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Stichtag 8. Juli: Alien Registration Cards werden ungültig

April 29th, 2015 | Tagged , | 3 Kommentare | 1908 mal gelesen

Im Dezember vergangenen Jahres hörte ich bei der Wiedereinreise zum ersten Mal davon: „Denken Sie daran, dass ihre Karte im Juli dieses Jahres ungültig wird“. Und zwar ungeachtet dessen, was auf der Karte selbst draufsteht. Meine „Alien Registration Card„, so hiessen die Karten nach amerikanischem Vorbild, ist zwar bis 2020 gültig, aber das zählt nicht mehr.
Vor kurzem flatterte dann auch eine Karte der Ausländerbehörde (入国管理局 nyūkoku kanrikyoku – genauer übersetzt: „Immigrationsverwaltungsamt“)) ins Haus: Ich solle bitte meine Karte umtauschen, und zwar bis spätestens zum 7. Juli. Dazu noch die Empfehlung, dass lieber vor Mai zu tun, da man im Mai und Junimit einem Ansturm auf die Ämter rechnet. Das mag anfangs verwundern, schliesslich ist der Ausländeranteil mit unter 2% sehr gering. Entsprechend gibt es aber auch nur sehr wenige Ausländerbehördenämter: Im Grossraum Tokyo mit seinen rund 30 Millionen Einwohnern gibt es 15 Ämter beziehungsweise Zweigstellen. Kawasaki, immerhin eine Millionenstadt, hat nur eine kleine Zweigstelle, und das war es auch schon.

Ausländerbehörde (Zweigstelle)

Ausländerbehörde (Zweigstelle)

Natürlich haben die Ämter am Wochenende und an Feiertagen nicht auf (so natürlich ist das allerdings nicht, denn Rathäuser haben sehr wohl oftmals am Sonnabend oder Sonntag geöfnet).
Heute war der Zeitpunkt günstig, Ich war auf dem Weg zu einem Kunden, und auf dem Weg liegt die Zweigstelle für Kawasaki. Es ist erst das zweite Mal in meinem Leben, dass ich in Japan selbst zur Ausländerbehörde gegangen bin. Das erste Mal war 1998, und zufälligerweise war es die gleiche Zweigstelle. Ich konnte mich noch gut an den etwas rauhen Ton erinnern. Damals wollte ich, mit dem Internet war es ja noch nicht so weit her, herausfinden, ob ich als Austauschstudent arbeiten darf und wenn ja wie lange, und ob ich das anmelden müsse. Die Antwort war, nun ja, nicht ganz das, was ich erhofft hatte: Ja, ich dürfe etwas arbeiten, müsse aber vor Arbeitsantritt den Arbeitnehmer bei der Ausländerbehörde angeben und bekäme dann eine Arbeitserlaubnis. „Aber ohne Arbeitserlaubnis darf mich doch keiner anstellen, oder?“ versuchte ich mich noch zu vergewissern. „Ja, das stimmt“, war die Antwort. Ohne Arbeitserlaubnis keine (legale) Arbeit. Ohne Arbeit keine Arbeitserlaubnis. Alles klar. Was man mir allerdings nicht mitteilte, war, dass man durchaus als Student ohne diese Formalitäten arbeiten kann, wenn auch nur begrenzt. Und so war letztendlich alles kein Problem.

Halb zehn kam ich bei der Behörde an. Dutzende waren bereits da, aber das Chaos hielt sich in Grenzen. Ab und an fuchtelten Ausländer aus aller Herren Länder planlos mit Formularen herum, und die Anmeldeschalterdame war bereits, 30 Minuten nach Öffnung, angesäuert. Dabei muss man eigentlich nur etwas Japanisch können, und sich das Formular vorher durchlesen – dann wird auch sie etwas freundlicher. Dass man in Japan nicht vordrängelt, scheint sich auch noch nicht herumgesprochen zu haben. Dass man erstmal schaut, ob es an den zahlreichen Formularausfülltischchen auch Kugelschreiber gibt, bevor man sich vordrängelt und in brüchigem Englisch „Pen! Where is pen!“ kräht, sollte eigentlich auch selbstverständlich sein. Letztendlich ging alles jedoch relativ schnell. 3×4 cm grosses Passfoto, „darf nicht älter als 3 Monate sein“ (meins war vier Jahre alt, aber ich altere ja nicht), Reisepass, alte Alien Registration Card und einseitiges Formular herübergereicht und Nummer bekommen. Wie lange das ungefähr dauern würde? „30 Minuten, vielleicht ein bisschen mehr“ wurde mir gesagt, und als ich nach knapp 30 Minuten wiederkam, war ich auch schon bald an der Reihe. Und bekam meine entwertete Karte sowie die neue Zairyū Card mit meinem jung gebliebenen Antlitz zurück. Geht doch. Man sieht sich in 7 Jahren wieder, denn so lange ist diese Karte gültig.

In diesem Sinne – wer noch im Besitz einer alten Alien Registration Card ist, sollte sich langsam aber sicher auf die Socken machen.

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Der Mandarake-Vorfall oder die Rückkehr des Prangers

August 19th, 2014 | Tagged , | 2 Kommentare | 8077 mal gelesen

Mandarake-Webseite mit Übeltäter

Mandarake-Webseite mit Übeltäter

In der vergangenen Woche entbrannte eine interessante gesellschaftliche Diskussion in Japan, die man so auch schon aus anderen Ländern kennt: Das öffentliche Anprangern von Übeltätern. Dieser mittelalterliche Brauch ist ja bereits hinlänglich aus Großbritannien und den USA bekannt – vor allem im Zusammenhang mit Menschen, die durch Kindesmißbrauch polizeilich belangt wurden.

Der Anlass in Japan ist geringer, aber die Diskussion darum nicht minder aufschlussreich. Den Stein des Anstosses lieferte ein Ladendieb: Jener liess aus einer Filiale der Mandarake-Ladenkette einen rund 50 Jahre alten Spielzeugroboter mitgehen. Mandarake verkauft alles rund um Manga und japanische Spielzeuge, und der Roboter („Buriki no Tetsujin #28“) wurde für 250’000 yen, also fast 2’000 Euro, zum Verkauf angeboten.

Videokameras haben den Täter erfasst, und Mandarake liess sich etwas Neues einfallen: Man veröffentlichte das Foto des vermeintlichen Täters auf der eigenen Webseite – stark verpixelt, wohlbemerkt. Dazu schrieb man, dass man das unverpixelte Foto hochladen werde, wenn sich der Täter bis Mitternacht in einer Woche nicht melde und das Diebesgut zurückgebe. Dies wurde von den Medien aufgegriffen, so dass auch die Polizei hellhörig wurde. Und letztendlich Mandarake bat, auf die Veröffentlichung zu verzichten. Rechtsexperten merkten an, dass die ungewöhnliche Maßnahme selbst ein Straftatbestand sein könnte (名誉毀損 – Diffamierung und/oder 恐喝 Erpressung). Die Seite auf Mandarake befindet sich hier.

Die Reaktionen sind gemischt, aber es dürfte klar sein, dass viele Menschen, allen voran Ladenbesitzer, der Maßnahme eher wohlgesonnen gegenübersteht. Ladendiebstähle (万引き manbiki) sind auch in Japan ein Problem, wenn es auch kleiner zu sein scheint als in Deutschland. Dort fühlte ich mich in manchen Läden so, als ob ich einfach nur als potentieller Dieb und nicht als Kunde betrachtet werde, aber in Japan bemerkt man als normaler Kunde – gottseidank – kaum etwas. Mir sind hier zumindest noch keine Ladendetektive aufgefallen, und auch sonst scheinen, von kleinen Kameras an allen Ecken und Enden mal abgesehen, die Sicherheitsmaßnahmen eher lasch zu sein. Höchstens der Kaviar ist in einer besonderen Box abgeschlossen, und CD- und DVD-Hüllen sind bei Book Off, dem Antiquariat für alles, leer, aber sonst… In Japan ist es mir sogar bereits eins, zwei Mal passiert, dass ich beinahe unbewusst zum Ladendieb wurde: Da die Läden manchmal so dicht beisammen stehen, dass man nicht merkt, wann man den Laden verlassen hat, stand ich auch schon mal mit unbezahlten Artikeln weit ausserhalb des Ladens – und hätte einfach nur weiterlaufen müssen. Was ich freilich lieber sein lasse.

Ist Mandarake nun also im Recht, so etwas zu tun? Irgendwo schon. Und doch: Sollte dies um sich greifen, wird es nicht lange dauern, bis irgendwann mal zu unrecht angeprangert wird. Und dann ist das Geschrei gross. Also lassen wir lieber die Kirche im Dorf oder den 神社 im 集落.

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Die liebe Not mit der öffentlichen Moral

April 23rd, 2014 | Tagged , | 4 Kommentare | 10032 mal gelesen

No Dancing-Schild

No Dancing-Schild (Photo von Nicolas1981 on Wikipedia)

Ein Gesetz zu verabschieden ist, zumindest in einer Demokratie, schwer. Ein einmal bestehendes Gesetz zu kippen ist ungleich schwerer. Engländer können ein Lied davon singen – sie hatten den Defence of the Realm Act (DORA) seit 1914 am Hals und wurden so bis in die jüngste Zeit hinein sehr früh aus den Pubs geworfen. Japan hat hingegen ein schönes Gesetz mit dem einprägsamen Namen 風俗営業等の規制及び業務の適正化等に関する法律 – kurz auch als 風営法 fueihō bezeichnet. Auf Englisch wird dieses als Businesses Affecting Public Morals Regulation Law übersetzt. 1948 wurde das Gesetz erstmals verabschiedet: In den Nachkriegsjahren, mit rund 350,000 ausländischen Soldaten im Land, schossen zwielichtige Etablissements wie Pilze aus dem Boden, und Politiker bangten schnell um die öffentliche Moral.

Das oben genannte Gesetz soll nun dafür sorgen, dass die (doppelte) Moral nicht vor die Hunde geht. Und das schliesst leider sehr viele Sachen ein, die an sich eigentlich harmlos sind: Das Tanzen, zum Beispiel. Als ich erstmals in Studentenjahren mit Japanern zu tun hatte, war ich natürlich daran interessiert, was die Studenten so in ihrer nächtlichen Freizeit treiben. Und ich fand schnell heraus, dass Tanzen definitiv nicht dazu gehört. Discos? Fehlanzeige. Tanzclubs oder einfach Studentenclubs zum Beispiel, in denen man, von Alkohol mehr oder weniger beflügelt, zu was auch immer gearteter Musik tanzt? Nichts.

Der Grund dafür ist das Fūeihō: Ein Tanzlokal (aka Disco) muss mindestens 66 m² gross sein, eine fest geregelte Helligkeit aufweisen, vor Mitternacht (in Ausnahmefällen 1 Uhr nachts) schliesen und so weiter und so fort. Es gibt unzählige Einschränkungen, und die Prozedur, eine Lizenz zu erhalten, ist so kompliziert, dass es sich einfach nicht rechnet. Bis 1998 betraf das Gesetz sogar Tanzschulen, für die klipp und klar geregelt war, was geht und was nicht: Beim Tanzen musste zum Beispiel unbedingt ein lizensierter Tanzlehrer zugegen sein. Das wurde erst 1998 gelockert, dank des Filmes Shall We Dance?.

Kurzum – die Beschränkungen durch das Gesetz sind sehr rigide, doch das weckt natürlich die Phantasie der Geschäftsleute, und so bringt die Gesetzeslage immer wieder Dinge hervor, die es wahrscheinlich nirgendwo anders auf der Welt gibt: JK お散歩 – JK Osanpo zum Beispiel. „JK“ steht für „女子高校生“ – Oberstufenschülerin, sanpo ist der Spaziergang. Will heissen, Männer zahlen einen festen Stundensatz, um dann mit einer Oberstufenschülerin spazieren gehen zu dürfen. Würde dies in einem Lokal geschehen, würde sofort das „Fueihō“ greifen, aber so wird die Rechtslage schon komplizierter. JK Osanpo wird dabei jedoch oft (mit Sicherheit zu Recht) als einer der Ursachen für Prostitution Minderjähriger angesehen, denn es scheint meist mehr geboten (gegen Aufpreis, versteht sich) als es den Anschein hat: Dinge, die nach dem Spaziergang geboten werden.

Doch letztendlich kocht man auch in Japan nur mit Wasser: Die Sexindustrie ist prächtig entwickelt, und nicht selten gut von der Unterwelt organisiert, Gesetze hin oder her. Die Striktheit gegenüber dem Tanzen ist jedoch ein Phänomen: Karaoke rund um die Uhr? Selbstverständlich. Alkoholausschank rund um die Uhr? Natürlich. Tanzen? Eventuell sogar noch nach Mitternacht? Sodom und Gomorrha! Na dann: Shall we dance?

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Friedensnobelpreisträchtige Verfassung

April 15th, 2014 | Tagged , | 2 Kommentare | 9718 mal gelesen

peacemedalDer Weltklimarat hat ihn erhalten. Die EU auch. Im vergangenen Jahr war es die Organisation für das Verbot chemischer Waffen: Den Friedensnobelpreis. Jener wird als Auszeichnung für besondere Verdienste in der Friedensarbeit verliehen, und bekanntermassen müssen das nicht unbedingt Personen sein.

Japan hat seit 1946 eine in der Welt recht ungewöhnliche Verfassung. Zusammen mit den Amerikanern arbeitete man eine Verfassung mit Pazifismusklausel aus. Von den Kritikern wird hindes betont, dass eben diese Verfassung von den Siegern aufoktroyiert wurde und nicht dem japanischen Geist entspricht. In erster Linie geht es um Kapitel 2, Artikel 9:

1. In aufrichtigem Streben nach einem auf Gerechtigkeit und Ordnung gegründeten internationalen Frieden verzichtet das japanische Volk für alle Zeiten auf den Krieg als ein souveränes Recht der Nation und auf die Androhung oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten.

2. Um das Ziel des vorhergehenden Absatzes zu erreichen, werden keine Land-, See- und Luftstreitkräfte oder sonstige Kriegsmittel unterhalten. Ein Recht des Staates zur Kriegsführung wird nicht anerkannt.

Nun ist dieser Artikel wie überall in der Juristerei Auslegungssache, denn zwar werden Streitkräfte explizit verboten — aber Japan verfügt seit geraumer Zeit über eine technisch gut ausgerüstete Armee, die sich freilich so nicht nennen darf, und deshalb „Selbstverteidigungsstreitkräfte“ genannt wird.

Nun gibt es seit geraumer Zeit Bestrebungen seitens der Politik, den Artikel 9 zu ändern. Und man ist diesem Unterfangen näher denn je, denn die jetzige Regierung hat die Oberhand in beiden Parlamenten und ist definitiv dem rechten Lager zugeneigt beziehungsweise zugehörig. Aus dieser Situation heraus wurde die Idee geboren, Artikel 9 der japanischen Verfassung für den Friedensnobelpreis zu nominieren. Warum auch nicht — es ist schon beachtlich, dass diese Verfassung gerade in Ostasien nun schon fast 70 Jahre bestand hat. Und ich stelle mir nichts Genüßlicheres vor, als dem jetzigen Ministerpräsidenten Shinzō Abe dabei zuzusehen, wie er mit süßsaurem Lächeln in Stockholm den Friedensnobelpreis entgegennimmt. Eine Änderung des Artikels wäre danach freilich noch immer möglich — aber gewiss der Bevölkerung schwerer zu vermitteln.

Allzu viel Hoffnung mache ich mir nicht: Dieses Jahr gab es 278 Vorschläge für Friedensnobelpreiskandidaten. Im März wurden daraus eine Anzahl von Vorschlägen herausgesiebt für die „nächste Runde“. Darunter auch Artikel 9 der japanischen Verfassung. Jetzt muss sich dieser Vorschlag bis Oktober gegen andere Kandidaten behaupten – so zum Beispiel gegen Papst Franziskus, Edward Snowden, die Bewohner von Lampedusa und… hört, hört! Wladimir Putin. Aber die Idee ist es trotz allem wert, verfolgt zu werden, und so folge ich gern dem Aufruf eines guten Geschäftsfreundes, die Kunde der Nominierung zu verbreiten.

Wer mehr darüber wissen will – oder gar die Sache unterstützen will, kann das gern bei Change.org tun: Siehe hier. Momentan sind es knapp 30,000 Unterstützer, das Ziel sind 100,000.

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Kostbare Stempelmarken

Februar 28th, 2014 | Tagged , | 6 Kommentare | 3361 mal gelesen

20'000 Yen (150-Euro)-Steuermarke

20’000 Yen (150-Euro)-Steuermarke

Die Fisküsse (ich erfinde einfach mal die Pluralform) dieser Welt wissen schon, wie sie an ihr Geld kommen: In Japan zum Beispiel mittels sogenannter 収入印紙 shūnyū inshi – in Österreich unter dem Namen „Stempelmarke“ bekannt. In Deutschland gab es diese Marken früher wohl auch, aber das scheint vorbei zu sein. In Japan gibt es diese Marken schon immer, und sie werden vielfältig eingesetzt. Möchte man zum Beispiel einen neuen Pass beantragen, kann es sein, dass man – je nachdem, wo man wohnt – die Gebühr mittels Stempelmarken entrichten muss: Man muss die Marken dann andererorts kaufen und beim Amt abgeben. Noch wichtiger sind die Marken bei Verträgen in Japan. Bei Verträgen mit kleineren Beiträgen, also ein paar tausend Yen (*zig Euro), benutzt man 200-Yen-Marken, die auf den Vertrag oder die Quittung geklebt werden. Geht es um zig Millionen Yen, also ein paar hunderttausend Euro, wird es schon teurer – dann muss man eine 20,000-Yen-Stempelmarke draufkleben (siehe Photo) oder noch  mehr. Letzte Woche musste ich mir so eine Marke zulegen (nein, bestimmt nicht zum Sammeln), und es ist schon seltsam: Man legt 20,000 Yen, also rund 150 Euro, auf den Tisch – und bekommt eine kleine, ganz normal aussehende Briefmarke. Und das beste daran: Man weiss noch nicht mal, wofür man das eigentlich braucht. Ja wofür eigentlich? Man bezahlt doch schon Mehrwertsteuer und diverse andere Steuern!

Diese Marken gibt es in zahlreichen Varianten: Für die Rentenkasse, Krankenkasse, Einkommenssteuer, für Gebühren der jeweiligen Präfektur und so weiter und so fort. Die gebräuchlichsten sind jedoch die oben genannten Marken für Einkommen bzw. Erträge. Nennen wir sie deshalb mal Ertragssteuermarken. Von denen gibt es geschlagene 31 Arten: Die kleinste (im Sinne von Betrag) ist einen ganzen Yen wert (also weniger als einen Cent), die teuerste hingegen 100,000 Yen, also rund 700 Euro. Für ein kleines Fetzchen Papier. Mit UV-Wasserzeichen wohlgemerkt. Kaufen kann man diese Marken unter anderem bei der Post, so man denn eine braucht. Und: Auf diese Marken wird keine Mehrwertsteuer erhoben. Immerhin.

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Am Pranger

Dezember 6th, 2013 | Tagged | 9 Kommentare | 12018 mal gelesen

Wo wir doch erst neulich beim Thema „Ausländer in den Nachrichten“ waren: Gestern erhielt ich über Facebook eine private Nachricht unserer ehemaligen Sekretärin: „Habe gerade die Nachrichten über XYZ* gesehen. War ganz schön geschockt.“ (* Name ist dem Author bekannt). Das ganze kam aus heiterem Himmel, da ich im Büro natürlich selten zur Mittagszeit Fernsehen schaue. Eine kurze Recherche brachte den Hintergrund and Licht: Einer unserer Zulieferer wurde festgenommen. Mit ihm seine Frau, und ein weiterer Angestellter. Ich kenne alle drei sehr gut und seit vielen Jahren. Er ist ein 51-jähriger Brite, der zusammen mit seiner japanischen Frau zahlreiche ausländische Lehrbuchverlage in Japan vertritt. Zusammen mit dem dritten, ebenfalls japanischen Geschäftspartner. Die Beziehung war seit jeher recht gut, und erst am Montag hatten wir einen Plausch am Telefon.

Was war passiert? Nun, der Brite hatte vor vielen Jahren einen Vertrag mit einem grossen japanischen Kinderbuchverlag abgeschlossen, der es ihm erlaubte, die englischen Versionen einiger beliebter japanischer Kinderbücher zu verkaufen. Ich kenne die Serie gut – auch wir haben sie vertrieben. Der Verkauf lief mittelprächtig, und irgendwann nahmen wir sie wieder aus dem Sortiment. Aufgrund verspäteter Provisionszahlungen wurden die Verträge jedoch vor gut 4 Jahren gekündigt. Nun wird ihm vorgeworfen, die Bücher trotzdem weiter verkauft zu haben. Laut offizieller Darstellung wurde ein Kinderbuchauthor darüber sehr zornig, und so soll seit fast einem Jahr ein gerichtliches Tauziehen stattgefunden haben. Das wussten wir freilich nicht. Es ging um den Verkauf von 7’700 Büchern im Wert von insgesamt wohl rund 120’000 Euro – die Provision dürfte dabei wohl kaum über 10% gelegen haben. Der Streitwert liegt also in etwa bei, seien wir mal großzügig, 15’000 Euro, doch hier geht es mehr um den Strafbestand an sich: Produktpiraterie. Da ja kein gültiger Vertrag vorlag.

So weit so schlecht. Was da nun dran ist, weiß ich nicht. Und warum der Streit so eskalieren konnte, ist mir auch ein Rätsel — es hatte mit Sicherheit genug Vorwarnungen gegeben. Ich war jedoch einigermaßen entsetzt über die Art und Weise, wie die Beteiligten regelrecht an den Pranger gestellt wurden: Man konnte auf fast allen Kanälen in den Nachrichten sehen, wie der Mann von der Polizei abgeholt und in einen Peterwagen gezwängt (er ist rund 1,85 m groß) wurde. Dazu wurde sein voller Name, Alter, Nationalität, Firmenname und der Name seiner Frau eingeblendet. Noch zur gleichen Zeit tauchten die Namen auf der Internetseite 犯罪者.net (http://xn--g4xo5ykna.net/) auf – einer (wie mir scheint privaten) virtuellen Verbrecherdatei.

Das war es dann also. Sicher, die drei wurden als Verdächtige (容疑者) verhaftet. „Verdächtig“ ist normalerweise nicht mit „Schuldig“ gleichzusetzen – in Japan allerdings schon, denn 99% der Verdächtigen werden letztendlich auch schuldig gesprochen (einen interessanten Artikel dazu gibt es hier (Japanisch)). Doch selbst wenn sich die Unschuld oder eine Teilschuld ergibt – mit seinem ungewollten Auftritt vor den Kameras haben er und seine Frau kaum noch eine Chance, ihre Firma vernünftig weiterzuführen. Sie standen am Pranger, und ihre Namen werden auf ewig im unerbittlichen Speicher des Internets bleiben.

In der Tat – schaut man sich die japanischen Nachrichten so an, wimmelt es nur so von Verhaftungen. Immer mit Live-Mitschnitten von der Festnahme und der ausdrücklichen Veröffentlichung der Klarnamen. Um es nochmal klarzustellen: Es handelt sich zu dem Zeitpunkt noch immer um Verdächtige, nicht um verurteilte Verbrecher. Das ganze muss in Japan natürlich System haben – sonst ist es kaum zu erklären, dass stets Presseleute vor Ort sind.

Pikantes Detail in diesem Fall: Während er und sein Geschäftspartner jedwede Schuld abstreiten, hat seine Frau wohl bereits die Schuld eingeräumt. Das klingt nicht gerade nach einem grundsoliden Eheleben…

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Endlich: Neue Radfahrerverordnung in Kraft

Dezember 2nd, 2013 | Tagged , | 24 Kommentare | 13305 mal gelesen

Neue Regeln freundlich erklärt. Quelle: Polizei der Präfektur Chiba

Neue Regeln freundlich erklärt. Quelle: Polizei der Präfektur Chiba – siehe hier (PDF)

Als notorischer Radfahrer freue ich mich in der Regel natürlich nicht, wenn neue Verkehrsregeln für Radfahrer in Kraft treten, denn Regelwerke dieser Art werden selten einfacher, sondern eher komplizierter. In diesem Fall gibt es jedoch eine Ausnahme: Seit gestern ist die neue Radfahrverordnung in Kraft, und die schliesst endlich eine Gesetzeslücke: Geisterfahrern soll es an den Kragen gehen. So recht verschliesst sich mir immer noch nicht die Logik dahinter, warum in Japan so viele mit dem Fahrrad entgegen der Fahrtrichtung fahren. Es muss wohl der Irrglaube sein, das man damit sicherer unterwegs ist, da man ja die Autos, die auf der gleichen Spur fahren, von vorn sehen kann. Dass sich die Geschwindkeit beim Aufprall im Vergleich zur Fahrt in Fahrtrichtung quasi vervierfacht (hmm, Physikunterricht ist zu lange her, deshalb setze ich hier mal vorsichtshalber ein ? dahinter), scheint nur wenigen bewusst zu sein.

Interessanterweise, beziehungsweise dummerweise, hat sich die Industrie diesem fatalen Irrtum auch noch angepasst, obwohl das ebenso eine Huhn-Ei-Geschichte sein könnte: In Japan verkaufte Fahrräder haben normalerweise nur vorne Licht (hinten maximal ein Katzenauge), und mangels Fahrrad- und Fahrradzubehördiebstahldelikten sind Anstecklichter noch ziemlich exotisch. Will heissen, 99% der Fahrräder haben, wenn überhaupt, nur ein Vorderlicht. Klar, dass das den Glauben verstärkt, eher gesehen zu werden, wenn man entgegen der Fahrtrichtung fährt.

Dies war bisher auch mangels Gesetzesgrundlage zwar nicht explizit erlaubt, aber eben auch nicht verboten, doch seit gestern kann das mit 3 Monaten auf Bewährung oder maximal 50,000 Yen (momentan 400 Euro) geahndet werden. Sehr vernünftig. Das werde ich bei Gelegenheit auch mal der jungen Mutter flüstern, wenn sie mal wieder mit Karacho sowie zwei Kindern auf dem Fahrrad aus der Nebenstrasse auf die entgegengesetzte Fahrbahn der Hauptstrasse rast. Wären da nicht ihre beiden Kinder, hätte ich sie mit Sicherheit schon einmal vom Rad gezerrt.

Auch ein paar andere Unsitten sollen von nun an schärfer verfolgt werden. Darunter zählen Favoriten wie mit nach vorne gerichteten, aufgespanntem Regenschirm fahren, beim Fahren laute Musik hören, Fernsehen schauen oder telefonieren, fahren auf dem Bürgersteig (auch dies ist noch immer die Regel) sowie das Überfahren roter Ampeln. Bei letzterem Delikt wäre mir jedoch wohler, wenn mann erstmal die Autofahrer davon abbringt, denn das ist in Japan bei weitem keine Seltenheit.

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Angriff auf die Meinungsfreiheit in Japan im Verzug

November 22nd, 2013 | Tagged , | 9 Kommentare | 14815 mal gelesen

In dieser Woche sorgt ein Gesetzesentwurf in Japan für außergewöhnlich viel Aufruhr: Es geht um das 特定秘密保護法案 Tokutei Himitsu Hogo Hōan – den Gesetzesentwurf zum Schutz von Geheiminformationen. Der Name als solcher läßt schon aufhorchen, und zu Recht wurden die Zweifel seitens Politiker, Verlage und sogar Privatpersonen immer lauter: Wer bestimmt, was geheim ist und was nicht? Und wer kontrolliert wiederum diejenigen, die bestimmen, was als Geheiminformation einzustufen ist?

Prinzipiell soll das Gesetz so funktionieren: „Jemand“ bestimmt, welche Informationen als geheim einzustufen sind – diese Informationen können Diplomatie, Terrorismus, Landesverteidigung oder andere, als staatsgefährdend eingestufte Informationen sein. Wird diese „klassifizierte“ Information dann von einem Beamten (sprich in dem Sinne einem Geheimnisträger) preisgegeben, oder sollte sich jemand unrechtmäßig die Information von einem Geheimnisträger beschaffen und dann veröffentlichen, kann derjenige mit einer im schlimmsten Fall langjährigen Gefängnisstrafe bestraft werden.

Als im September diesen Jahres der Gesetzesentwurf für Kommentare aus der Bevölkerung freigeschaltet wurde, gab es ca. 90’000 Eingaben. Heute gingen in Tokyo und anderswo zehntausende Menschen auf die Strasse, und es bildete sich eine Allianz aus Medienfirmen, Politkern und Schauspielern, die gegen das Gesetzesvorlagen protestieren. Man befürchtet, und dies zurecht, dass das Gesetz zu schwammig formuliert ist und das Tor für Willkür seitens des Staates sorgt. Am naheliegendsten ist da die Lage im AKW von Fukushima: Der “jemand” (sprich Staat) könnte entscheiden, dass aufgrund von Terrorismusgefahr (Terroristen könnten in das Gelände eindringen und kernwaffenfähiges Material entwenden… oder schlimmeres anstellen) keine Information mehr aus dem Gelände nach draussen dringen darf. Geschieht dies dann doch, zum Beispiel durch einen der Arbeiter dort oder durch einen Journalisten, der sich dort einschleicht, könnte derjenige schwer bestraft werden.

Ganz ohne Hilfe kann die Regierungskoalition das Vorhaben nicht durch beide Kammern bringen. Also redet sie mit zwei kleineren Parteien, aber auch mit der grössten Oppositionskraft – den Demokraten. Doch die können sich nicht mit der Regierung einigen, wer genau kontrolliert, was als geheim eingestuft werden kann und was nicht. Damit wird die Regierung auf die kleineren Parteien setzen.

Die Schwammigkeit der Gesetzesvorlage bereitet wirklich Grund zur Sorge. So könnte ja zum Beispiel auch ein Blogger belangt werden, wenn er Informationen einbezieht, die er “irgendwo aufgeschnappt” hat. Und der Staat könnte ganz legal Dinge als Geheimnis einstufen, die eigentlich alle angehen sollen.

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Brandreden und Volksverhetzung – kein Problem in Japan

März 20th, 2013 | Tagged , | 10 Kommentare | 1427 mal gelesen

Die japanische Tageszeitung Mainichi Shinbun berichtete gestern in diesem Artikel über ein in Japan zunehmendes – und ernsthaftes Phänomen, das im angelsächsischen als hate speech bezeichnet wird. So gab es Anfang Februar in Tokyo eine Demonstration, bei der zwar nur um die 100 Leute teilnahmen, aber diese 100 Leute zeigten und riefen Parolen wie „Bringt sie um!“, „Kakerlaken!“ oder „Prügelt sie aus Japan heraus!“. Gemeint waren – Ausländer. Angeblich handelte sich bei den Teilnehmern nicht um die üblichen Rechten, sondern um mehr oder weniger normale Bürger, die sich über das Internet zusammengefunden hatten.

Nun gibt es auch und vor allem in Deutschland sich ständig unter alten Parolen erneuernde Bewegungen, die in den unterschiedlichsten Kreisen und auf unterschiedliche Art und Weise auftauchen – genannt sei da zum Beispiel die Identitäre Bewegung, die sich zwar „Nicht links nicht rechts“ bezeichnet, aber diese Selbsteinschätzung kann man nur unter Ulk verbuchen. In Deutschland, den USA und zahlreichen anderen Ländern gibt es jedoch Möglichkeiten, zumindest die gröbsten verbalen Entgleisungen der Anhänger zu ahnden – im Falle Deutschlands durch § 130 des StGB, welcher den Tatbestand der Volksverhetzung unter Strafe stellt.

Dieses juristische Mittel fehlt jedoch in Japan. Einige Politiker und Juristen wissen von dem Gesetz – auf Japanisch heisst es 民衆扇動罪 minshū sendō-zai (Volk-aufwiegeln-Straftat), und es gibt wohl auch Stimmen, die die Einführung eines solchen Gesetzes in Japan fordern (so zum Beispiel der Politologe Kido, siehe hier), aber es ist noch lange nicht so weit. Will heissen, jeder kann sich in Japan irgendwo hinstellen und Brandreden über ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Gruppe (Religion, Herkunft etc.) halten und zwischendurch noch ein „bringt sie alle um“ einwerfen – kein Problem, denn das ist kein Straftatbestand in Japan. Gerichtlich kann man nur verfolgt werden, wenn man spezieller wird – zum Beispiel, indem man über einzelne, identifizierbare Personen schwadroniert.

Das einzige rechtliche Mittel in Japan scheint der Strafbestand der 名誉毀損罪 Meiyo Kison-zai – Verleumdung zu sein, aber wie bereits oben erwähnt kann dieser Paragraph nur angewendet werden, wenn eine konkrete Person verleumdet wird. Und so können Bands wie Scramble (siehe Video unten) ungestraft Lieder wie ちょん斬る – Koreaner aufschlitzen singen und im gleichen Lied Trostfrauen als Huren bezeichnen. Alles erlaubt, alles legal in Japan. Vorerst – aber so schnell wird sich da wohl nichts ändern. Und zum Video unten: Man achte auf die 1,452 Likes – bei 1,263 Dislikes.

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Japans Schulen: Selbstmord nach Züchtigung

Januar 9th, 2013 | Tagged , | 8 Kommentare | 1854 mal gelesen

Heute wurde auf einer Pressekonferenz in Ōsaka bekanntgegeben, dass sich ein Schüler einer städtischen Oberschule am 23. Dezember vergangenen Jahres das Leben nahm, weil er vom Lehrpersonal häufig körperlich bestraft wurde. Jene städtische Oberschule in Ōsaka ist bekannt für sein Basketballteam, das schon an mehreren Hochschulmeisterschaften teilnahm.

Wie bekannt wurde, hatte der Basketballclubtrainer, ein Angestellter der Schule, den Schüler zum Teamchef gekürt und häufig „sehr hart rangenommen“, sprich körperlich bestraft. Der Schüler hielt dem Druck nicht stand und erhängte sich zu Hause – am Vortag gab es ein Trainingsspiel, währenddessen dem Schüler einige Fehler unterliefen, woraufhin er mehrfach vom Trainer mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen wurde.

Der Lehrer arbeitete schon seit 18 Jahren an der Schule und geriet bereits vorher in den Verdacht körperlicher Bestrafung – die Schule verneinte dies jedoch, und damit hatte sich die Sache scheinbar erledigt. Die japanische Gesetzgebung ist in dieser Angelegenheit auch nicht gerade deutlich. Artikel 11 des japanischen Schulbildungsgesetzes (学校教育法) 1 besagt:

校長及び教員は、教育上必要があると認めるときは、文部科学大臣の定めるところにより、児童、生徒及び学生に懲戒を加えることができる。ただし、体罰を加えることはできない。

Der Direktor und das Lehrpersonal dürfen im Rahmen dessen, was das MEXT (Bildungsministerium) festlegt, und so es pädagogisch sinnvoll erscheint, Kindern und Schülern disziplinarische Maßnahmen (=懲戒 chōkai) zukommen lassen. Körperlich Bestrafung (体罰 = taibatsu) hingegen darf nicht angewendet werden

Jedoch ist die Grenze zwischen körperlicher Bestrafung und disziplinarischen Maßnahmen offensichtlich fließend – genaue Definitionen scheint es nicht zu geben.
Hinzu kommt ganz offensichtlich das Fehlen einer breiten öffentlichen Mehrheit gegen körperliche Bestrafungen an Schulen und/oder eine fehlende Sensibilisierung. In der Regel gibt es da mehrere Hürden zu nehmen:

• Der Schüler muss den Mut haben, zu Hause darüber zu berichten
• Die Eltern müssen engagiert genug sein, um das ganze zu melden – entweder beim kommunalen Bildungsausschuß oder bei der Schule selbst

Geschieht letzteres, verläuft das Ganze dann nach folgendem Schema:

• Eltern/Erziehungsberechtigte beschweren sich beim Bildungsausschuß (教育委員会 kyōiku iinkai)
• Bildungsausschuß fragt bei der Schule nach, ob das stimmt
• Schule verneint und sagt, es war nur eine disziplinarische Maßnahme
• Beschwerde wird abgelehnt

Selbst wenn ein solcher Fall vor Gericht landen sollte, würde es schwer werden: In Japan dürfen ähnliche Fälle nicht in der Rechtssprechung herangezogen werden. Wenn also ein Gericht in A einen Lehrer verurteilt, weil er einen Schüler geohrfeigt hat, kann ein Gericht B bei einem ähnlich gelagerten Fall nicht auf das Urteil des Gerichts in A verweisen.

Und so wird auch in Japan noch körperlich gezüchtigt – es ist ein offenes Geheimnis. Nicht überall, versteht sich, aber das Interesse daran, so etwas rigoros zu verbieten bzw. zu ahnden, ist nicht gerade groß, wie es scheint. Und ich hoffe, dass meine Kinder da nicht durch müssen.
Im oben genannten Fall, der schließlich traurigerweise im Selbstmord endete, hatte man im Basketballclub der Schule später nach körperlicher Bestrafung gefragt: So ziemlich alle Schüler gaben an, es selbst gesehen oder erlebt zu haben an der Schule. Nur die Schulleitung gab sich heute ahnungslos – man hätte rein gar nichts davon gewußt. Das klingt einfach nur nach einer blanken Lüge und dem hilflosen Versuch, sich selbst bzw. die Schule zu schützen.

1Gesetzestext siehe houko.com

Weitere Quellen:
• MEXT über disziplinarische Maßnahmen an Schulen
• Nachrichten über den Fall in Ōsaka (Yahoo! Japan/Jiji

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