Please note: This is a machine translated version. The original article is in German and can be accessed .

Die Saat des Bösen

July 18th, 2017 | 7 Comments | 506 reads

It is ziemlich genau ein Jahr her, als Satoshi Uematsu, ein heute 27-jähriger Angestellter einer Einrichtung für körperlich und geistig Behinderte in Sagamihara, nahe Tokyo, kurz vor Morgengrauen seine ehemalige Arbeitsstätte betrat. 5 Messer hatte er im Gepäck. Als erstes fesselte er die Nachtschicht, dann fragte er einen Angestellten, wer von den Bewohnern sprechen könne und wer nicht. Basierend auf der Antwort zog er dann von Zimmer zu Zimmer und erstach 19 Bewohner, between 19 and 70 Years old, und verletzte 26 weitere Bewohner teilweise schwer (später gab er zu Protokoll, dass er vor allem Behinderte, die sich nicht selbst deutlich artikulieren können, als nicht lebenswert erachtete). Nach der Tat begab er sich seelenruhig zur Polizei und gestand seine Tat.

A psychiatric evaluators noted a few months,,de,that Uematsu was full schuldfähig,,de,one of the largest news agencies in Japan,,de,now published a summary of a correspondence between a journalist and the offender,,de,As a result, the perpetrator probably felt especially by Donald Trump's remark inspired,,de,that there are too many unhappy people,,de,and Uematsu referred this to the nurses and family members of severely disabled,,de,In his opinion, many people would be happier,,de,if life would not renew difficult disabled artificially,,de,the crude thought was garnished with admiration for the Islamic State,,de,but strangely, by a contempt for the euthanasia program of the Nazis,,de, dass Uematsu voll schuldfähig war. Jiji, eine der grössten Nachrichtenagenturen Japans, veröffentlichte nun die Zusammenfassung eines Briefwechsels zwischen einem Journalisten und dem Täter¹. Demzufolge fühlte sich der Täter wohl vor allem von Donald Trumps Bemerkung inspiriert, dass es zu viele unglückliche Menschen gebe – und Uematsu bezog dies auf die Pfleger und Angehörigen von schwer Behinderten. Seiner Meinung nach wären viele Menschen glücklicher, wenn das Leben von schwer Behinderten nicht künstlich verlängert werden würde. Garniert wurde der krude Gedankengang mit Bewunderung für den Islamischen Staat, seltsamerweise aber auch mit Abscheu gegenüber dem Euthanasieprogramm der Nazis, that he considers too exaggerated,,de,The penalty for one of the worst mass murder in Japan is not yet clear,,de,he is also a year later, in any way remorseful,,de,will probably be the judges no choice,,de,than to plead on death penalty,,de,And most likely it will be cold Uematsu,,de,although he has complained to his correspondence about the current prison conditions,,de,for death penalty contender, the conditions are even tougher,,de,perfect isolation and absolute lack of understanding,,de,when the rope is placed around the neck,,de,are just two things,,de,But it remains alarmingly,,de,what spirit there's life,,de,People and families destroyed,,de,Trump and his associates must not rave directly from euthanasia,,de.

Das Strafmaß für einen der schlimmsten Massenmorde in Japan steht noch nicht fest, But the mere fact, dass er sich auch ein Jahr später in keinster Weise reumütig zeigt, wird wohl den Richtern keine Wahl lassen, als auf Todesstrafe zu plädieren. Und wahrscheinlich wird es Uematsu kalt lassen, obwohl er sich bei seinem Briefwechsel über die jetzigen Haftbedingungen beschwert hat (für Todesstrafenanwärter werden die Bedingungen noch härter – vollkommene Isolation und absolutes Unwissen darüber, wann der Strick um den Hals gelegt wird, sind da nur zwei Dinge). Doch es ist und bleibt erschreckend, wes Geistes Kind dort das Leben von 19 Menschen und Familien zerstörte. Trump und Konsorten müssen nicht direkt von Euthanasie schwärmen, bring about such offenders,,de,Even a vocabulary of,,de,Words and hints as,,de,there are so many unhappy people out there,,de,may suffice,,de,about people like Uematsu to reaffirm their destructive delusions,,de. Schon ein Wortschatz von 500 Wörtern und Andeutungen wie “es gibt so viele unglückliche Menschen da draussen” können ausreichen, um Menschen wie Uematsu in ihren zerstörerischen Wahnvorstellungen zu bekräftigen.

¹ See here

Share:  

Kuzu – die Pflanze des Schreckens

July 13th, 2017 | Tagged | 7 Comments | 545 reads

Wo wir neulich erst beim Thema nach Japan eingeschleppter Feuerameisen were (jenes Thema ist auch noch nicht beendet: Beinahe täglich findet man sie zur Zeit in diversen Ecken Japans – auch in Tokyo): It's not like, dass nur Japan Angst haben muss vor eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten. Das Ausland sollte ebenso Angst haben vor aus Japan eingeschleppten Arten. Die bekanntesten Beispiele dafür sind ワカメ Wakame (eine in Japan gern gegessene Seetangart, die zum Beispiel in Neuseeland verheerende Schäden anrichtet) – and クズ Kuzu.

Kuzu im Garten lässt nicht auf sich warten...

Kuzu im Garten lässt nicht auf sich warten…

Letztere ist äußerst bemerkenswert, und ich kann aus eigener Erfahrung ein Lied von singen, da sie auch in meinem Garten “gedeiht”. lamb,tr bedeutet dabei übrigens im Japanischen auch “Abschaum”, but only at the margins. The Latin name is Pueraria montana, the Germans of the Pea family is like,,de,Kudzu,,en,Of note is the size and robustness,,de,During the rainy season, the stems grow up to,,de,Centimeters in one day,,de,In our garden there is a,,de,Meter wide concrete slope,,de,and friend Kuzu has settled on a strip above the wall,,de,In April or May I try this,,de,to remove said plant as much as possible,,de,However, it takes in fact mostly just around the,,de,until the vines reach back down,,de,And the beasts have it in them,,de,because they can absorb nitrogen from the air and get along great deal even on very poor soils,,de,Well, you could probably try,,de,dig up the roots,,de,but I've given up,,de,A test showed,,de,that the roots are rather large,,de “Kudzu” written. Bemerkenswert ist die Größe und Robustheit. Während der Regenzeit wachsen die Sprossachsen bis zu 25 Zentimeter an einem Tag. In unserem Garten gibt es eine 5 Meter grosse Betonschräge, und Freund Kuzu hat sich auf einem Streifen oberhalb der Mauer angesiedelt. Im April oder Mai versuche ich dabei, besagte Pflanze so gut wie möglich zu entfernen. Es dauert jedoch in der Tat meistens nur um die 3 Weeks, bis die Ranken wieder nach unten reichen. Und die Biester haben es in sich, denn sie können Stickstoff aus der Luft aufnehmen und kommen so bestens selbst auf sehr armen Böden zurecht. Nun könnte man natürlich versuchen, die Wurzeln auszugraben, aber das habe ich aufgegeben: Ein Versuch zeigte, dass die Wurzeln ziemlich gross sind. According to various descriptions up to,,de,Meters long and sometimes to over,,de,kilograms,,de,Actually, you should over,,de,be happy,,de,The roots are very starchy,,de,and you can turn them into pasta or desserts,,de,the roots probably have even more calories from potatoes,,de,you manage,,de,really dig such a monster,,de,The leaves can fry in oil and thus made into tempura,,de,not tried,,de,And from the vines you can probably even make paper and textiles,,de,For the toiling gardeners of course that is all nothing,,de,One looks only occasionally with mild horror thereon,,de,as the Beast inexorably zukriecht on the house,,de,And the Kuzu problem,,de,actually the plant is native only in the eastern Pacific,,de 2 Meter lang und mitunter bis über 150 Kilogramm schwer.

Eigentlich sollte man über lamb,tr glücklich sein: Die Wurzeln sind sehr stärkehaltig, und man kann aus ihnen Nudeln oder Süßspeisen machen (die Wurzeln haben wohl sogar mehr Kalorien aus Kartoffeln) – provided, man schafft es, so ein Monster auch wirklich auszugraben. Die Blätter kann man in Öl frittieren und somit zu Tempura verarbeiten (noch nicht probiert, I must confess). Und aus den Ranken kann man wohl sogar Papier und Textilien herstellen. Für den werktätigen Gartenbesitzer ist das natürlich alles nichts. Man schaut nur gelegentlich mit mildem Horror darauf, wie das Biest unaufhaltsam auf das Haus zukriecht. Und das Kuzu-Problem – eigentlich ist die Pflanze nur im Ostpazifik heimisch – caused in other parts of the world some damage and therefore one of the,,de,of the World’s Worst Invasive Alien Species,,en,The following figure illustrates the danger quite well,,de,recorded in the US,,de,in which the plant was originally introduced as a potential feed,,de,Where is my house,,de,Kudzu in den USA,,en,New York Invasive Species Information,,en,www.nyis.info,,en,If I friend Kuzu now or not exterminate,,de,I know not as accurate,,de,The pruning of the plant behind our house at least twice a year overdue and fills every time around,,de,Liter-Mülltüten,,en,has already been ordered,,de,it is probably the only really effective means and a kind of syringe,,de,when you first drill a hole in the root and then the,,de,reinsteckt,,en 100 of the World’s Worst Invasive Alien Species (see here). Das folgende Bild veranschaulicht die Gefahr recht gut – aufgenommen in den USA, in die die Pflanze einst als potentielles Futtermittel eingeführt wurde:

Wo ist mein Haus!? Kudzu in den USA. Quelle: New York Invasive Species Information (www.nyis.info)

Wo ist mein Haus!? Kudzu in den USA. Those: New York Invasive Species Information (www.nyis.info)

Ob ich Freund Kuzu nun ausrotten soll oder nicht, weiss ich noch nicht so genau. Das Zurückschneiden der Pflanze hinter unserem Haus ist mindestens zwei Mal pro Jahr fällig und füllt jedes Mal rund 20 50-Liter-Mülltüten. A “Medicine” ist schon bestellt – es ist wohl das einzige wirklich wirksame Mittel und eine Art Spritze, bei der man erst ein Loch in die Wurzel bohrt und dann die “Medicine” reinsteckt. but that does not make sense during the rainy season,,de,Yesterday, the fire ants in Japan were in the newspaper,,de,However, with words like,,de,now arrived,,de,I something,,de,outdated find,,de,The picture with the house,,de,or rather without,,de,is already pretty crass,,de,Krass is also the Japanese Staudenknoeterich,,de,which one wegkriegt even with herbicides again,,de,and I encourage me even more than the bamboo of my neighbors,,de,Kuzu seems a lot better,,de,bad,,de.

Share:  

Saginuma?

July 10th, 2017 | Tagged | 10 Comments | 621 reads

Letzten Freitag gab es viel zu tun. Als ich das Büro abschloss, war es bereits nach 22:00 Clock. Draussen war es mollig warm und schön schwül. Wurde die Regenzeit etwa schon für beendet erklärt? after 10 Minuten Fußmarsch kam ich am Bahnhof Ebisu an und stieg in die Yamanote-Linie. 2 Minuten später stieg ich in Shibuya aus, lief diverse Treppen (83 Levels, to be exact) herab zur Den’entoshi-Linie. Vor den Ticketschranken eine riesengroße Masse schwitzender Menschen. Aha. Die Den’entoshi-Linie fährt dann wohl nicht. “Wegen Rauchentwicklung im Bahnhof Shibuya verkehrt die Linie nicht. Wahrscheinlich geht es ab 23:10 weiter” stand an der Anzeige. So lange wollte ich nicht warten. After 5 Minute walk through the bowels of Shibuya I stood in the long queue in front of the escalator to the platform of the Toyoko Line,,de,I was obviously not the only one with the idea,,de,to take a little detour,,de,to still reach the goal,,de,Take the Toyoko Line to Jiyugaoka,,de,there change to the Oimachi Line and get off at Futako-Tamagawa,,de,There you can change to Den'entoshi line,,de,the not only drove around Shibya,,de,Despite the many people in the train was far less crowded than the Den'entoshi-line at this time,,de,Two minutes later, the train left,,de,The main thing away from the crowds in Shibya,,de,Next to me is an older,,de,very elegantly dressed man,,de,a younger couple next to him,,de. Ich war offensichtlich nicht der einzige mit der Idee, einen kleinen Umweg zu nehmen, um trotzdem ans Ziel zu kommen. The plan: Mit der Toyoko-Linie nach Jiyugaoka fahren, dort in die Ōimachi-Linie steigen und bis Futako-Tamagawa fahren. Dort kann man in die Den’entoshi-Linie umsteigen, die ja nur rund um Shibya nicht fuhr.

Trotz der vielen Menschen war der Zug weit weniger voll als die Den’entoshi-Linie um diese Zeit. Zwei Minuten später fuhr der Zug ab. Hauptsache weg vom Gewimmel in Shibya. Neben mir steht ein älterer, sehr elegant gekleideter Mann, neben ihm ein jüngeres Pärchen. The man looks intently a route map of the railway lines in and around Tokyo,,de,yes are only about a thousand stations,,de,He looks a little lost,,de,and now looks helpless-asking the couple to,,de,You may know,,de,how to get to Hiyoshi,,de,The young man considered only briefly and then says,,de,This train including through Hiyoshi,,de,However, we go straight to the,,de,kakueki,,ja,By train,,de,which stops at every station,,de,Sure grip side, I also sign up now to speak out and tell the man,,de,You can also switch in Jiyugaoka in the Express,,de,holds well in Hiyoshi and is faster because,,de,The older man looks only at the young man and then me,,de,So two young men,,de,smiles,,de,a sigh of relief and thanked us,,de,But something does not seem to leave him alone,,de. Sind ja nur über tausend Bahnhöfe. Er sieht etwas verloren aus – und schaut nun hilflos-fragend das Pärchen an. “Wissen Sie vielleicht, wie ich nach Hiyoshi komme?” Der junge Mann überlegt nur kurz und sagt dann” Dieser Zug fährt unter anderem durch Hiyoshi!” Allerdings fahren wir gerade mit dem “kakueki”, dem Zug, der an jedem Bahnhof hält. Sicherhaltshalber melde ich mich nun auch zu Wort und sage dem Mann: “Sie können auch in Jiyugaoka in den Express umsteigen, der hält ebenso in Hiyoshi und ist schneller da!”

Der ältere Mann schaut erst den jungen Mann und dann mich (also zwei junge Männer, ahem) an, lächelt, seufzt erleichtert und dankt uns. Doch etwas scheint ihn nicht in Ruhe zu lassen, because once he looks intently at the plan,,de,This in turn allows neither the young man nor me alone,,de,The young man pierced by,,de,Where do you want to actually go,,de,Is it Hiyoshi further,,de,The man can be the answer for some time,,de,Then he says,,de,The young man shrugs,,de,So I jump a,,de,So if you want to Saginuma,,de,would Hiyoshi a detour,,de,The best way to get then in Jiyugaoka in the Oimachi Line to,,de,then drive up to Futako-Tamagawa,,de,or if the train travels through until then after Mizonokuchi,,de,and there you can then change to Den'entoshi line,,de,If you catch an Express,,de,is already Saginuma the nearest train station.,,de,I feel exactly,,de,now that I have more than one listener,,de,but that should be I do not care,,de. Das wiederum läßt weder den jungen Mann noch mich in Ruhe. Der junge Mann bohrt nach: Wo wollen Sie denn eigentlich hin? Geht es von Hiyoshi noch weiter? Der Mann lässt sich mit der Antwort einige Zeit. Dann sagt er “Saginuma!”. Der junge Mann zuckt mit den Achseln. Also springe ich ein: “Also wenn Sie nach Saginuma wollen, wäre Hiyoshi ein Umweg. Am besten steigen Sie dann in Jiyugaoka in die Ōimachi-Linie um, fahren dann bis nach Futako-Tamagawa, oder wenn der Zug bis dahin durchfährt nach Mizonokuchi, und dort können Sie dann in die Den’entoshi-Linie umsteigen. Wenn Sie einen Express erwischen, ist Saginuma bereits der nächste Bahnhof.” Ich fühle genau, dass ich jetzt mehr als einen Zuhörer habe, aber das soll mir egal sein. “I also go in the direction,,de,I will be happy to lead the way,,de,I offer him yet,,de,He gets out in Jiyugaoka with me,,de,We walk down the stairs to the Oimachi Line,,de,and soon comes a train,,de,travels through even up Mizonokuchi,,de,The man begins,,de,very friendly with me in a low voice and,,de,to entertain Japanese formed,,de,In the following,,de,Minutes we talk about Germany,,de,Angela Merkel,,es,Information technology and so on and so forth,,de,I experience,,de,that he just comes from a classical concert and now visited someone,,de,he bought a souvenir,,de,We are approaching the final stop,,de,When we get,,de,I get here on the bus,,de,because my bike is under repair,,de,I tell him the safe side again,,de, ich kann Ihnen gern den Weg weisen” biete ich ihm noch an.

Said, done. Er steigt mit mir in Jiyugaoka aus. Wir laufen die Treppen herunter zur Ōimachi-Linie, und schon bald kommt ein Zug, der sogar bis Mizonokuchi durchfährt. Der Mann beginnt, sich mit mir mit leiser Stimme und sehr freundlichem, gebildeten Japanisch zu unterhalten. In den folgenden 15 Minuten reden wir über Deutschland, Angela Merkel, Prime Minister Abe, Informationstechnologie und so weiter und so fort. Ich erfahre, dass er gerade von einem klassischen Konzert kommt und nun jemanden besucht, dem er ein Mitbringsel gekauft hat. Wir nähern uns der Endhaltestelle. Als wir aussteigen – ich steige hier in den Bus um, da mein Fahrrad in Reparatur ist – sage ich ihm sicherheitshalber noch mal, wie es weitergeht: On the other side of the platform just retracts the Den'entoshi line,,de,when he gets there,,de,be it in,,de,Minuten in Saginuma,,ja,Suddenly the man makes such a help,,de,as puzzled face and asked in astonishment,,de,I asked again to,,de,But you said,,de,that you want to Saginuma,,de,He thinks for a moment,,de,then his face brightens,,de,That was easy,,de,I met you,,de,thanks several times and runs to the other side of the platform,,de,And he leaves me with some questions,,de,Where did it because now really back,,de,Is someone waiting in Saginuma him,,de,at half-past,,de,I will also end times,,de,But the interrogative,,de,will probably floating around in my head for a while,,de,child's play,,de,Transfer at Shibuya,,de – wenn er dort einsteigt, sei er in 5 Minuten in Saginuma. Plötzlich macht der Mann ein so hilf- wie ratloses Gesicht und fragt ganz erstaunt: “Saginuma?”

Oh dear. Ich fragte noch mal nach: “Aber Sie sagten doch, dass Sie nach Saginuma wollen!?” Er überlegt kurz, dann erhellt sich sein Gesicht: “And! Genau! Das war ja einfach! Well, dass ich Sie getroffen habe!”, bedankt sich mehrfach und läuft zur anderen Seite des Bahnsteigs. Und er lässt mich mit einigen Fragen zurück. Wo wollte er denn nun wirklich hin? Wird jemand in Saginuma auf ihn warten – at night, um halb 12? And: Werde ich auch mal so enden? I hope not. Aber das fragende “Saginuma?” wird wohl noch eine Weile in meinen Kopf herumschwirren.

Kinderspiel !? Umsteigen im Bahnhof Shibuya

Kinderspiel !? Umsteigen im Bahnhof Shibuya

Share:  

Zollfreier Käse und Wein im Anmarsch

July 6th, 2017 | Tagged , | 9 Comments | 555 reads

Das sind doch mal – zumindest für Wein- und Käsegourmets – erfreuliche Nachrichten: Offensichtlich haben sich heute Vertreter der EU und Japans bei wichtigen Streitpunkten des 日本・EU経済連携協定 Japan-EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommens miteinander geeinigt. Since 2013 wird das Abkommen verhandelt, und vor allem bei Käse stellten sich die Japaner lange Zeit stur – at, so läuft das ja bei anstehenden Freihandelsabkommen nun mal, die heimische Produktion zu schützen. Was in Sachen Molkereiprodukte wohl eher ein Scherz ist, wenn man die Butter- und sonstigen Engpässe in Japan in den letzten Jahren so betrachtet.

Nun ist man also übereingekommen, den Importzoll für Weichkäsesorten (wie Camembert, Mozzarella usw.) aus der EU von 29,8% on 0% to reduce – allerdings nur für die ersten 20 Kilotonnen pro Jahr. Das entspricht in etwa der Menge, die momentan alljährlich nach Japan importiert wird. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet sind das gerade mal 150 Gramm pro Person und Jahr, also keine besonders grosse Menge. Bei Hartkäsesorten soll die Importsteuer ebenfalls komplett fallen – ohne Begrenzung, dafür aber nur schrittweise im Laufe der nächsten 15 Years.

Japanisches Käseregal: Einfach nur furchtbar

Japanisches Käseregal: Einfach nur furchtbar

Bei Wein soll der Importzoll von momentan 15% (mindestens aber 125 Yen, also rund 1 Euro, pro Liter) entfallen – und zwar sofort. Auch die Zollabgaben für Pasta, Schweinefleisch usw. sollen mit dem Abkommen entfallen.

Was hat die EU davon? Da geht es mehr um Hardware: Der Importzoll von 10% auf japanische Autos soll spätestens 7 Jahre nach Inkrafttreten des Abkommens entfallen, und da können sich einige europäische Autobauer schon mal warm anziehen, denn japanische Autos sind und bleiben eine ernstzunehmende Konkurrenz. Auch Zölle für Haushaltselektronik wie Fernseher zum Beispiel sollen fallen – within 5 Jahren von 14% on 0%.

Nice, all. Aber wie bei anderen Freihandelsabkommen auch bleiben natürlich immer Zweifel. Sind das wirklich Win-Win-Abkommen? Sollte man wirklich Waren bevorzugen, die 10,000 Kilometer oder gar mehr weit gereist sind? Im Falle von Käse muss ich leider (als absoluter Käsefan) say,de: And, sure! But wait! Aber das ist natürlich nur eine extrem egoistische, wenn auch wohlschmeckende Ansicht.

Share:  

Schallende Ohrfeige für Regierungspartei bei Tokyo-Wahl

July 4th, 2017 | Tagged , , | 3 Comments | 483 reads

On Sunday, dem 2. July, war es wieder so weit: Die Bewohner von Tokyo waren aufgerufen, ihr Präfekturparlament zu wählen. Turnusgemäß findet die kurz 都議選 togisen genannte Wahl alle 4 years instead, und obwohl “only” eine Kommunalwahl, gilt sie doch als wichtiger Stimmungsmesser, because 1.) geht es hier um nicht weniger als die Hauptstadt, and 2.) sind knapp 11,3 Millionen Menschen wahlberechtigt – das sind etwas mehr als 10% der gesamten wahlberechtigten Bevölkerung.

Der Wahlkampf war in diesem Jahr relativ leise und schmerzlos – trotzdem stieg die Wahlbeteiligung von 43,5 bei den letzten Wahlen im Jahr 2013 on 51,3%. Das bedeutet allerdings, dass die Wahlbeteiligung auf einem relativ niedrigen Niveau bleibt. Das Ergebnis der Gouverneurswahlen ist jedoch sehr interessant:

Party Seats 2017 Seats 2013
Meeting of the citizens first,,ja,Tokyoter zuerst,,ja,New Komeito Komeito,,ja,Tokyo consumer network,,ja,Net,,en,independent,,de,共産党 共産党 Communist Party,,de,民進党 Democratic Party,,de,other,,de,Liberal Democratic Party,,ja,there are for that result mainly two explanations,,de,First, if it were the past and future Governor,,de,Yuriko Koike Yuriko Koike,,ja,The Arabic-speaking sociologist since August,,de,in office,,de,and generally the Tokyo are quite pleased with her,,de,It is regarded as integrity and as someone,,de,can tackle,,de,The smell of felt,,de,decades quasi a must in the upper floors of the city administration,,de,does not depend on her,,de (“Tokyoter zuerst”)-Motion 55 6
公明党 Komeito 23 22
東京・生活者ネットワーク (Net) 1 3
Parteilos 0 9
共産党共産党 Kommunistische Partei 19 17
民進党 Demokratische Partei 5 7
Sonstige 1 5
自民党 23 57

Für dieses Ergebnis gibt es hauptsächlich zwei Erklärungen. Als erstes wäre da die bisherige und künftige Gouverneurin 小池百合子 Yuriko Koike. Die Arabisch sprechende Soziologin ist seit August 2016 im Amt, und im Allgemeinen sind die Tokyoter mit ihr durchaus zufrieden. Sie gilt als integer und als jemand, der anpacken kann. Der Geruch von Filz, jahrzehntelang quasi ein Muss in den oberen Etagen der Stadtverwaltung, hängt ihr nicht an. The choice is a clear invitation to the capital city of Koike,,de,continue,,de,The second reason has indirectly to do with Koike,,de,the fifth,,de,Party change landed the nimble politician in the ruling Liberal Democrats and was, among others, Minister of Defense,,de,Against the wishes of her party, she decided in the summer,,de,to compete in the gubernatorial election of Tokyo,,de,she also became the first woman then,,de,An important point in their manifesto was the,,de,Citizens first Tomin First,,ja,tomin = capital residents,,de,So her accent was more on local politics,,de,With its supporters it formed a Tomin First Group,,de,which finally beginning,,de,gained the status of a political party,,de,Koike also filed a notice of resignation at the party the Liberal Democrats ago,,de, weiterzumachen.

Der zweite Grund hat indirekt auch mit Koike zu tun. Beim fünften (!) Parteiwechsel landete die wendige Politikerin bei den regierenden Liberaldemokraten und wurde unter anderem Verteidigungsministerin. Entgegen dem Willen ihrer Partei beschloss sie im Sommer 2016 after all, bei der Gouverneurswahl von Tokyo anzutreten, die sie als erste Frau dann auch gewann. Ein bedeutender Punkt in ihrem Manifest war das 都民ファースト Tomin First (tomin = Hauptstadtbewohner) – ihr Akzent lag also mehr bei der Lokalpolitik. Mit ihren Unterstützern bildete sie eine Tomin First-Gruppe, die schliesslich Anfang 2017 den Status einer politischen Partei erlangte. Koike reichte auch eine Parteiaustrittserklärung bei den Liberaldemokraten vor, but it was not until today,,de,one day after the election,,de,officially adopted,,de,Liberal Democrats during the election campaign in Tokyo,,de,Sangenjaya,,en,As before, Koike has recognized the signs of the times in time,,de,Thanks to the stunning arrogance of the ruling Liberal Democrats,,de,coupled with unspeakable blunders,,de,sometimes deliberately,,de,sometimes unintentionally,,de,more and more people are fed up by the government,,de,but for lack of alternatives at the country level, the dissatisfaction has not yet been reflected in national elections,,de,Now with tomin first it was but a serious alternative at the municipal level,,de,Said arrogance of the government expressed particularly evident in recent days,,de,Thus, the incumbent Defense Minister Inada announced at a campaign rally in Tokyo,,de, einen Tag nach der Wahl, offiziell angenommen.

Liberaldemokraten beim Wahlkampf in Tokyo (24. Juni, Sangenjaya)

Liberaldemokraten beim Wahlkampf in Tokyo (24. June, Sangenjaya)

Wie schon zuvor hat Koike die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt: Dank der atemberaubenden Arroganz der regierenden Liberaldemokraten, gepaart mit unsäglichen Patzern, teils absichtlich, teils unabsichtlich, haben immer mehr Menschen die Nase voll von der Regierung, doch mangels Alternativen auf Landesebene hat sich die Unzufriedenheit noch nicht bei landesweiten Wahlen niedergeschlagen. Mit tomin first gab es nun jedoch eine ernstzunehmende Alternative auf Kommunalebene.

Besagte Arroganz der Regierung äußerte sich in den vergangenen Tagen besonders deutlich. So verkündete die amtierende Verteidigungsministerin Inada bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tokyo, that they “On behalf of the Defense Ministry and the Self-Defense Forces to support the Liberal Democrat candidate,,de,asks,,de,public,,de,Statement testifies either of incredible effrontery or boundless stupidity,,de,I certainly hope,,de,that the latter is the case,,de,because the collection of the military by individual political forces is a good reason in Japan an absolute taboo,,de,The minister apologized and withdrew the statement,,de,but what remains is a strong aftertaste and a dark premonition,,de,that Abe's plans with the Japanese military might extend further than previously feared,,de,The arrogance expressed today,,de,again supplied by the boss himself,,de,Speaking in Akihabara counter-demonstrators appeared,,de” bittet. This (öffentliche) Aussage zeugt entweder von unglaublicher Unverfrorenheit oder grenzenloser Dummheit. Ich hoffe natürlich, dass letzteres der Fall ist, denn die Vereinnahmung des Militärs durch einzelne politische Kräfte ist aus gutem Grund auch in Japan ein absolutes Tabu. Die Ministerin entschuldigte sich und nahm die Aussage zurück, doch was bleibt ist ein starker Nachgeschmack und eine dunkle Vorahnung, dass Abes Pläne mit dem japanischen Militär womöglich weiter reichen als bisher befürchtet.

Die Arroganz äußerte sich auch heute, mal wieder geliefert vom Chef persönlich: Bei einer Rede in Akihabara tauchten Gegendemonstranten auf, die “Abe stop,,de,The chanting was by Abe with the terse remark,,de,We will of which certainly not allow ourselves to be beaten,,de,The choice was also significantly under the sign of,,de,Moritomo-Spendenskandals,,ja,Since it did not help,,de,that the Moritomo boss Kagoike ungefragt,,de,but with the press in the notes and the equivalent of 8,,de,Euro-filled envelope in front of a run by Abe's wife showed up and said loudly Restaurant,,de,I now give back the donation,,de,What a farce,,de,Who the Liberal Democrats in the downward trend seen,,de,is still more likely to optimistic camp,,de,For while Abe might have found an appropriate antagonist in Koike,,de,so the whole remains yet at the local level,,de,At the national level, there is not such a figure,,de!” called. Der Sprechchor wurde von Abe mit der lapidaren Bemerkung “Wir werden uns von denen erst recht nicht unterkriegen lassen” done with.

Die Wahl stand auch deutlich unter dem Zeichen des Moritomo-Spendenskandals. Da half es auch nichts, dass der Moritomo-Boss Kagoike ungefragt, aber mit Presse im Anhang und einem mit umgerechnet 8’000 Euro gefüllten Briefumschlag vor einem von Abes Ehefrau betriebenen Restaurant aufkreuzte und laut sagte “Ich gebe jetzt die Spende zurück”. Was für ein Schmierentheater!

Wer die Liberaldemokraten im Abwärtstrend sieht, ist trotzdem eher zum optimistischen Lager zu rechnen. Denn während Abe in Koike eine angemessene Gegenspielerin gefunden haben könnte, so verbleibt das ganze doch auf lokaler Ebene. Auf nationaler Ebene gibt es eine solche Figur nicht. You can see that on the election results in Tokyo,,de,The traditionally strongest opposition force,,de,the Democratic Party,,de,is far behind in the lower ranks,,de,even the Communists had more than four times as many votes,,de: Die traditionell stärkste Oppositionskraft, die Demokratische Partei, liegt weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen – selbst die Kommunisten hatten mehr als vier Mal so viele Stimmen.

Share:  

Kyoto-Starbucks im traditionellen japanischen Stil / Tokyo-Tirade in der “Time”

June 28th, 2017 | Tagged , , , | 6 Comments | 619 reads

Heute stellte Starbucks Japan seine neueste Niederlassung in der alten Kaiserstadt Kyoto before¹. Die Filiale öffnet am 30. June 2017 ihre Pforten und befindet sich an der altehrwürdigen 二寧坂 Ninen-zaka-Gasse unweit des Kiyomizu-Tempels. Das zweigeschossige Gebäude ist mehr als 100 Jahre alt und komplett im traditionellen Stil aus Holz gebaut. Im Inneren gibt es die obligatorischen Tatami (Reisstrohmatten).

Ein geschickter Schachzug von Starbucks, das muss man den Marketingleuten lassen. スタバ sutaba, wie die Läden in Japan abgekürzt werden, hat hierzulande über 1’000 Filialen und mehr als 3’000 Employee. Die erste Niederlassung wurde 1996 an der Ginza eröffnet. Doch die neueste Filiale in Kyoto sollte auch etwas nachdenklich stimmen. For sure,de, man kann es nicht vermeiden, dass sich globale Ketten in historischen Gassen breit machen – das geschieht überall. Auch McDonalds hat schon vor Jahrzehnten in Kyoto Filialen eröffnet und war sogar kompromissbereit: Man verzichtete auf die übliche, in der Tat sehr aufdringliche rot-gelbe Farbmischung und einigte sich mit der Stadt auf einen Braunton. Doch man kann sich jetzt schon ausmalen, dass nicht wenige Touristen (die meisten davon werden wohl nicht aus Europa sein) einen Besuch in der traditionell japanischen Starbucks-Filiale als ein Highlight ihres Kyoto-Besuches empfinden werden. Und das ist etwas traurig, verliert man doch dabei den ursprünglichen Sinn des Reisens komplett aus den Augen.

Kyoto-Starbucks-Filiale

Those: Fashion-press.net ( https://www.fashion-press.net/news/31621)

Das erinnerte mich ein bisschen an den Artikel Im Land der aufgehenden Langeweile erschienen bei Die Zeit und verfasst von Ulf Lippitz. Dort bedauert der Autor auch die Tatsache, dass die Globalisierung auch die japanische Hauptstadt fest im Griff hat. Mehr aber noch erinnert mich der Artikel daran, dass manche Menschen scheinbar nicht mehr die Essenz des Reisens erkennen. Vollgepumpt mit Erwartungen hat sich da der Autor auf die Reise nach Tokyo gemacht und war ganz überrascht, an den absoluten Touristenfallen nicht den Kick zu bekommen, den er erwartet hat. Wie man ein Reiseziel so absolut oberflächlich “durchrennen” can, ist mir ein Rätsel (genau so ist es mir ein Rätsel, wie er in ein Restaurant mit “Cover Charge” gelangte – danach muss man eigentlich heute fast suchen). For sure,de, Tokyo muss man nicht mögen – an den meisten Ecken ist es nicht schön. Aber bevor man als bezahlter Korrespondent Sätze wie “Ein Helene-Fischer-Konzert hätte es auch getan” in einer Beschreibung über Shibuya in der Nacht von sich gibt, hätte man sich ja wenigstens ein kleines bisschen Mühe geben können…

¹ See for example here (Starbucks-Pressemitteilung, Japanese) and here (Japan Times, English).

Share:  

Japan wächst und wächst und wächst…

June 22nd, 2017 | Tagged , , | 1 Kommentar | 543 reads

Vorgestern gab das 国土地理院 – die Geospatial Information Authority of Japan known, dass man zum ersten Mal seit rund 45 Jahren an einer Überarbeitung der topographischen Karte Japans arbeitet¹ – der Grund dafür ist eine zwar noch anhaltende, aber bereits jetzt schon bemerkenswerte Änderung: Die Insel 西之島 Nishinoshima (literally: Insel des Westens) rund 1’000 Kilometer südlich von Tokyo (die Insel gehört allerdings wohlgemerkt zu Tokyo!) ist in den vergangenen vier Jahren um fast das zehnfache gewachsen. Bis vor vier Jahren handelte es sich um ein gerade Mal 0,3 Quadratkilometer großes Inselchen und einem 25 Meter hohen Hügel. Am Jahresende 2016 maß man bereits 2,7 Quadratkilometer, mit einem knapp 150 Meter hohen Berg in der Mitte.

Alte Karte und neue Karte von Nishinoshima (1:25000). Quelle: GSI

Alte Karte und neue Karte von Nishinoshima (1:25000). Those: GSI

Bei Nishinoshima handelte es sich um eine Caldera, die gerade so aus dem Meer schaute, aber aus selbiger strömen seit 2013 fast ununterbrochen gewaltige Lavamengen, und ein Ende ist Geologen zufolge noch nicht in Sicht. Anschauen kann man sich das Spektakel leider nicht so ohne weiteres – die nächstgelegene, bewohnte Insel Chichinoshima liegt gut 130 Kilometer entfernt, und die Gewässer um den Vulkan sind aufgrund der Gefahr, die von dem Vulkan ausgeht, gesperrt. Immerhin wird der unverhoffte Zuwachs zum Gebiet der Präfektur Tokyo dazu beitragen, die durchschnittliche Bevölkerungsdichte von Tokyo zu drücken…

Jüngere Luftbildaufnahme von Nishinoshima – By Unmanned Aerial Vehicle (UAV) – Geospatial Information Authority of Japan website (http://www.gsi.go.jp/gyoumu/gyoumu41000.html), CC 表示 4.0, Link

¹ See here

Share:  

unloved immigrants,,de,Red fire ants appear in Japan,,de,t.co/1gWEnNWJrM,,en,t.co/UCYmnKcM3p,,en,And otherwise nothing is clear once again,,de,in the station of Shibu-u-ya ♩,,de,UdoLindenberg,,da,AndreaDoria,,en,t.co/hGwSbqoPLa,,en,tsuya,,ja,yo-ru,,en,hanaha-da,,ja,hanaha-dashii,,ja,betörend,,en,friend,,de: Rote Feuerameisen tauchen in Japan auf

June 19th, 2017 | Tagged | No comment so far | 516 reads

Rote Feuerameise

Rote Feuerameise – By The photographer and www.AntWeb.org, CC BY 4.0, Link

In der vergangenen Woche ist das eingetreten, wovor sich die japanischen Behörden schon lange gefürchtet haben: Erstmals wurden in Japan Vertreter der ヒアリ hiari Roten Feuerameise (Solenopsis invicta) spotted in Japan. The “invicta” im lateinischen Namen bedeutet nichts Gutes, denn übersetzt heißt das “unbesiegbar”: Gegen die Tiere ist einfach noch kein Kraut gewachsen. Ursprünglich aus Südamerika stammend, haben sie sich rasend schnell im Süden der USA ausgebreitet, und auch in Südchina, Taiwan und Australien haben sie sich bereits niedergelassen.

Entdeckt wurden die Tiere im Containerhafen auf Port Island in der Hafenstadt Kobe. Am Wochenende wurden weitere 100 Tiere gefunden, aber wenigstens, so wurde jedenfalls in den Medien berichtet¹, wurde keine Königin gefunden. Either, weil es keine gibt, was natürlich gut wäre, oder weil sie gut versteckt ist. Man geht auch davon aus, dass es die Ameisen noch nicht bis in besiedelte Gebiete – jene sind rund 2 km vn besagtem Terminal entfernt – geschafft haben. Das Quarantänepersonal arbeitet deshalb mit Hochdruck daran, andere Exemplare zu finde, denn so viel steht fest: Sollten sie es bis in die Innenstadt von Kobe schaffen, wird es wohl sehr schwer, wenn nicht unmöglich, be, sie wieder loszuwerden.

In den Medien sind die Ameisen natürlich sofort zum Lieblingsobjekt avanciert. Genüsslich übersetzt man dort den englischen Beinamen “killer ants” in “殺人アリ” (Mörderameise) und zeigt Zeitraffervideos, in denen man sieht, wie Ameisen einen toten Frosch bis auf die Knochen abdecken. Man muss kein Ameisenexperte sein, to know, dass viele Ameisenarten genau das tun – sich von Kadavern ernähren. Nicht umsonst haben sie Beinamen wie “Polizei des Waldes” and the same.

Die Feuerameisen sind zwar nicht groß – die Arbeiter sind wohl nur 2,6 to 6 mm, aber sie haben es in der Tat in sich: Da die Tierchen sehr aggressiv sind und auch noch omnivor – sie kommen bestens mit dem von Menschen hinterlassenen Müll aus – werden allein in den USA schätzungsweise 14 Million (!) Menschen pro Jahr gebissen², und während der Großteil der Opfer mit verbrennungsähnlichen Wunden davon kommt, entwickeln zwischen 0,6 and 6% eine allergische Reaktion bis hin zum Tod. In dem Sinne kann man nur hoffen, dass die Tiere sich hier nicht ausbreiten. Mit der globalen Erwärmung wird die weitere Verbreitung allerdings nur eine Frage der Zeit sein.

¹ See for example here
² See Wikipedia

Share:  

Vergessen und dennoch da: Erhöhte Radioaktivität bei Tokyo

June 14th, 2017 | Tagged , | 2 Comments | 839 reads

Man hat in den letzten zwei, drei Jahren eigentlich kaum noch etwas darüber gehört oder gelesen, aber das bedeutet natürlich nicht, dass das Problem damit alleine verschwindet: Erhöhte Strahlenwerte, und zwar nicht nur in der unmittelbaren Umgebung des Reaktors in Fukushima, sondern auch in und um Tokyo. Nach dem Nuklearunfall gab es ja auch in Tokyo sehr unterschiedlich verteilte Strahlenwerte, wobei vor allem sogenannte “Hotspots” in der Nachbarpräfektur Chiba auffielen, allen voran in den Städten Abiko, Kashiwa, aber auch in Urayasu.

Heute wurde bekanntgegeben, dass man an insgesamt 5 staatlichen Oberschulen im Stadtbereich von Kashiwa Strahlenwerte gemessen hat, die das gesetzlich erlaubte Limit von 0,23 Mikrosievert pro Stunde übersteigen. Und zwar teilweise deutlich – the highest value was in excess of,,de,μSv/h,,en,Although it was stressed,,de,that the elevated values ​​were measured at points,,de,where nobody normally goes,,de,Gutters, and the like,,de,but just in schools, there are known to only a few points,,de,where really no one goes,,de,The messages can be viewed from a positive and a negative side,,de,The negative side should be clear,,de,The problem of increased radioactivity remains,,de,all protestations from politicians despite,,de,And that will be the case for a long time,,de,However, the positive news is,,de,that monitoring seems to work,,de,and at the state and the private sector,,de,The above findings are from measurements by the state,,de,But in Kashiwa For example, there are also citizens measurements,,de 0,7 μSv/h¹. Zwar wurde betont, dass die erhöhten Werte an Stellen gemessen wurden, wo normalerweise keiner hingeht (Abflußrinnen und dergleichen), aber gerade bei Schulen gibt es bekanntermaßen nur wenige Stellen, wo wirklich keiner hingeht.

Die Nachrichten kann man von einer positiven und einer negativen Seite sehen. Die negative Seite dürfte klar sein: Das Problem erhöhter Radioaktivität bleibt, allen Beteuerungen seitens der Politiker zum Trotz, exist. Und das wird noch sehr lange der Fall sein. Die positive Nachricht ist jedoch, dass das Monitoring zu funktionieren scheint – und das auf staatlicher und privater Seite. Die oben genannten Erkenntnisse stammen aus Messungen von staatlicher Seite. Aber in Kashiwa zum Beispiel gibt es auch Bürgermessungen, where volunteers prescribed with Geiger counters areas come off and there,,de,in one meter,,de,make mobile measurements,,de,These are then published on a website,,de,as the situation changes,,de,On the following maps, the measurement results are shown in inspections of the station area of ​​Kashiwa,,de,Green dots mean values ​​of 0,1μSv / h and below,,de,blue means,,de,μSv/h bis,,en,Radioactivity around the station Kashiwa in May,,de,The trend is evident,,de,that here in one meter,,de,along well-traveled,,de,and purified,,de,Roads is measured,,de,In direct ground level or in places,,de,where sewage accumulates,,de,The situation is again very different,,de,See messages from yesterday and today,,de,See, for example,,,de,shiba-ru,,zh-CN – in einem Meter Höhe – mobile Messungen vornehmen. Diese werden dann auf einer Webseite veröffentlicht².

It is interesting, to see, wie sich die Lage verändert. Auf den folgenden Karten werden die Messergebnisse bei Begehungen der Bahnhofsgegend von Kashiwa dargestellt. Grüne Punkte bedeuten Werte von 0,1μSv/h und darunter; blau bedeutet 0,1 μSv/h bis 0,23 μSv/h (Those: See ²):

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2013

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2014

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 204

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2015

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2015

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2016

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2016

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2017

Radioaktivität rund um den Bahnhof Kashiwa im Mai 2017

Der Trend ist deutlich erkennbar — but we must not forget, dass hier in einem Meter Höhe, entlang gut befahrener (und gereinigter) Straßen gemessen wird. In direkter Bodenhöhe oder an Orten, wo sich Abwasser sammelt, sieht die Lage wieder ganz anders aus.

¹ Siehe Nachrichten von gestern und heute here (Japanese) and here (English).
² Siehe zum Beispiel here.

Share:  

46 Jahre versteckt – der japanische Untergrund

June 8th, 2017 | Tagged , | 1 Kommentar | 546 reads

Fahndungsplakat Masaaki Ōsaka

Fahndungsplakat Masaaki Ōsaka

At the 18. More 2017 machte die Polizei von Hiroshima Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Mitgliedern der extremistischen Gruppe 中核派 chūkakuha (“Kernzelle”). Der eigentliche Name der Gruppe lautet 革命的共産主義者同盟全国委員会 kakumeiteki kyōsanshugisha dōmei zenkoku iinkai (Nationales Komitee der revolutionären kommunistischen Liga) und wird aus verständlichen Gründen gern abgekürzt. Das Programm der Gruppierung findet sich sogar auf Englisch im WWW¹.

Die 1957 gegründete Gruppe vertritt Marxismus in seiner Reinform und brandmarkte somit auch den Stalinismus oder das nordkoreanische Modell als eine Regierungsform, die ebenfalls nicht im Interesse der Arbeiterklasse handelt. Man organisierte Streiks und verlegte sich später auf Anschläge, einige davon tödlich. Der letzte Anschlag fand 2001 instead of – weshalb die Meldung der Hausdurchsuchung recht überraschend kam.

Während der Durchsuchung versuchte ein älterer Mann zu fliehen, doch er kam nicht weit: Die Beamten nahmen ihn wegen des Verdachts der Behinderung der Staatsgewalt fest. Später erhärtete sich ein Verdacht: Der Festgenommene könnte womöglich der seit 46 (!) Jahren gesuchte 大坂正明 Masaaki Ōsaka be. Jener wurde seit 1971 wegen der 渋谷暴動事件 Shibuya Bōdō Jiken – Shibuya-Unruhen gesucht. Damals demonstrierten vornehmlich Studente und Mitglieder der Kernzelle gegen das Abkommen über die Rückgabe von Okinawa mit der USA. Eine Polizeiwache wurde angegriffen, mehrere Polizisten schwer verletzt – und ein Polizist wurde erst mit Stahlstangen niedergeschlagen und danach angezündet. Er verstarb am nächsten Tag an seinen Verletzungen. Ōsaka galt als Haupttäter, konnte aber im Gegensatz zu 6 Mitangeklagten fliehen. Until now.

Da der Angeklagte sich nicht äußerte, wurde letztendlich eine DNA-Untersuchung veranlaßt, und so wurde in dieser Woche bekannt, dass es sich tatsächlich um den gesuchten Ōsaka handelt.

Der Fall erinnert etwas an den Lindsay-Fall before 8 Years: Damals schaffte es der Mörder der britischen Englischlehrerin Lindsay auch, sich knapp 3 Jahre lang im Land zu verstecken – und er reiste sogar durch die Gegend. Beide zählen zum 蒸発 jōhatsu – “Verdunsten”-Phänomen, bei der Japaner, in vielen Fällen sind es hochverschuldete Ehepartner, einfach so verschwinden. Im Untergrund.

Zwei französische Autorinnen haben zu diesem Thema etwas recherchiert (und fotografiert) und dazu ein Buch verfasst – The Vanished: The “Evaporated People” of Japan in Stories and Photographs – erhältlich auf Französisch und Englisch, it seems. Ihren Recherchen zufolge entscheiden sich alljährlich rund 100’000 Japanese, “abzutauchen”. Sie sind einfach nicht mehr auffindbar, schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten herum und wohnen in Absteigen, in denen man sich nicht registrieren braucht. Sie leben quasi außerhalb der Matrix, und die Familienangehörigen wissen davon nichts.

Ob das Buch gut ist oder nicht, weiss ich (more) not, aber ich werde es mir sicher demnächst mal durchlesen, denn dieser Aspekt der japanischen Gesellschaft ist sehr interessant – und kaum durchleuchtet.

¹ See here

Share:  

« Older entries