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Artrick Museum Yokohama

März 23rd, 2016 | Tagged , | 2 Kommentare | 616 mal gelesen

Artrick Museum Yokohama

Artrick Museum Yokohama

Da hat es uns doch neulich zum ersten Mal seit langem wieder in die 中華街 Chukagai (Chinatown) von Yokohama verschlagen. Primäres Ziel war der Verzehr möglichst vieler Xiaolongbao (auf Japanisch: Shōlompō), einer Spezialität, die ich in Xi’an sehr zu schätzen gelernt hatte. Doch auf dem Weg dorthin fiel uns ein Wegweiser zum Artrick Museum auf — und das roch nach Spass, vor allem für die lieben Kleinen.

Mit vollem Magen ging es entsprechend auf dem Rückweg in besagtes Museum. Schnell 4,200 yen bezahlt (Erwachsene zahlen 1,500 yen, Kinder zwischen 3 und 14 zahlen 600 yen) und ab ging es in die 8. Etage. Das Museum ist in einem relativ kleinen Gebäude untergebracht, erstreckt sich aber immerhin über 5 Etagen. Der Name des Museums (das ja in dieser Form auch nicht einzigartig ist) ist Programm: Es gibt unzählige Bilder und Exponate, die die Sinne, vor allem natürlich das Auge, verwirren. Und so viel muss man sagen: Für Kinder ist das Museum natürlich hervorragend (allerdings waren die meisten Besucher dort junge Pärchen). Ein bisschen anschauliche Physik und klassische Kunst ist auch dabei. Letztendlich verbrachten wir dort fast drei Stunden, das Eintrittsgeld hat sich damit durchaus gelohnt. Um das ganze etwas anschaulicher zu machen, ein paar Photos… mit natürlich rein zufällig ausgewählten Kindern.

Artrick Museum: Der Alptraum aller Eltern in Szene gesetzt

Artrick Museum: Der Alptraum aller Eltern in Szene gesetzt

Artrick Museum: Ertappt

Artrick Museum: Ertappt

Artrick Museum: Maskenball

Artrick Museum: Maskenball

 

Die Webseite des Museums (es gibt sogar eine englische Version) findet man hier.

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Mal so ganz unter sich im Kinderland

Januar 14th, 2015 | Tagged , | 2 Kommentare | 1986 mal gelesen

Als wir noch in der Präfektur Chiba wohnten, zog es uns gelegentlich der lieben Kleinen wegen in den Andersen-Park – ein recht liebevoll eingerichtetes Refugium für den nach Unterhaltung gierenden Nachwuchs. Dieser Park ist nunmehr zu weit weg, also müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Und siehe da, im Westen der Stadt Yokohama und nur 25 Minuten mit dem Zug von uns entfernt gibt es das こどもの国 – kodomo-no-kuni (Kinderland) – ein rund 100 Hektar grosser Park, der in den 1960ern auf dem ehemaligen Gelände eines Munitionslagers (!) gebaut wurde. Eintritt: 600 Yen pro Erwachsenen, 300 Yen pro Kind. Der strahlend blaue Himmel liess es erahnen: Wir würden wohl nicht allein dort sein. Letztendlich verlaufen sich die Massen in dem grossen Park, und es gibt sogar ein paar Pfade in den hinteren Ecken des Parks, auf denen man kaum einer Menschenseele begegnet. Einer der Hauptanziehungspunkte des Parks im Winter ist eine Schlittschuhhalle. Zum Glück haben wir nicht den Extra-Eintritt dafür bezahlt, denn in der Halle sah es wie folgt aus:

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Wie jetzt, da ist ja gar kein Eis? Doch, doch! Da war welches! Irgendwo zwischen all den Menschenmassen. Hinzu kam die permanente Beschallung der Wächter des Eises: Bitte nicht da laufen! Bitte nicht so laufen! Bitte nicht zusammen laufen! Und so weiter. Von weitem sah es aus wie Freigang im Gefängnishof.
Nun gut. Schlittschuhlaufen also nicht, dann aber wenigstens zur 110 Meter langen Megarutsche:

Ein Mal rutschen bitte!

Ein Mal rutschen bitte!

Immerhin, es standen nur rund 100 Leute an, so dass wir uns nach nur knapp 30 Minuten auf der quälend langsamen Rutsche nach unten bewegen konnten. Geht doch. Aber von einem passablen Spaziergang abgesehen gab es dann doch noch ein kleines Highlight: In einem hinteren Teil des Parks konnte man Drachen selbst bemalen und zusammenbauen. Und dank Wind auch noch gleich austesten. Für nur 300 Yen pro Kind und Drachen.

Drachen bemalen

Drachen bemalen

Trotz all der Umstände werden wir auf jeden Fall wieder dorthin fahren. Schliesslich sind wir das obige schon mehr als gewohnt.

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Edelbäcker

Juni 17th, 2014 | Tagged , , | 5 Kommentare | 11739 mal gelesen

Bäckerei Tokutarō

Bäckerei Tokutarō

Man könnte meinen, es sei ein neuer Trend – aber dem ist nicht ganz so: Bäckereien, viele davon regelrechte Edelbäckereien, gibt es schon lange in Japan, denn man weiss auch hier gutes Brot zu schätzen. Oder sagen wir mal so: Gutes Backwerk. Denn dass es zahlreiche Bäcker gibt, heisst noch lange nicht, dass es auch gutes Brot gibt. Von Brötchen mal ganz zu schweigen, denn die gibt es wirklich so gut wie gar nicht.

In meinem vorherigen Wohnort gab es in einem nahegelegenen Villenviertel ein älteres Ehepaar, dass aus Zeitvertreib eine Bäckerei betrieb. Mit winziger Terasse, auf die ein kleiner Tisch und zwei Stühle passten. Der Verkaufsraum war höchstens 5 m² gross, und da an allen Seiten Regale standen, passten maximal drei Leute gleichzeitig rein. Trotz allem schafften es die beiden, dort ca. 10 Brotsorten und rund 20 Sorten mit kuchenähnlichen Sachen herzustellen. Und wer zu spät kam, schaute ins Leere. Die Bäckerei war dabei richtig gut: Manchmal gab es Roggenbrot, und die mit Frischkäse und getrockneten Tomaten gefüllten, stets ofenfrischen Brote waren auch sehr empfehlenswert.

In meiner jetzigen Gegend habe ich soweit drei akzeptable Bäcker ausmachen können. Einer tat es mir dabei schon vom Namen her an: „Bäckerei (sic!) Tokutarō“. Leider konnte das Backwerk nicht vollständig mit dem illustren Namen mithalten – sicher, alles war geniessbar, aber nicht unbedingt umwerfend.

Dabei sollte erwähnt werden, dass die meisten Japaner bei Brot nicht an Deutschland denken, sondern eher an Frankreich, Italien oder England. Und bei Konditoreiwaren – vom Stollen mal abgesehen – ist Deutschland gleich völlig ausgeschlossen. Es gibt alle möglichen, je nach Konditorei auch sehr erlesene Sachen, aber einen schnöden Butterstreuselkuchen, Bienenstich oder Napfkuchen usw. sucht man hier vergeblich. In Deutschland wurde mir früher dabei klar, warum dem so ist: Die meisten Japaner kann man mit deutschem Kuchen und deutschen Torten nicht so recht hinter dem kotatsu hervorlocken. Will heissen: Als Deutscher kann man sich natürlich schnell darüber mokieren, dass eine als deutsche „Bäckerei“ aufgemachte Bäckerei nichts so recht Deutsches anbieten will, es sei denn, es ist kurz vor Weihnachten. Aber die Lösung ist nunmal einfach. Es würde sich nicht verkaufen.

Und so bleiben Dinge wie Mohnkuchen, Rhabarber- und Stachelbeerkuchen usw. in weiter Ferne (Mohn habe ich hier schon mal gesehen, aber frischen Rhabarber oder gar Stachelbeeren bisher noch nie). Aber wie sagt man so schön: Irgendwas ist ja immer.

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