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Blogneuigkeiten

Juni 2nd, 2013 | Tagged , | 13 Kommentare | 4147 mal gelesen

Zur Abwechslung mal ein paar Notizen in eigener Sache:

1. Twitter
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Ich habe mich lange davor gescheut, aber die Neugier hat letztendlich gesiegt: Tabibito zwitschert jetzt. Nur gelegentlich, aber immerhin. Wer also Twitter benutzt, ist herzlichst dazu eingeladen, mich dort zu verfolgen. Zu finden bin ich dort unter

@Tabibito_Tokyo

Was es dort gibt? Neben automatischen Nachrichten zu neuen Blogeinträgen und selbstgedrehten Videos auf YouTube gibt es dort immer mal wieder Randbemerkungen und das eine oder andere Foto. Nein, nicht von mir, Gott bewahre!

2. Fremdbloggen
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Da ich ja bekanntermaßen mit unglaublich viel Zeit gesegnet bin, habe ich vor ein paar Wochen auch noch einen anderen Blog begonnen. Obwohl dieser den Großteil der Leser des Japan-Blogs nur äußerst peripher tangerieren dürfte, gebe ich nun doch mal der Öffentlichkeit bekannt: Auf Tech Notes gibt es Beiträge zu diversen Programmierersorgen. Auf Englisch, und mit weit gestreuten Themenbereichen, soll der Blog eine Art Notizbuch mit Lösungsvorschlägen sein – in der Hoffnung, dass der eine oder andere Vorschlag einem Kollegen weiterhelfen kann. Kein Blog zum einfach mitlesen also.

3. Was sonst noch geschieht
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Ansonsten arbeite ich fleißig an den Seiten über die Philippinen. Immerhin sind die nun schon halb fertig, aber es wird wohl noch etwas dauern. Als nächstes wird wohl eine Überarbeitung des langen Artikels zur Japanischen Küche fällig sein. Der Artikel ist ziemlich beliebt (erscheint zum Beispiel auf Platz 4, wenn man im deutschen Google „Japanische Küche“ eingibt), aber er schreit geradezu nach einer Neufassung.

Und das waren sie, die Neuigkeiten. Ab nächster Woche geht es wieder munter weiter mit dem Japan-Blog. So es die Zeit erlaubt…

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Zurück / 2012 – ein Abgesang / Gesundes Neujahr!

Dezember 31st, 2012 | Tagged , | 7 Kommentare | 887 mal gelesen

Neujahrsgrüße (年賀状 nengajō) 2013

Der Titel hat ja nun schon Tradition (siehe 2010 und 2011), und die Tradition will ich auch dieses Jahr aufrecht erhalten.

Seit heute bin ich zurück von meinem Kurzausflug auf die Philippinen. Ein ausführlicherer Bericht wird folgen, aber der Ausflug hat sich gelohnt – zwar hatte ich etwas Pech mit dem Wetter, aber im Großen und Ganzen war das Unternehmen erfolgreich und es gab viel zu sehen. Und ich habe das Gefühl, zum richtigen Zeitpunkt dortgewesen zu sein, denn die Philippinen scheinen sich momentan sehr (zum Guten) zu ändern, so dass eine Momentaufnahme des Landes entstand, wie sie so in 10, 20 Jahren schon wieder Geschichte sein wird. So lange die wirtschaftliche Aufwärtslage halbwegs anhält. Aber mehr dazu später.

Hier also ein kurzer Abriß des ablaufenden Jahres 2012:

Politik
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Es ging etwas drunter und drüber dieses Jahr. Die Demokraten wurstelten so vor sich hun und verloren zahlreiche wichtige Unterstützer und Parteimitglieder. Letztendlich ebnete man den Weg für Neuwahlen, und die fegten erwartungsgemäß die Demokraten aus der Regierung, und die alten Herrscher des Landes, die Liberaldemokraten, meldeten sich mit großer Mehrheit zurück. Der Ministerpräsident heißt also – wieder – Abe, denn der war 2006 schon mal am Ruder.
Für eine Weile sah es so aus, als ob die Nuklearkatastrophe von Fukushima eine wichtige Rolle Spielen und die Antiatomkraftbewegung an Schwung gewinnen würde – tat sie aber nicht (wie ich bereits kurz nach dem Beben mutmaßte): Für die meisten Japaner gibt es wichtigere Themen wie die schlechte Wirtschaftslage zum Beispiel oder die Außenpolitik, denn China und Südkorea forderten dieses Jahr die außenpolitisch sehr zaghaften Demokraten mehrfach heraus. Das neue Jahr beginnt deshalb deutlich rechtslastiger, und ich bin gespannt, welchen Einfluß die neue alte Regierung auf die außenpolitische und Wirtschaftslage haben wird.

Wirtschaft
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Es sieht nicht gut aus: Die Wirtschaft befindet sich – schon wieder – auf Talfahrt, und die Eurokrise verstärkte die Deflation und den starken Yen auch noch, was für die exportorientierte japanische Wirtschaft Gift ist. Die Wirtschaftswelt scheint den Liberaldemokraten mehr Wirtschaftskompetenz zuzutrauen, weshalb sich die Börse seit dem Ende der Wahl im Höhenflug befindet. Doch drängende Probleme – darunter die exorbitante Staatsverschuldung oder die Frage, ob man der transpazifischen Freihandelszone beitreten soll oder nicht oder vielleicht – bleiben ungelöst.

Beruf
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Status: Unverändert. Es geht mal bergab und mal bergauf.

Familie
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Der Kleine ist faszinierend, denn er ist kurz vor dem Sprachdurchbruch, und dann sind Kinder (finde ich zumindest) am drolligsten: Sie stammeln vor sich hin und wollen reden, reden, reden – können es aber noch nicht, so dass es nur eine bunte Suppe zahlreicher, rapide in der Zahl zunehmender Silben gibt, die stakkato-ähnlich, nur unterbrochen von „nnn! nnn! nnn!“-Lückenfüllern, den Kindermund verlassen. Unsere Große entwickelt sich auch „nach Plan“ und wird 2013 eingeschult. So schnell vergeht die Zeit.

Reise
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Dieses Jahr stand – ursprünglich ungeplant – im Zeichen meines ursprünglichen Studiums: Geographie und Geologie. Es wurde ein Vulkanjahr, mit einem erneuten, ausgiebigen Besuches des Aso auf Kyūshū, der Besteigung des Yufu-dake (ebenfalls Kyūshū), sowie Touren zum Ta’al Vulkan und dem Pinatubo (beides Philippinen):

Im Schlund des Naka-dake im Aso-Vulkan, Kyūshū

Blick auf einen der Doppelgipfel des Yufu-dake, Kyūshū

Blick auf den Kratersee und die Vulkaninsel des Ta'al-Vulkans, Philippinen

Nicht von dieser Welt: Gewaltiger Lahar am Pinatubo, Philippinen

In diesem Jahr habe ich damit auch ein Etappenziel erreicht: Jetzt habe ich alle 47 Präfekturen Japans mindestens ein Mal bereist. Peinlich: Ich war noch nicht einmal in allen 16 Bundesländern – das Saarland fehlt mir noch.
Im Rahmen der Reisen in diesem Jahr sind auch ein paar neue Seiten entstanden:

Seiten und Berichte über die Philippinen folgen. Und ich hoffe, es im Neuen Jahr mal wieder nach Deutschland zu schaffen.

Blog +α
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Japan - ein modernes Lesebuch. Erhältlich unter anderem bei Amazon

Dieses Jahr gab es 80 neue Einträge und über 800 Kommentare (2011: 89 / 1160) sowie über 100,000 Seitenaufrufe (nur Blog – Webseite insgesamt: rund eine Million). Das ist weniger als 2011, aber das hängt mit dem Fehlen einer grösseren Erdbeben- und Atomkatastrophe in diesem Jahr zusammen…
In diesem Jahr ist zudem mein erstes selbst geschriebenes, und unter meinem Namen publiziertes Buch erschienen. Die Erstellung war eine gute Erfahrung, auch wenn sich das Buch aufgrund des hohen Preises nur schleppend verkauft (die tatsächlichen Verkaufszahlen kenne ich allerdings noch nicht). Das war freilich nicht anders zu erwarten, aber es war ein Anfang. Von was auch immer.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues Jahr 2013, das Jahr der Schlange, und maximale Erfolge! Würde mich sehr freuen, Euch auch im Neuen Jahr auf diesen Seiten begrüssen zu dürfen!

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Irgendwie…busy – Reloaded

November 30th, 2012 | Tagged , | 18 Kommentare | 1833 mal gelesen

Wenn ich weiter so viel arbeite, wird meine Garage wohl bald zu klein sein...

Ja, doch, Teil 1 gab es auch schon mal. Genauer gesagt hält Teil 1 seit cirka 7 Jahren an (fällt bestimmt nur rein zufällig mit meiner Übersiedlung nach Japan zusammen). Und da ich sonst Gefahr laufe, diesen Blog zu sehr schleifen zu lassen, lasse ich mal lieber ein paar Kleinigkeiten vom Stapel. Soll ja keiner sagen, dass mir nach 698 Einträgen die Themen ausgehen.
Beginnen wir mal beim letzten Wochenende, dass glücklicherweise dank Feiertag mal drei Tage lang war. Eine echte Seltenheit in diesem Jahr. Den Freitag konnte man dank Dauerregen zwar kopmplett streichen, aber dafür ging es am Sonnabend los: Blauer Himmel, und eine Frau, der ich offensichtlich irgendwie leid tue, denn sie sagte: Nimm Dir doch ein paar Stunden Zeit für Dich vor dem Bloggertreffen und mach mal, was Du willst!

Hmmm. Was will ich eigentlich? Gute Frage. Seit knapp 6 Jahren sind die Wochenenden prinzipiell den Kindern gewidmet, und wochentags passiert nicht viel nach 10 Uhr abends. Das bedeutet, viel an der frischen Luft an den Wochenenden, aber kaum Bewegung. Und darauf bin ich wahrscheinlich am meisten aus: Sich mal wieder körperlich richtig fertigmachen. Zumindest ein bisschen. Also ging es mit dem Fahrrad erstmal von Urayasu/Chiba nach Akihabara. Ziel: MD-Player suchen. Denn: Meine Kinder haben es bisher geschafft, etliche Geräte zu zerstören: Den Video-Recorder (durch fälschliches Bestücken mit DVD’s) zum Beispiel, oder den Drucker (durch gewolltes Bestücken mit Eicheln und anderen kleinen Dingen), sowie meinen Mini-MD-Player durch mehrmaliges, sicherlich ganz und gar nicht böses gemeintes Werfen auf den Fußboden. Letzteres ist etwas ärgerlich, da ich noch gute 150 MD’s habe, und viele davon mit Musik, die es weder online geschweige denn im Laden zu kaufen gibt.

Die ungefähre Route zum mitfahren: Größere Kartenansicht

Ernüchternde Bilanz nach einer Stunde in diversen Geschäften in Akihabara: Viele mitleidige Blicke, viel Schulterzucken. Nein, so etwas gibt es gar nicht mehr. Höchstens noch als Combo. Toll. Bin ich wirklich schon so alt? Ich habe doch nicht nach einem Schellackplatten-Grammophon gefragt, sondern nach einem MD-Player, verdammtnochmal!

Es hat also nicht sollen sein. Nochmal beim Biccamera nahe Tokyo Station gefragt – gleiches Schulterzucken. Also weiter mit dem Rad – das Ziel war Ebisu. Vorher legte ich aber noch einen Zwischenstopp im National-Supermarkt in Hiroo (neben der deutschen Botschaft) ein, denn das hat jüngst wiedereröffnet und hat eine vorzügliche Käseauswahl, und da ich sowieso dran vorbeifuhr, war das ganze einen Abstecher wert. Der Käse kam mir auch prompt entgegen, da es plötzlich ein Beben der Stärke 4 gab. Gut, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs war, denn ein paar Züge werden wohl sicherlich erstmal eine Weile stehen. Mit Appenzeller und Samsø bestückt ging es weiter ins nahe Ebisu. Der 4. Bloggergipfel war angesagt (der 1. fand, glaube ich, 2009 statt). Dieses Jahr waren 8 Leute dabei (darunter 6 Blogger: Der Weltentdeckerfrosch, Coolio, Japanbeobachtungen formerly known as Lori, René („direkt aus Japan“), Konni (Nihon-ni Konni) sowie natürlich meine Wenigkeit.
Einige Leser hatten um einen Bericht gebeten. Aus Zeitmangel muß ich den schuldig bleiben, aber nur soviel: Es macht schon Spaß, Leute aus den unterschiedlichsten Lebenslagen zu treffen, die man oft nur ein Mal im Jahr (wenn überhaupt) sieht; sie aber besser zu kennen glaubt, da man die Blogs der anderen mehr oder weniger mitverfolgt. Eine Wiederholung wird auf jeden Fall folgen, und wer beim nächsten Mal dabei sein will, sollte mich einfach anfunken.

Gegen Mitternacht sollte es zurückgehen – mit dem Rad natürlich. Größtenteils nüchtern sogar, aber die Strecke heimwärts geht schon in Ordnung, da man kaum auf der Straße fahren braucht. Trotzdem: Kinder, macht das nicht zu Hause :)

Schau mal, Mama, da steht ein komischer gaijin am Grill!

Am nächsten Tag ging es früh los: Grillen stand auf dem Tagesplan. Mit drei anderen Elternpaaren aus dem Kindergarten, und insgesamt 8 Kindern. Das ganze wurde natürlich generalstabsmäßig vorbereitet. Bei meinem Lieblingsfleischdealer, einem Ausländer in Nagoya, hatte ich dieses Mal eine Reihe Spieße bestellt, inklusive Strauß, Krokodil und Känguruh. Jaha, wir sollen ja nicht an Langeweile eingehen.
Grillen. Ende November. Doch dieses Mal sollten wir Glück haben – es war um die 12 Grad warm, die Sonne wärmte ungemein und es war kaum windig (eine Seltenheit, da wir ja an der Küste wohnen). Von 10 bis 17 Uhr also: Grillen, Kinder vom Grill verscheuchen, Essen, mit den Kindern spielen, ab und an ein Bier. Ja, das kann man durchaus öfter mal machen. Ich hatte mir sogar richtig Mühe gegeben, und Nackensteaks in Bier, Lorbeer und Piment eingelegt, um sie dann mit Senf bstrichen zu grillen. Frei nach Schnauze zwar, aber es schien geschmeckt zu haben.

P.S. Bin zwischen Weihnachten und Neujahr für ein paar Tage auf den Philippinen. Falls jemand Tipps hat, was man als Tagesausflug von Manila aus sehen sollte, wäre ich dafür sehr dankbar.

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4. Allgemeiner deutschsprachiger Bloggergipfel in Tokyo

Oktober 14th, 2012 | Tagged , | 25 Kommentare | 1992 mal gelesen

* Logo freundlicherweise gefertigt von Thuruk. Ookini!

So, die Blätter fallen allmählich von den Bäumen, es wird spürbar kälter (25 Grad statt 35 Grad) und die Brauereien werfen wieder mit Karamell braun gefärbtes, angebliches Herbstbier auf den Markt. Will heißen, das Ende des Jahres nähert sich mit grossen Schritten. Zeit für den 4. Allgemeinen Deutschsprachigen Bloggergipfel in Tokyo (kurz: ADBiT).

Hier sind die Regeln:

• Ihr müsst in Japan sein

• Ihr müsst einen Blog schreiben, geschrieben haben… oder ein paar Blogger kennen (Hallo Natasha!)

• Handzurrende Begleitungen, gern auch japanisch, können mitgebracht werden.

Bevor jedermann seine bōnenkai-Party festlegt, erfolgt an dieser deshalb die vorsichtige Anfrage: Wer will? Wer kann?

Über den Tag habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Da aber viele sicherlich irgendwann im Dezember bereits in diverse Jahresendaktivitäten eingebunden sind oder werden, schlage ich als Alternative einen Sonnabend Ende November vor. Also – meldet Euch! Und verbreitet die Nachricht an andere Blogger, die diesen Blog hier nicht lesen (schämt ihr euch denn gar nicht!).

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Neue Seiten / Sonstiges und dies und das

März 16th, 2012 | Tagged , | 7 Kommentare | 1268 mal gelesen

So richtig will es nicht Frühling werden hier – die Pflaumenblüte kam einen Monat später als sonst, und man darf gespannt sein, wann die Kirschblüte einsetzt. Aber das macht nichts. Man(n) weiss sich schon, zu beschäftigen.

Aber eins nach dem anderen. Eigentlich hatte ich noch den dritten Teil über meine letzte Tour nach Nordjapan versprochen – nach Teil 1 und Teil 2. Da diese Berichte jedoch schon eine Weile zurückliegen und ich sowieso jeweils Seiten zu den besuchten Orten mache, werde ich wohl Teil 3 schuldig bleiben. Das macht wahrscheinlich nichts – interessanterweise zählen Reiseberichte auf diesem Blog zu den weniger populären Artikeln. Hier der Vollständigkeit aber die neuen Seiten zu der Tour:

Morioka – 盛岡
Miyako – 宮古
Kamaishi – 釜石
Tōno – 遠野
Hiraizumi – 平泉

Bei neuen Seiten stelle ich jeweils zwei Varianten der Photos auf die Seite: eine kleine und eine grosse Version (die man sieht, wenn man auf das kleine Photo klickt). Dieses „Anklicken, um zu vergrössern“ ist ja mittlerweilen so geläufig, dass ich mich manchmal schon selbst ertappt habe, ganz enttäuscht zu sein, wenn ich ein Bild auf einer meiner Japan-Seiten anklicke und nichts geschieht. Will heissen, ich werde nicht drum herumkommen, alte Seiten nachzurüsten (und dazu erstmal die Originalphotos zu suchen).

Vorschau auf die japanische Seite

Nebenher bin ich seit einer Weile auch dabei, meine japanischen Seiten zu überarbeiten. Aber das wird noch eine ganze Weile dauern, denn das sind über 140 Seiten, die alle auch noch irgendwie überarbeitet werden wollen. Deshalb gibt es hier nur eine Vorschau (siehe rechts).
Ach ja, und da sind ja auch noch all die alten Blogartikel, die ich endlich mal mit Tags versehen möchte. Über 300, also rund die Hälfte, habe ich schon geschafft, aber es gibt noch etliches zu tun.

Bei jüngeren Artikeln wurde mehrere Male in Kommentaren eine Arte-Dokumentation zum ersten Jahrestag des Erdbebens/Tsunamis/Super-Gaus erwähnt. Auf diese Dokumentation möchte ich nicht weiter eingehen. AndreasK hat in seinem ausführlichen Kommentar hier schon etwas darüber gesagt, und ich habe meinen Senf auch schon in einem Kommentar hier darüber zugegeben. Die Doku ist es nicht weiter wert, diskutiert zu werden.

Arte kann sich bei den Kollegen von 3sat eine ordentliche Scheibe abschneiden – deren Dokumentation verdient schon eher den Namen Dokumentation: Unaufgeregt, ohne halbseidene Experten und offensichtlich gut recherchiert. Und: Sehr gut übersetzt.

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Zurück / 2011 – Ein Abgesang / Gesundes Neujahr!

Dezember 31st, 2011 | Tagged , | 18 Kommentare | 1743 mal gelesen

Ich recycle einfach mal den Titel von vor 365 Tagen, da er wieder passt. Das Jahr hat hier noch gute 7 Stunden, und dann passiert… gar nichts, da wir ja in Japan sind. Aber erstmal zum ersten Teil des Titels. Seit gestern bin ich also wieder zurück von meiner kurzen Tour durch die Präfektur Iwate. Dort war es erwartungsgemäss gute 10 Grad kälter als in Tokyo und damit etwas winterlicher. Leider brachte das auch meine als verheilt geglaubte, lang andauernde Erkältung wieder auf den Plan – nach drei Tagen reichte es mir dann auch damit, und scherte mich zu einer Arztpraxis mitten in der tiefsten Provinz.

Die obligatorische Neujahrskarte! Alles Gute

Diagnose: Lungenentzündung. Na klasse. Da ich nun aber sowieso schon auf dem Weg zu meinem letzten Ziel, Hiraizumi, war, entschied ich mich, die Route beizubehalten und einfach lange in der Unterkunft zu schlafen. Soweit, so gut. Die Unterkunft war Vollpension und das Abendessen reichhaltig. Richtig grossen Appetit hatte ich nicht, aber zum vollständigen Verzehr hat’s gereicht. Darunter waren auch rohe Austern. Nun ja, wie es aussieht, hätte ich die lieber weglassen sollen, denn wie es aussieht, habe ich mir dank der Austern den Noro-Virus eingefangen. Nein, die Symptome beschreibe ich lieber nicht. Der Noro-Virus ist übrigens in Japan offensichtlich viel weiter verbreitet als in Deutschland – andauern gibt es Noro-Wellen, meistens von den Kindern mitgeschleppt.

Will heissen, Neujahrsfestivitäten sind für mich damit erledigt und ich lebe in selbsterzwungener Quarantäne. Das ist sehr ärgerlich, denn es gäbe viel zu tun mit der Familie. Aber so endet nun mal dieses verflixte Jahr 2011…

Was war also hier so los in 2011?

Politik
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Zwei übergrosse Themen prägten und prägen die vergangenen Monate: Zum einen wäre da natürlich die Erdbeben-Tsunami-AKW-Katastrophe, die am 11. März
2011 das Land heimzusuchen begann. Tsunami und Erdbeben sind dabei eine Sache – da konnte man nicht allzu viel machen und im grossen und Ganzen muss man sagen, dass die Regierung sich unter den gegebenenen Umständen redlich bemühte. Sicher kann man vieles an den Maßnahmen kritisieren, aber der allgemeine Eindruck tendiert eher Richtung positiv.
Der anschliessende Unfall im AKW Fukushima hingegen bedarf noch sehr, sehr viel Aufbereitung. Erst vor Tagen kam ein neuer, unabhängiger Bericht heraus, der mal wieder mehr Fragen aufwirft als beantwortet, aber alles in allem doch etwas Licht ins Dunkle zu bringen versucht. Ein paar Sachen, die man in den Medien aus dem Bericht hinausgelesen hat:

– die Politiker enthielten dem Volk scheinbar keine Fakten – sie waren wirklich ahnungslos
– starke Zweifel kommen an TEPCO’s Version auf, alles sei vom Tsunami verursacht. Mehr und
mehr spricht wohl dafür, dass das Beben selbst schon einen Reaktor katastrophal beschädigte.

Usw. usf. Interessant ist, das man aus der Opposition (unter der die Atomwirtschaft erst gedieh) nichts Konstruktives hört. Heute sind immerhin 90% aller AKW in Japan abgeschaltet, und trotzdem ist das Licht an.

Die Katastrophe wirft natürlich auch die Frage auf, wer das alles bezahlen soll. Japans Staatsverschuldung ist bereits riesig, und so langsam wird immer stärker an der Mehrwertsteuer gerüttelt. Ansonsten merke ich als Familienvater mit Kindern schon, woher der Wind weht: Der Kinderfreibetrag für Kinder unter 15 wurde gestrichen, und das Kindergeld reduziert. Hinzu kamen kleine Steuererhöherungen und ein monatlich steigender Energiepreis.

Wirtschaft
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Erwartungsgemäß rutschte die Wirtschaft Japans nach dem Beben ins Minus, doch schon im dritten Quartal zeichnete sich wieder ein leichter Aufwärtstrend an. Der Yen ist nachwievor auf Rekordhöhe (heute bekam man zum ersten Mal seit ca. 12 Jahren weniger als 100 Yen für einen Euro), was einem starken Aufschwung eher abträglich ist. Immerhin hat sich die Regierung dieses Jahr zu einem „JA“ zum Beitritt zur transpazifischen Freihandelszone hinreissen lassen – das verspricht ein bisschen Hoffnung.

Beruf
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Unverändert, auch wenn sich Firmenname und Titel geändert haben. Im Prinzip alles beim Alten.

Familie
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Am 7. Februar gab es Zuwachs, und der entwickelt sich prächtig. Lou steht halbwegs freihändig, ist schnell im Verfolgung aufnehmen, spielt gerne und brabbelt unverständliches Zeug vor sich hin. Das aber mit Hingabe. Töchterchen hingegen geht seit diesem Jahr in den Kindergarten, auch das mit Hingabe, und wird morgen 5 Jahre alt. Sie musste viel durchmachen und auf etliches verzichten nach dem 11. März, aber sie hat es mit Fassung getragen.

Reise
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Dieses Jahr war eher mau, aber immerhin ging es zum ersten Mal seit 2008 nach Deutschland. Alles andere war im Inland – darunter auch endlich die Besteigung des Fuji.

Blog
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Dieses Jahr gab es exakt 89 neue Einträge, 1’160 Kommentare und knapp eine Viertel Million Seitenabrufe. Besonders gut besucht war dieser Blog logischerweise kurz nach dem Beben, da es teilweise wirklich an authentischen Nachrichtenquellen mangelte.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues – 2012 ist das Jahr des Drachen. Munter bleiben!

Bilder und Text zur Iwate-Tour kommen – versprochen!

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Systemwechsel

Juli 31st, 2011 | Tagged , | 14 Kommentare | 117412 mal gelesen

Wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt, ist dieser Blog nun auf ein andere Plattform umgezogen. Drei Mal darf geraten werden: Fängt mit „W“ an und hört mit „ordpress“ auf. Mehr als fünf Jahre lang habe ich b2evolution für den Blog benutzt (allerdings stark modifiziert im Laufe der Zeit), aber viel scheint mit b2evolution als Open-Source-Projekt für Blogs nicht mehr zu passieren. Heutige Standardfunktionen wie „Kommentare abonnieren“ müsste ich, wie es aussieht, selber schreiben. Das ist zwar kein Problem und so etwas habe ich auch schon für andere Systeme wie MT 3.3 geschrieben, aber WordPress hat all das schon.
Mit dem Umzug werde ich mich wohl auch von einem Grundsatzprinzip dieser Webseite abwenden – die Abkehr von der Designdiktatur. Alle Inhalte dieser Webseite stammen zu 100% von mir, und so auch die Photos. Und so auch das Design. Problem: Meine Designfähigkeiten sind, milde ausgedrückt, furchtbar. Zumindest vorläufig werde ich deshalb auf Standardtemplates fähigerer Designer zurückgreifen.
Regelmässige Leser werden diverse Elemente dieses Blogs vermissen. Die meisten werde ich so schnell wie möglich hier integrieren. Kommentare, Fehlermeldungen, Wünsche usw. bezüglich des neuen Systems sind wie immer herzlich willkommen!

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Schluss mit Analog / Blogveränderungen

Juli 26th, 2011 | Tagged , , , | 7 Kommentare | 6482 mal gelesen

Maskottchen „Chidejika“

 

Wie bereits vor drei Jahren (!) in diesem Artikel angekündigt, wurde in Japan am vergangenen Sonntag der analoge Rundfunk (Fernsehen) eingestellt. Endlich! Mehrere Jahre lang wurde im Fernsehen mit mehr oder weniger blickigen Werbespots und Extrasendungen daraufhingewiesen, damit auch ja Ururoma Yamada in Yoshida hinter den 7 Bergen weiss, was los ist, wenn die Glotze plötzlich nicht mehr funktioniert. Experten hatten darob grosse Sorge: Was ist mit all den armen Menschen, die die Umstellung nicht rechtzeitig machen konnten? Aus lauter Sorge liess die Regierung deswegen sogar kostenlos Digitaltuner an einkommensschwache Haushalte verteilen, damit auch ja keiner dem Fernsehen entkommt. Es war wie in 1984.
Meine Schwiegereltern, von Haus aus keine grossen Fernsehgucker (laut Eigenaussage) freuten sich schon auf den Moment, an dem ihren alten Fernseher das Signal ausgestellt wird. Letztendlich machten sie aber auch vor ein paar Wochen schlapp und kauften sich ein neues Gerät.
In den drei vom Erdbeben am stärksten betroffenenen Präfekturen (Iwate, Miyagi und Fukushima) wurde die Umstellung übrigens auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da die Bewohner dort verständlicherweise mit anderen Problemen zu kämpfen haben – und sie zudem mehr als alle Anderen auf Informationen angewiesen sind.

Noch ein Nachtrag in eigener Sache: In absehbarer Zeit, ich denke mal innerhalb der nächsten Tage, werde ich diesen Blog komplett umkrempeln. Die Inhalte bleiben natürlich, aber dies nur als Vorwarnung; nicht dass jemand aus den Pantoffeln kippt, wenn plötzlich alles anders aussieht.

Ach ja – das komische Tier im Bild rechts nennt sich 地デジカ Chidejika. „chideji“ ist die Kurzform für „地上デジタルテレビ放送“ (chijō dejitaru terebi hōsō) – Terrestrischer digitaler Fernsehfunk; -ka bezeichnet einen Prozess (etwa wie -ung). -jika wiederum heisst auch „Reh“. Ja, da hat man sich ordentlich was einfallen lassen…

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Japan-Blog-Feed-Radar wieder da!

Juni 18th, 2011 | Tagged | Kommentare deaktiviert für Japan-Blog-Feed-Radar wieder da! | 770 mal gelesen

Es hagelte schon – berechtigt – Beschwerden. Ein schlichtes Update auf dem Server hat einfach mal den Feed-Radar lahmgelegt. Das geschah so um den 6. Juni herum, und da ich momentan nur sehr wenig Zeit habe, ist es mir anfangs auch nicht aufgefallen.
Jedenfalls ist er wieder da. Mea culpa.

http://www.tabibito.de/japan/blogs.html

Nachwievor bin ich für Vorschläge neuer Feed-Radar-Aspiranten sehr dankbar. Aber wie immer gilt: Ich behalte mir vor, was aufgenommen wird und was nicht.

Ich wünsche allen ein Wochenende, und wenn es geht auch ein schönes.

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Am Rande der Illegalität?

September 18th, 2010 | Tagged | 20 Kommentare | 1219 mal gelesen

Ich bin weiss Gott kein „Profiblogger“ und versuche auch nicht, einer zu werden. Aber man merkt beim Bloggen bzw. beim Lesen anderer Blogs, dass man als Blogger – zumindest als solcher mit ständigen Lesern und der üblichen Laufkundschaft von Google & Co. eine gewisse Verantwortung hat. Was passiert, wenn ich schreibe, dass ausnahmslos alle Japanerinnen definitiv auf westliche Ausländer abfahren? Dass an jeder zweiten Strassenecke Schlüpferautomaten stehen? Dass Japaner mindestens ein Mal am Tag Sushi essen?

Eine Reihe entrüsteter Kommentare wären die Folge, doch wer nach obigen Stereotypen sucht, muss nicht immer zwangsläufig auch die Kommentare lesen. Zudem tendiert der gemeine Mensch auch nachwievor dazu, erstmal das, was geschrieben steht, für bare Münze zu nehmen, da es ja geschrieben steht. Jaja, die meisten Leser machen das nicht, aber das ist nun mal ein empirischer Wert.

Wo war ich. Ach ja, Bloggen. Vor allem aus dem Ausland. Da gibt es einen hübschen Paragraphen im AuswSG – Gesetz zum Schutze der Auswanderer. Dort findet man unter §1 Absatz 1 folgendes (Link zum kompletten Gesetz hier:

Wer geschäftsmäßig Auskunft über die Aussichten der Auswanderung und über die Lebensverhältnisse im Einwanderungsland, insbesondere über die Arbeits- und Niederlassungsverhältnisse im Ausland oder in diesen Angelegenheiten Rat erteilen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß der Antragsteller die für die Beratung erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt, oder wenn der Antragsteller die für die Beratung erforderliche Sachkunde nicht nachweist. Der Nachweis der Sachkunde gilt als erbracht, wenn der Antragsteller fünf Jahre als unselbständiger Berater bei einer in Absatz 2 genannten Auskunfts- oder Beratungsstelle tätig war. Die Erlaubnis kann unter Bedingungen erteilt und mit Auflagen verbunden werden; nachträgliche Auflagen sind zulässig; darauf ist in der Erlaubnis hinzuweisen.

Dieses Gesetz stammt wohlgemerkt aus dem Jahre 1975 – ist aber nachwievor gültig. Da wird es freilich interessiert. Ist dieser Blog hier zum Beispiel bereits „geschäftsmäßig“? Immerhin gibt es hier bezahlte Werbung (Firefox-User mit Adblock wird das evtl. neu sein), und man könnte meine Schreibwut – darunter zahlreiche Tipps zum Leben und Arbeiten in Japan – durchaus verwechseln mit reger Geschäftigkeit mit dem Ziel, Geld zu scheffeln (dem ist nicht so – was den Blogteil dieser Webseite betrifft, könnte ich die Werbung eigentlich auch ganz rausnehmen – es macht keinen Unterschied).

Noch brennender interessiert mich dann aber doch die Frage, wer denn die zuständigen Behörde ist und wie und wo ich geahndet werden würde, wenn ich hier schreiben würde, wie man am besten nach Japan aussiedelt (Koffer packen, Chef und Telekom dicken Finger zeigen, Zug zum Flughafen nehmen, an der Security Schuhe ausziehen usw.). Ich überlasse das ganze mal des Lesers Phantasie. Das Gesetz hat einen triftigen Grund – man will verhindern, dass irgendwelche Bauernfänger wild Leute in ein nicht-existierendes Paradies zu treiben versuchen – doch mit dem Phänomen Bloggen/Webseiten schreiben entsteht hier eine enorme Grauzone.

Genauso suspekt ist mir dabei allerdings auch die Pflicht, im Impressum seine Adresse hinterlassen zu müssen (stimmt das überhaupt noch!?). Kann mich noch gut an einen Beinahe-Psychopathen erinnern – vor knapp 5 Jahren hatte ich per Zufall gemerkt, dass jener ungefragt und ohne Quellenangabe eine komplette Seite von mir in seine Seiten eingebaut hatte. Als ich ihn darum bat, entweder die Quelle zu nennen oder den Artikel zu entfernen, bot mir der Geselle erstmal per E-Mail eine Tracht Prügel an. Clever wie er war hatte er auch schon meine Adresse bei der DENIC nachgeschlagen und versprochen, mir dort demnächst einen unangemeldeten Besuch abzustatten.
Solange solche Psychopathen frei herumlaufen, werde ich es mir wohl als Familienvater gut überlegen, ob ich meine Adresse überall bekanntgebe.

P.S. Würde mich auch mal interessieren, was passieren würde, wenn ich hier „Sarrazin ist doof“ schreiben würde. Würde ich dann beim nächsten Versuch, in Deutschland einzureisen, nach Erzurum abgeschoben werden?

P.P.S. Auf das oben zitierte AuswSG bin ich beim Lesen des Blogs Die Auswanderer – Interessantes und Belangloses aus unserem Leben in Mexico gestossen (fand sich in meiner Referrerliste). Prädikat: Sehr interessant.

Das Wort des Tages: 違法 ihō. falsch/anders – Gesetz. Illegal.

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