Narita, das Tor nach Japan

März 29th, 2017 | Tagged | 1 Kommentar | 1070 mal gelesen

Am vergangenen Wochenende habe ich es doch tatsächlich mal geschafft, nach Narita zu fahren. Also zur Stadt Narita, nicht zum Tokyo International Airport Narita, denn den kenne ich (und viele Japanbesucher sicherlich auch) zur Genüge. Seitdem der Flughafen Haneda vermehrt internationale Flüge anbietet, vermeide ich auch nach Möglichkeit Narita, denn während Haneda nur 20 km entfernt liegt, sind es von mir bis nach Narita fast 90 km. Da hilft auch der nagelneue und schnelle Keisei Skyliner nicht viel, denn der beginnt in Ueno bzw. in Nippori, und das ist einfach mal sehr unpraktisch, wenn man im südlichen Teil der Region zu Hause ist.

Blick von der Nakamichi-Strasse Richtung Naritasan

Blick von der Nakamichi-Strasse Richtung Naritasan

Nun wusste ich schon seit langem, dass Narita nicht nur einen riesigen Flughafen beherbergt, sondern auch einen altehrwürdigen und berühmten Tempel – den Naritasan. Trotzdem war ich von der Anlage überrascht: Zum einen liegt sie wunderschön in einem recht hügeligen Bereich der Stadt, zum anderen ist die Anlage riesig und beinhaltet auch einen größeren Park, komplett mit Waldwanderwegen, Wasserfällen und dergleichen. Sprich, man kann hier wunderbar spazieren gehen. Zumindest, wenn es nicht allzu voll ist, denn der Naritasan wird des öfteren völlig von Besuchermassen überrannt – zur Kirschblüte zum Beispiel, die gerade einsetzt, aber auch über Neujahr. Was ich allerdings nicht kannte, war die Nakamichidōri – eine alte Ladenstraße (und Fußgängerzone – eine Seltenheit in Japan), die in der Nähe des Bahnhofs beginnt und sich bis zum Naritasan hinzieht. Alles sehr gepflegt, alles sehr einladend, und, aber das ist nicht weiter verwunderlich, ziemlich international. Überhaupt ist die ganze Stadt auf ausländische Besucher aus – so gibt es vor den Toren von Narita riesige, neue Einkaufszentren, für Butterfahrtbesucher aus China etwa oder für Flugzeugbesatzungen, die nicht genug Zeit haben, sich bis Tokyo durchzuschlagen. Das Stadtzentrum selbst war jedenfalls eine große Überraschung, und ich kann jedem nur empfehlen, einen Abstecher nach Narita zu wagen – vor dem Heimflug oder kurz nach der Anreise. Zum Eingewöhnen ist die Stadt auch genau richtig – man findet hier so viel Englisch und Englischsprechende, dass der Kulturschock (Oh mein Gott! Hier versteht ja niemand Englisch!) nicht allzu heftig ausfällt.

Spezialität von Narita und eine sehr leckere Angelegenheit: Aal (Unagi)

Spezialität von Narita und eine sehr leckere Angelegenheit: Aal (Unagi)

Für Plane-Spotter lohnt sich zusätzlich ein Ausflug zum Sakura-no-yama-Park (Kirschbaumberg-Park). Hier gibt es, genau, japanische Kirschbäume, die Anfang April rosa vor sich hinblühen, sowie einen eindrucksvollen Blick auf das Rollfeld. Der Park befindet sich direkt am Flughafengelände und nur 100 oder 200 Meter von der Einflugschneise versetzt (je nach Windrichtung kann sich das aber auch ändern, dann sieht man die Flüge nur startenderweise über den Park fliegen, was weniger eindrucksvoll ist).

Am Rollfeld nahe des Sakura-no-yama-Parks

Am Rollfeld nahe des Sakura-no-yama-Parks

Der Flughafen Haneda in Tokyo macht Narita zwar immer mehr Konkurrenz, wie es scheint – aber an Besuchern dürfte es trotzdem nicht mangeln – Naritasan und die Nakamichi-Straße sind auch bei Japanern hinreichend beliebt, wie es scheint. Mehr zur Stadt gibt es wie immer hier.

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