Ganz Japan ist es Wurst, ob hier eine neue Straße gebaut wird oder dort ein Sack Reis umkippt. Ganz Japan? Nein! Da gibt es eine kleine Stadt namens 小平市 Kodaira-shi (Shi=Stadt) ein paar Kilometer westlich von Tokyo (und noch zu Tokyo-to gehörend), in der man gedachte, aufmüpfig zu werden. Der Stein des Anstoßes ist eine Schnellstraße, die von Fuchū-Tokorozawa nördlich der Stadt bis nach Kamakura führen und dabei auf 1,4 Kilometer Länge die Stadt von Nord nach Süd durchqueren soll. Dabei soll laut Planung auch ein Stück Wald verschwinden. Die Planung dieser Straße wurde übrigens schon vor ca. 50 Jahren angestoßen¹.
So einfach wollte man sich dann allerdings nicht geschlagen geben. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, und die reichte die Unterschriften von 7’183 Bürgern ein, um so eine Volksbefragung einzufordern. Die Stadt hat übrigens 188’000 Einwohner. Dem Anliegen wurde stattgegeben, und so fand gestern, also am 26. Mai 2013, das erste (Fanfare!) Referendum in Tokyo statt. Allerdings beteiligten sich nur 35% der Wahlberechtigten an der Umfrage, wie sich gestern abend herausstellte. Das Referendum würde jedoch nur gültig werden, wenn mindestens 50% teilnehmen. Und es hätte selbst dann keine rechtlich bindende Wirkung. Ergo: Nichts da, die Straße wird gebaut.
Für Empörung sorgte jedoch die heutige Entscheidung der Wahlkommission der Stadt, die Stimmen nicht auszuzählen, da das Referendum ja sowieso nicht die nötige Wahlbeteiligung erreicht hätte. Sofort wurden Stimmen der Kritik laut, und das nicht zu unrecht. Sicher, das Referendum war so gesehen nicht erfolgreich, aber sollte die Stadtverwaltung nicht dennoch daran interessiert sein, was ein gutes Drittel ihrer Bürger denkt?
Viel wird hier sicher nicht mehr passieren. Vielleicht knickt die Stadtverwaltung ein und erlaubt die Auszählung. Zu Demonstrationen mit Leuten, die sich an Bäume fesseln, wird es nicht kommen. Aber ein Referendum zum Thema Stadtplanung ist schon eine Seltenheit in Japan. Nach dem 2. Weltkrieg gab es bisher nur 19 Volksbefragungen, die letztendlich zu Gesetzesvorlagen führten: Die erste fand 1949 statt, die letzte (erfolgreiche) – 1952. Und die meisten dieser Umfragungen drehten sich lediglich darum, eine Stadt/einen Ort zu einer offiziellen Sehenswürdigkeit erklären zu lassen².
Wer etwas mehr vox populi braucht (freilich nur auf Japanisch) – etliche Kommentare zum Thema in der Huffington Post (siehe erster Link unten) sind recht interessant, aber man muss dabei bedenken, dass die Redaktion Kommentare nach eigenem Ermessen veröffentlicht.
Eigentlich ist Tokyo Station kein so großer Bahnhof. Wenn man ihn mit anderen Bahnhöfen in Tokyo vergleicht. Weltweit ist Tokyo Station “nur” auf Rang 8 der weltweit meistfrequentierten Bahnhöfe: 396 Millionen Passagiere, also über eine Million pro Tag, steigen in Tokyo Station ein, aus oder um. Es gibt jedoch 4 Bahnhöfe in Tokyo, die noch mehr Passagiere aufbringen (einsamer Spitzenreiter seit langem: Shinjuku mit 1.4 Milliarden Passagieren pro Jahr – mehr Zahlen siehe hier). Der Berliner Hauptbahnhof bringt es gerade mal auf 100 Millionen.
Tokyo Station ist trotzdem etwas besonderes, denn das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1914 und hat einiges durchgemacht. Zuletzt eine Generalüberholung im Jahr 2012, um den für Tokyoter Verhältnisse wahrhaft historischen Bau erdbebensicher zu machen. Seitdem soll das Bauwerk sogar einen Direkttreffer der Stärke 7 (auf der Richterskala) wegstecken können.
Nebenher hat man in den vergangenen Jahren auch gleich noch ein paar kleinere, aber recht noble Hochhäuser am Bahnhof hochgezogen und den Untergrund mit zahlreichen Ladenpassagen “veredelt”. Ein idealer Ort, wenn es mal regnet. Wer in der Regenzeit in Tokyo weilt oder prinzipiell einfach mal Pech mit dem Wetter hat, kann das das folgende machen:
1.) Von der Marunouchi-Linie (U-Bahnlinie) zur Keiyō-Linie laufen. Es gibt zwei Routen, und beide sind ca. 600 Meter lang und komplett unterirdisch. So lange wiederholen, bis man sich nicht mehr verläuft, und schon hat man einen halben Tag rum.
2.) Sich in den Ladenpassagen unterhalb der Yaesu-Ausgänge herumtreiben. Dort gibt es viel zu sehen – und natürlich viel zu essen. Wo der Bahnhof aufhört und wo das nagelneue Daimaru-Kaufhaus anfängt, ist dabei schwer zu sagen.
Tomica-Laden
Wer sich allerdings mit Kindern, vor allem solchen, die in Japan aufwachsen, in die Eingeweide von Tokyo Station wagt, sei gewarnt: Man kommt nur schwer wieder raus. Dazu sorgt zum Beispiel dieser Laden hier: Tomica ist die japanische Variante von “Matchbox” (kleine Modellautos), und kleine Jungen lieben sie einfach.
Wenn man kleinen japanischen Jungs das geschickt gemachte Tomica-Lied vorspielt, passiert in etwa das hier:
Die Anziehungskraft ist enorm. Mein Sohn, gerade 2 geworden, kann zwar noch nicht “Toilette” sagen, aber dank Tomica & Co. kann er immerhin schon “Krankenwagen” sagen. Nun ja, fast. Eigentlich heißt der Krankenwagen auf Japanisch nicht “Kyūkyūta” sondern “Kyūkyūsha”, aber immerhin.
Precure-Shop
Damit die Kindern auch gleich in die richtigen Rollen gepresst werden, gibt es gleich gegenüber vom Tomica-Geschäft den Precure-Shop, und man muss schon zwei Bedingungen erfüllen, um dort nicht seinen Verstand über Bord zu werfen: Man muss ein kleines Mädchen sein, und man muss in Japan aufwachsen. Das Originallied von Suite Precure will ich Euch nicht antun, deshalb hier die Variante der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte. Ich glaube, die sind alle auf Drogen. Panzer und Hubschrauber im Hintergrund, und im Vordergrund spielt die Kapelle “Suite Precure”. Was soll man dazu noch sagen.
Mehr zum Bahnhof Tokyo irgendwann man mal wieder. Ich glaube, ich bin vom Thema abgewichen…
Das schöne an Tokyo ist, dass die Spezialisierung einzelner Stadtteile auf bestimmte Dienstleistungen oder Produkte noch immer stark ausgeprägt ist. Früher gab es das auch in deutschen Städten – aber meistens künden nur noch die Ortsnamen davon, worauf sich die Viertel spezialisierten.
Das bekannteste Beispiel in Japan dürfte wohl Akihabara sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg brummte hier der Schwarzmarkt, wobei alles irgendwie brauch- bzw. verwertbare verkauft wurde. Daraus wurde eine Ansammlung von Läden, die Elektrik- und Elektronikbestandteile und -produkte verkaufen. Aber es gibt noch viel mehr:
・Suidōbashi (zwischen Iidabashi und Ochanomizu) ist auf Druckerzeugnisse und Verlage spezialisiert
・Jimbōchō (nördlich des Kaiserpalasts) ist auf Buchläden spezialisiert
・Asakusadōri (Ueno, Inarichō) ist auf Butsudan (Hausaltäre) spezialisiert
・Tsukiji ist auf Fischläden spezialisiert
・Shinjuku 2chōme ist auf… lassen wir das
Da wäre auch noch Kappabashi zwischen Ueno und dem Tokyo Sky Tree: Hier spezialisiert man sich auf alles, was man in der Küche und Gastronomie so braucht. Von Stäbchenablageteilchen (Hashioki) bis zu Riesentöpfen, in die locker eins, zwei Kinder reinpassen, gibt es alles, aber auch wirklich alles zu kaufen. Dazu gehören natürlich auch Läden, die sich zum Beispiel auf japanische Keramik oder japanische Messer spezialisieren. Andere Läden spezialisieren sich auf alles, was man als Kaffeeliebhaber so braucht – wer zum Beispiel seinen Kaffee selber rösten möchte, findet hier genau das richtige.
Messerfachgeschäft
Besonders empfehlenswert, auch für Touristen, sind die Läden von ユニオン Union – dort gibt es hervorragende Messer und 田窯 Dengama – ein Shop für Keramik aus verschiedenen Gegenden Japans, zu meist zivilen Preisen, und みくら Mikura, ein Laden, der sich nur auf Stäbchen spezialisiert hat. Union befindet sich an einer Straßenecke in etwa in der Mitte der Kappabashi-Ladenstraße, Dengama am südlichen Ende (gegenüber des Kaufhauses mit dem Riesenkoch auf dem Dach) und Mikura am nördlichen Ende von Kappabashi.
Ein Besuch in Kappabashi kann man allerdings mit Ikea gleichsetzen: Man kauft bestimmt etwas – auch wenn man bis dahin gar nicht wusste, dass man es eigentlich braucht. So lange man es später nicht bereut…
Wenn es essenstechnisch zwei Dinge gibt, die mich hinter dem Ofen vorlocken können, dann sind das Käse (nun gut, vom Harzer Roller mal abgesehen) und Rāmen – diese würzige Nudelsuppe, die selbst mich als sonst eher suppenabweisenden Genießer zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt. Nun gehört Käse als solcher eher nicht zum Standardrepertoire der japanischen Küche. Der Verbrauch scheint auch hier zuzunehmen, aber meist nur in der Gestalt möglichst harmloser, sprich geruchsneutraler Vertreter. Trotzdem staunen Japaner immer wieder, wenn ich mir Käse auf meine Yakisoba brösele. Dabei passen Käse und Yakisoba eigentlich zusammen wie der Arsch auf den Eimer. Und zwar so gut, dass es sogar Instant-Yakisoba mit Käse gibt. Ich hätte ein Patent anmelden sollen… Auch zu Pasta passt Käse eigentlich fast immer, vor allem, wenn man richtigen Käse mit den richtigen Saucen vermählt. Pasta mit in Olivenöl gebratenem Chili, Basilikum und Knoblauch zum Beispiel wird in Italien zumeist ohne Käse serviert – das aber wahrscheinlich nur, weil die Leute nicht wissen, wie das ganze mit geriebenem Emmenthaler schmeckt. Und ich meine nicht den Ersatzemmenthaler (den es in Japan sowieso nicht gibt). Aber so sehr ich auch Käse liebe – wenn es nicht passt, passt es nicht. Japanische Mentaiko-Pasta (mit scharfem Rogen) zum Beispiel würde ich im Leben nicht mit Käse berieseln – das wäre einfach verkehrt. Zumindest kommt mir das so vor.
Neulich stieß ich jedoch auf einen Bericht über 九十九らあめん – 99 Rāmen – einem Laden in Ebisu, meiner Wirkungsstätte. Jener Laden rühmt sich vor allem seiner Käse-Rāmen, hat aber auch andere Sachen im Programm. Um das Angebot knapp zu halten und das eigene Image zu “mystifizieren”, macht man nur 200 Portionen Käse-Rāmen pro Tag. Wer zu spät kommt, hat halt Pech. In meiner gestrigen Mittagspause machte ich mich also auf den Weg. Offentlich war ich nicht zu spät, aber es sprach für den Laden, dass ich, obwohl es schon halb zwei Nachmittags war, kurz anstehen musste – die Mittagszeit ist für die meisten dann schließlich schon vorbei. Innen sah es heimelich aus, und der Laden ist für eine Rāmen-Bude ziemlich groß.
So sieht's aus - Käse auf Rāmen
Keine 5 Minuten später saß ich vor einer dampfelnden Schüssel Nudelsuppe – und darauf ein Berg weißer, in einer eigens dafür gebauten Maschine geschredderter Käse. Der langsam aber sicher in der Suppe verschwand und sich am Boden der Schüssel in eine glitschige Masse verwandelte. Erwartungsgemäß hatte der Käse keinen starken Eigengeschmack, und überhaupt wunderte ich mich, welchen Käse sie eigentlich dazu verwenden. Geschmacklich konnte ich ihn nicht richtig zuordnen. Die Suppe war auf Miso-Basis gemacht und sehr mild. Dem mußte mit 辛味噌 Kara-Miso – scharfes Miso nachgeholfen werden.
Prädikat: Genießbar. Und der Laden ist prinzipiell richtig gut. Aber Käse und Rāmen ist dann doch nicht so das Richtige – beim Essen verspürte ich plötzlich Kohldampf auf “richtige” Rāmen. Beim nächsten Mal dann. Warum nicht bei 99 Rāmen, dann aber ohne Käse…
Shintaro Ishihara, 2006-Sep-1By MCSN ADAM YORK, USN (Public domain), via Wikimedia Commons
Man muss nicht allzu lange in Japan gewesen sein, um sein Gesicht und seinen Namen zu kennen: 石原慎太郎 Ishihara Shintarōist politisches Urgestein. Der 80-jährige, oft als rechts-populistisch angesehener Politiker, war in den 80ern Transportminister und Kabinettsmitglied sowie seit 1999 Gouverneur der Hauptstadtpräfektur. Und damit durchaus ein politisches Schwergewicht.
Ishihara war einst Schriftsteller und gewann sogar 1955 den in Japan wichtigsten Literaturpreis – den Akutagawa-Preis. Wer ihm wohlgesonnen ist, könnte ihn als Politiker mit Herz und Schnauze bezeichnen, denn Ishihara hat selten ein Blatt vor den Mund genommen. Wer ihm weniger wohlgesonnen ist, würde ihn eher als ausgemachten Nationalisten und Populisten bezeichnen. Er hält die Verfassung für teilweise von den Besatzungsmächten oktroyiert (womit er freilich nicht ganz unrecht hat) und will sie entsprechend ändern – so mit Sicherheit auch die Pazifismusklausel im Artikel 6. Ishihara hat auch mit seinem Vorschlag im April 2012, die Senkaku-Inseln aufzukaufen, eine der schwersten aussenpolitischen Krisen zwischen Japan und China seit Normalisierung der Beziehungen in den 1970ern ausgelöst – dieser Streit schwelt immer noch vor sich hin und hat große Wellen geschlagen (siehe unter anderem hier).
Trotz oder gerade wegen seiner Gesinnung und trotz zahlreicher verbaler Ausrutscher ist Ishihara jedoch sehr beliebt und hat in Tokyo einiges geleistet. Heute nachmittag, um 15 Uhr, hat er in einer Sonderpressekonferenz seinen sofortigen Rücktritt angeboten. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht (ja, ich bin mal wieder sehr subjektiv): Der gute Mann gedenkt nicht etwa in Rente zu gehen, sondern in die Landespolitik. Dort will er möglicherweise eine eigene Partei gründen (zur Zeit ist er parteienlos), und wie es aussieht, scheint er zu hoffen, dies mit dem ebenfalls momentan sehr streitbaren, aber bei vielen beliebten Bürgermeister von Ōsaka, 橋下 徹 Hashimoto Tōru, mit 43 Jahren beinahe halb so alt wie Ishihara, gemeinsam durchführen zu können. Es scheint auch gut möglich, dass Ishihara keine komplett neue Partei gründet, sondern die relativ neue Partei たちあがれ日本 Tachiagare Nippon – etwa: “Steh auf, Japan” “übernimmt”.
Was kommt da auf Japan zu? Ishihara ist sehr einflußreich, und Hashimoto ebenfalls. Beide Politiker haben, für japanische politische Verhältnisse, Charisma und sind bei bestimmten Bevölkerungsteilen sehr beliebt. Sie haben entsprechend die Chance, das politische Geschehen ordentlich aufzuwirbeln. Und das ist ob Ishihara’s reaktionärem Gedankengut kein angenehmer Gedanke.
Wie bereits hier geschildert, ist Tokyo seit diesem Jahr um eine Attraktion reicher, denn der Tokyo Sky Tree, momentan mit 634 Metern der höchste Turm der Welt, ist nunmehr öffentlich zugänglich.
Ich habe mir gestern mal die Freiheit genommen, einen Tag Übertage abzubummeln. Der Plan lautete nämlich wie folgt: An Wochenenden dürften Himmel und Hölle am Sky Tree in Bewegung sein, so dass man wohl kaum in Ruhe alles anschauen kann. Es ist bestimmt besser, an einem stinknormalen Wochentag, an dem alle arbeiten, dort aufzukreuzen. Erst recht, wenn alle chinesischen Touristen das Land meiden wie der Teufel das Weihwasser. Soweit zur Theorie. Praktisch gesehen war der Plan jedoch völlig für die Katz’, denn am Sky Tree waren definitiv Himmel und Hölle in Bewegung. Sakrament, haben die denn alle keine Arbeit!? Was ist bloss los mit dieser Welt?
Da muss man irgendwie langgehen... und wehe wenn nicht
Nun aber erstmal eins nach dem anderen. Noch Monate nach der Eröffnung konnte man nur auf den Turm, wenn man vorher online gebucht hatte. Das kann man heute immer noch tun, aber man kann heute auch am Turm aufkreuzen und ein sogenanntes 整理券 seiriken bekommen – eine Wartenummer. Dort steht dann groß und dick drauf, ab welcher Uhrzeit man sich für die eigentlichen Eintrittskarten anstellen kann. Wir tauchten gegen 14 Uhr auf, und das berechtigte uns dazu, uns zwischen 18 Uhr und 18:30 anzustellen. Gute 4 Stunden mit 2 äußerst ungeduldigen Kindern – das roch nach Spaß.
Anfangs war nicht sofort ersichtlich, wo man sich wie und warum überhaupt anstellen muß. Überall standen Abgrenzungen herum, mal mit Leuten drin, mal ohne. Meine Frau, nicht faul, kletterte kurzerhand über ein Seil, um drinnen die Lage zu peilen, aber eine der Turmwächterinnen – eingekleidet in einer extrem häßlichen Uniform – war umgehendst zur Stelle und fauchte meine Lieblingsehefrau giftig an: “Weg da! Hier geht’s nicht lang! Raus hier!” Das verschlug sogar meiner Frau die Sprache (und das kommt nur sehr, sehr selten vor), aber nicht mir. Ich entgegnete ihr noch ein drohendes “言い方!” (iikata – eigentlich “Sprechweise”, aber hier in etwa: Passen Sie auf, wie Sie reden!), worauf sich die Turmwächterin ein “申し訳ありません” (mōshi wake arimasen – Entschuldigung!) herausquälte. Dabei schaute sie, als ob sie gerade in eine Zitrone gebissen hätte.
Turmwächterin beim Versuch, meine tanzende Tochter vom Fahrstuhl zu verscheuchen...
Wir fanden schnell heraus, daß scheinbar viele Turmwächterinnen unterbezahlt, schlecht instruiert, überarbeitet oder was auch immer waren. Sowas findet man nicht allzu häufig hier, aber vielleicht wollten Sie ja auch nur dafür sorgen, daß sich ausländische Besucher nicht allzu fremd fühlen.
Wir waren noch nicht mal sicher, ob wir letztendlich wirklich auf den Turm wollen – an diesem Tag zumindest, da es recht diesig war. Zum Aquarium wollten wir allerdings auf jeden Fall. Jenes befindet sich direkt neben dem Turm. Eintritt für Erwachsene: Stolze 2’000 Yen. Ein stolzer Preis, selbst für japanische Verhältnisse. Beim Sushiladen kann ich mir für den gleichen Preis icht nur Fische gucken, sondern auch gleich essen. An der Preistafel stand allerdings auch noch etwas anderes: Jahreskarte 4,000 Yen. Das war ein No-brainer, wie man so schön sagt – ich bin mir sicher, dass wir innerhalb eines Jahres noch mal von den Kindern hierher geschleift werden, warum dann nicht gleich die Jahreskarte nehmen. Wir wurden in ein Nebenzimmer geführt, wo man die Jahreskarten – mit Photo des Besitzers – sofort ausstellt. Die Angestellten hier: Durch die Bank weg sehr freundlich. Als ich an der Reihe war beim Fotographieren, hatte ich noch den Kleinen auf dem Arm und sagte deshalb eher im Scherz: “Vielleicht sollte ich das Foto mit ihm zusammen machen”, worauf die Angestellte sofort: “Na klar! Kein Problem!” sagte. Na bitte, es geht doch. Manager des Aquariums: Top. Manager des Turms: Flop. So einfach ist das.
Pinguingehege im Sumida-Aquarium
Das Aquarium war einfach nur voller Menschen – es war eine echte Kunst, ein paar Fische zu Gesicht zu bekommen. Nett gemacht ist es jedenfalls, mit einem großen, zylinderförmigen Becken, in dem die Unterwasserwelt der Ogasawara-Inseln abgebildet wird, sowie einem großen, offenen Pool mit Glaswänden für ein großes Rudel Pinguine. Sowie einer Reihe von Aquarien, in denen man sehen kann, wie Quallen von Tag zu Tag wachsen. Die Arbeit der Tierpfleger wird in dem Aquarium öffentlich sichtlich gemacht, was für Kinder auf jeden Fall interessant ist.
Nach dem Aquarium war es 4 Uhr. Es galt, noch zwei Stunden totzuschlagen. Das gelang uns halbwegs im “Solamachi”, einem an den Sky Tree angeschlossenen Einkaufszentrum, welches freilich auch hoffnungslos überfüllt war. Ich möchte ehrlich gesagt nicht wissen, was am Wochenende dort los ist – es muß der blanke Wahnsinn sein. Um langes Warten zu vermeiden, gingen wir schließlich erst kurz vor halb sieben zum Turm. Und man lotste uns sofort zur Kasse. Dort standen endlos lange Schlangen von Menschen mit roten Kärtchen an – diese hatten wahrscheinlich im Internet vorbestellt. Wir hatten die gelben Kärtchen, und keine 5 Minuten später hatten wir unsere richtigen Eintrittskarten: 2’000 Yen für Erwachsene, 600 Yen für bis 5-jänrige. Wenigstens kam der Kleine umsonst rein. Dafür fährt man allerdings auch nur bis zur 350 m hoch gelegenen 展望デッキ tenbō dekki(Aussichtsplattform).
Kupferne Kirschblüten im Frühlingsfahrstuhl
Die Fahrstühle sind groß und mit viel Liebe zum Detail gestaltet, um nicht zu sagen – edel. Jeder Fahrstuhl ist einer Jahreszeit gewidmet. Allzu viel Zeit hat man allerdings nicht, das Innere zu bewundern, da die Fahrstühle mit bis zu 600 m pro Minute hochfahren. In 50 Sekunden ist man oben, zusammen mit 40 anderen Leuten pro Fuhre. Das macht quasi 800 Euro für den Betreiber pro Fahrt. Mal weiterrechnen… 4 Fahrstühle schaffen die Tour theoretisch 30 Mal pro Stunde. Oder sagen wir besser 20 Mal, um mehr Zeit zum Ein- und Aussteigen zu gewähren. 20 mal 4 Fahrstühle mal 40 Personen mal 2’000 Yen = 6.4 Millionen Yen pro Stunde. Da auch Kinder usw. mitfahren, der Einfachheit halber 5 Million. Der Turm ist von 8 bis 22 Uhr geöffnet, also 14 mal 5 Millionen = 70 Millionen, also rund 700,000 Euro. Wer zum obersten Deck auf 450 Meter Höhe, dem 展望回廊 tenbō kairō, Aussichtsrundgang will, zahlt noch mal extra an einer anderen Kasse auf 350 m Höhe – das kostet die Hälfte, also 1,000 Yen pro Erwachsenen. Nicht alle fahren dort hoch. Vielleicht die Hälfte derer, die zur Plattform fahren, also sagen wir mal noch mal 100,000 Euro extra. 365 Tage mal 0.8 Millionen Euro = 292 Millionen Euro, minus 92 Millionen Euro an windstarken Tagen, an denen der Fahrstuhl nicht fährt, oder Tagen mit weniger Besuchern. Die Baukosten betrugen wohl 400 Millionen Euro. Natürlich muss man sehr viel Geld davon für den Betrieb und und die Angestellten abziehen, aber wenn man bedenkt, dass die Mieten der Geschäfte dort einiges einbringen sowie Fernsehsender für die Benutzung bezahlen, dürfte sich der Turm für die Betreiber ziemlich schnell auszahlen. Das ganze ist alles nur grob überschlagen, aber ich denke, man kann sich halbwegs ein Bild von der Bedeutung des Turms für die Stadt und Betreiber machen. Die erwarten übrigens 5 Millionen Besucher, die auf den Turm wollen, und 20 Millionen Besucher des ganzen Komplexes schlechthin pro Jahr.
Der 100 m hohe, obere Fahrstuhlschacht
Oben angelangt, war es ebenfalls schwer, an die riesengroßen Glasscheiben zu kommen – das Gedränge war einfach zu groß. Und die Hälfte der Leute an den Scheiben schaut nicht etwa raus auf das weite Lichtermeer, sondern auf die Bildschirme ihrer Handys und Kameras, um zu schauen, ob das hastig geschossene Photo etwas geworden ist. Wir stellten uns währenddessen nochmals an, um 10 Minuten später Eintrittskarten für das Oberdeck in der Hand zu halten.
Im Fahrstuhl nach oben offenbarte sich dann das – meiner Meinung nach – eigentliche Highlight: Der Fahrstuhlschacht ist in bläulich-ultraviolettes Licht getaucht, und der Fahrstuhl hat ein Glasdach. Das sah sehr futuristisch aus und war einfach nur beeindruckend. Hut ab vor dem, der diese Idee hatte.
Der Rundgang auf 450 Meter Höhe ist das Extraeintrittsgeld wert. Schlauchartig wendet sich der Rundgang um den Turm, mit leichter Steigung – das obere Ende liegt 5 Meter über dem Beginn des Rundgangs. Und ja – ob 450 m Höhe oder 350 m Höhe macht durchaus einen Unterschied. Es war zwar immer noch etwas diesig und natürlich schon längst dunkel, aber die Höhe ist beeindruckend und offenbart einen einmaligen Rundblick auf die großen Straßen der Stadt, die vielen Flüsse und Brücken …
Blick auf das untere Ende des 450 m hohen Rundgangs
Fazit: Völlig problemlos rund 200 Euro am Turm ausgegeben und viel Stress, aber sehenswert. Wer sich für Architektur interessiert, sollte sich den Turm nicht entgehen lassen. Wer allerdings einfach nur einen Blick über die Stadt werfen möchte, dem sei das Rathaus in Shinjuku als Alternative empfohlen – das ist zwar nur 243 m hoch, aber kostenlos und für den Blick auf Tokyo allemal ausreichend. Wer jedoch auf den Tokyo Sky Tree möchte – ich kann nur empfehlen, bis ganz oben zu fahren, auch wenn es extra kostet (eine Unsitte, die man vom alten Tokyo Tower übernommen hat). Anbei noch ein paar Photos – leider viele in fraglicher Qualität, da einfach nicht die Zeit da war, in Ruhe zu fotografieren.
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Ja, es ist etwas ruhiger geworden hier in den letzten Tagen. Das liegt mal wieder an exzessiver Arbeit und dem allgemeinen Sommerloch. Aber jetzt beginnt der Sommer ja erst auch richtig: Eine Woche Urlaub. Endlich. 5 Jahre alt müßte man sein: Meine Tochter hat schon seit drei Wochen Urlaub (vom Spielen im Kindergarten…) und den kostet sie dank ihrer Mutter auch richtig aus. Für uns geht es dieses Jahr wieder in den (noch heißeren) Süden: Es ist O-Bon, und Zeit zur Grabstätte der Ahnen zu pilgern. Da die gesamte Verwandschaft zu einen Hälfte aus Kumamoto und zur anderen Hälfte aus Shikoku kommt, haben wir da natürlich etwas Glück: Ich würde nur ungern O-Bon in Tokyo verbringen wollen.
Die kommende Tour ist dieses Mal auch etwas Besonderes – zumindest für mich, denn endlich geht es zur 47. und letzten Präfektur, die noch nicht in den Genuß meiner Anwesenheit kam. Das ist – Trommelwirbel – Miyazaki, seinerseits bekannt für subtropisches Klima, schmackhafte Hühnchen und Zitrusfrüchte sowie dafür, dass dort absolut gar nichts los sein soll. Aber das werden wir schon sehen. Erholsam sollte diese Tour allemal werden, denn: Wir fahren auch zu einem 秘湯 hitō (wörtlich: geheime Quelle) in Ubuyama (nebenan des berühmt-aktiven Aso-Vulkans), bekannt für seine heißen Quellen. Auch in Takachiho übernachten wir quasi direkt neben einer heißen Quelle. Auch Yufuin und Beppu sind weithin bekannt für heiße Quellen. Das sind also… hmm, mindestens 5 Tage in heißen Quellen!
In diesem Sinne wird entsprechend in den nächsten Tagen nicht allzu viel auf diesem Blog passieren – es sei denn, mich packt die Langeweile wenn der Rest schon schläft. Ich hoffe, meine Leser haben auch die eine oder andere Form von Sommerurlaub und geniessen jenen auch gebührend. Zum Abschluß noch ein Tokyo-Sommerhimmelphoto: Plötzlich war das ganze Büro in orangefarbenes Licht getaucht, und ein Gang auf den Balkon erklärte, warum. Ja, es ist Sommer. Und der Sommerhimmel in Japan ist – zumindest an vielen Tagen – sehr, sehr schön (in Deutschland natürlich auch, aber aufgrund der Hitze sieht es hier oft ein bisschen wilder aus).
Heute, am 17. Juni, habe ich just meine guten Vorsätze über Bord geworfen: Eigentlich hatte ich mir selbst auferlegt, in Japan nicht politisch aktiv zu werden – sprich, ich hielt es zum Beispiel für fraglich, ob ich das Recht dazu habe, mich an Demos zu beteiligen. Schliesslich bin ich hier nur zu Gast. Wenn auch ein hartnäckiger Gast.
Demobeginn in Yoyogi: Alles schön bunt
Doch wenn ich das Herumgeeiere in puncto Kernkraft hier so sehe, sehe ich mich wirklich gezwungen, meine Prinzipien über Bord zu werfen. Immerhin musste meine Frau mit unserem damals 1-monatigen Sohn und 4-jähriger Tochter damals wegen der letztendlich hausgemachten Katastrophe von Fukushima fluchtartig die Stadt verlassen. Und nun ist die Politik dabei, dem Volk weiszumachen, dass man doch besser die AKWs wieder anwerfen sollte, weil sonst das Licht ausgeht. Nur 16 Monate nach Fukushima. Man lernt einfach nichts dazu, und anstatt nach Alternativen zu suchen, will man weitermachen wie bisher.
Heute (ein Feiertag) fand aus diesem Grund die 10万人集会 jūmannin shūkai – 100’000-Leute-Zusammenkunft statt. Man versammelte sich ab Mittag im grossen Yoyogi-Park mitten im Zentrum. Berühmte Musiker (zum Beispiel Ryūichi Sakamoto) und Schriftsteller (zum Beispiel Literaturnobelpreisträger Kenzaburō Ōe) traten auf, und am Ende zogen die Demonstranten auf drei verschiedenen Routen durch die Stadt.
An einer japanischen Demo teilzunehmen ist prinzipiell unspektakulär und ähnlich gefährlich, wie einem 2-jährigen den Lutscher wegzunehmen. Gewaltausbrüche sind auf gar keinen Fall zu erwarten. Keine Chaoten, kein schwarzer Block, keine knüppelschwingenden Polizisten. Zwar hatte ich trotzdem Allein machen sie dich ein von Ton Steine Scherben im Ohr, aber da geht es auch nur ums Prinzip: Scheinbar ist der Politik in Japan egal, was die Leute denken, aber es muss selbst in Japan eine Schmerzgrenze für Politiker geben. Liegt die bei 100,000 Demonstranten? Scheinbar nicht. Eine Million? Wer weiss. Also erstmal hingehen. Selbst meine Schwiegeeltern haben beschlossen, hinzugehen (ihre erste Demo) und sich eigens ein Schild gemacht.
Eigentlich wollte ich mit Frau und Kindern hin, aber das mussten wir kurzfristig verwerfen.
Sehr clever: Losung einfach auf Sonnenschirm kleben!
Solche Menschenmassen bei rund 35 Grad und brennender Sonne kommt bei Kleinkindern nicht so gut an. Also ging es allein los. Ohne Schild. Dabei sein ist alles! In Yoyogi, genauer gesagt rund um dem Bahnhof Harajuku, war die Hölle los, denn gleichzeitig fand dort die Show “Disney on Ice” statt. Was für eine Mischung. Über dem Park schwebten 5 Pressehubschrauber, und hunderte Polizisten sorgten für Ordnung. Viele Teilnehmer hatten selbstgebastelte Schilder dabei, andere beklebten praktischerweise ihre Sonnenschirme mit Losungen. Eine junge Band spielte live auf einem Anhänger – ganz unjapanisch und sehr erfrischend. Natürlich waren nicht alle Teilnehmer aus eigenen Stücken da. Ein paar politische Parteien und Organisationen schickten ihre Leute hin. Alles in allem war es sehr bunt.
Wie die Demo selbst ablief, war typisch japanisch: Sehr, sehr geordnet. Nur ein Teil der Straße wird gesperrt, also zieht sich der ganze Tross in die Länge. Zudem wird der Tross auch noch von langen Ampelphasen zerhackt, aber irgendwie trifft man sich schon wieder. Die Polizei ist massiv präsent, aber nur, um für Ordnung zu sorgen und alles in allem recht wohlwollend. Nach einer Stunde war der Zug auch schon vorbei.
Ob es was bringt? Laut Veranstalter waren 170’000 Menschen dort. Laut Polizei 70’000. Die wahre Zahl wird erfahrungsgemäss irgendwo dazwischen liegen, aber die Chancen liegen entsprechend nicht schlecht, dass es wirklich über 100’000 waren. Man kann nur hoffen, dass die Bewegung nicht abebbt, denn die Regierung will in der kommenden Woche die Genehmigung für das Hochschalten eines weiteren Reaktors erteilen. Und das ist besorgniserregend, denn so will man Schritt für Schritt zurück zur “Normalität”. Und das ist alles andere als normal.
Anbei noch ein kurzes Video – am häufigsten hörte man die folgenden Sätze:
再稼働撤回 Saikadō Tekkai – Nehmt die Wiederinbetriebnahme zurück
脱原発 Datsu-Genpatsu – Raus aus der Atomkraft!
原発反対 Genpatsu Hantai – Gegen Atomkraft!
Heute nachmittag ging es nach Shibuya zu einem Geschäftstreffen. Beziehungsweise zur Übergabe eines dicken Schecks an eine Hilfsorganisation, die Waisenhäuser unter anderem im Katastrophengebiet betreibt. Ich war nicht allein – der Scheck war Ergebnis der Zusammenarbeit einiger grosser Lehrbuchverlage. Die stehen normalerweise ordentlich in Konkurrenz miteinander, aber zu diesem Zweck haben sich alle schön zusammengerauft. Aber ich schweife ab. Ein Treffen (es gab zwei) fand im nigelnagelneuen Hikarie statt – ein interessantes Gebäude direkt am Bahnhof von Shibuya, das erst am 1. Juni eröffnet wurde und Kunst und Kommerz beherbergen soll. Wie es sich für Japan gehört, ist alles mehr oder weniger geschmackvoll eingerichtet, und von den elendig langsamen Aufzügen mal abgesehen ist das Gebäude sehr modern und gut durchdacht.
Im 8. Stockwerk beherbergt das Hikarie die Creative Lounge Mov – jenes ist laut eigener Angabe “a member system office/lounge designed to encourage those chance encounters between diverse minds” blabla. Mit anderen Worten: Man kann dort Geschäftstreffen veranstalten, so man kein eigenes Büro hat oder letzteres schlichtweg nicht vorzeigbar ist. Soll vorkommen – vor allem in Japan.
Ein Blick auf die Broschüre liess mich dann jedoch zusammenzucken: Offensichtlich gibt es dort auch Kämmerchen, die man monatsweise mieten kann – als Hotelersatz sozusagen. Das mittelgrosse Zimmer ist dabei stolze 3,83 m² (man beachte die zweite Stelle hinterm Komma!) gross – und kostet 115,500 Yen, also momentan rund 1,150 Euro. 1,150 Euro! Für weniger als 4 Quadratmeter! Na dann aber nichts wie hin!
Überlegt man sich das mal genauer, mag das für einige Leute jedoch in der Tat sinnvoll sein: Auf einen Monat gerechnet ist das wesentlich billiger als die meisten Hotels in der Umgebung, und zentraler kann man auch nicht nächtigen. Dazu kann man am gleichen Ort auch noch Geschäftspartner treffen.
Die Preise für die Besprechungszimmer sind dabei eigentlich noch beachtlicher: Für einen Raum, in den 12 Leute passen, bezahlt man 84 Euro – pro Stunde, wohlgemerkt! Das hat eventuell positive Effekte zur Folge: Man überlegt sich so schon eher, ob das nächste Meeting wirklich so wichtig ist und das gute Meetings nach einer Stunde beendet sein sollten – mit Ergebnissen.
Gerade hat die Erde kräftig gebebt – so kräftig wie schon seit vielen Wochen nicht mehr. Das Zentrum lag offensichtlich nur ein Kilometer von mir entfernt, in Tokyo oder Westchiba. Eine erste Übersicht der JMA zeigt Stärke 4 für Tokyo Zentrum, Yokohama, Kawasaki usw.
Das Beben war nicht stark genug, um nennenswerten Schaden anzurichten (solange die Informationen über das Epizentrum stimmen), aber es war sicher stark genug, um so ziemlich jeden wachzurütteln (eigentlich nicht als Kalauer gedacht). In diesem Sinne… gute Nacht!