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Please note: This is a machine translated version. The original article is in German and can be accessed .

Massenhafte Denunzierung von Koreanern

July 22nd, 2015 | Tagged , | 2 Comments | 811 reads

Seit ein paar Tagen grassieren im japanischen Internet Gerüchte, wonach sogenannte 在日コリアン Zainichi Korean – in vielen Fällen seit Generationen in Japan lebende ethnische Koreaner – ab dem 9. Juli diesen Jahres ihr Aufenthaltsrecht verlieren und deportiert werden sollen¹. Weiterhin besagen die Gerüchte, dass man für das Denunzieren eines zu deportierenden Koreaners eine Kopfprämie bekommt – die Angaben schwanken, aber am häufigsten liest man von rund 400 Euro. Demzufolge erhielt die Ausländerbehörde wohl eine Flut von “Meldungen angeblich illegal in Japan lebender Koreaner”.

Als Stichtag wird in dem Zusammenhang der 9. Juli genannt, aber der Hintergrund ist ein anderer: Es gibt rund 360’000 Koreaner mit besonderer Aufenthaltsgenehmigung in Japan, und die mussten – wie alle anderen in Japan lebenden Ausländer auch – bis zu jenem Tag ihren alten Ausweis umtauschen. Ein paar Wochen vor dem Stichtag gab es aber wohl noch geschätzte 150’000 Koreaner, die noch nicht umgetauscht hatten.

Schaut man sich ein bisschen im Netz um, erscheinen die obigen Nachrichten auf nahezu allen Nachrichtenseiten – mit dem heutigen Tag (21. July 2015) als Datum. Schaut man sich jedoch etwas genauer um, findet man eben dieses Gerücht bereits viel früher, nämlich bei Yahoo! Japan “知恵袋 Chiebukuro”², der japanischen Version von Yahoo Answers. Und man findet natürlich auch “Schritt-für-Schritt-Gebrauchsanleitungen”³ dafür, wie man illegale Ausländer online an die Behörden melden kann.

Defamierungen dieser Bevölkerungsgruppe gehören zum Alltag in Japan – unfortunately. Da ist das obige eigentlich nichts Neues. Aber es hinterlässt trotzdem einen sehr faden Nachgeschmack, denn das grenzt an Denunziantentum – ein Merkmal von Gesellschaften, die ein ordentliches Problem haben. Um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.

¹ Siehe zum Beispiel here (Japanese) or here (English)
² Siehe here.
³ Siehe zum Beispiel here

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Spaß im japanischen Schilderwald

July 14th, 2015 | Tagged | 13 Comments | 1168 reads

Well, was das nun wohl bedeuten mag!?

Als stolzer Nichtbesitzer eines Führerscheins kehre ich mich eigentlich nicht so viel um Strassenverkehrsschilder. Natürlich kenne ich 98%, da ich ja viel mit dem Fahrrad unterwegs bin, aber die Hausaufgabe meiner Tochter lautete letzten Freitag, Verkehrszeichen zu fotografieren und ein besonders Interessantes auszuwählen und zu beschreiben. Also ging es auf Fotosafari, und wie es nun mal so ist, schaut man mit gezieltem Auftrag gleich viel aufmerksamer auf Dinge, die man sonst eher links liegen lässt. Etwas Neues kam nicht ans Licht — aber es bestätigte das, was ich schon von Anfang an mit Erstaunen in Japan beobachtete: Sehr viele japanische Verkehrsschilder setzen voraus, dass man Japanisch kann. Beziehungsweise, um genauer zu sein, Schriftzeichen lesen kann. Wer das nicht kann, hat einfach mal ein bisschen Pech gehabt. Besonders häufig und wichtig sind dabei die Wörter 徐行 jokō (Geschwindigkeit drosseln) and 止まれ Tomare (Stop), wobei diese beiden Wörter nicht nur auf Verkehrszeichen stehen, sondern auch riesengross auf Strassen gepinselt werden. Das wäre eine Erkenntnis. Das in Japan Linksverkehr herrscht, ist natürlich auch eine wichtige Erkenntnis, aber die gewinnt man als Japanbesucher natürlich innerhalb weniger Stunden – spätestens wenn man fast überfahren wird, weil man doch mal nicht nach links und rechts geschaut hat und entsprechend kein Auto von rechts erwartete. Die dritte Erkenntnis ist eigentlich die, die mich am meisten überraschte: In Japan gibt es keine Haupt- und Nebenstrassenschilder. Das wird heutzutage durch Ampeln geregelt oder eben durch ein gross auf die Strasse gepinseltes Tomare. Öfter fehlt jedoch beides, und in dem Fall scheint man in Japan einfach nach dem Motto zu gehen “Was breiter ist, ist Hauptstrasse”. Aber vielleicht mache ich ja doch irgendwann mal den Führerschein (bin nicht ganz abgeneigt, auch wenn es an Zeit mangelt) und dann werde ich ganz bestimmt schlauer. Although: Japaner sind Weltmeister im Überfahren roter Ampeln, da es nur geahndet wird, wenn die Polizei direkt daneben steht. Erst vor zwei Wochen hat mein Schwager einen Lieferdienst-Mopedfahrer umgefahren, der bei tiefrot und Karacho über die Kreuzung bretterte. Ich war nach einer Minute und damit noch vor dem Krankenwagen am Unfallort, und es sah recht übel aus. Gottseidank stellte sich letztendlich alles als halb so wild heraus, aber meine Theorie steht: Es gibt nur deswegen so wenige tödliche Unfälle in Japan, weil man nirgendwo, at least in the cities, nicht richtig Gas geben kann, da überall viel Verkehr ist.

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Striktes Japan: Tischmanieren

July 7th, 2015 | Tagged | 4 Comments | 1227 reads

ogasawara-ryuHeute bin ich über ein Buch gestolpert mit dem schlüssigen Titel “Ogasawara-ryu Etiquette for Washoku, the Cuisine of Japan -The Etiquette of the Samurai”¹ – ein Ratgeber zur Etikette bei Tisch in Japan. With 24 Seiten ist das ganze eher eine Broschüre als ein Besuch, verfasst von zwei Ogasawaras – ein Clan, since the 32 (!) Generationen in Japan bestimmt, was wie gemacht werden darf und was nicht – von Tischmanieren bis zur hohen Kunst des Bogenschiessens. Entsprechend sind diese “Kniggen” as 小笠原流 – Ogasawara-Schule known.

Die Washoku-Knigge (和食 washoku – traditionelle Japanische Küche) bestimmt zum Beispiel, dass man nicht aus der Suppenschale trinken und gleichzeitig mit den Stäbchen darin rumrühren soll (sieht man sehr oft). Ebenso soll man nicht die Suppenschale am Rand anfassen, sondern sie auf der flachen Hand halten. So far, so good. Gleichzeitig gilt es aber auch als Frevel, wenn man in einem reservierten Restaurant zu spät aufkreuzt oder während des Essens auf Toilette geht – das ist dem Koch gegenüber unhöflich (und da wird die Knigge auch schon recht elitär, denn man muss schon eine ordentliche Stange Geld ausgeben, um in ein Restaurant zu gelangen, in dem man dem Koch gegenüber so viel Respekt bezeugt).

The Shanghaiist mutmasst dabei – nicht ganz zu unrecht – das das Buch vor allem auf chinesische Besucher abzielt. Demzufolge gab es bereits die ersten Berichte, wonach chinesischen Kunden aufgrund schlechter Tischmanieren der Zutritt zu japanischen Edelrestaurants verwehrt wurde. Das ganze kennt man bereits von heissen Quellen – eine Zeit lang wurde zum Beispiel Ausländern (vor allem aber Russen) – der Zutritt zu heissen Quellen (onsen) auf Hokkaido verwehrt, da es wohl zu viele Beschwerden von Onsen-versierten Japanern gab. Es fällt dabei schwer, die heissen Quellen und Restaurants pauschal zu verurteilen, denn regelmässiger Besuch ausländischer und nicht selten unkundiger Kundschaft kann in der Tat geschäftsschädigend wirken, by day (in der Regel zahlreichere) japanische Kundschaft schnell deswegen wegbleiben kann. Ein generelles Verbot ist natürlich trotzdem Blödsinn – schliesslich kann man die Kundschaft “erziehen”, indem man zum Beispiel ein Merkblatt in Englisch, Chinesisch oder Russisch anbietet.

Doch um auf das Essen zurückzukommen: Sure, es gibt eine Handvoll eiserner Regeln, die man sich in der Tat unbedingt merken sollte – vor allem was den Umgang mit Stäbchen anbelangt, da gewisse Handhabungen an ein Beerdigungsritual erinnern. Andere Regeln kann man erahnen: So for example, dass es sich nicht geziemt, Miso-Suppe in den Reis zu kippen oder andersrum (das Ergebnis nennt man 猫飯 nekomeshi – “Katzenreis”, und man muss kein Japan-Experte sein, um zu verstehen, warum das so heisst). Schwieriger wird es bei der Frage, was man nun alles wirklich essen kann und was nicht (da Garnitur): Kann man zum Beispiel die kleine Chrysanthemenblüte essen, die da im Sashimi herumlungert? Spontan würde man natürlich eher auf “No” tap, aber die richtige Antwort lautet: “Clear. Immer rein damit”. Im Zweifelsfall sollte man aber doch lieber die Finger davon lassen: Es gab wohl in Japan einen Fall, in dem man in einem teureren Restaurant ein Gericht auf Gartenhortensienblättern servierte. Gartenhortensien sind allgegenwärtig während der Regenzeit in Japan. Ein Kunde (Japaner wohlgemerkt) ass die Garnitur mit und verstarb daraufhin, da Gartenhortensien nicht nur schön, sondern auch hochgiftig sind.

Ich hoffe jedoch, dass auch mehr und mehr Japaner Kniggen zum Thema ausländisches Essen lesen. Intolerant wie ich bin, stehen mir jedes Mal die Nackenhaare zu Berge, wenn japanischer Kunden bei meinem Lieblingsitaliener Pasta schlürfen als äßen sie eine japanische Nudelsuppe.

See here. Offensichtlich nur als Kindle-Version erhältlich.

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Wo sind nur die Höschen hin?

June 26th, 2015 | Tagged , | 5 Comments | 1587 reads

Kurz, kürzer, Bloomer: Das war Japan. Quelle: http://djminamo.blog99.fc2.com/blog-entry-106.html

Short, kürzer, Bloomer: Das war Japan. Those: http://djminamo.blog99.fc2.com/blog-entry-106.html

Neulich unterhielt sich meine Frau mit einer, now so, Kollegin, und man kam auf die sogenannten ブルマー burumaa zu sprechen – der Begriff leitet sich vom englischen Wort “Bloomer” from: Damenpumphosen. Die sind allen Japanerinnen, die vor den 1990ern die Schulbank drückten, ein Begriff. And yes – obwohl ich keine Animes schaue – sind diese mir doch in Erinnerung geblieben, als ich beim Zappen auf irgendein Volleyballanime stiess. Bis in die 1990er waren diese Hosen Pflichtkleidung im Sportunterricht für alle Grund- und Mittelstufenschülerinnen, also bis zu 14-jährigen Mädchen. In einigen Fällen waren diese sogar in der Oberstufe Pflicht.

Damenpumphosen waren schon lange Pflicht, doch in den 1970ern kam die ultrakurze Variante, auch als ちょうちんブルマー Chōchin Bloomer known, in Mode. Angeblich aufgrund der zunehmend in Mode kommenden Sportart Volleyball. Nicht gänzlich unverständlich entwickelte sich daraufhin schnell ein regelrechter Fetisch, However, what, auch das ist verständlich, the 13, 14-jährigen Mädchen ziemlich auf den Wecker ging, denn in der Regel (sorry, die Zote muss sein) zieht man in dem Alter, beziehungsweise eigentlich in fast jedem Alter, so etwas nicht freiwillig an.

Die Hosen verschwanden jedoch letztendlich in den 1990ern. Und die heute erwachsenen Frauen wundern sich heute, wie so etwas eigentlich möglich war: Wie konnte es sein, dass man gezwungen war, so etwas anzuziehen? Das wäre doch heute undenkbar! Das wirft die berechtigte Frage auf, ob da etwa das japanische Patriarchat ins Schwanken geraten ist. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie damals ein paar Lustgreise feixend beschlossen, dass alle Mädchen dieses minimalistische Kleidungsstück anziehen müssen, ob sie wollen oder nicht. Das ist heute vorbei – der Trend geht zu längeren Kleidungsstücken, zudem noch beschleunigt durch die regelrecht panische Angst japanischer Frauen vor dem geringsten Sonnenstrählchen, dann man könnte ja den hellen Taint einbüssen, so man ihn überhaupt hat. Japan ist wahrscheinlich das einzige nicht-muslimische Land, in dem Burkini der absolute Renner sind. But — dazu muss man kein Mädchen sein — ist es verständlich, dass Frauen heute aufatmen, dass die ultrakurzen Bloomer irgendwann verschwanden.

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Wenn alte Wunden aufreissen: Kobe-Mörder schreibt Bestseller

June 12th, 2015 | Tagged , | 5 Comments | 1434 reads

Zekka - vom Kobe-Mörder Shin'ichirō Azuma

Zekka – vom Kobe-Mörder Shin’ichirō Azuma

Es ist gar nicht so lange her, dass ich darüber auf diesem Blog (und für ein Magazin) have written: The Sakakibara-Serienmord von Kobe, geschehen 1997 und verübt von einem 14-jährigen. Die Details sind so grausam, dass ich sie nicht noch einmal wiederholen möchte.

Der Vorfall hatte damals nicht nur bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sondern natürlich auch bei den meisten Japanern. After 18 Jahren geriet die Geschichte natürlich trotzdem langsam aber sicher in Vergessenheit, und der Täter, damals immer “少年A” (shōnen A) called, da aufgrund des japanischen Gesetzes zum Schutz Minderjähriger seine wahre Identität nicht veröffentlich werden durfte, lebt seit vielen Jahren unter uns… irgendwo, als freier Mensch.

In dieser Woche rief sich jedoch der Täter plötzlich wieder ins Gedächtnis aller zurück: Er veröffentlichte ein Buch mit dem Titel 絶歌 Zekka – in etwa “Ausklingendes Lied/Gedicht” unter dem Pseudonym 元少年A, also “Ehemaliger Jugendlicher A”. Erschienen ist das Buch beim kleinen Verlag Ohta Shuppan — siehe here. And lo and behold, einen Tag später stand das Buch auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste. Natürlich gibt es Proteste gegen das Buch, zumal es sich bei dem Buch nicht gerade um ein Schuldbekenntnis handelt: On the contrary, die Einleitung lässt bereits erahnen, where the wind blows:

1997年6月28日。僕は、僕ではなくなった。

- 28. June 1997. The day, an dem ich aufhörte, ich zu sein.

It's about, dass er hernach seinen Namen gegen den Namen “Shōnen A” eintauschen musste – nicht mehr als “formloses Symbol”. Zwar entschuldigt sich der Täter in dem Buch bei den Angehörigen der Opfer, doch letztendlich schrieb er das Buch nur, um selbst Erlösung zu finden.

Natürlich laufen viele Menschen Sturm gegen das Buch — und gegen den Verlag. Das erkennt man schon an den zahllosen negativen Kommentaren bei Amazon. Der Grundtenor:

• Wenn er schon ein Buch veröffentlichen muss, dann soll er als jetzt Erwachsener gefälligst seinen wahren Namen nennen
• Was will der Verlag machen, wenn jemand aufgrund des (die Tat verherrlichenden) Buches eine ähnliche Tat begeht?
• Wenn wenigstens das Autorenhonorar an die Angehörigen gespendet werden würde

etc.. Yet: Das Buch ist auf Platz 1 der Bestsellerliste. Denn das Böse fasziniert nunmal die Menschen. Und es dürfte auch nicht wenige Menschen geben, die einfach nur versuchen zu verstehen, denn die Tat hatte damals wirklich grosses Entsetzen ausgelöst – bei Erwachsenen sowieso, aber vor allem bei Kindern, die damals in einem ähnlichen Alter waren.

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Glückliches Japan? Die Abwesenheit von Streiks

April 23rd, 2015 | Tagged , | 7 Comments | 1963 reads

Wenn ich so die Nachrichten aus Deutschland verfolge, habe ich den Eindruck, als ob dort die Lokführer und Piloten abwechselnd streiken. Kaum hören die einen auf, beginnen die anderen. Das liegt vielleicht auch daran, I have a feeling, dass die Zeit sehr schnell vergeht, aber die Lokführer zum Beispiel streiken doch dieses Jahr schon das zweite Mal… or!?

Streiks, so wundervoll sie auch als Waffe der Arbeitnehmer im Kampf für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen sind, sind etwas, was ich in Japan nicht unbedingt vermisse. Ich habe hier noch keinen erlebt, und ehrlich gesagt möchte ich mir auch nicht vorstellen, what would happen, wenn hier die Lokführer streiken würden. Wahrscheinlich würde innerhalb von 24 Stunden in Tokyo Anarchie ausbrechen. Nach drei Tagen würde dann wahrscheinlich die Vegetation beginnen, sich das verlorene Terrain rückzuerobern.

Den Mangel an Streiks verdankt Japan dabei nicht unbedingt dem Mangel an Gewerkschaften, denn die gibt es durchaus. Im Druckereigewerbe zum Beispiel, oder bei den Lehrern. Laut OECD-Bericht von 2013 ist der Prozentsatz der in Gewerkschaften organisierten Arbeitnehmer in Deutschland und Japan nahezu gleich – nämlich knapp 18%¹. In der Schweiz sieht es ähnlich aus, nur in Österreich ist der Anteil mit gut 25% noch relativ hoch. Der Trend ist jedoch in allen Ländern der Gleiche: Immer weniger Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert.

Warum gibt es nun trotzdem wesentlich weniger Streiks? Ein wesentlicher Streikfaktor fällt in Japan raus: Der Kampf um höhere Löhne. In Japan kämpft man nun schon fast seit Jahrzehnten nicht mit Inflation, but with deflation. Die Preise sind also, von Energieträgern abgesehen, seit geraumer Zeit kaum gestiegen – und die Gehälter entsprechend auch nicht. Ein wichtigerer Grund ist in Japan jedoch die Bindung an die eigene Firma: Die eigene Firma zu bestreiken ist in Japan aufgrund der traditionell eingeforderten / bedingungslos entgegengebrachten Loyalität nur schwer vorstellbar.

Viele Gewerkschaften beschränken deshalb ihr Wirken in erster Linie auf den Schutz der Arbeitnehmer vor Kündigungen oder Willkür. Das kann für die Firma, so sie sehr klein ist, durchaus schmerzvoll werden. So erlebt es auch momentan ein australischer Geschäftspartner. Er ist seit kurzem Chef der Japan-Niederlassung eines weltweit agierenden Unternehmens. Die japanische Niederlassung fusionierte vor etlichen Jahren mit einer japanischen Firma, doch man liess sich vor rund zwei Jahren “scheiden”. Das brachte auch böses Blut hervor, und plötzlich schalteten ehemalige Mitarbeiter eine Gewerkschaft ein und zerrten die Firma (ie: den Chef) vor Gericht. Dieser war zwar zu jener Zeit noch nicht mal in der Firma angestellt, aber als eingetragener Firmenchef ist er nun mal legitimer Rechtsnachfolger. Neulich bekam er dabei Besuch von einem örtlichen Vertreter der Kommunistischen Partei Japans. In einem Vier-Augen-Gespräch sagte dieser dann klipp und klar: “Entweder Ihr handelt im Sinne der Gewerkschaft, oder wir schicken ein paar Leute mit Transparenten vor eure Bürotüren”. Ein Einzelfall? Ich hoffe es. The fact is: Streiks werden kaum eingesetzt in Japan, aber Gewerkschaften verstehen durchaus, auf ihre Weise Druck auszuüben.

¹ See OECD-Statistik

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And gone was the Grabber

March 28th, 2015 | Tagged | 13 Comments | 2543 reads

As I drove to work this morning, the web as always was full of crushed. One can upset about it every day, It can also as Practice Shūgyō view – as ascetic exercise. Who knows, if you can survive that without a murmur, you will perhaps eventually a better person. Or you can run amok at some point. I do not know. However, there are contemporaries, which prepares driving in a crowded train in a certain way pleasure. This refers to the People gropus – the congregation Grapscher. As far as I know, This is a more or less Japanese phenomenon, because one finds so frequently only the ideal habitat: Overcrowded trains, where you do not remember the very next train station, which arm and leg which is actually their own, and young girls in school uniforms.

My asceticism training it takes about 20 Minutes. On the second railway station, same story happened as always: The door opens, and people spilling out from the steaming Zuginneren on the platform. Including a high school student in school uniform green. The attached itself immediately to a young man and began, persuade him tearfully: “Stay where you are! What should be the! Do you want to now about to run away?” She did not speak loudly, but it was still on. An elderly man next to it then grabbed the man's arm. And waved an employee. The immediately called his colleagues. And already a grape had formed around the man. Sieh an, a Grapscher! He did not protest to be great but somehow seemed dazed. And even though I normally would not say such a thing: Had it 99 randomly selected men set up next to him and asked me, whom I would trust most likely, I would have, and I'm pretty sure, shown the finger at him. He looked exactly, as one would imagine a Grapscher.

The iron horse let himself not stop by: The door closed, and further it went – scheduled routes. The Grapscher will be busy for a while. And the schoolgirl will not have much of the day.

Now one hears a lot about the Grapscherproblem: So it should sometimes give crooks couple, where a woman in the train suddenly screams bloody murder and indiscriminately accused of a passenger Grapscherei. The male part has then subsequently entirely altruistic to, that you can save on payment of a certain sum of further trouble. It should also be the case, that groups of schoolgirls make a joke of it and move someone intentionally to my body (especially well-liked traveling alone foreigners), to bring the unsuspecting victims into trouble. Whether there is there any truth? The latter I know second hand, but that will probably rarely occur. But in the manner, as the Japanese judiciary works (almost every, is brought to justice, is convicted), I know only one: Because Grapscherei I want to be sure not be prosecuted in this country. Especially not, if you have not done anything. There are way even a relatively demanding Japanese film: I Just Did not Do It – “I was there but not really”, in which a man is wrongly prosecuted as Grapscher.

One or the other may perhaps seem excessive, but out of pure precaution I fit in crowded trains good care of it, that both hands are above. Better safe than sorry.

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Half Japanese in the Süddeutsche

March 20th, 2015 | Tagged | 4 Comments | 2559 reads

Miss Universe Japan

Miss Universe Japan on Twitter

A friend pointed me to a published today in the Süddeutsche Zeitung article entitled “Miss Japan” is not Japanese enough down, didnt I start like. It's about the new Miss Japan – however, no “all” Japanese woman, but “only” a “half” (called Half Half). The 20-year-old Ariana Miyamoto, naturally beautiful wife has a Japanese mother and an African American father.

As described in the article, sparked a choice – as they say so beautiful on neudeutsch – shit storm from: Especially on Twitter and in the infamous 2-channel forum there was a lot of negative reading for election. Basic Tenor: How can a just half coming from Japan Women Japan at the Miss Universe representative election? And, as only? Ariana is born in Japan and raised here. Probably she is Japanese than many of her classmates. And yet it is different. And probably know something more about other cultures. And it happens to be pretty damn, so why should not they take?

The reaction was to be expected. Even at the brutal murder of a middle school student a few weeks ago was brutally harped on the Internet on the fact, that the alleged main perpetrators “Half” Japanese is. It is more than obvious, that is quite homogeneous in Japan still has his love problems with the “other”. The ratio is actually split: Most Japanese cherish the prejudice, that half Japanese (at least if a parent does not come from Asia) just sort of look totally sweet or pretty. But at the same time there are quite a lot of, the evening then sat down in front of their PC and spit venom.

The Causa Ariana However, you can also see a positive side: She has managed to, prevail. She got, at least apparently by the jury, considered worthy representative of Japan. And she pushes further debate going on – which, however, unfortunately lack the necessary seriousness, because it is not a constructive debate, but either adulation or senseless bashing.

Racism is widely used in Japan and deeply anchored in society. That will not soon change. On the other hand, it is the same as with other issues also: The Extreme find above average hearing in the media. This does not mean, that all Japanese are so, think or act.

Here is a related article on the topic on this blog: Racist Children's Literature and another article worth reading here: Japan’s blackface problem: the country’s bizarre, troubled relationship with race.

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Schülermord in Kawasaki / The great social divide

February 27th, 2015 | Tagged , | 10 Comments | 2130 reads

Anteil der Hochschulabsolventen im Raum Tokyo: Rot: Sehr hoch, dunkelblau: Sehr niedrig. Quelle: http://kishibaru.cocolog-nifty.com/blog/gakureki_top.html

Proportion of graduates in the Tokyo area: Red: Very high, dark blue: Very Low. Those: http://kishibaru.cocolog-nifty.com/blog/gakureki_top.html

At the 20. February 2015 made strollers in the east of the city of Kawasaki a grisly discovery: In the tall grass hides the body of a brutally murdered with a carpet knife boy was. Soon the boy's identity was found: It was a 13-year-old students of the first class a mid-level school in Kawasaki. Came as a perpetrator – also quite fast – the members of a youth gang suspected. Overall, it is probably around 4 Act offenders, all between 13 and 18 Years old. The real name can not appear in the news due to the protection of minors, but they are circulating for days on Twitter: One of the perpetrators is probably half-Japanese / Half-Americans and another one living in Japan Koreans.

How did it come to this? The victim was on the Oki Islands born in Tottori Prefecture and went there the first years of school, until he moved with his parents to Kawasaki. Oki Islands? This is roughly, as if someone from a tiny village near the Polish border in Mecklenburg-Vorpommern is. The boy was probably very popular and had also found in Kawasaki fast connection. Until he of acquaintance with a group of well-known in the area Adverse furyō (literally: “not good”) – Student, which, In a negative sense, release from the regulated social life – made. Everything went well at first well, until the group incite him to shoplifting and he did not want to participate. Since then, he was probably violence again and again exposed and returned among others with blue eye and other injuries at home. As specified he wanted to leave the group, but left the group probably not, and the violence escalated.

A few days before the murder he let a friend about “Line” (Japanese “WhatsApp”-Variant) know, that he feared, to be murdered by the group. The class teacher allegedly tried several times, to address the mother to the boy, which never succeeded. Say, it is a murder with announcement, have failed splendidly in the home and school. It is also easy incomprehensible, that all four suspects, although obviously known by name, since're on the run and have not yet found.

Are the “furyō” really so dangerous? Japan's actually known for its safety – or? Now, with the security that is such a thing. There are also – or especially – in the metropolitan areas of very strong social gradient. Coincidentally, I've made a little bike ride through Kawasaki just two weeks ago. By me in the west of the city, it is up to the Bay of Tokyo good 30 Kilometer, and the cityscape is changing considerably: While the West is relatively quiet – and very wealthy – is, sees it, the further you go to the East – from getting worse. Sure, Kawasaki Station with all the office buildings and shopping centers located in the east of the city, but you need not far to remove them, to see, that the social situation is something precarious. There are the “Substandard”-Train (in Japan we measure the standard of education in schools with Deviation value Hensachi – “Standard deviation”), and where the share of the population with a university degree is much lower than for example in the east of the city.

About the social gradient in Japan surprisingly little is known abroad, but does not mean, that it is not pronounced. And the above incident shows, that is not to be trifled with FURYO. That an individual, even at a young age, murdered a man, is tragic and occurs everywhere. That a group of young people with impunity as one of their own, is difficult to understand. Hopefully, the case has consequences.

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Same-sex partnerships in Japan equated soon?

February 13th, 2015 | Tagged , , , | 2 Comments | 1609 reads

Today, at the 12. February 2015, there was a press conference at the district administration of Shibuya-ku (Tokyo) a sensation¹: There they gave namely known, that it has filed a request for Equality same-sex unions in the district Shibuya – through which to then in March 2015 to be decided. This does not mean, that same-sex couples are allowed to marry in Japan, but the City Council of Shibuya would, the request is successful, precisely those pairs issue a certificate, that would allow them, to be treated in the district area as spouse.

This is quite a sensation, same-sex partnerships in Japan are simply not an issue: This matter will loudly hushed, and neither politicians nor media seem to have great interest in it, to warm it. Sure, TV programs are full of men in women's clothes (Ai Haruna, Matsuko Deluxe or Mitz Mangrove, just to name a few) or oblique types such as Hard Gay, the money with the showing of stereotypes money, but homosexuality, although not illegal, simply is not an option.

Since same-sex partners in Japan may not marry, escape them many common for married people privileges. This is in Bürg- and inheritances off and ends with wills and tax advantages not intended to. How has come in Shibuya-ku on the idea, meet the first municipality in Japan's same-sex couples, is unclear. If the bill, however, be assumed – Shibuya and should continue to remain the only municipality in Japan – the already trendy district can probably attach a new progress star lapel.

¹ See NHK News (Japanese) and Japan Times (English).

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