Kultur (!?): Crayon Shin-Chan

Mai 14th, 2014 | Tagged , | 9 Kommentare | 14106 mal gelesen

Crayon Shin-chanMal schauen, was die Stifte so sehen im Fernsehen: Shaun das Schaf ist seit Jahren der Renner. Paulchen Panther, auf Deutsch natürlich. Wolf und Hase, sponsored by Oma und Opa (wie auch etliche Shaun-DVD’s). Auf Japanisch geht es munter weiter: Hana-Kappa. Doraemon darf nicht fehlen. Und was bemerkte ich da neulich: Die Kinder schauten Crayon Shin-Chan. Das Anime ist mir schon vorher aufgefallen. Und zwar unwissenderweise unangenehm, denn die Figuren sind, nun ja, gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen irgendwie häßlich gezeichnet. Natürlich musste ich mich erstmal 5 Minuten dazusetzen und sehen, worum es da geht. Nun, es geht um einen 5-jährigen Bengel, der mit seiner dreisten Art die Eltern quasi alltäglich in den Wahnsinn treibt. Kenne ich, muss ich nicht noch im Fernsehen haben. Kaum schaue ich hin, läuft eine Szene, in der der Junge nach Hause kommt und erstmal „Okaerinasai“ ruft. Was natürlich falsch ist, denn der nach Hause Kommende muss „Tadaima“ sagen – die Antwort darauf ist „Okaerinasai“. Unwillkürlich musste ich lachen, denn den Fehler machen, wie es scheint, alle Kinder anfangs. Auch die Kommentare des Jungen sind alles andere als an den Haaren herbeigezogen und schlichtweg real. Eine Minute später entblösst der Sohnemann seinen Allerwertesten und wackelt damit herum. Klasse, wenn meine Kinder damit gross werden, kann das ja nichts werden.

Aber nein – zwar war die ursprünglich von 1990 bis 2000 laufende Trickfilmserie eher für Erwachsene gedacht, da es an anzüglichen Bemerkungen nicht mangelt. Allerdings beschäftigt man sich gern auch mit interessanten Themen – so neulich mit der Mehrwertsteuererhöhung, und wie die Menschen darauf reagieren. Sehr witzig, das Ganze. Vor allem gefallen mir die Sprecher. Und so gibt es tatsächlich einen Anime, den ich mir freiwillig anschauen kann! Wäre da nicht akuter Zeitmangel.

Crayon Shin-chan scheint auch im Ausland recht beliebt zu sein – selbst auf Deutsch gibt es einen grösseren Artikel bei Wikipedia.
Übrigens ist der Zeichner von Crayon Shin-chan, Yoshito Usui, beim Bergklettern in Japan tödlich verunglückt. Das war 2009, und er war gerade mal 51 Jahre alt. Ich kann mich noch gut an die Nachrichten darüber erinnern. Trotzdem geht es weiter mit Crayon Shin-chan, und die neuen Folgen sind, soweit ich das beurteilen kann, nicht minder unterhaltsam.

Teilen:  

9 Responses to “Kultur (!?): Crayon Shin-Chan”

  • ディーン sagt:

    Wem diese Art von Humor gefällt, sollte sich mal den Manga oder Anime おるちゅばんエビちゅ(Oruchuban Ebichu) reinziehen (definitiv nicht jugendfrei!). Darin geht’s um einen Hamster der seiner Besitzerin Ratschläge zu ihrem lausigen Sexleben gibt – und dafür regelmässig eins auf’s Dach kriegt – zum Kringeln!

  • HamuSumo sagt:

    Ich bin ja durchaus Anime-affin, aber mit Shin-chan konnte ich nie was anfangen. Ist vermutlich zu „normal“. ;)

  • Avant sagt:

    Hihi, den burschen kenn ich, lief immer nachmittags auf RTL2, immer nach der Schule geschaut und der Po Boogie Woogieby und Mama Shita, aber der kleine kam ganz nach dem Opa, der hatte auch nur schwachsinn im Kopf. Aber muss jetzt wech, es ist zeit für den Maskierten Muchacho

  • Anika sagt:

    Hat mir viel Spass gemacht den Beitrag zu lesen!
    Mal einen Bericht darüber, der nicht von einem Anime Fan ist.. Wirft mal ein anderes Licht auf die Sache ^_-
    Da ich früher Anime Fan war, ist Shin-chan nichts Neues für mich und ich habe es auch in Deutschland im Fernsehen gesehen, als es dort anlief. Hat mir immer viel Spass gemacht es zu sehen. Die japanischen Synchronstimmen kenne ich leider nicht. Sollte ich mir mal ansehen :)

  • Saitama Lilie sagt:

    Wie bitte…Natto – cheesecake? Mit Natto? (siehe Youtube Link) Hat das schon mal jemand probiert? Sieht aus als kommt da ein weiterer Punkt auf meine „Darum Urlaub auf Hokkaido“ Liste.

    • Julia sagt:

      @ Saitama Lilie: Ich habe letztes Jahr für meinen Freund Umeboshi Cheesecake gemacht, der hat ihm geschmeckt.

      @ Thema: Eine japanische Freundin von mir durfte als Kind kein Shin Chan gucken, weil ihr Vater das 下品 fand. Ich war auch nicht soo begeistert davon, wenn die Kids, die ich letztes Jahr gehütet habe, das ständig geschaut haben, aber wenn es die Eltern erlauben…

  • Hans Zillermann sagt:

    Shin Chan hatte die beste deutsche Synchronisation die je ein Anime hatte. Don Corleone :-D

    • chena sagt:

      Shin-Chan habe ich früher echt total gern geguckt, einzig die deutschen Namen haben mir damals schon nicht gefallen. Mitsy? Daisy? HARRY? So kompliziert sind die Originalnamen nun auch wieder nicht…

  • Bibi sagt:

    Ja, den kenn ich wohl auch noch, da war ich ungefähr 13 oder so als der regelmäßig im deutschen Fernsehn lief.
    Wir hatten vor kurzen auch mal das Gespräch mit unserer Japanisch Dozentin über den Anime. Sie war natürlich total dagegen, denn sie hatte Angst, dass wir uns viele der „nicht so tollen“ Vokabeln davon abschauen und im Unterricht benutzen :P
    Aber ich muss sagen… um die japanische Umgangssprache zu lernen ist er super ^^