Please note: This is a machine translated version. The original article is in German and can be accessed .

Yakuza vs. System

August 27th, 2015 | Tagged | 8 Comments | 501 reads

Der Knopf des Anstosses: Sind Sie über 20 Jahre alt? Hai!

Der Knopf des Anstosses: Sind Sie über 20 Years old? Hai!

Als ich vergangenen Freitag des nächtens in den hiesigen 7-Eleven schlich, um Nachschub zu holen, herrschte im selbigen richtig dicke Luft. Ein etwas kräftiger aussehender Japaner stand an der Ladentheke, schlug alle paar Sekunden kräftig mit der flachen Hand auf die Theke und brüllte auf den Angestellten in seiner typischen grünen Kluft ein. Der wurde immer kleiner, murmelte gelegentlich was von Entschuldigung, gab aber durchaus auch schon mal Widerrede, was den Brüllenden natürlich nur noch mehr anspornte. Das Geschrei fand im feinsten Gangsterjapanisch statt. Nanu? What was going on? Neben mir war lediglich noch ein weiterer Angestellter im Laden, und der tat so, als ob er gerade ganz furchtbar mit dem Einordnen neuer Ware beschäftigt wäre.

Anfangs sah alles etwas bedrohlich aus, beziehungsweise hörte es sich so an, aber bei Yakuza-Dialekt gehört das einfach dazu. Nach ein paar weiteren Tiraden merkte ich jedoch, dass hier keine Schlägerei im Anzug war. Der gute Herr wollte einfach nur etwas Luft ablassen über etwas, was ihn störte. Stein des Anstosses war der Minibildschirm, der an jeder Kasse Richtung Kunde zeigt. Kauft man nämlich in einem konbini Alkohol oder Zigaretten, macht es ordentlich “beep”, und man muss auf dem Bildschirm einen grossen Knopf drücken: Mit dem bestätigt man, dass man über 20 Years old. Erst dann kann man die Ware erhalten.

Es war nicht so, dass ich den Schreihals nicht verstehen würde. Was, wenn ein 19-jähriger den Knopf drückt? Dann ist doch alles in Ordnung, or? Wieso muss ein gestandener 50-jähriger ebenfalls diesen albernen Knopf drücken? All diese Fragen warf der Schreihals den Angestellten vor den Kopf und warf ihm mangelnde Gehirnmasse vor. Und dass sich die Betreiber der Kette mit dieser lächerlichen Prozedur einfach nur aus der Affäre ziehen wollen. Das wurde wunderschön ausgeschmückt. “Du Vollidiot! Wusstest Du eigentlich, I 19 Jahre alt war? Guckst Du, was! Was nun? In?” – “Um… 19? But… ” – “Siehste! Natürlich bin ich nicht 19! Das sieht doch selbst der größte Trottel! Warum soll ich also diesen blöden Bildschirm abfummeln?” Etc.. Er will doch nur spielen…

Natürlich hat der Mann recht. Dass der Angestellte für den Knopf nichts kann, wird er freilich auch gewusst haben. Jedoch steckte der Angestellte in der Klemme, denn in Japan erwartet man, dass der Angestellte voll hinter seinem Brötchengeber steht. Hätte er nun also gesagt “Dafür kann ich doch nichts! Ich mag den blöden Knopf auch nicht”, wäre er sicher noch mehr angebrüllt worden. Wegen Illoyalität und so. Eigentlich konnte der Angestellte nur verlieren.

Irgendwann hatte ich, was ich wollte, bezahlte beim anderen Angestellten und ging. Währenddessen ging die Show drinnen weiter. Irgendwo in Japan, nachts um 1.

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Wir borgen uns ein Logo. Oder zwei.

August 21st, 2015 | Tagged , | 5 Comments | 646 reads

Es sind noch 5 Jahre bis zu den Olympischen Spielen in Tokyo, aber selbige sorgen bereits mehr und mehr für Unterhaltung. War es vorher das sündhaft teure Stadion, ob dessen sich die Gemüter erhitzten (das Ganze ist jedoch noch nicht ausgestanden), so ist es jetzt das Olympialogo. Das Logo wurde vom Grafikdesigner 佐野 研二郎 Kenjirō Sano entworfen – der 43-jährige hat natürlich schon einiges Andere vorher entworfen und diverse Designpreise eingeheimst. 104 verschiedene Entwürfe reichte Sano ein, und ein markantes T für Tokyo wurde ausgewählt. Im Juli gab man schliesslich ganz offiziell das Emblem bekannt. Davon bekam auch ein belgischer Designer Wind: Das Logo ähnele dem des Theaters von Liege doch allzu sehr. So sehr, daß man geistigen Diebstahl vermutet und rechtlich dagegen vorgehen möchte.

Nun ist die Ähnlichkeit grenzwertig. Es ist kein allzu kompliziertes Logo, und es besteht durchaus die Möglichkeit, daß Sano das belgische Logo nie gesehen hat. Doch dann meldete sich ein spanisches Designbüro zu Wort. Jenes hatte nach der Erdbebenkatastrophe ein “Rebuild Japan” (just!)-Logo entworfen. Spätestens beim Anblick dieses Logos fällt es schwer, an einen dummen Zufall zu glauben.

Olympia-Logo-Entstehung - alles nur Zufall?

Olympia-Logo-Entstehung – alles nur Zufall?

Flugs wurde eine Pressekonferenz einberufen, bei der Sano beteuerte, daß er noch nie von anderen Entwürfen geklaut habe. Das unerlaubte kopieren, kurz geistiger Diebstahl, wird auf Japanisch パクる pakuru called. Natürlich begannen nun die Menschen, etwas näher hinzuschauen, and behold: Das Olympialogo ist kein Einzelfall. Sano hat über Jahre hinweg munter kopiert. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Am besten haben das die Kollegen vom japanischen Netgeek-Blog zusammengefasst (see Netgeek.biz):

Sanos Design unter der Lupe

Sanos Design unter der Lupe – Those: Netgeek.biz

In den sozialen Netzwerken wird der Vorfall heftig diskutiert. Wie immer tauchen sofort Posts auf, die behaupten, daß Sano kein echter Japaner sei sondern ein Zainichi. Viele fragen sich, ob in der Designwelt etwa auch Beziehungen die Welt sind, da Sano dorthin gehend etliche Beziehungen hat.

Persönlich betrachte ich das ganze zugegebenermassen nicht ganz ohne Häme. Die japanischen Medien sind seit Jahren gnadenlos über die Raubkopiererei in China hergefallen, gerade so als ob so etwas niemals in Japan passieren könnte. Sure, China ist in Sachen geistiges Eigentum noch immer Wildwest, und es wird kopiert, there's no tomorrow. Aber es ist ja nicht so, daß man in Japan diesbezüglich gänzlich immun sei.

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70 Jahre Kriegsende: Historical

August 18th, 2015 | Tagged | 6 Comments | 528 reads

Asahi-Shimbun vom 7. November 1937: Gefeiert wird der Beitritt Italiens zum Anti-Komintern-Pakt zwischen Japan und Deutschland

Asahi-Shimbun vom 7. November 1937: Gefeiert wird der Beitritt Italiens zum Anti-Komintern-Pakt zwischen Japan und Deutschland

Before 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg endgültig – mit der Kapitulation Japans. Zum Jahrestag gab es einiges Bemerkenswertes: So kramte man bei der ARD noch einmal in den Archiven und recherchierte zu den Atombombenabwürfen, um so an einem Mythos zu rütteln: Dem Mythos, dass nur die Atombomben Japan in die Knie zwangen und, so paradox es klingen mag, dabei halfen, mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Man hatte schliesslich an Okinawa gesehen, wozu Japaner fähig sind, wenn es um den Endkampf geht. Der Schlüsselsatz ist meiner Meinung nach die folgende Aussage:

Warum aber hat Japan nach Hiroshima nicht kapituliert? “Weil es für Tokio nur eine weitere zerstörte Stadt war”, sagt Sherwin. “Zuvor waren schon Dutzende andere zerstört worden. Was für das Kriegskabinett viel entscheidender war, war die Kriegserklärung der Sowjets.”

(Those: Siehe obiger Link). Right. Tokyo und nahezu alle mehr als mittelgrossen Städte des Kaiserreichs waren bereits nahezu komplett zerstört. Auch in Deutschland hatte die völlige Zerstörung der Städte nicht den gewünschten Effekt. Warum sollte die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki da plötzlich ins Gewicht fallen?

Mit viel Spannung wurde dann schliesslich Ministerpräsident Abes Rede zum Jahrestag erwartet. Der von mir sehr geschätzte Professor Zöllner hat die Rede umgehend ins Deutsche übersetzt und danach hervorragend zusammengefasst und kommentiert. Allzu viel will ich da nicht hinzufügen. Die Rede war ein merkwürdiger Spagat zwischen der Richtung, die Abe längst eingeschlagen hat, und dem, was das Volk und die Weltgemeinschaft im Allgemeinen erwarten. Natürlich gab es nach der Rede sehr kritische Stimmen aus Korea und China. Allerdings muss ich dazu sagen: Ich hatte Schlimmeres erwartet. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn Abe ordentlich aussenpolitisches Porzellan zerschlagen hätte, aber er tat es nicht.

Wie immer hielt auch der Kaiser eine Ansprache. Die ist jedes Mal ziemlich kurz, aber dieses Jahr fügte er das Wort 反省 hansei Selbskritik with a, und das war schon ein verhältnismäßig starkes Wort, das der Kaiser hier benutzte. Den Wortlaut der Rede findet man… exactly, at Prof.. Zöllners “Kotoba”.

Glico-Werbung während des Krieges

Glico-Werbung während des Krieges

A propos: In der letzten Woche fand ich im “Heimatmuseum” der Gemeinde 西之表 Nishi-no-Omote auf der Insel Tanegashima ein paar Ausgaben der Asahi-Shimbun aus Kriegszeiten. Die konnte man sich dort einfach so ansehen, und das ist relativ selten. Die Zeitungen damals waren voller Kriegsberichte und Brandreden gegen die Feinde, aber das kennt man ja vom Völkischen Beobachter. Was mich beim Betrachten alter Zeitungen aus Kriegszeitungen jedoch jedes Mal mitnimmt, ist die Werbung auch heute noch existierender Firmen. So zum Beispiel die Werbung von Glico, einem Süßwarenhersteller, dessen Logo sich in den all den Jahren nicht geändert hat. Slogan:

イマニ僕等モ征ク (imani bokura mo yuku) – “Bald ziehen auch wir los!”

und daneben die Aufforderung, eine gesunde, zweite kaiserliche Armee zu erziehen. With “nährhaften Süßigkeiten” von Glico natürlich. Links oben steht dann noch die Aufforderung 慰問袋ニ何ヨリ – “gehört mehr noch als alles andere ins Heimatpaket”. Natürlich geschah das gleiche auch in Deutschlands Zeitungen. Aber es ist immer wieder schockierend, to see, mit welcher Leichtigkeit Gesellschaften Kinder mit in den Krieg einbeziehen und somit eine ganze Generation aufs Spiel setzen. Mit kräftiger Unterstützung geschäftstüchtiger Firmen.

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Yakushima Teil 2

August 12th, 2015 | Tagged | 14 Comments | 580 reads

Mangels Alternativen am Abend kommt hier der zweite Teil des Inselberichts – live aus Yakushima. Geschrieben auf dem Handy, und mit freundlicher Unterstützung eines Glases Mitake neben mir – ein auf der Insel gebrauter shōchu. Oh, aus dem Glas sind gerade zwei geworden, da der Barbesitzer meinte, aufgrund seines Geburtstages einen ausgeben zu müssen. Und soeben sind zwei Ausländer aufgekreuzt und haben gefragt, ob es hier Sushi gibt. Of course not, denn das hier ist eine Bar, ferkrissake! Und weg sind sie. Hier ist was los…

Sugi (Sicheltannen) bis zum Abwinken

Sugi (Cedars) bis zum Abwinken

 Yakushima. Der erste Ort in Japan, der zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde. Oh, das ist aber eine fette Kakerlake, die da gerade neben mir unter dem Tisch hervorgekrochen kommt. Jetzt bloss nicht ablenken lassen. Das mit der UNESCO fanden die Holzfäller auf der Insel natürlich ganz toll – plötzlich wurde die Holzfällerei verboten und die Leute begannen, die Insel zu verlassen. Aber dafür kamen dann die Touristen, um sich die Wälder anzusehen. Und eins muss man anerkennend sagen: Die Mühe, die man sich hier gibt, all die Wanderwege und Berghütten anzulegen und in Schuß zu halten ist sagenhaft. Ich habe selten so schön angelegte Wanderwege gesehen – sehr intuitiv geplant und, as they say, im Einklang mit der Natur. Darauf legt man hier viel Wert. Wer in die Wälder geht, wird angehalten, tragbare Toiletten mit sich zu führen und auf gar keinen Fall irgendwelchen Müll zu hinterlassen. Successfully. Ich habe nicht ein Stück Müll bisher gesehen.

 

Blick auf Miyanoura - auf halber Strecke

Blick auf Miyanoura – auf halber Strecke

 Die Hauptattraktion der Insel sind die Sugi – japanische Zedern. Und die bekannteste ist die Jōmon-Sugi – benannt nach der Jõmon-Periode und damit – allegedly – rund 6’000 Years old. So genau kann man das jedoch nicht sagen, da die Sugi mit einem gewissen Alter innen hohl werden. Da ist also nichts mit Ringe zählen. Die Jōmon-Sugi ist neueren Schätzungen wohl “only” 3’000 nochwas Jahre alt, aber selbst das ist für einen Baum natürlich phänomenal. Die Wanderung bis zu besagter Sugi dauert übrigens hin- und zurück knapp 10 Hours. Banause, I am the, habe ich jedoch heute beschlossen, den alten Baum einen alten Baum sein zu lassen. The main reason: All, die nach Yakushima kommen, pilgern dort hin. Darauf habe ich keine Lust. Stattdessen hatte ich die grandiose Idee, mit dem Fahrrad eine 10 km lange, mit Haarnadelkurven gespickte Strasse bis zur 600 Meter hoch gelegenen Shiratani-Unsuikyō (“Weisses Tal-Wolkenwasserschlucht”) to drive. Bei Sonnenschein, 33 Grad und 70% Luftfeuchtigkeit. Die Pausen erfolgten entsprechend nach 3 km, 5 km, 6 km, 6,5 km, 7 km, 7,2 km, 7,4 km, 7,5 km… As I said,, es war eine wirklich grandiose Idee. Immerhin applaudierten mir ein paar Autoinsassen, als sie vorbeifuhren. Wahrscheinlich der gleiche höfliche Applaus, dem man jemandem, der dabei ist, etwas völlig Idiotisches anzustellen, zukommen lässt. Oder der Jesus Christus-Applaus: Thank you, dass Du diese Strapaze auf dich nimmst. Oben angekommen, stellte ich erneut fest, dass Yakushima anders ist: Während es überall in Japan definitiv einen Imbiß und/oder Getränkeautomaten gibt, findet man auf Yakushima in den Besucherzentren genau gar nichts. But – immerhin gibt es überall frische Bergquellen im Überfluß, an denen man sich sein Wasser abfüllen kann. 

 

Wasser, Moos und alte Bäume - was will man mehr

Water, Moos und alte Bäume – was will man mehr

 Ich entschied mich für den 3-Stunden-Kurs: Drei Stunden Wandern quer durch den Wald, berghoch, bergrunter. Auch hier gibt es sehr viele Sugi, aber während die Jōmon-Sugi einen Stammumfang von 16 Metern hat, haben diese hier nur einen Umfang von 8 Metern. Bei einigen Bäumen kann man dabei drunter durchlaufen. Und alles, aber auch wirklich alles ist mit Moos bewachsen. In addition, dass die Bäume wohl sehr viel Harz enthalten und deshalb nur schwer vermodern. Baumstümpfe von während der Edo-Zeit geschlagenen Bäumen liegen noch immer herum wie damals – nur eben jetzt mit Moos und Flechten bewachsen. Die Wälder von Yakushima dienten übrigens als Vorlage für die Wälder in Miyazaki’s “Prinzessin Mononoke”, und das ist einwandfrei nachvollziehbar. Das ist kein Wald, sondern ein Waldwald.

Am frühen Nachmittag ging es wieder zurück in den Hauptort Miyanoura. Natürlich war die Rückfahrt angenehmer als die Hinfahrt: Was vorher anderthalb Stunden dauerte, war nun in 15 Minuten pausenloser Abfahrt vollbracht. 15 Minutes, in denen ich dachte, dass es vielleicht doch keine sooo schlechte Idee war.

Immerhin war ich rechtzeitig zurück, um die imposanten Gewitter aus der Herberge heraus zu betrachten.

Fazit des Tages: 600 Meter Berg hochfahren mit einem 21-Gänge-Crossbike bei 33 Grad will gut überlegt sein. Das mache ich ganz bestimmt nicht noch mal. In diesem Jahr.

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Inselreporter: Yakushima

August 11th, 2015 | Tagged | 5 Comments | 469 reads

Nach allen 47 Präfekturen bin ich nun also auf die vielen kleinen japanischen Inseln aus – der Stoff reicht dank der großen Anzahl auch locker bis ans Lebensende. Im letzten Sommer war es die Insel Sado – in diesem Jahr die Insel Yakushima, about 60 km südlich von Kagoshima. Direkt kommt man dort von Tokyo nicht hin – am besten fliegt man nach Kagoshima und fährt von dort mit dem Boot weiter. Mit dem Schnellboot dauert das rund 2.5 Hours.

Said, done. JAL jagte mir erstmal einen Schrecken ein, als sie bekanntgaben, dass der Flug eventuell nach Fukuoka umgeleitet – oder nach Tokyo zurückkehren muss. The reason: Fog. Is also clear – der Flughafen befindet sich direkt am Kirishima-Bergmassiv, und Kirishima bedeutet “Nebelinsel”. For good reason.

 

Ausblick vom Miyanoura-dake

 
Letztendlich lief aber doch alles wie geplant. 6:25 morgens Abflug in Tokyo/Haneda, punkt 13 Uhr Ankunft in Anbō auf Yakushima. Kurze Zeit später finde ich auch den vorbestellten Fahrradverleih. Eigentlich wollte ich mein eigenes Fahrrad schicken, aber das hätte mich über 10’000 Yen gekostet. Ein ähnliches Fahrrad, sogar in akzeptabler Größe, kann ich mir hier hindes für 4’000 Yen leihen. Und zwar für eine ganze Woche. Der einzige Haken: Vorder- und Hinterbremse sind andersrum.

Auf Yakushima regnet es oft, und das verdankt die Insel dem über 1’900 Meter aus dem Meer ragenden Gebirge. Rund 6’500 mm Regen im Jahr sind ordentlich – das ist die 12-fache Menge dessen, was in Berlin pro Jahr vom Himmel fällt. Gestern und heute schien jedoch die Sonne. Mein Herbergsvater ist rund 75 Years old, war einst Taxifahrer in Kobe und hatte vor 5 Jahren eine schwere Gehirnoperation hinter sich. Und er bot mir an, mich morgens um 4 Uhr bis zur Inselmitte, zum Startpunkt der Strecke zum höchsten Gipfel zu fahren. Natürlich kostet das etwas, aber mit dem Taxi hätte es 3 Mal so viel gekostet. Und alle Achtung – mit seinem K-sha (Auto mit kleinem Motor) schneidet er die Kurven wie ein junger Gott. “Dauert über eine Stunde – Du kannst doch so lange etwas Schlaf nachholen” meinte er noch, aber das war ausgeschlossen. Also unterhielten wir uns so lange.
 

Rehe auf Yakushima

Rehe auf Yakushima

 Einer der Startpunkte zum Aufstieg auf den 宮之浦岳 Miya-no-ura dake liegt auf fast 1’300 Meter Höhe. Der Berg selbst, nicht nur der höchste Berg von Yakushima, sondern von ganz Kyushu, ist 1’936 Meter hoch. “Der Aufstieg dauert 5 Hours, der Abstieg 4. Ich bin dann gegen 16 Uhr wieder hier” sagte mir der Schumacher von Yakushima noch, und ich zweifelte daran und sagte, dass es selbst mit viel Bummelei nicht so lange dauern wird. And lo and behold – um  9 Uhr morgens stand ich auf dem Gipfel. Dort also Reisbällchen gefrühstückt und fast eine Stunde die Aussicht genossen. Bis auf ein paar Minuten hatte ich den Gipfel ganz für mich allein. On- und Abstieg sind fast wie ein Spaziergang: Es geht durch moosbewachsene Japanische Zedern-Wälder, und überall sprudelt glasklares Wasser hervor. Unterwegs sieht man gelegentlich Rehe und Yakuzaru – die kleinere Inselvariante der japanischen Rotmakaken. Beide Arten haben ein gesundes Verhältnis zum Menschen hier: Sie bleiben auf Abstand, sind aber auch nicht scheu. Clearly: Hier wird weder gejagt noch verteilen die Besucher Futter.

 

 Steinformationen  in der Inselmitte

Steinformationen in der Inselmitte

Beim Abstieg lasse ich mir viel Zeit und steige zwischendurch noch auf den Kuromidake, ein 1’800 nochwas hoher Berg. Here: Aussicht. Schumacher hat sogar Erbarmen mit mir und holt mich schon vor 3 Uhr ab, um mich dann – “das mache ich für umsonst und gern!” – zum bekanntesten Wasserfall der Insel sowie zu einem Onsen zu fahren. Ob er nicht auch in die heisse Quelle gehen möchte, fragte ich ihn, aber er meinte nur “No, ist mir viel zu heiss”. Ich wusste schnell, was er meinte: 49 Grad sind in der Tat verdammt heiss.  Und so endete Tag 1 auf Yakushima. Und ich verdiene jetzt einen Durchhalteorden dafür, dass ich diesen Bericht noch gegen 21 Uhr in mein Handy hacke.

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10 überflüssige japanische Traditionen

August 7th, 2015 | Tagged | 6 Comments | 749 reads

Yahoo! Japan veröffentlichte in dieser Woche eine kleine Studie, bei der 200 20-years, arbeitende Männer und Frauen gefragt wurden, welche japanischen Traditionen ihrer Meinung nach abgeschafft gehörten¹. Mehrere Antworten waren möglich. Das Resultat birgt keine sonderlichen Überraschungen für jemanden, der diese “Traditions” knows. In der Tat kann man die Liste sehr gut nachvollziehen:

  1. 目上の人へのお酌 meue no hito he oshaku – Ranghöheren Alkohol eingiessen müssen. Mit dieser Tradition konnte ich mich auch noch nie so recht anfreunden. Soll doch jeder so trinken, wie er oder sie möchte!
  2. 飲み会の余興 nomikai no yokyō – der Zwang, beim gemeinsamen Trinken irgendwelche Spielchen machen zu müssen. Oh ja. Das ist mein Favorit. Das verleitet zum Absagen.
  3. 義理チョコ giri choko – der Zwang, zum Valentinstag Männern Schokolade schenken zu müssen – and at “White Day” die Retourkutsche. Wer auch immer auf die Idee kam…
  4. 冠婚葬祭のお返し kankonsōsai no okaeshi Bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten, aber auch bei Beerdigungen, Krankenhausbesuchen usw. wird Geld gegeben. Die Tradition besagt jedoch, dass man in etwa ein Drittel später in irgendeiner Form wieder zurückgeben muss.
  5. 飲み会などの二次会 nomikai nado no nijikai – der zweite Gang nach einem Zechgelage. Das kann ganz lustig sein, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, aber wenn es zur Pflicht wird, ist das in der Tat lästig.
  6. 結婚式のご祝儀 kekkonshiki no goshukugi – Wird man von einem Freund zur Hochzeit eingeladen, sollte man normalerweise 200 Euro und mehr als Geldgeschenk geben. Will hot, Hochzeitseinladungen gehen richtig ins Geld – das ist umso ärgerlicher, wenn man selbst nicht verheiratet ist.
  7. 職場へのお土産 shokuba no omiyage – das Pflichtmitbringsel für die Kollegen aus dem Urlaub. Eigentlich keine schlechte Sache, aber manche nennen es auch “Schlechtes-Gewissen-Mitbringsel”, weil die Kollegen arbeiten mussten, während man sich amüsierte. In dem Licht betrachtet ist das in der Tat nicht schön.
  8. お中元・お歳暮 ochūgen / oseibo – kleine Geschenke an Vorgesetzte, Mäzene, usw. im Sommer und über Neujahr. Auch das geht schnell ins Geld.
  9. 「大安」「仏滅」など taian, butsumetsu nado – alle Tage gehören zu einer von sechs Kategorien – wobei es Regeln dafür gibt, welche Art Tag gut für was ist (Hochzeiten usw.). Dementsprechend halten natürlich alle am idealen Tag Hochzeiten ab usw.
  10. 故人に戒名 kojin ni kaimyō – Verstorbenen einen neuen Namen ausstellen. Kommt aus dem Buddhismus und bedeutet, dass man Verstorbenen, so sie ein ordentliches Leben führten, einen neuen Namen ausstellt. Den schreibt ein Mönch auf eine Tafel, und das kostet mal eben knapp 100 Euro. Streng genommen ist das eigentlich ein Brauch für buddhistische Mönche, aber die Tempel verdienen damit und mit vielen anderen Traditionen Unmengen an Geld.

Als Ausländer sollte man es sich natürlich gut überlegen, ob man eine Tradition im Gastland kritisiert oder nicht. In diesem Falle kann man das aber, da die meisten Japaner (200 Befragte stellen natürlich keine repräsentative Menge dar, aber man kann ziemlich sicher sein, dass das Ergebnis selbst bei 2 Millionen Befragten ähnlich ist) selbst regelmässig ob dieser gesellschaftlichen Zwänge stöhnen.

¹ See here

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NSA lauscht auch in Japan | Mörderischer Sommer

August 3rd, 2015 | 6 Comments | 670 reads

Na wer hätte das gedacht: Edward Snowden’s Panoptikum der wundersamen Welt amerikanischer Geheimdienste brachte in der vergangenen Woche ans Licht, dass die NSA auch fleissig in Japan abhörte. Und zwar quer durch die Regierungsbank, und spätestens seit Abe zum ersten Mal Ministerpräsident in Japan war. In den Dokumenten wurde, wie auch im Falle Deutschlands, fein säuberlich aufgelistet, welche Telefonnummern da abgehört wurden, und in den Berichten wird sorgfältig seziert, welcher Politiker zu welchem Thema welche Meinung hat. Natürlich zähl(t)en auch grosse Unternehmen wie Mitsubishi zu den auserwählten Abhöropfern. And: Wie man es unter Freunden so hält, wurden die Daten natürlich brüderlich mit Großbritannien, Australien usw. geteilt.
Dies war den japanischen Medien sogar eine Randnotiz in den Nachrichten wert, aber das eigentlich auch nur an einem Tag – danach gab es wichtigere Themen, wie den heissen Sommer zum Beispiel. No, die japanische Politik hat da ganz andere Sorgen, mit denen sie sich herumschlagen muss. Mit der widerspenstigen Bevölkerung zum Beispiel, die partout nicht kapieren möchte, dass doch alles in ihrem Wohlergehen geschieht und ihr Opportunismus einfach nur auf schlichtes Unwissen fusst. Dass amerikanische Geheimdienste ja weltweit jeden abhören war schin vorher klar, und in Japan regt das niemanden wirklich auf. Ob aus blossem Desinteresse oder reiner Ohnmacht vor dem besten Freund aller Zeiten sei dahingestellt.

 

Hitzewarnung in Tokyo

Hitzewarnung in Tokyo

 A propos Sommer: Der hat es dieses Jahr in der Tat sicher. Seit zwei Wochen gibt es kaum einen Tag, an dem die Temperaturen nicht bis auf 35 Grad klettern, und die Hitzerekorde werden im Stundentakt geknackt. Bisheriger Spitzenreiter ist in diesem Jahr Tajimi in der Präfektur Gifu mit 39,9 Degree. Man arbeitet also an der 40 Grad-Marke. Of course, ohne bei der hohen Luftfeuchtigkeit Abstriche zu machen. Und so meldet sich das Handy tagtäglich gegen 11 Uhr mit einer Warnung zu Wort: Extreme Hitzschlaggefahr. Draussen bitte keinen Sport treiben. Und soweit ist auch kein Ende in Sicht.

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Summer, Sun, Sonnenschein…

July 28th, 2015 | Tagged , , | 14 Comments | 1113 reads

Strand kommt immer gut, Zumindest für die Kinder. Hier am Pazifik, bei Kamakura

Strand kommt immer gut, Zumindest für die Kinder. Hier am Pazifik, bei Kamakura

… und schon fällt man in das Sommerloch. Das geht noch einfacher mit zwei kleinen Kindern, die von Mitte Juli bis Ende August Ferien haben, und während dieser Ferien natürlich tagein, tagaus bespaßt werden wollen. Das ist leichter gesagt als getan, denn der Sommer hat sich kraftvoll zu Wort gemeldet mit Temperaturen, die in den letzten Tagen zumindest in Tokyo regelmäßig über 36 Grad liegen.
Was macht man also mit den lieben Kleinen? Freunde treffen ist eine Sache. Man kann sie auch in Museen oder Galerien schleifen, wo es etwas kühler ist, aber das ist auf Dauer nicht sehr unterhaltsam. Der Kindergarten unseres Jüngsten bietet ein Übernachtungsprogramm an, bei der Mütter mit ihren Kindern im Kindergarten übernachten können. Und nachts mit dem Kindergartengründer einen bechern können.
Neulich, im Okamoto Tarō-Museum

Recently, im Okamoto Tarō-Museum


No, das ist dann erst später, wenn die Kinder schlafen. Wie das allerdings so vonstatten geht, kann ich mir nicht so recht vorstellen, denn der Kindergarten beherbergt rund 1,000 Children. Interessanterweise sind die Väter aber sowieso von vornherein von der Aktion ausgeschlossen. Das ist zwar schade, aber das ändert bei mir nichts, da ich sowieso zur Arbeit muss. Und das sieht im Sommer so aus:

8:45 – bei praller Sonne und 32 Grad mit dem Fahrrad 4,5 km zum Bahnhof fahren
9:00 – im vollbesetzten, on 22 Grad heruntergekühlten Zug nach Shibuya fahren
9:25 – at 32 Grad in Shibuya mit Tausenden anderen gleichzeitig ca. 200 Stufen Treppe steigen
9:30 – im vollbesetzten, on 22 Grad heruntergekühlten Zug nach Ebisu fahren
9:32 – at 33 Grad gut 10 Minuten und stets schattensuchend vom Bahnhof zum Büro laufen
9:45 to 20:45 – im auf 26 Grad heruntergekühlten Büro staunen, wie heiss es draussen aussieht

und danach das gleiche wieder zurück. Währenddessen kann sich meine Frau ausdenken, was sie am besten am nächsten Tag mit den Kindern anstellt, die natürlich am nächsten Morgen wieder punkt 6:30 auf der Matte stehen und im Chor sagen: “Und was machen wir heute?” Das sind die Momente, bei denen ich mir nicht sicher bin, wer mehr bezahlt werden sollte. 4 Wochen Ferien noch. Und während dieser Zeit habe ich sogar selbst eine Woche Urlaub. Allerdings werde ich ein paar Tage davon ganz allein auf einer einsamen Insel verbringen: Yakushima. Aus Recherchegründen, understood.

Wer ein paar Geheimtipps abseits von Disneyland, Ueno-Zoo (um Gottes Willen…) und dergleichen hat — immer her damit!

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Massenhafte Denunzierung von Koreanern

July 22nd, 2015 | Tagged , | 2 Comments | 1080 reads

Seit ein paar Tagen grassieren im japanischen Internet Gerüchte, wonach sogenannte 在日コリアン Zainichi Korean – in vielen Fällen seit Generationen in Japan lebende ethnische Koreaner – ab dem 9. Juli diesen Jahres ihr Aufenthaltsrecht verlieren und deportiert werden sollen¹. Weiterhin besagen die Gerüchte, dass man für das Denunzieren eines zu deportierenden Koreaners eine Kopfprämie bekommt – die Angaben schwanken, aber am häufigsten liest man von rund 400 Euro. Demzufolge erhielt die Ausländerbehörde wohl eine Flut von “Meldungen angeblich illegal in Japan lebender Koreaner”.

Als Stichtag wird in dem Zusammenhang der 9. Juli genannt, aber der Hintergrund ist ein anderer: Es gibt rund 360’000 Koreaner mit besonderer Aufenthaltsgenehmigung in Japan, und die mussten – wie alle anderen in Japan lebenden Ausländer auch – bis zu jenem Tag ihren alten Ausweis umtauschen. Ein paar Wochen vor dem Stichtag gab es aber wohl noch geschätzte 150’000 Koreaner, die noch nicht umgetauscht hatten.

Schaut man sich ein bisschen im Netz um, erscheinen die obigen Nachrichten auf nahezu allen Nachrichtenseiten – mit dem heutigen Tag (21. July 2015) als Datum. Schaut man sich jedoch etwas genauer um, findet man eben dieses Gerücht bereits viel früher, nämlich bei Yahoo! Japan “知恵袋 Chiebukuro”², der japanischen Version von Yahoo Answers. Und man findet natürlich auch “Schritt-für-Schritt-Gebrauchsanleitungen”³ dafür, wie man illegale Ausländer online an die Behörden melden kann.

Defamierungen dieser Bevölkerungsgruppe gehören zum Alltag in Japan – unfortunately. Da ist das obige eigentlich nichts Neues. Aber es hinterlässt trotzdem einen sehr faden Nachgeschmack, denn das grenzt an Denunziantentum – ein Merkmal von Gesellschaften, die ein ordentliches Problem haben. Um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.

¹ Siehe zum Beispiel here (Japanese) or here (English)
² Siehe here.
³ Siehe zum Beispiel here

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Sicherheitsgesetz durchgeprügelt – was nun, Abe?

July 17th, 2015 | Tagged | 5 Comments | 1166 reads

Ministerpräsident Abe hat gestern ernst gemacht und wie schon seit geraumer Zeit angekündigt das Sicherheitsgesetz im Unterhaus durchwinken lassen¹. Kein Problem dank einer satten Mehrheit seiner Partei. Während der Verkündung des Ergebnisses kam es zu tumultartigen Zuständen im Unterhaus – fühlten sich doch die Vertreter der Opposition quasi übergangen. Am Abend kam es schliesslich zu einer grösseren Demonstration vorwiegend junger Japaner vor dem Parlamentsgebäude.

Doch was wird nun passieren? Ohne das Gesetz war es Japan nicht erlaubt, militärisch aktiv zu werden – so lange es nicht, und das ist wichtig zu wissen – direkt angegriffen wird. Das wird durch den Pazifismusartikel in der Verfassung so bestimmt. Und das wurde und wird von vielen falsch verstanden, denn Japan war und ist durchaus berechtigt, sich militärisch zu verteidigen. Das neue Sicherheitsgesetz besagt “only”, dass Japan jetzt auch im Bündnisfall aktiv werden darf. Das ist natürlich keine Neuheit für Bewohner von zum Beispiel NATO-Mitgliedsländern, doch für Japan ist das natürlich ein wesentlicher Unterschied.

Also: Cui bono (Wem nützt es)? Und warum jetzt? Natürlich hat man hauptsächlich China im Auge, das ja nun schon seit Jahren seine Grenzen in Ostasien auslotet – egal ob mit Japan, South Korea, den Philippinen oder Vietnam. Wäre bisher zum Beispiel ein amerikanisches Schiff ausserhalb des japanischen Hoheitsgebietes von einem chinesischen Flugzeug angegriffen worden, hätte Japan rein gar nichts machen können, um militärisch beizustehen – wegen der Verfassung. But wait… die Verfassung ist doch noch die selbe? Right. Obwohl vielfach, sogar in den eigenen Reihen, davor gewarnt wurde, dass das Sicherheitsgesetz gegen die Verfassung verstösst, wischte Abe diese Bedenken einfach beseite. So als ob es die Verfassung gar nicht gäbe. Er hat es damit tatsächlich geschafft, selbst erzkonservative Vertreter der Intelligentsia gegen sich und das Vorhaben aufzubringen. Vom gemeinen Volk ganz zu schweigen.

Es gibt so viele Ungereimtheiten bei diesem Gesetz und der Vorgehensweise, dass man sich wirklich wundern muss. Das ganze ergibt eigentlich nur einen Sinn, wenn man sich vorstellt, dass die USA Abe dazu gedrängt hat, für den Bündnisfall vorzusorgen. Im Gegenzug macht die USA vielleicht Zugeständnisse bezüglich ihrer heftig umstrittenen Militärstützpunkte auf Okinawa – seit Jahren ein gewaltiger innenpolitischer Zankapfel. Ob dem so ist, wird sich wahrscheinlich in den nächsten Monaten herausstellen, denn das Projekt der Umsiedlung des Stützpunktes Camp Schwab nach Henoko geht in seine heisse Phase – man will den Stützpunkt nämlich gänzlich los werden.

Es fielen vorher Argumente wie “was Japan macht, ist einfach nur Realpolitik” or “es ist ja nicht so, dass Japan dann in Bälde China angreift”. No, das ist natürlich nicht zu erwarten. Aber an der Verfassung und am Volk vorbei Gesetze zu erlassen ist etwas anderes. Interessant wäre dabei auch noch ein Interview, dass Abe just heute zum Thema überteuertes Olympiastadion were: “Man müsse der Sache auf den Grund gehen, denn man muss schon darauf hören, was das Volk sagt”. Sagt Abe. Ausgerechnet Abe, dem es erklärterweise völlig egal ist, was Volk (und Gelehrte) zu seinem Gesetzesentwurf sagen.

Wer mehr zum Thema lesen möchte, dem sei dieser exzellente Artikel zur Lektüre empfohlen: The Daily Beast: Are These the Last Days of Japan’s Prime Minister Abe?.

Und für die Japanisch-Kenner oder -Lernenden auch noch zwei Schmankerl: Parodie auf “Der Untergang” (in Originalsprache — die Untertitel nehmen Bezug auf Abe):

Und dann wäre da noch “Akari-chan”, die das Sicherheitsgesetz auseinandernimmt:

¹ See Tagesschau.de: Gegen die Verfassung und gegen das Volk

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