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Karte der Bahnlinien von Tokyo und Umgebung Teil 1

Oktober 12th, 2017 | Tagged , , , | 19 Kommentare | 688 mal gelesen

Es gibt so viele schöne Karten der Bahnlinien von Tokyo und Umgebung – aufwendig erstellt und schematisiert, um das ganze Wirrwarr auf engstem Raum unterzubringen. Was mir allerdings irgendwie fehlte, war eine maßstabsgetreue Karte, und dem wollte ich immer schon mal Abhilfe schaffen. Das Ergebnis ist eine Karte der Innenstadt von Tokyo und Teilen der angrenzenden Präfekturen Kanagawa, Chiba und Saitama – im Maßstab 1:36’000 (sprich 3cm entsprechen ungefähr einem Kilometer. Natürlich ist das Ergebnis ein Monster – bestehend aus 97 verschiedenen Bahnlinien und 959 Bahnhöfen. Schaut man sich die ganze Karte an, sieht man natürlich nicht viel:

Karte aller Bahnhöfe und Bahnlinien im Raum Tokyo

Karte aller Bahnhöfe und Bahnlinien im Raum Tokyo

Im Detail betrachtet wird die Sache schon etwas klarer, aber naturgemäss sieht auch das etwas chaotisch aus – vor allem im Zentrum von Tokyo:

Streckenlinien-Ausschnitt

Streckenlinien-Ausschnitt

Mit dieser Karte habe ich noch einiges vor — sie ist im SVG-Format erstellt, und hinter der Karte steckt eine Datenbank, in der aufgelistet wird, wie viele Menschen zum Beispiel im jeweiligen Bahnhof ein- oder aussteigen, wann der Bahnhof erbaut wurde/wann die Bahnlinie entstand und so weiter und so fort. Dazu bald (hoffentlich) mehr auf diesem Sender. Ich hoffe, dass irgendjemand meinen Enthusiasmus für dieses Projekt teilt. Den Rest muss ich zu meiner Verteidigung daran erinnern, dass ich eigentlich, ja eigentlich, Geograph bin…

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Licht an im Straßenverkehr | Neue Seiten über Kagawa

September 14th, 2017 | Tagged , , | 4 Kommentare | 640 mal gelesen

Heute gab die japanische Polizei einen Aufruf an die Presse durch, dass Autofahrer doch bitte etwas eher ihr Licht anschalten mögen¹. Grund für den Aufruf war die Erkenntnis, dass ein Sechstel aller Verkehrstoten in der Stunde vor Sonnenuntergang verunglückten – besonders im Herbst. In Zahlen: 2015 kamen in ganz Japan 4’113¹ Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Deutschland waren es im Vergleichszeitraum 3’459 Verkehrstote³. Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Japan rund 50% mehr Einwohner hat als Deutschland. Aber es sind dennoch genau 4’113 Tote zu viel. Der Aufruf mit dem Licht ist durchaus berechtigt, und vielleicht löst es ja auch ein anderes Problem: In japanischen Städten sind auch reichlich viele Fahrer mitten in der Nacht gänzlich ohne Licht unterwegs, und die sind natürlich noch gefährlicher. Der Grund liegt in der fast überall reichlich vorhandenen Straßenbeleuchtung – viele Fahrer merken offensichtlich nicht, dass sie kein Licht anhaben, da es ohnehin ziemlich hell ist. Aus leidlicher, eigener Erfahrung weiss ich, dass es sich dabei fast immer um Frauen handelt, die ihre Männer vom Bahnhof abholen. So richtig schön mit Vorfahrt missachten, Bordstein überfahren und dergleichen.


Eine kurze Notiz noch in eigener Sache: Ich habe es jetzt endlich geschafft, einen Teil des Sommerurlaubs aufzuarbeiten. Das Ergebnis sind zwei nagelneue Seiten – eine über Naoshima und eine andere über die Stadt Kanonji. Aus gegebenem Anlass gibt es deshalb noch ein Foto der etwas anderen Art aus Kanonji – aufgenommen bei Ebbe am Seto-Binnenmeer.

Watt und Sonnenuntergang bei Kanonji, Shikoku

Watt und Sonnenuntergang bei Kanonji, Shikoku

¹ Siehe unter anderem hier (Japan Times, Englisch).
²Quelle: Siehe hier.
³Quelle: Siehe hier.

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Und die 10 beliebtesten Reiseziele in Japan sind…

Juni 5th, 2017 | Tagged , , | 4 Kommentare | 1055 mal gelesen

Vor einem guten Monat erfolgte auf diesem Blog eine Leserumfrage über die beliebtesten Reiseziele in Japan (die Umfrage und der Artikel befinden sich hier). Die Frage lautete:

WAS SOLLTE MAN IN JAPAN UNBEDINGT GESEHEN HABEN?

Rund 400 Stimmen wurden abgegeben. Natürlich muss man die Umfrage mit Vorsicht genießen – schließlich habe ich die Auswahl getroffen, und über die lässt sich natürlich streiten (zum Beispiel indem man Ise in der Präfektur Mie mit Shibuya in Tokyo austauscht). Interessant ist das Ergebnis trotzdem, wenn auch nicht unbedingt überraschend: Der schwimmende Torii von Miyajima bei Hiroshima landete mit großem Abstand auf Platz 1, vor Shinjuku in Tokyo. Die Antworten würden sicher auch anders aussehen, wenn man zum Beispiel nur Städte nennt (Tokyo, Kyoto, Kobe…).

Unschlagbar die Nummer 1 in der Beliebtheitsskala: Der schwimmende Torii von Miyajima

Unschlagbar die Nummer 1 in der Beliebtheitsskala: Der schwimmende Torii von Miyajima

Hat man Japan nicht richtig gesehen, wenn man diese 10 Sehenswürdigkeiten nicht abgeklappert hat? Klare Antwort: Nein, das kann man so nicht sagen. Ich habe es auch erst beim vierten oder fünften Japanaufenthalt nach Miyajima geschafft, war dafür aber zu der Zeit schon in Gegenden, die das Gegenteil von Touristenattraktionen darstellen (Yokkaichi zum Beispiel), unterwegs.

Da es die Möglichkeit gab, die Liste zu ergänzen, gab es auch über 25 andere Vorschläge, wie zum Beispiel Akihabara in Tokyo (ausgelassen wegen Shinjuku) oder Yakushima in der Präfektur Kagoshima (ausgelassen wegen zu weit weg).

Die gesamte Liste von 1 bis 10 findet man ab sofort auf dieser Seite.

Ich danke noch mal Allen für’s Mitmachen – und die zwei Bücher sind auch schon verlost (und auf dem Weg).

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Ehre was Ehre gebührt

Mai 11th, 2017 | Tagged , | 6 Kommentare | 659 mal gelesen

Schon lange wollte ich mich an die Arbeit machen und einige neue Seiten erstellen, die sich um den kulinarischen Aspekt Japans kümmern. Der vor vielen Jahren erstellte Artikel über die Japanische Küche ist zwar als Einstieg schön und gut (und oft gelesen), aber es gibt so viel mehr darüber zu schreiben. Neulich war es dann auch so weit: Während der Goldenen Woche landeten wir in einem Soba-Restaurant, in dem der Meister die Nudeln selbst herstellt. Und zwar nicht nur den Teig – selbst das Mehl (siehe Mahlstein im Hintergrund auf dem Photo). So viel Hingabe zum Essen, wie man sie oft in Japan findet, gebührt Ehre.

Soba-Meister bei der Arbeit. Im Hintergrund: Der Mahlstein.

Soba-Meister bei der Arbeit. Im Hintergrund: Der Mahlstein.

Die Seiten werde ich dann, so angemessen, auch mit ein paar Rezepten garnieren, so zum Beispiel auf der Seite über Ramen – ein meiner Meinung nach im Ausland definitiv noch nicht ausreichend bekanntes Gericht. Aber auch Grundzutaten wie Katsuobushi sollen nicht zu kurz kommen.

Aber keine Sorge: Der Blog wird sich demnächst nicht plötzlich nur ums Essen drehen – dies sind nur Ergänzungen zum Japan-Almanach. Wer jedoch sehr an japanischer Küche interessiert ist, sollte öfter mal auf der Hauptseite des Japan-Almanachs oder auf der Facebook-Seite vorbeischauen. In diesem Sinne: itadakimasu!

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Umfrage: Welche Orte sollte man in Japan gesehen haben?

Mai 1st, 2017 | Tagged , , | 21 Kommentare | 1389 mal gelesen

Aus reiner Neugier möchte ich hier mal eine kurze Umfrage starten: Es geht um die beliebtesten Reiseziele in Japans. Das können entweder Reiseziele sein, bei denen man denkt, dass sie auf gar keinen Fall ausgelassen werden sollten – oder Reiseziele, die man selbst auf jeden Fall sehen möchte. Bis zu drei Orte können ausgewählt werden – und eigene Vorschläge können zugefügt werden.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch gleich noch zwei Exemplare meines letzten Buches verlosen: Was Sie dachten, NIEMALS über JAPAN wissen zu wollen: 55 erleuchtende Einblicke in ein ganz anderes Land

Bedingung: Eine Teilnahme an dieser Umfrage UND ein Like der Facebook-Seite des Japan-Almanach. Bei Interesse bitte einen Kommentar hinterlassen. Ende Mai werden die Gewinner bekanntgegeben!

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Was gibt’s Neues im Japan-Almanach?

Februar 16th, 2017 | Tagged , | Kommentare deaktiviert für Was gibt’s Neues im Japan-Almanach? | 548 mal gelesen

In letzter Zeit habe ich mich wieder ein bisschen mehr mit dem eigentlichen Japan-Almanach beschäftigt – also dem Nicht-Blog-Teil über Japan. Der Bau dieses Abschnitts begann immerhin schon 1998 (der Umzug auf die Domain tabibito.de fand dann 2001 statt), also vor fast 20 Jahren. Dank Archive.org kann man sich hier auf Zeitreise begeben.

Webdesign 1998 - leider sind Teile nicht mehr erhalten

Webdesign 1998 – leider sind Teile nicht mehr erhalten

Was hat sich also in letzter Zeit getan? Nun, es sind einige neue Seiten hinzugekommen, und in die habe ich viel Zeit investiert, zum Beispiel durch das Erstellen eigener Karten, wie zum Beispiel auf den folgenden, neuen Seiten:

Vor allem das Erstellen der Seite über Yakushima hat viel Spaß gemacht: Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr reifte in mir der Entschluss, definitiv wieder dorthin zu fahren bzw. zu fliegen – von Yakushima hatte ich sehr viel erwartet, und das wurde sogar noch übertroffen.

Neu sind auch ein paar Seiten über diverse Stadtviertel in Tokyo, so zum Beispiel die über

Dem neuesten Trend, seinen Lesern Rankings um die Ohren zu schlagen und dabei duzenderweise mitzuteilen, was sie zu tun und zu lassen haben, werde ich mich allerdings auch in Zukunft verweigern. Ja ja, ich weiss, Rankings sind gut für das Suchmaschinenranking, aber da bleibe ich altmodisch.

Endlich habe ich es auch geschafft, eine interaktive Japan-Karte zu erstellen (basierend auf der Karte von Wikipedia). Ich brauche jetzt einfach nur noch die Längen- und Breitengrade zu den einzelnen Reisezielen hinzufügen, und schon tauchen die Reiseziele automatisch auf der Karte auf (die Punkte sind anklickbar):

Als (un)heimlicher „Foodie“, wie es ja so schön heisst, werde ich auch gelegentlich kurze Beiträge über diverse japanische Lebensmittel und Gerichte posten, aber das werde ich wohl nur ad hoc machen können (der erste Beitrag ist hier).

Wer Ideen hat, was im Japan-Almanach sonst so geschehen sollte – immer her damit!

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Kontext, Baby, Kontext…

Februar 13th, 2017 | Tagged , | 10 Kommentare | 807 mal gelesen

In letzter Zeit erhalte ich wieder vermehrt Emails und Nachrichten mit Links zu besorgniserregenden Nachrichten über den Zustand der havarierten Nuklearmeiler in Fukushima, nicht selten mit der Annotation, dass die Situation dort außer Kontrolle zu geraten scheint (ergo: Ihr werdet alle sterben!). Eine der Meldungen findet sich bei Heise zum Beispiel. Demzufolge wurden bisher nie gemessene Werte von rund 650 Sievert/Stunde festgestellt. „Rund“ deshalb, weil die Strahlung so hoch ist, daß man den Wert nur extrapolieren kann – mit einer hohen Fehlerquote. Diese Strahlung hält kein Mensch mehr als ein paar Sekunden aus.

Soweit, so gut. Den Kontext jedoch scheinen viele Nachrichtenseiten (und demzufolge auch etliche besorgte Leser) zu übersehen: Man stellte diese extrem hohen Werte erstmals deshalb fest, weil man nun erstmals direkt dort gemessen hat, wo sich einst die Brennstäbe befanden. Bilder des Roboters zeigen auch, dass es im innersten Druckbehälter ein passables Loch gibt, durch die sich das nukleare Material scheinbar gefressen hat. Diese unglaublich hohen Messwerte sind deshalb nichts Neues – die Intensität der Strahlung dürfte seit 2011 die Gleiche sein, nur dass man eben erst jetzt bis dorthin vorgedrungen ist. Weitere Untertitel wie „selbst Roboter halten diese Strahlung keine zwei Stunden aus“ sorgen natürlich für zusätzliche Gänsehaut (welcher Laie kann schon ermessen, was das wirklich bedeutet).

Grund zur Panik also? Ja und nein. Beziehungsweise: Nicht mehr als vorher. Zwar weigert sich TEPCO noch immer, von einer Kernschmelze zu sprechen, aber das ist nur noch Wortklauberei, denn das Problem bleibt bestehen: Eine hochgradig verstrahlte Reaktorruine steht direkt am Pazifik, mit geschmolzenen Brennstäben in löchrigen Reaktorbehältern, die so schnell nicht geborgen werden können. Was würde wohl bei einem erneuten, kräftigen Tsunami geschehen? Würden dann nicht Teile der Masse ins Meer herausgespült werden? Man mag es sich nicht ausmalen. Und dennoch: Bevor wieder davon die Rede ist, dass jetzt alles aus sei und sich die Lage dramatisch verschlechtert hat, sollte man sich des Kontexts klar werden. Und die Essenz des selbigen ist halt, dass die Werte nicht etwa gestiegen sind – sondern dass man erstmals ins Innerste des Reaktors vorgedrungen ist und dort bisher nie gemessene Werte festgestellt hat.

Ein anderer Fall für die Kontextpolizei: Als ich neulich für eine andere Internetseite einen Artikel über japanische Studienfächer und den späteren Bezug zum Berufsleben schrieb, erwähnte ich, dass vor allem Frauen ihre an den Universitäten studierten Fächer später kaum benutzen können, da für Frauen Karriere und Familie noch immer sehr schwer vereinbar sind. Zurück kam von der Redakteurin eine Grafik, die zeigt, dass der Anteil der 共働き tomobataraki (=beide arbeiten)-Paare in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, und schon vor ein paar Jahren den Anteil der Ehepaare, in denen nur der Mann arbeiten geht, überholt hat. Diese Grafik sollte widerlegen, dass die meisten Frauen ihr Studienfach später im Beruf nicht anwenden können. Leider wurde auch hier der Kontext völlig übersehen, denn die Grafik war 1) nicht auf Studienabgänger beschränkt, und 2) sagte sie überhaupt nichts darüber aus, in welchen Beschäftigungsverhältnissen die Frauen standen: Dort wird völlig übersehen, dass der Anteil der Doppelverdiener unter anderem deshalb so stark ansteigt, weil in mehr und mehr Fällen das Gehalt des Mannes nicht mehr ausreicht. Die Grafik zeigt auch nicht, dass viele Frauen, die heute arbeiten gehen, nicht etwa als „Studierte Spezialistin für englische und amerikanische Literatur“ tätig sind, sondern im örtlichen Krimskramsladen Tünnef an Hausfrauen verkaufen, die nicht darauf angewiesen sind, arbeiten zu gehen (oder, auch das gibt es durchaus oft, die zwar arbeiten wollen, aber nicht können, weil sie keinen Kindergartenplatz bekommen – oder weil der Mann nicht will, dass die Frau arbeiten geht.

Ich bemühe mich auf meinem Blog seit nunmehr 11 Jahren, diese Zusammenhänge herauszuarbeiten. Ich hoffe, mit ein wenig Erfolg. Allerdings wird es auch immer Zusammenhänge geben, die ich selbst übersehe. Man kann nur hoffen, es sind nicht allzu viele.

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8. Allgemeiner Bloggergipfel

September 23rd, 2016 | Tagged , | 18 Kommentare | 802 mal gelesen

bloggergipfel2016Und schon ist wieder ein Jahr rum – Zeit für ein neues Bloggertreffen! Und zwar wird dies bereits die achte Auflage. Der Name “Bloggergipfel” soll dabei niemanden abschrecken – gerne sind auch Blogvoyeure eingeladen.

Im Gegensatz zu vergangenen Jahren steht dieses Mal sogar ein konkreter Termin im Raum: Sonnabend, der 5. November. Der folgende Sonnabend (12. November) würde als Ausweichtermin auch gehen, falls zu viele Leute nicht am 5. November können. Die Regeln sind wie immer:

1. Das Treffen findet in Tokyo statt – innerhalb oder nahe der Yamanote-Linie
2. Bowling, Billard oder was weiss ich, als Vorspiel quasi, sind machbar.
3. Partner können gern mitkommen – ebenso Leute, die einfach nur dabei sein wollen.

Deshalb erstmal eine Frage in die Runde: Wer will? Wer kann? Gibt es Ortsvorschläge? Bessere Vorschläge als die obigen? Also, bitte leitet diesen Artikel weiter und hinterlasst einen Kommentar, wann es Euch passt und wo es Euch passt!

Falls jemand dieses Jahr den 幹事 machen möchte, bitte melden! Freiwillige vor!

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2015 – Ein Abgesang / Gesundes Neues Jahr!

Dezember 31st, 2015 | Tagged , | 11 Kommentare | 901 mal gelesen

An dieser Stelle, traditionsgemäss, der obligatorische Jahresrückblick. Hier also ein kurzer Abriß des ablaufenden Jahres 2015:

Politik
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Während es im europäischen Gebälk knarkst und knirscht, herrscht in Japan noch immer allgemeiner Lähmungszustand. Eine Opposition ist noch immer nicht in Sicht, und so peitschen die mit satter Mehrheit in beiden Kammern herrschenden Liberaldemokraten ein Gesetz nach dem anderen durch – erbarmungslos und gern auch gegen den Willen des Volkes. Dazu zählt das neue Sicherheitsgesetz, mit dem versucht wird, die pazifistische Verfassung auszuhebeln.

Es gibt aber auch positive Überraschungen: So wurde am 28. Dezember gemeldet, dass es in Sachen Trostfrauen endlich zu einer Einigung zwischen Südkorea und Japan gab (siehe unter anderem hier) – eine kleine Sensation und überraschende Kehrtwende, hatte man doch bisher Vorwürfe bezüglich der Trostfrauen rech schroff abgebürstet. Das wäre ein riesiger Fortschritt, auch wenn es noch ein paar Unstimmigkeiten zu geben scheint.

Wirtschaft
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Die japanische Wirtschaft – und hier wird es wieder langweilig – stagniert, aber es hätte schlimmer kommen können, denn erwartet wurde ein leichter Rückgang. Stattdessen erwartet man ein Wachstum von rund einem halben Prozent in 2015. Das wird unter anderem durch den seit über einem Jahr vergleichsweise schwachen Yen gestützt. Das Jahr 2016 verspricht, ein turbulentes Jahr zu werden – für Firmen wie für Verbraucher – unter anderem wegen der Einführung des My Number-Systems.

Beruf
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Status: Unverändert. Auch dieses Jahr war sehr arbeitsreich, mit zahlreichen Erfolgen und, in Zahlen gemessen, deutlich weniger Rückschlägen.

Familie
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Alles im grünen Bereich. Alle haben sich gut in der neuen Heimat im Westen der Stadt Kawasaki eingelebt. Töchterchen wird morgen 9 Jahre alt und Sohnemann kurz darauf 5. Wie schnell doch die Zeit vergeht…

Kinder mit Kulisse...

Kinder mit Kulisse…

Reise
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In Sachen Reisen war dieses Jahr durchschnittlich: Es ging (mal wieder) nach Gunma im September sowie – endlich – zur Insel Yakushima (sowie nach Tanegashima). Ich hatte mir viel von der Insel versprochen, und ich war in keinster Weise enttäuscht. Kurz vor Weihnachten ging es schliesslich noch nach Malaysia für ein paar Tage. Im Sommer 2016 soll es – zum ersten Mal seit 3 Jahren – endlich wieder nach Deutschland gehen. Dieses Mal sogar für zwei Wochen. So lange war ich dort seit über 10 Jahren nicht mehr.

Blog +α
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Dieses Jahr gab es 84 neue Beiträge mit 508 Kommentaren. Das sind 7 Beiträge mehr als 2014 – bei so ziemlich genauso vielen Kommentaren wie im Vorjahr. Das ist keine Überraschung. Obwohl ich für alle Kommentare sehr dankbar bin, fehlt mir in der Regel leider die Zeit, einzeln auf jeden Kommentar einzugehen. Das tut mir jedes Mal leid, aber ich kann es leider nicht ändern.

Insgesamt gab es rund 145,000 Seitenaufrufe (des Blogs) dieses Jahr – das sind 15’000 mehr als 2014. Die Verweildauer liegt bei 2 Minuten 45 Sekunden – 30 Sekunden mehr als im vergangenen Jahr. 2016 werde ich – so einer meiner guten Vorsätze – versuchen, diesem Blog etwas mehr Zuneigung zu geben. Schliesslich wird es zwei Jubiläen geben: Den 10. Jahrestag des Blogs sowie den 1’000. Artikel.

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich herzlichst bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken, und ich hoffe, Ihr bleibt mir auch im kommenden Jahr treu!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues Jahr 2016, das Jahr des Affen! Tapfer bleiben!

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2014 – Ein Abgesang / Gesundes Neues Jahr!

Dezember 31st, 2014 | Tagged , | 11 Kommentare | 2536 mal gelesen

An dieser Stelle, traditionsgemäss, der obligatorische Jahresrückblick. Hier also ein kurzer Abriß des ablaufenden Jahres 2014:

Politik
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Stabilität hat Einzug gehalten in Japan – das bedeutet aber leider nichts allzu Positives: Die Liberaldemokraten sitzen fester im Sattel denn je, denn die Opposition ist so kraftlos, dass in baldiger Zukunft keine grossen Änderungen in Sicht sind. Das wusste Ministerpräsident Abe freilich, als er ziemlich plötzlich Neuwahlen einberief und diese auch erwartungsgemäss gewann. Der einzige Silberstreif am Horizont ist die Tatsache, dass die neue, ziemlich rechte Partei 次世代の党 – The Party for Future Generations ordentlich Federn gelassen hat. Aussenpolitisch hat sich dieses Jahr nicht allzu viel getan: Die Beziehungen zu Südkorea und der VR China sind nachwievor eher schlecht, und auch das wird sich so schnell nicht ändern.

Wirtschaft
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Am 1. April wurde die Mehrwertsteuer plangemäß von 5% auf 8% erhöht – dies war ein Teil der Abenomics genannten Wirtschaftspolitik. Die Steuererhöhung zeigte auch prompt Wirkung: Der Binnenhandel brach ein und die japanische Wirtschaft schrumpfte mehrere Prozentpunkte im 2. Quartal sowie leicht im 3. Quartal. Zudem stürzte der Yen regelrecht ab: Zahlte man vor einem Jahr noch rund 90 Yen pro Dollar, sind es heuer schon 120 Yen. Zudem wurde im Dezember die Bonitätsnote auf A1 gesenkt – Ausblick negativ. 2015 dürfte die japanische Wirtschaft für ein paar weitere Schlagzeilen gut sein. Ich befürchte nur, dass diese Schlagzeilen nicht unbedingt positiv sein werden.

Beruf
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Status: Unverändert. Das Jahr begann mit dem Umzug in ein neues Büro, und das war recht hektisch. Doch obwohl die japanische Wirtschaft schrumpft, haben wir es geschafft, zu wachsen. Seit diesem Jahr bin ich zudem Aktieninhaber der Firma – das motiviert freilich.

Tabibito nebst Familie wünscht ein gesundes neues Jahr 2015!

Tabibito nebst Familie wünscht ein gesundes neues Jahr 2015!

Familie
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Weiterhin Miete zahlen? Oder Nägel mit Köpfen machen? Diese Frage stellte ich mir – erneut – anfang des Jahres. Und befand, dass es wahrscheinlich besser ist, sich für letzteres zu entscheiden. Aus diversen Gründen zogen wir also im März nach über 8 Jahren in Urayasu (Chiba) um – nach Kawasaki (siehe hier). Wir bezahlen seitdem also keine Miete mehr – dafür aber monatliche Ratenzahlungen an die Bank. Soweit haben wir es jedenfalls nicht bereut: Ein Einfamilienhaus ist einfach viel besser, wenn man Kinder hat. A propos Kinder: Beide gedeihen, sind gesund und munter und haben die Umstellung recht gut verkraftet.

Reise
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Aufgrund des Umzuges war nicht übermässig viel Zeit, aber immerhin ging es (mal wieder) auf die Izu-Halbinsel, nach Yuzawa zum Skifahren, endlich auf die Insel Sado, nach Tsubame-Sanjō und Myōkō-Kōgen. Sowie über Weihnachten in Land #53 – Vietnam. Und das war quasi auch der krönende Abschluss des Jahres.

Blog +α
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Dieses Jahr gab es 77 neue Beiträge mit 504 Kommentaren. Das sind genauso viele Beiträge wie 2013 – aber wesentlich weniger Kommentare (2013 waren es rund 750 Kommentare). Das sollte einem Blogger freilich zu denken geben. Sind die Themen nicht spannend genug? Werden Leser zu wenig einbezogen? Fehlt es an Interaktion mit den Lesern? Vor allem die letzten beiden Fragen sind eindeutig mit „ja“ zu beantworten, und leider muss hier Zeitmangel als Ausrede herhalten.

Insgesamt gab es rund 130,000 Seitenaufrufe dieses Jahr – das sind etwas weniger als 2013 (145,000). Die Verweildauer liegt bei 2.5 Minuten – weniger als im vergangenen Jahr (ebenfalls keine gute Nachricht). 2015 werde ich entsprechend versuchen, diesem Blog wieder etwas mehr Zuneigung zu geben. Der Japan-Blog ist übrigens nunmehr fast 9 Jahre alt und hat 860 Beiträge.

Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass ich mir mit dem Oktoberbeitrag Tag der Einheit – Aber bitte ohne Pöbel! eine Vorladung vom deutschen Botschafter einhandelte. Ach nein, keine Vorladung, sondern eine Einladung! So kam es dann Anfang Dezember zu einem tête-à-tête mit dem deutschen Botschafter in der Residenz des Selbigen in Tokyo – es war ein sehr interessantes Gespräch, von dem jedoch vieles nicht so ohne weiteres veröffentlicht werden kann, aber die Tatsache allein, dass sich der Botschafter persönlich mit Blogs als neues Nachrichtenmedium auseinandersetzt, gefiel mir persönlich.

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich natürlich wieder herzlichst bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken, und ich hoffe, Ihr bleibt mir auch im kommenden Jahr treu!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues Jahr 2015, das Jahr des Schafes! Tapfer bleiben!

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