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Was gibt’s Neues im Japan-Almanach?

Februar 16th, 2017 | Tagged , | Kein Kommentar bisher | 494 mal gelesen

In letzter Zeit habe ich mich wieder ein bisschen mehr mit dem eigentlichen Japan-Almanach beschäftigt – also dem Nicht-Blog-Teil über Japan. Der Bau dieses Abschnitts begann immerhin schon 1998 (der Umzug auf die Domain tabibito.de fand dann 2001 statt), also vor fast 20 Jahren. Dank Archive.org kann man sich hier auf Zeitreise begeben.

Webdesign 1998 - leider sind Teile nicht mehr erhalten

Webdesign 1998 – leider sind Teile nicht mehr erhalten

Was hat sich also in letzter Zeit getan? Nun, es sind einige neue Seiten hinzugekommen, und in die habe ich viel Zeit investiert, zum Beispiel durch das Erstellen eigener Karten, wie zum Beispiel auf den folgenden, neuen Seiten:

Vor allem das Erstellen der Seite über Yakushima hat viel Spaß gemacht: Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr reifte in mir der Entschluss, definitiv wieder dorthin zu fahren bzw. zu fliegen – von Yakushima hatte ich sehr viel erwartet, und das wurde sogar noch übertroffen.

Neu sind auch ein paar Seiten über diverse Stadtviertel in Tokyo, so zum Beispiel die über

Dem neuesten Trend, seinen Lesern Rankings um die Ohren zu schlagen und dabei duzenderweise mitzuteilen, was sie zu tun und zu lassen haben, werde ich mich allerdings auch in Zukunft verweigern. Ja ja, ich weiss, Rankings sind gut für das Suchmaschinenranking, aber da bleibe ich altmodisch.

Endlich habe ich es auch geschafft, eine interaktive Japan-Karte zu erstellen (basierend auf der Karte von Wikipedia). Ich brauche jetzt einfach nur noch die Längen- und Breitengrade zu den einzelnen Reisezielen hinzufügen, und schon tauchen die Reiseziele automatisch auf der Karte auf (die Punkte sind anklickbar):

Als (un)heimlicher „Foodie“, wie es ja so schön heisst, werde ich auch gelegentlich kurze Beiträge über diverse japanische Lebensmittel und Gerichte posten, aber das werde ich wohl nur ad hoc machen können (der erste Beitrag ist hier).

Wer Ideen hat, was im Japan-Almanach sonst so geschehen sollte – immer her damit!

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Lesenswertes oder Nur keine Langeweile aufkommen lassen

Oktober 7th, 2016 | Tagged | 1 Kommentar | 1085 mal gelesen

Wer sich schon immer gefragt hat, was tabibito nach Mitternacht so treibt, soll mit diesem kurzen Beitrag Klarheit darüber bekommen. Denn neben der Pflege des eigenen Blogs und diverser anderer Seiten (zur Zeit wird die ganze Japan-Sektion generalüberholt) gibt es noch viel mehr tun:

Japan Digest - das neue Japan-Portal

Japan Digest – das neue Japan-Portal

Da wäre zum Beispiel das nagelneue Japan-Portal Japan Digest, welches just am 1. Oktober veröffentlicht wurde und sehr vielversprechend aussieht – allein schon wegen der zahlreichen Autoren (ja, auch ich bin dabei). Ich hatte die Ehre, die Menschen hinter dem Projekt persönlich kennenzulernen. Diese bringen sehr viel Erfahrung mit, unter anderem durch die Herausgabe der Printversion des Japan Digest, die es so schon seit ein paar Jahren gibt. Das kostenlose Magazin erscheint allerdings nur ein Mal im Jahr, so dass man diese lange Zeit zwischen den Magazinen endlich mit der Online-Ausgabe überbrücken kann. Japan Digest macht und schreibt all die Dinge, die ich gern selbst machen würde, mangels Zeit jedoch nie in diesem Umfang hinbekommen würde. Neben diversen Beiträgen von mir habe ich mich auch auf Autorenjagd begeben, damit möglichst viele Facetten abgedeckt werden. Bei rechtem Licht betrachtet säge ich mit meiner Hilfe an diesem Portal an meinem eigenen Stuhl – es ist ja schliesslich Konkurrenz, gewissermassen – aber für so eine professionelle Seite mache ich das natürlich gern.

DerDieDas - das Neueste aus D-A-CH auf Japanisch

DerDieDas – das Neueste aus D-A-CH auf Japanisch

Dann wäre da auch noch DerDieDas — eine neue, frische Seite für Japaner über alles mögliche aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Bei dieser Seite war und bin ich bei der technischen Umsetzung zuständig. Sicher würde ich auch gelegentlich gern mal etwas schreiben, aber dazu reicht dann die Zeit leider doch nicht. Die professionell ausgesuchten und verfassten Artikel sind jedenfalls selbst für mich manchmal sehr interessant, und dank der Musikvideos der Woche weiss ich halbwegs, was man in Deutschland gerade so hört oder zu hören scheint. Technisch war das Erstellen dieser Seiten eine ziemliche Herausforderung — sonst hätte ich wahrscheinlich auch kein Interesse daran gehabt.

Und natürlich schreibe ich nach wie vor — seit nunmehr 7 Jahren – regelmässig für das „Midori“-Magazin, aber mehr dazu steht ja bereits hier geschrieben.

So. Dieser Artikel muss dann mal gelegentlich als Entschuldigung herhalten, wenn ich mal wieder viel zu spät auf eine Email oder einen Kommentar reagiere

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20 Jahre Japan

Mai 27th, 2016 | Tagged , | 17 Kommentare | 797 mal gelesen

2. Mai 1996 - der Anfang

2. Mai 1996 – der Anfang

Da hätte ich doch beinahe ein weiteres Jubiläum vergessen: 20 Jahre Japan, zu begehen am 2. Mai 2016! Immer, wenn ich gefragt werde, wie lange ich eigentlich in Japan sei, ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Denn hergezogen bin ich zwar 2005, aber das ganze ging eigentlich schon 1996 los.

Damals hatte ich eine wilde Horde Japaner kennengelernt, und irgendwann beschlossen, dass es doch mal interessant wäre, seine Fühler in fernere Gefilde auszustrecken. Mit ungewisser Aufenthaltsdauer: Bis zu einem halben Jahr sollt doch drin sein, dachte ich mir mit meinem jugendlichen, 21-jährigen Leichtsinn so.
Gesagt, getan. In den Semesterferien ging ich, damals mangels Alternativen, auf Baustellen jobben, um ein paar Yen zusammenzukratzen. Interessanterweise war der damals billigste Flug einer mit Air India, mit kostenlos ausdehnbaren Stopovers in Mumbai und Delhi, und das liess ich mir natürlich nicht entgehen: Eine gute Woche Mumbai und ein Tag Delhi fielen so auch noch an. Dann ging es endlich nach Tokyo. Immerhin konnte ich ja schon die Hiragana vollständig und die Katakana stotternd lesen. Und wahrscheinlich so um die 50 Schriftzeichen, wenn es hochkommt.

Große Sprünge waren damals nicht möglich, das merkte ich ziemlich schnell. Tokyo, Izu, Nikko – das war es in etwa auch schon. Sowie ausgedehnte Spaziergänge durch Tokyo (von Nerima bis zum Meer usw). Die Idee, dort fast ein halbes Jahr zu bleiben, verwarf ich ziemlich schnell wieder als reichlich unvernünftig – hauptsächlich auch, weil ich meiner Gastgeberin und ihrer Familie nicht so lange auf die Nerven gehen wollte, und so wurde letztendlich gerade mal ein Monat daraus. Ohne Internet, ohne Telefon, ohne Computer… eigentlich eine sehr interessante Zeit.

Mit Air India nach Narita

Mit Air India nach Narita

In bleibender Erinnerung ist mir noch immer eine Taxifahrt: Nach einer Feier mit Freunden mit Omiya verpassten wir den letzten Zug und beschlossen so, ein Taxi zu nehmen. Meine Begleiterin war sturzbetrunken und unfähig zu reden. Der Taxifahrer wusste nicht, wo oben und unten ist (ich hatte natürlich keine Ahnung, dass das in Tokyo völlig normal ist), und konnte natürlich kein Wort Englisch. Und ich wusste nicht, was „links“ und „geradeaus“ auf Japanisch heisst, so dass ich ihn eine halbe Stunde lang mit „rechts!“, „nicht rechts!“ und wildem Gefuchtele durch die Gegend manövrierte. Immerhin: Wir kamen irgendwann an.

Was sich seitdem geändert hat, ist schwer zu sagen. Es ist definitiv leichter für Ausländer geworden. Und eine Lektion habe ich gelernt: Ohne Japanischkenntnisse ist dieses Land eigentlich nicht zu begreifen (das reichte dann auch als Motivation, danach jeden an der Uni angebotenen Japanischkurs mitzunehmen, obwohl das gar nicht zu meinem Lehrplan gehörte). Hin und wieder jedoch blitzen noch heute Erinnerungen auf: Besonders an Orte natürlich, die sich ins Gedächtnis eingeprägt hatten und heute völlig anders aussehen (Roppongi zum Beispiel, obwohl ich das damals schon nicht mochte).

Schade nur, dass ich damals der festen Überzeugung war, dass zu viel Fotografieren die eigentliche Reisefreude trübt. So entstanden in Indien gerade mal knappe 20 Bilder, und in Japan maximal ein 36-Aufnahmen-Film.

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10. Jahre. Blog.

März 26th, 2016 | Tagged | 28 Kommentare | 808 mal gelesen

Heute vor exakt 10 Jahren sass ich in meinem kleinen Kämmerchen in Urayasu und beschloss, mich erstmals mit dem gerade in Mode gekommenen Phänomen namens Blog zu beschäftigen. Facebook war gerade erst zwei Jahre alt, Twitter erst ein paar Tage – und Instagram und wie sie alle heissen waren da noch „Quark im Schaufenster“, wie man in meiner Gegend so schön sagt. Der Grund für das vorerst als Experiment ausgelegte Unterfangen war wenig romantisch: Meine Firma beauftragte mich, Blogsysteme zu evaluieren, um schliesslich zu entscheiden, welche Plattform wir für das firmeneigene Blogportal benutzen. WordPress war damals noch weitgehend unbekannt, und so blieb ich vorerst bei b2evolution und Movable Type hängen. Wie will man sowas allerdings entscheiden, wenn man es selbst nicht benutzt hat?

So fing alles an - am 26. März 2016

So fing alles an – am 26. März 2016

Anfangs ging es noch wild los: Mindestens jeden zweiten Tag gab es einen Eintrag, und die Leserschaft wuchs ziemlich schnell an. Nach rund einem halben Jahr wurde mir das zu anstrengend, so dass ich eine Blogpause ankündigte (und diese Pause nach sechs Tagen wieder brach). In den folgenden Monaten folgten jedoch nur cirka 3 Beiträge pro Monate. Letztendlich pendelte sich das ganze jedoch bei 7 bis 10 Einträgen pro Monat ein, wobei der März 2011 mit insgesamt 18, teils sehr langen Einträgen dem Blog eine neue Bedeutung zukommen liess: Mehr denn je merkte ich, dass Blogs als alternative Nachrichtenquelle mittlerweile sehr wichtig sind.

Die allgemeinen Japan-Seiten auf dieser Webseite sind übrigens wesentlich älter. Die ersten Inhalte entstanden bereits im vergangenen Jahrtausend. Das macht dem Schreiber leider unweigerlich wahr, dass man allmählich älter wird. A propos allgemeine Japan-Seiten: Diese habe ich nun auch endlich etwas zeitgemässer gestaltet, aber es gibt noch viel zu tun.

Der Japan-Almanach im neuen Gewand

Der Japan-Almanach im neuen Gewand

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn dieser Eintrag hier genau der 1000ste wäre. Ganz hat es nicht gereicht: Dies ist Beitrag Nummer 964. Aber in diesem Jahr wird das noch.

Wie geht es weiter? Eigentlich möchte ich etwas mehr Energie in die allgemeinen Japan-Seiten stecken, aber den Blog, auch wenn es etwas ruhiger geworden ist, werde ich vorerst weiterführen. Denke ich momentan zumindest.

An dieser Stelle natürlich ein grosses Dankeschön an die Leser, denn ohne Euch wäre es nicht so lange weitergegangen. Und vielleicht regt ja dieser Blog wirklich den einen oder anderen an, die Dinge in Sachen Japan etwas anders zu sehen. Nicht positiver, nicht negativer – einfach differenzierter. Das ist das eigentliche Anliegen.

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5 Jahre danach

März 8th, 2016 | Tagged , , | 12 Kommentare | 908 mal gelesen

Fünf Jahre ist es nun schon her, dass der ganze Norden Japans bebte. Und ich muss mich noch nicht einmal großartig konzentrieren, um die Bilder und Gefühle wieder hochkommen zu lassen. Die Sorge. Das Wort trifft es zumindest in meinem Fall besser. Es war Sorge, nicht Angst. Sorge davor, alles hier zu verlieren. Sorge davor, dass mein erst vier Wochen zuvor geborener Sohn, von seiner damals erst 4-jährigen Schwester mal abgesehen, zur falschen Zeit am falschen Ort sind und wir zu Flüchtlingen werden. Sorge davor, dass die Panikmacher vielleicht doch recht haben könnten und Fukushima die weite Umgebung inklusive Tokyo unbewohnbar macht. Sorge davor, dass es innerhalb weniger Jahre zu einem richtig schweren Erdbeben direkt unter Tokyo kommen würde. Sorge davor, dass die Politik entgegen jeglichen gesunden Menschenverstandes wieder die nuklearen Meiler anwerfen würden.

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

Was hat sich bewahrheitet in den 5 Jahren? Waren die Sorgen berechtigt? Nun, Tokyo ist bekanntermassen noch bewohnbar. Es gab – bisher – kein schweres Erdbeben direkt unter der Hauptstadt (auch wenn gesagt wurde, dass dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% in den folgenden 4 Jahren eintreten würde). Ich bin mit auf die Straße gegangen, um gegen Atomkraft zu demonstrieren (eigentlich plädiere ich für Nichteinmischung, denn ich bin Deutscher, kein Japaner – aber es geht um meine Kinder). Und trotzdem haben die Irren begonnen, die Meiler wieder anzuschalten. Fukushima wird gereinigt, doch man ist gerade erst am Anfang. Japan stellt entsetzt fest, dass man überhaupt nicht weiß, wie es mit dem ganzen radioaktiven Müll weitergehen soll. Ich habe mit der Familie die Stadt, in der wir wohnten, hinter mich gelassen, denn die war zur Hälfte zerstört.

Irgendwann kehrt man zur Normalität zurück. Man hat ja keine andere Wahl. Und zu den Jahrestagen werfen mal diese, mal andere mit mehr oder weniger gekonnten Beitägen zum Thema Fukushima um sich. Neutral scheint keiner dabei zu bleiben – die deutschen Medien schon mal gar nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass uns in absehbarer Zeit eine neue Katastrophe erspart bleibt. Ein Mal reicht.

Ach ja: Auch die Filmemacherin Doris Dörrie hat dem Thema nun ein Film gewidmet. Ob er was taugt? Ich weiß es nicht. Wenn ja, wäre ich überrascht.

Falls jemand über gute Reportagen oder Artikel stolpert, bitte her damit. So lange es nicht von RT oder DWN ist, schaue ich gern rein.

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2015 – Ein Abgesang / Gesundes Neues Jahr!

Dezember 31st, 2015 | Tagged , | 11 Kommentare | 865 mal gelesen

An dieser Stelle, traditionsgemäss, der obligatorische Jahresrückblick. Hier also ein kurzer Abriß des ablaufenden Jahres 2015:

Politik
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Während es im europäischen Gebälk knarkst und knirscht, herrscht in Japan noch immer allgemeiner Lähmungszustand. Eine Opposition ist noch immer nicht in Sicht, und so peitschen die mit satter Mehrheit in beiden Kammern herrschenden Liberaldemokraten ein Gesetz nach dem anderen durch – erbarmungslos und gern auch gegen den Willen des Volkes. Dazu zählt das neue Sicherheitsgesetz, mit dem versucht wird, die pazifistische Verfassung auszuhebeln.

Es gibt aber auch positive Überraschungen: So wurde am 28. Dezember gemeldet, dass es in Sachen Trostfrauen endlich zu einer Einigung zwischen Südkorea und Japan gab (siehe unter anderem hier) – eine kleine Sensation und überraschende Kehrtwende, hatte man doch bisher Vorwürfe bezüglich der Trostfrauen rech schroff abgebürstet. Das wäre ein riesiger Fortschritt, auch wenn es noch ein paar Unstimmigkeiten zu geben scheint.

Wirtschaft
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Die japanische Wirtschaft – und hier wird es wieder langweilig – stagniert, aber es hätte schlimmer kommen können, denn erwartet wurde ein leichter Rückgang. Stattdessen erwartet man ein Wachstum von rund einem halben Prozent in 2015. Das wird unter anderem durch den seit über einem Jahr vergleichsweise schwachen Yen gestützt. Das Jahr 2016 verspricht, ein turbulentes Jahr zu werden – für Firmen wie für Verbraucher – unter anderem wegen der Einführung des My Number-Systems.

Beruf
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Status: Unverändert. Auch dieses Jahr war sehr arbeitsreich, mit zahlreichen Erfolgen und, in Zahlen gemessen, deutlich weniger Rückschlägen.

Familie
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Alles im grünen Bereich. Alle haben sich gut in der neuen Heimat im Westen der Stadt Kawasaki eingelebt. Töchterchen wird morgen 9 Jahre alt und Sohnemann kurz darauf 5. Wie schnell doch die Zeit vergeht…

Kinder mit Kulisse...

Kinder mit Kulisse…

Reise
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In Sachen Reisen war dieses Jahr durchschnittlich: Es ging (mal wieder) nach Gunma im September sowie – endlich – zur Insel Yakushima (sowie nach Tanegashima). Ich hatte mir viel von der Insel versprochen, und ich war in keinster Weise enttäuscht. Kurz vor Weihnachten ging es schliesslich noch nach Malaysia für ein paar Tage. Im Sommer 2016 soll es – zum ersten Mal seit 3 Jahren – endlich wieder nach Deutschland gehen. Dieses Mal sogar für zwei Wochen. So lange war ich dort seit über 10 Jahren nicht mehr.

Blog +α
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Dieses Jahr gab es 84 neue Beiträge mit 508 Kommentaren. Das sind 7 Beiträge mehr als 2014 – bei so ziemlich genauso vielen Kommentaren wie im Vorjahr. Das ist keine Überraschung. Obwohl ich für alle Kommentare sehr dankbar bin, fehlt mir in der Regel leider die Zeit, einzeln auf jeden Kommentar einzugehen. Das tut mir jedes Mal leid, aber ich kann es leider nicht ändern.

Insgesamt gab es rund 145,000 Seitenaufrufe (des Blogs) dieses Jahr – das sind 15’000 mehr als 2014. Die Verweildauer liegt bei 2 Minuten 45 Sekunden – 30 Sekunden mehr als im vergangenen Jahr. 2016 werde ich – so einer meiner guten Vorsätze – versuchen, diesem Blog etwas mehr Zuneigung zu geben. Schliesslich wird es zwei Jubiläen geben: Den 10. Jahrestag des Blogs sowie den 1’000. Artikel.

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich herzlichst bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken, und ich hoffe, Ihr bleibt mir auch im kommenden Jahr treu!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues Jahr 2016, das Jahr des Affen! Tapfer bleiben!

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7. Allgemeiner Bloggergipfel

November 13th, 2015 | Tagged , , | 8 Kommentare | 793 mal gelesen

Bloggergipfel – mit Dank an Thuruk für das Logo!Und schon ist wieder ein Jahr rum – Zeit für ein neues Bloggertreffen! Und zwar wird dies bereits die siebte Auflage. Der Name “Bloggergipfel” soll dabei niemanden abschrecken – gerne sind auch Blogvoyeure eingeladen.
In einigen Jahren fand das Bloggertreffen am gleichen Tag wie der Adventsbasar in der Kreuzkirche statt, und die Idee finde ich nach wie vor nicht schlecht. Deshalb stelle ich einfach mal Sonnabend, den 28. November, als Möglichkeit in den Raum.

Ich weiss noch nicht, was genau und wo genau, aber um wenigstens etwas festzulegen:

1. Das Treffen findet in Tokyo statt – innerhalb oder nahe der Yamanote-Linie
2. Bowling, Billard oder was weiss ich, als Vorspiel quasi, sind machbar.

Deshalb erstmal eine Frage in die Runde: Wer will? Wer kann? Gibt es Ortsvorschläge? Bessere Vorschläge als die obigen? Also, bitte leitet diesen Artikel weiter und hinterlasst einen Kommentar, wann es Euch passt und wo es Euch passt!

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Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Juli 28th, 2015 | Tagged , , | 14 Kommentare | 1513 mal gelesen

Strand kommt immer gut, Zumindest für die Kinder. Hier am Pazifik, bei Kamakura

Strand kommt immer gut, Zumindest für die Kinder. Hier am Pazifik, bei Kamakura

… und schon fällt man in das Sommerloch. Das geht noch einfacher mit zwei kleinen Kindern, die von Mitte Juli bis Ende August Ferien haben, und während dieser Ferien natürlich tagein, tagaus bespaßt werden wollen. Das ist leichter gesagt als getan, denn der Sommer hat sich kraftvoll zu Wort gemeldet mit Temperaturen, die in den letzten Tagen zumindest in Tokyo regelmäßig über 36 Grad liegen.
Was macht man also mit den lieben Kleinen? Freunde treffen ist eine Sache. Man kann sie auch in Museen oder Galerien schleifen, wo es etwas kühler ist, aber das ist auf Dauer nicht sehr unterhaltsam. Der Kindergarten unseres Jüngsten bietet ein Übernachtungsprogramm an, bei der Mütter mit ihren Kindern im Kindergarten übernachten können. Und nachts mit dem Kindergartengründer einen bechern können.
Neulich, im Okamoto Tarō-Museum

Neulich, im Okamoto Tarō-Museum


Nein, das ist dann erst später, wenn die Kinder schlafen. Wie das allerdings so vonstatten geht, kann ich mir nicht so recht vorstellen, denn der Kindergarten beherbergt rund 1,000 Kinder. Interessanterweise sind die Väter aber sowieso von vornherein von der Aktion ausgeschlossen. Das ist zwar schade, aber das ändert bei mir nichts, da ich sowieso zur Arbeit muss. Und das sieht im Sommer so aus:

8:45 – bei praller Sonne und 32 Grad mit dem Fahrrad 4,5 km zum Bahnhof fahren
9:00 – im vollbesetzten, auf 22 Grad heruntergekühlten Zug nach Shibuya fahren
9:25 – bei 32 Grad in Shibuya mit Tausenden anderen gleichzeitig ca. 200 Stufen Treppe steigen
9:30 – im vollbesetzten, auf 22 Grad heruntergekühlten Zug nach Ebisu fahren
9:32 – bei 33 Grad gut 10 Minuten und stets schattensuchend vom Bahnhof zum Büro laufen
9:45 bis 20:45 – im auf 26 Grad heruntergekühlten Büro staunen, wie heiss es draussen aussieht

und danach das gleiche wieder zurück. Währenddessen kann sich meine Frau ausdenken, was sie am besten am nächsten Tag mit den Kindern anstellt, die natürlich am nächsten Morgen wieder punkt 6:30 auf der Matte stehen und im Chor sagen: „Und was machen wir heute?“ Das sind die Momente, bei denen ich mir nicht sicher bin, wer mehr bezahlt werden sollte. 4 Wochen Ferien noch. Und während dieser Zeit habe ich sogar selbst eine Woche Urlaub. Allerdings werde ich ein paar Tage davon ganz allein auf einer einsamen Insel verbringen: Yakushima. Aus Recherchegründen, versteht sich.

Wer ein paar Geheimtipps abseits von Disneyland, Ueno-Zoo (um Gottes Willen…) und dergleichen hat — immer her damit!

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For the records: Wie man aus dem Ausland eine Kreditkarte in Deutschland bestellt

März 4th, 2015 | Tagged , | 13 Kommentare | 3053 mal gelesen

Der Prozess war so holprig, dass ich mich dafür entschieden habe, eine kleine Anleitung für im Ausland lebende Deutsche zu hinterlassen. Das könnte mitunter sogar der Beginn einer losen Serie werden.

Aber erstmal zum Hintergrund: Obwohl ich im Ausland lebe, habe ich noch immer ein Konto in Deutschland. Das brauche ich einfach mal, denn es ist praktisch. Früher war das alles auch kein Problem: Ich hatte eine Maestro-Karte, und mit der konnte man – lange zumindest – auch in Japan und anderswo Geld abheben. Im Gegensatz zu Japan haben aber deutsche Bankkarten dummerweise eine begrenzte Gültigkeitsdauer (warum eigentlich!?). Und so sendete mir die Targobank, Nachfolgerin der Citibank, eine neue Karte zu: Ohne Maestro, sondern mit V-Pay. Und das ist nur in Europa brauchbar. Überweisungen nach Japan funktionierten auch nicht (Targobank sagt zwar, es geht – aber es funktionierte einfach nicht) – und selbst wenn sie funktionieren würden, hätte es bei jeder Überweisung elendig lange Kontrollanrufe von der japanischen Bank zur Folge. Paypal ginge theoretisch: Man hat ein Paypal-Konto in Deutschland, verbindet es mit seinem Konto in Deutschland, und dann noch ein Paypal-Konto in Japan (oder sonstwo), wo man es ebenfalls mit seinem Konto verbinden könnte. So kann man sich dann quasi selbst Geld überweisen. Jedoch: Paypal verlangt 3,4% Gebühren, und in Japan hat man dann immer noch das Problem, dass die Bank vor Ausführung der Überweisung von Paypal anruft und ein regelrechtes Verhör startet.

Die Targobank hatte wenigstens noch Abkommen mit der Citibank in anderen Ländern. So konnte man selbst mit der V-Pay-Karte bei der Citibank in Japan Geld abheben. Das ging bis Ende 2014 gut – denn danach wurde die Citibank von der SMBC geschluckt und das Abkommen wurde ungültig. Sprich, die Bankkarte ist in Japan nunmehr unbrauchbar.

Da stolperte ich über die Amazon.de-Kreditkarte der LBB. Soll wohl alles sehr einfach gehen – und siehe da, der Antrag ist in ein paar Minuten online erledigt. Am Ende kam dann aber doch – das war absehbar – der Stolperstein: Will man ein Konto eröffnen, muss man persönlich am Schalter erscheinen – oder PostIdent benutzen können. Und so ist es auch bei Kreditkarten: Sie werden mit PostIdent geliefert, es kann also nur der die Karte in Empfang nehmen, der sie bestellt hat. Vollmachten helfen nicht – man muss in Deutschland sein.

Gut ein Jahr forschte ich herum, wie man das umgehen kann. Im legalen Sinne, versteht sich. Bei drei Banken habe ich in Deutschland nachgefragt, und erstaunlicherweise lautete die Antwort immer gleich: Man muss nachweisen, dass man ist, wer man ist, und das kann wie folgt geschehen:

1) Man lässt sich die eigene Existenz von der Botschaft bestätigen
2) Man lässt sich die eigene Existenz von einer Bank vor Ort bestätigen
3) Man findet einen Notar, der dies erledigt

Meine weiteren Recherchen ergaben, dass 1) nicht (mehr!?) möglich ist. Bei der Recherche nach 2) erntete ich Stirnrunzeln bei den Banken in Japan, inklusive der eigentlich international ausgerichteten Citibank: Sowas habe man noch nie gehört, und das macht man einfach nicht. Auch das ist nicht ganz unerwartet: Warum sollte eine japanische Bank das auch machen? Und was für ein Formular soll dafür herhalten? So ein Formular gibt es einfach nicht.

Bleibt also 3). Ich soll also nachweisen, dass ich existiere – und wo ich wohne. Laut Information der Banken in Deutschland reicht dazu eine beglaubigte Übersetzung des Reisepasses. Das hielt ich allerdings ebenfalls für riskant, denn bekanntlich steht im Reisepass keine Adresse.

Meine Kreditkarte wurde derweilen wieder an die Bank zurückgesendet, und die Bank bat mich per Email, anzurufen. Und ich war recht perplex, denn a) beantwortete die LBB Emails schnell, und b) ging sofort immer jemand ans Telefon. Ich war zugegebenermassen beeindruckt. Ich hätte wohl ein paar Monate Zeit, meine Existenz zu bestätigen, wurde mir zugesichert.

Also suchte ich über DinJ einen Notar in Japan. So fand ich Karl Zucchi, ein in Gunma lebender öffentlich bestellter und beeidigter Übersetzer. Mit ihm kam ich schnell ins Geschäft. Ich schickte also einen Scan des japanischen Pendants eines Personalausweises zu ihm, klärte ein paar Details per Email und bekam ein paar Tage später per Post eine beglaubigte Übersetzung zugeschickt. Für Deutsche in Japan kann ich seine Dienst jedenfalls nur wärmstens empfehlen (nein, ich bekomme kein Geld für die Werbung).

Die beglaubigte Kopie schickte ich nebst Begleitschreiben dann zur Bank, mit der Bitte, entweder die Karte nach Japan zu schicken, oder falls das nicht ginge, an meine Eltern in Deutschland. Ohne PostIdent. Und siehe da: Eine gute Woche später kam die Karte wohlbehalten an. Mit einem Aufkleber, dass ich telefonisch den Erhalt bestätigen soll. Das tat ich dann auch – via Skype – und wieder: Das Telefon klingelte zwei Mal, und … ein echter Mensch! … beantwortete das Telefon. Die Bestätigung dauerte ein wenig länger, da ich ja „ein Sonderfall“ sei, aber letztendlich war alles in Ordnung.

Ein Jahr Recherche, viel Kopfschütteln und unzählige Fehlinformationen später halte ich also eine deutsche Kreditkarte in der Hand. Mit der ich Geld von meinem deutschen Konto in Japan abheben kann. Beziehungsweise könnte. Ich werde sie wohl nur sehr selten benutzen, aber jetzt weiss ich wenigstens, dass ich könnte, wenn ich wollte – vorher wäre das ganze schlichtweg nicht mehr möglich gewesen.

Ich hoffe, diese Information erspart irgendjemanden ein Jahr Recherche!

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Mal so ganz unter sich im Kinderland

Januar 14th, 2015 | Tagged , | 2 Kommentare | 1966 mal gelesen

Als wir noch in der Präfektur Chiba wohnten, zog es uns gelegentlich der lieben Kleinen wegen in den Andersen-Park – ein recht liebevoll eingerichtetes Refugium für den nach Unterhaltung gierenden Nachwuchs. Dieser Park ist nunmehr zu weit weg, also müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Und siehe da, im Westen der Stadt Yokohama und nur 25 Minuten mit dem Zug von uns entfernt gibt es das こどもの国 – kodomo-no-kuni (Kinderland) – ein rund 100 Hektar grosser Park, der in den 1960ern auf dem ehemaligen Gelände eines Munitionslagers (!) gebaut wurde. Eintritt: 600 Yen pro Erwachsenen, 300 Yen pro Kind. Der strahlend blaue Himmel liess es erahnen: Wir würden wohl nicht allein dort sein. Letztendlich verlaufen sich die Massen in dem grossen Park, und es gibt sogar ein paar Pfade in den hinteren Ecken des Parks, auf denen man kaum einer Menschenseele begegnet. Einer der Hauptanziehungspunkte des Parks im Winter ist eine Schlittschuhhalle. Zum Glück haben wir nicht den Extra-Eintritt dafür bezahlt, denn in der Halle sah es wie folgt aus:

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Wie jetzt, da ist ja gar kein Eis? Doch, doch! Da war welches! Irgendwo zwischen all den Menschenmassen. Hinzu kam die permanente Beschallung der Wächter des Eises: Bitte nicht da laufen! Bitte nicht so laufen! Bitte nicht zusammen laufen! Und so weiter. Von weitem sah es aus wie Freigang im Gefängnishof.
Nun gut. Schlittschuhlaufen also nicht, dann aber wenigstens zur 110 Meter langen Megarutsche:

Ein Mal rutschen bitte!

Ein Mal rutschen bitte!

Immerhin, es standen nur rund 100 Leute an, so dass wir uns nach nur knapp 30 Minuten auf der quälend langsamen Rutsche nach unten bewegen konnten. Geht doch. Aber von einem passablen Spaziergang abgesehen gab es dann doch noch ein kleines Highlight: In einem hinteren Teil des Parks konnte man Drachen selbst bemalen und zusammenbauen. Und dank Wind auch noch gleich austesten. Für nur 300 Yen pro Kind und Drachen.

Drachen bemalen

Drachen bemalen

Trotz all der Umstände werden wir auf jeden Fall wieder dorthin fahren. Schliesslich sind wir das obige schon mehr als gewohnt.

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