Japans Start in die kommerzielle Raumfahrt | Syphilis im Kommen

November 25th, 2015 | Tagged , , | 2 Kommentare | 862 mal gelesen

Im Hafen von Tanegashima: Man ist stolz auf sein Raketenzentrum.

Im Hafen von Tanegashima: Man ist stolz auf sein Raketenzentrum.

Japan hat heute zum ersten Mal in seiner Geschichte einen ausländischen Satelliten ins All geschossen – und zwar einen kanadischen Kommunikationssatelliten. Und das auch noch erfolgreich. Damit meldet sich JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) erstmals auf der internationalen Bühne, denn man möchte langsam mit der Raumfahrt Geld verdienen und den Russen, Amerikanern und Europäern Konkurrenz machen. Erstaunlicherweise spielte ja Japan trotz all der Technikfreudigkeit international gesehen bisher eher eine untergeordnete Rolle. Der erfolgreiche Start heute war, wie es in Japan so Usus ist, die Nachricht des Tages und wurde in allen Medien gebührend gefeiert. Das geht wahrscheinlich so lange, bis die erste japanische Rakete beim Start explodiert.

Die Raketen werden übrigens von der Insel Tanegashima in der Präfektur Kagoshima abgefeuert – denn je näher man dem Äquator ist, desto weniger Energie braucht man, die Raketen ins All zu schiessen. Die Starts kann man auch von der nahegelegenen Insel Yakushima gut sehen, wo sich zu diesem Anlass jeweils die halbe Inselbevölkerung auf halber Strecke einer Bergstrasse einfindet. Man kann es verstehen – faszinierend ist der Anblick bestimmt.

Eine andere Nachricht des heutigen Tages war der Vormarsch der Syphilis in Japan: In diesem Jahr wurden bisher gut 2’000 Fälle der auch in Japan meldepflichtigen Geschlechtskrankheit registriert – im letzten Jahr waren es wohl nur 1’600 Fälle. Kein Wunder, möchte man meinen, wo doch Präser oder andere Vorsichtsnahmen in Japan nahezu unbekannt sind. Allerdings gab es im bevölkerungsärmeren Deutschland in den letzten Jahren rund 5’000 neue Fälle pro Jahr. Damit ist die Krankheit also weniger häufig anzutreffen. Interessanterweise nennt man die Krankheit auf Japanisch 梅毒 baidoku (wörtlich: Pflaumengift). Ein Schelm, wer da… aber die Wortgenese ist wohl anders. Die Furunkel auf der Haut im fortgeschrittenen Stadium ähneln in Grösse und Farbe den Bergpfirsichen, und in dem Wort kommt eben das Schriftzeichen „梅“ (BAI, ume – alleinstehend: Pflaume) vor. Ergo: Immer schön aufpassen.

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