donjon der Burg von Karatsu
Der Donjon der Burg von Karatsu

Das Schloss wurde damals auch 舞鶴城 (Maizuru-jō, auch: Bukaku-jō) Burg des tanzenden Kranichs genannt – diesen poetischen Namen erhielten allerdings auch zahlreichen andere Burgen im Land. Die Burgherren in Karatsu wechselten in den kommenden Jahrhunderten recht häufig. 1647 wurde das Lehen direkt dem Bakufu (damalige Regierung) in Edo unterstellt. Ab 1649 herrschte der 大久保氏 Ōkubo-Clan, ab 1678 der 松平氏 Matsudaira-Clan, ab 1762 der 水野氏 Mizuno-Clan und ab 1817 der 小笠原氏 Ogasawara-Clan.

Wie die meisten anderen Burgen in Japan überlebte auch die Burg von Karatsu die 廃藩置県 (Haihanchiken) – Aufhebung des Lehnssystems-Kampagne der Meiji-Regierung nicht: 1871 wurde die Burg geschliffen. So richtig zum Einsatz als Verteidigungsbollwerk kam die Festung bis damals nicht. 1877 wurden der Hügel und die paar verbliebenen Mauern zum frei zugänglichen 舞鶴公園 Maizuru-Park umfunktioniert.

Blick von der Burg von Karatsu gen Meer
Blick von der Burg von Karatsu gen Meer

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann man allerortens in Japan, alte Burgen wieder aufzubauen. 1966 war Karatsu dran – der 5-stöckige, fünfgliedrige Donjon und ein paar Wachtürme und Nebengebäude wurden wieder aufgebaut.

Das Besondere an der Burg von Karatsu ist die Lage: Direkt am Meer, auf einem Hügel. Man kann wunderschön das Flusstal und das bei Karatsu inselreiche Meer überblicken. Im Schloss gibt es ein paar Ausstellungsräume zur lokalen Geschichte. Der Eintritt zum Hauptbau kostet 300 Yen, geöffnet ist von 9 bis 17 Uhr.

Mehr Photos vom Schloss und mehr Informationen zur Stadt siehe Karatsu.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT