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Kopf leer / Neue Features

April 13th, 2010 | Tagged , | 6 Kommentare | 96569 mal gelesen

In letzter Zeit ist mein Kopf am Abend manchmal so leer… das bedeutet wohl, dass es mal wieder Zeit wird für einen kurzen Urlaub. Und das mir mitunter nichts spannendes zu schreiben einfällt für diesen Blog. Sollten mir nach knapp 500 Beiträgen die Themen ausgehen? Eher nicht. Aber momentan gibt die Gesamtwetterlage nicht allzu viel Schreibstoff her, und ich schulde der Zeitschrift „Midori“ auch schon wieder den nächsten längeren Artikel.
Ganz untätig war ich allerdings nicht – ich habe ein bisschen am Japan-Blog Feed-Radar (noch immer eher ein Arbeitstitel) gearbeitet:

Zum einen habe ich eine Suche eingebaut, in der man die gelisteten Blogs alle auf einmal durchsuchen kann – gesucht wird in den Beiträgen nach 2008 und die Suche erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für Leser soll sie dazu dienen, schnell zweite und dritte Meinungen zu einem Bereich einholen zu können. Für Blogger hingegen soll sie zum einen dazu dienen, mehr Traffic zu bekommen sowie eine Quelle für neue Artikel zu haben. Wer zum Thema „Hanami“ bloggen möchte, kann so erstmal schauen, was so alles bereits geschrieben und was noch nicht geschrieben wurde, und wer mag, kann Kreuzverweise zu anderen Blogs mit dem gleichen Thema setzen. Ich hoffe, es nützt jemandem.

Auf Anfrage eines Lesers habe ich zudem einen Feed für den Feed-Radar eingerichtet (toll, oder!? Feeds per Feed abonnieren!!!). Der Feed ist über das blaue Feed-Symbol neben dem „Letzte Blog-Artikel“ erreichbar.
Dazu jedoch ein paar Worte: Momentan zieht der Feed die Artikel aus meiner Datenbank, aber das soll nicht die endgültige Lösung sein, denn zum einen belastet das meinen Server, zum anderen raubt es den Eigentümern der Blogs Traffic (obwohl Feed-Traffic für Suchmaschinen keine Rolle spielt). Ich werde den Feed deshalb sobald möglich so umschreiben, dass nicht ganze Beiträge, sondern nur die ersten paar Zeilen gesendet werden – für den Rest muss man dann zur jeweiligen Webseite. Ein Aufruf deshalb an Bloggerkollegen – bei Einwänden bitte melden!

Bei Feeds habe ich allerdings nachwievor ein bisschen Bauchschmerzen: Feeds sind genial, um spielend leicht Informationen zwischen verschiedenen Webseiten auszutauschen. Richtig eingesetzt (wie im Feed-Radar) helfen sie sogar, anderen Webseiten mehr Traffic zu bringen (Anmerkung: Es ist trotzdem sehr selten, dass sich dafür mal jemand bedankt – auf eine Email mit der Ankündigung an Blogbesitzer, dass ich deren Blog ungefragt aufgenommen habe, kommt meistens – gar keine Reaktion. Ist ja auch klar: Es muss mir ja eine Ehre sein, den Blog verlinken zu dürfen :-).
Komplette Beiträge per Feed zu versenden sehe ich aber noch immer zwiespältig – zum einen, weil es den Betreiber definitiv um Werbeeinnahmen bringt (ja ja, Werbung im Feed gibt es auch, aber die ist ineffektiv und lästig), zum Anderen, weil es keine Punkte in Sachen Suchmaschinen gibt. Aber egal: Feeds gehören dazu, und eins ist immer noch am Wichtigsten: Das man nicht nur für sich allein schreibt und nicht allen Lesern sein grausames Design aufzwängen muss. Also – keine Sorge, Feeds bleiben natürlich und werden nachwievor gefördert.

Das Wort des Tages: 購読する kōdoku suru. „Kaufen-lesen + machen“. Etwas abonnieren. Im Falle eines Feeds: フィードを購読する (fiido o kōdoku suru).

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Baidu vs. Google – Ein Vergleich

März 25th, 2010 | Tagged , , | 9 Kommentare | 98585 mal gelesen

Google hat sich nun also aus rein humanitären Gründen dazu entschlossen, den chinesischen Markt zu verlassen, weil man plötzlich nicht mehr einsehen will, warum man Suchergebnisse zensiert (oder zensieren lassen soll). Über die wahren Gründe mag man spekulieren – ist das ein geordneter, geschäftspolitisch sinnvoller Rückzug? Steckt Druck aus Washington dahinter? Oder wird Google mit anderen Mitteln unter Druck gesetzt?

Der grösste Konkurrent von Google in China heisst Baidu (baidu.com) (百度 = „hundert Mal“ – hat aber bestimmt noch eine andere Bedeutung), und der ist, so heisst es, in staatlicher Hand und hat heuer den Alexa-Rank 8 – will heissen, die chinesische Ausgabe von Baidu wird in Sachen Seitenaufrufe nur von 7 Seiten auf der Welt übertroffen (als da wären Google, Facebook, Yahoo, YouTube, Live, Wikipedia und Blogger – ausser Wikipedia alles .com).

Baidu versucht auch seit Jahren Fuss in Japan zu fassen – auf unseren Servern in der Firma wimmelt es nur so vor Baidu-Spiders – hat aber soweit noch keinen Erfolg. Und es ist fraglich, ob sich das ändern wird: Baidus sales point in Japan ist, dass nur Baidu sich wirklich mit Algorithmen auskennt, welche leerzeichenlose, japanische und chinesische Sätze auseinanderklamüsern können. In einem Punkt ist dabei – nach eigenen Tests – Baidu gelegentlich auch besser als Google oder Yahoo in Japan: Baidu sucht mehr nach Inhalten, bewertet also Seiten wie Social Bookmark-Sites (hatena.jp zum Beispiel oder aber auch Goo, Excite usw.) geringer. Ausserdem ist Baidu im Gegensatz zu Google nicht ständig damit beschäftigt, firmeneigenen Kram wie YouTube oder Blogger.com nach oben zu pushen (entschuldigt die Anglizismen). Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Suche mit Baidu auf Anhieb auf einer brauchbaren Seite zu landen, erschien mir – in vielen Fällen zumindest – höher.

Nach dem Rückzug von Google interessierte mich nun doch brennend, was passiert, wenn man zum Beispiel nach dem Vorfall auf dem Tiananmen-Platz „baidugelt“. In Festlandschina werden die Seiten dazu ja gnadenlos herausgefiltert. Versuch eins (alles aus Japan heraus): Ich suche nach 「天安門事件」 – dem „Tian’anmen-Vorfall“. Übrigens gab es zwei davon – der bekanntere von 1989 wird offiziell richtig „六四天安門事件“ (64 Tian’anmen-Vorfall – 64 steht für 4. Juni) genannt. In Japan ist jedoch die Kurzform (siehe oben) bekannter. Also rein damit in baidu.jp – und hier ist das Ergebnis:


Die ersten Suchergebnisse sind allesamt kritisch – die Videos auf You Tube, der Eintrag in der Wiki usw. usf. Ähnliches (wenn auch ohne die Bilder oben) kommt heraus, wenn man nach 六四天安門事件 sucht, also dem vollen Namen.

Was passiert aber nun, wenn man – vom Ausland aus – auf der Originalseite von Baidu (baidu.com) sucht? Auf chinesisch ist der Vorfall schlicht als 六四事件 (64-Vorfall) bekannt. Und das kommt dabei raus:


Bitte auf die Domainnamen achten: people.com.cn, chinanews.com.cn und wahrscheinlich noch mehr sind regierungsnahe Seiten (Nr. 5 beschäftigt sich dabei mit einem chinakritischen Artikel im deutschen Internet). Ich habe nicht sehr weit gesucht, aber zumindest unter den ersten Seiten waren ganz offensichtlich keine kritischen Seiten. Das kann freilich mehrere Gründe haben:

1) Es gibt keine kritischen Seiten zu dem Thema auf Chinesisch. Darf bezweifelt werden – der chinesische Artikel zum Thema in der Wikipedia ist sehr umfangreich und kritisch

2) Weil kritische Seiten in China selbst nicht gesehen werden können, tauchen sie mangels Klicks auch im Ausland in der Suchmaschine nicht oben auf. Wäre zu überprüfen.

3) Baidu zensiert auf chinesisch – egal, ob im Land oder im Ausland gesucht wird.

Übrigens – wenn man die erste Seite der Suchergebnisse im chinesischen Baidu anklickt, landet man auf einer 404-Seite (Seite kann nicht gefunden werden). Schlüsse über obiges Gesagtes überlasse ich dem Leser. Doch Vorsicht: Auch im Falle Chinas gilt, zwei Mal überlegen, bevor man die chinesische Politik verurteilt: China ist gross und Peking weit weg.

Das Wort des Tages: 天安門事件 Tenanmon-Jiken. Der Tian’anmen-Vorfall.

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3 Stunden fahren, 3 Stunden laufen?

März 17th, 2010 | Tagged , | 11 Kommentare | 97338 mal gelesen

Momentan stecke ich bereits in den Vorbereitungen für die Goldene Woche (eine knappe Woche Urlaub Ende April / Anfang Mai) – zumal dieses Mal Besuch aus Deutschland ansteht. Nach einigem Hin und Her habe ich mich für Kusatsu entschieden – ein bekannter Ausflugsort in dem Bergen von Gunma, umgeben von bildhaft schönen (wenn auch mitunter explosiven) Vulkanen. Aus Neugier habe ich deshalb schon mal nachgesehen, wie man denn dorthin am besten ohne eigenes Gefährt kommen kann.Eine Bahnanbindung hat der Ort jedenfalls nicht – man fährt wohl am besten zu einem Bahnhof namens Naganohara Kusatsu-guchi und fährt von dort mit dem Bus weiter. Flugs also meinen Wohnort und besagten Bahnhof bei Jorudan eingegeben – dort kann man kostenlos Verbindungen (inkl. Flugzeug) heraussuchen. Fehlanzeige: Der Bahnhof ist nicht im System.

Aus Not bei Google Map vorbeigeschaut (aus Not, da ich weiss, dass das System noch alles andere als vollkommen ist) – die haben seit einigen Monaten auch eine Verbindungssuche im Programm. Ergebnis: Siehe rechts. Ich wunderte mich schon, warum alles über 6 Stunden dauern soll.

Ein zweiter Blick macht stutzig: Google Map empfiehlt für Nicht-Motorisierte erst eine Fahrt mit der Bahn und dann, siehe rotes Kästchen, einen strammen Fussmarsch bis zum Ziel: Laut Google dauert das „nur“ ungefähr 3 Stunden und 13 Minuten. Das klingt ja schon fast nach einer Herausforderung!

Das Wort des Tages: 乗換案内 norikae annai. Norikae = Umsteigen, Annai – Die Auskunft, die Anleitung. In Japan ein Instrument, auf das ich bei dem Bahngeflecht keinesfalls verzichten möchte.

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Spass mit Provider 1blu oder: Kundenfreundlichkeit in Deutschland

November 12th, 2009 | Tagged , | 16 Kommentare | 99349 mal gelesen

Es nicht noch gar nicht so lange her – der fast eine Woche andauernde Serverausfall. Es war ein Alptraum und ich war mächtig wütend. Das einzige, was mir blieb, war das schnelle Suchen eines anderen Providers, der schnellstmögliche Umzug meiner Seiten und das Kündigen des alten Providers – 1blu. Eine Entschuldigung für den von 1blu verschuldeten Komplettausfall gab es natürlich nicht.
Nun dachte ich, die Sache hätte sich mit Serverumzug und Kündigung erledigt – zumal ich ja eine Bestätigung der Kündigung erhielt.

Pustekuchen. Heute kam eine Rechnung über gute 200 Euro ins Mailfach geflattert. Ich war leicht überrascht und kramte nochmal nach der Bestätigungsemail – und war noch überraschter:

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 29.10.2009.

Mit Bedauern bestätigen wir Ihnen die Kündigung für folgendes Produkt:

Kundennummer: xxxxxxx
Vertragsnummer: xxxxxx
Produkt: 1blu-vServer Unlimited
Kündigungstermin: 11.11.2010

2010!? Was ist das denn? Schneller Anruf bei der Kundenhotline – wo mir der freundliche Servicemitarbeiter freudestrahlend mitteilte, das doch alles seine Richtigkeit habe: Mein Vertrag endet am 11.11. 2009 – und die Kündigungsfrist beträgt einen Monat vor Vertragsende. Noch freudestrahlender: Sie haben nun mal nur zwei Wochen vor Vertragsende gekündigt!
Eine kurze Anmerkung meines Kündigungsgrundes wurde dann mit einem „Tja…“ quittiert.
Ich koche gerade. Und es ist kein Essen, dass ich da koche. Kundenorientierter Service? Mitdenken, um eventuellen Imageschaden von der eigenen Firma abzuwenden? Fehlanzeige. Aber damit muss ich jetz wohl leben, obwohl ich mir die AGB doch noch mal genau durchlesen werde.

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