Ach Sie wohnen in Japan? Ja nee, dann nich…

November 26th, 2013 | Tagged | 22 Kommentare | 11623 mal gelesen

Ich hielt damals schon immer die GEMA für eine Zumutung, aber die japanische Musikindustrie ist noch einen Zacken schärfer. Es scheint nahezu unmöglich, den Musikmarkt in einer Form zu vereinfachen, die dem Musikliebhaber zu gute kommen könnte. Ich zähle mich zu den letzteren und bin deshalb schon öfter gegen eine Wand geprallt. Mit Spotify zum Beispiel, einem Service, den ich liebend gern nutzen würde, und für den ich ohne mit der Wimper zu zucken liebend gern Geld bezahlen würde. Aber selbst 5 Jahre nach der Gründung ist Spotify nicht in Japan erhältlich, und das liegt, nehme ich stark an, weniger an Spotify.

Oder nehmen wir iTunes Match – das erlaubt dem Mac-affinen User, seine gesamte, so nicht speziell DRM-geschützte Musik in die Cloud hochzuladen und damit von überall Zugriff auf die eigene Musikbibliothek zu haben. In meinem Fall sind das ein paar hundert Stunden erlesenster (Selbsteinschätzung) Musik, die ich gern immer bei mir hätte. Kostet wohl 25 US-Dollar, und das wäre mir ebenfalls jeden Cent wert. Auf Apple’s japanischer Webseite steht auch wunderschön geschrieben, wie man den Service aktiviert. Irgendwo versteckt lungert jedoch ein Link herum: Liste der Länder, in denen man iTunes Match benutzen kann, mit den üblichen iTunes-Länderbuttons. Nicht dabei natürlich: Ein weißer Button mit rotem Punkt (Umeboshi!) drin. War klar. Sicher, man kann Tunnel Bear und ähnliche Proxy-Provider benutzen, aber dazu bin ich dann doch zu faul.

Wo wir allerdings gerade bei Apple sind: Immerhin hat Apple Japan in dieser Woche damit begonnen, SIM-freie iPhones zu verkaufen. Das ist doch schon mal ein Fortschritt, denn bisher war man mit seinem japanischen iPhone an einen japanischen Anbieter gebunden, und auch Tethering war so nicht ohne weiteres möglich. Spezialverträgen zwischen der japanischen Industrie und den Importeuren sei dank. Irgendwie muss man ja seine Insel schützen…

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22 Responses to “Ach Sie wohnen in Japan? Ja nee, dann nich…”

  • Obi sagt:

    Probier mal „Google Play Music“, ist das selbe wie iTunes Match nur kostenlos für die ersten ~20.000 Songs die du dort hochlädst. Die haben auch eine App fürs iphone & android, desktop und webbrowser.

    Ich kenne dein Problem, würde auch gerne NetFlix in DE nutzen.

    • tabibito sagt:

      Google Play Music hat das gleiche Problem:

      Sorry! Music on Google Play is not available in your country yet.
      We’re working to bring the content you love to more countries as quickly as possible.
      Please check back again soon.

  • Vamp898 sagt:

    Ich finde das positiv, möchte aber erklären wieso!

    Vorab, das Problem ist in beide richtungen.

    Versuch mal Musik bei amazon.co.jp MP3 zu kaufen, außerhalb von Japan, keine Chance.

    Viele Shops schauen sogar nach ob die Adresse an die ein Paket verschickt wird ein Forwarding Service ist und canceln die Bestellung mit der Begründung „Das Produkt ist nur für den Japanischen Markt bestimmt“. Vor allem bei Musik, aber auch bei Video Spielen.

    Bestes Beispiel ist クドわふた~, ich habe einen kompletten Tag gebraucht das zum laufen zu bekommen.

    Wenn du das Spiel auf einem nicht Japanisch system startest, werden im Installer alle Japanischen Schriftzeichen durch sinnlose Sonderzeichen ersetzt. Wenn man es per Trial&Error es trotztdem schafft das Spiel zu installieren, liegt es versteckt in einem Ordner namens K“L§J$“§KL$J“§$J und man kann es nicht starten weil auch im Spiel alle Zeichen durch Sonderzeichen ersetzt werden und man durch Dialoge genervt wird bei denen man nicht weiss was man klicken muss. Das spiel beendigt sich beim falschen Klick.

    Erst wenn die Region Einstellungen und die Spracheinstellungen sowie das Tastaturlayout und die Zeitzone auf Japanisch gestellt sind, lässt sich das Spiel installieren und starten.

    Setzt man die Zeitzone wieder zurück kommt beim Starten eine Warnmeldung „Only for Japan“ und auf Japanisch der Text das wenn man zufällig doch Japaner ist und sich im Ausland befindet, soll man auf „キャンゼル“ klicken.

    Aber das ganze generve hat einen Vorteil den man nicht unterschätzen darf.

    Japan ist mit Abstand das einzige alle Industrieländer das es geschafft hat sich seine Kultur so zu bewahren wie sie jetzt ist. Die Japanischen Top 10 sind nicht durch die USA Stars besetzt, die Jugendlichen spielen VNs statt Call of Duty oder Battlefield und die X-Box hat die schlechtesten Verkaufszahlen aller Länder in Japan.

    Japan schafft es mit dieser Methode effektiv den Einfluss anderer Kulturen zu kontrollieren, mit erfolg!

    In Deutschland sind alle Spiele Entwickler ausgestorben, hier sind Call of Duty und Battlefield die absoluten bestseller und Rhianna & Co. trillern auf jedem Radio Sender auf und ab.

    Alles hat vor und Nachteile, vielleicht gibt es noch eine bessere Lösung als die jetzt, aber ich finde es so besser als wenn Japan, wie Deutschland, USAs kleiner Bruder wäre. Der einfluss den die USA nach dem zweiten Weltkrieg auf Japan hatte reicht für die nächsten 300 Jahre noch aus, und es ist ja nicht so das die USA gar keinen einfluss hätte. Der Einfluss ist auch trotz dieser Regulierungen groß genug.

    Aber wie erwähnt, Japan schafft es das seine Bevölkerung nicht aus Jugendlichen besteht die an Bußhaltestellen Rentner verschlagen und den Großteil ihrer Freizeit mit Kriegsspielen verbringen.

    Damit möchte ich _nicht_ sagen das es besser/schlechter ist wie es in Japan läuft, ich persönlich finde es, so wie es in Japan läuft, allerdings sympatischer. Das hat aber sicherlich auch damit zu tun das ich Japanische Musik/Spiele/Kunst, der der Amerikanischen, grundsätzlich bevorzuge. Ob diese besser ist, sei dahin gestellt. Ich bezweifel das die meisten in Deutschland die Japanische Musik Atemberaubend toll finden ;)

    • tabibito sagt:

      Das ist eine interessante Sichtweise.
      Ich bezweifle zwar, dass es eine Art Masterplan zur Rettung der japanischen Kultur gibt, aber unbewusst könnte das durchaus diesen Effekt erzielen.

      Näherliegend fände ich die Tatsache, dass die amerikanische (oder europäische) Kulturen nicht so kompatibel sind wie die amerikanische mit der deutschen zum Beispiel.

      Interessant ist dabei, wie man sich in Japan oft die zum Teil vermeintlichen Rosinen aus dem Kuchen pickt: Sicher, japanische Musik ist ungeschlagen in Japan, aber gelegentlich fokussiert plötzlich auf einzelne Interpreten. Momentan zum Beispiel Lady Gaga. Ich bin mir sicher, dass die gute Frau noch für viele Jahre Gesprächsthema sein wird in Japan, während sie in ihrer Heimat schon längst abgeschrieben ist. Siehe unter anderem Mr. Big.

      • Vamp898 sagt:

        „cool“ verkauft sich überall gut ;)

        Wenn ich so die Japanischen Top 10 anschaue kann ich mir gut vorstellen das die Jugendlichen aus dem Häuschen flippen wenn auf einmal „Der Star aus den USA“ einschlägt.

        Aber Lady Gaga? Ich meine, reicht denn nicht きゃりーぱみゅぱみゅ?

        Obwohl, das möchte ich nicht miteinander vergleichen; dann wäre ich genauso oberflächlich wie die Leute die Animes „Korean Comics“ nennen :D

        Da saß wohl irgendwo jemand in einem Marketing Büro und hat gesagt „Jetzt muss aber mal wieder langsam jemand aus den USA, sollen die Leute voll drauf abfahren um danach, wenn der Hype abgeklungen ist, wieder zu bemerken was sie an ihrer eigenen Musik haben wenn wir den nächsten Japanischen star aus dem Boden stampfen“.

        Das es ein Master Plan ist denke ich nicht, aber es scheint den Japanern so zu gefallen wie es momentan läuft.

        Ich bin auch froh das die Nutzung von Kanji langsam wieder zu nimmt, hab vor kurzem auf Facebook erfreulicherweise „お早う御座います“ lesen dürfen :D mir persönlich gefällt die Kanji Schreibweise, schon alleine aus Etymologischen Gründen, wesentlich besser; in der Hinsicht bin ich 漢字書き

        Ob es bei Deutshland an der Kompatibilität der Kultur liegt… ich weiss nicht, kann man als deutscher auch schlecht beurteilen. Aber ich weiss das in vielen Europäischen Ländern wie z.b. den Ostländern (Rumänien & Co.) oder den Nordländern (Norwegen, Finnland, Schweden, Island & Co.), die „USA Kultur“ wesentlich schwächer vertreten ist, und das obwohl die Filme mit Originalton schauen und somit bei jedem Kino Besuch und jedem Fernseh Film mit der Sprache in Kontakt sind, viel Intensiver als wir.

        Ich habe irgendwie schon das Gefühl das wir der kleine Bruder der USA sind und die USA hätte wohl auch gerne das Japan der andere kleine Bruder wäre (zum. wenn man 朝日新聞 glauben schenken darf die das so darstellen).

        Nicht das ich was gegen die USA hätte, aber ich finde die Kultur der USA ist auf diesem Planeten stark genug vertreten, da muss nicht jedes Land nachrennen.

        Dass das ganze auch Nachteile hat ist mir relativ wurst. Als Linux User bin ich es gewohnt für die Sache zu der ich stehe, nachteile ein zu stecken. Ich weiss noch wie ich einen Schweißausbruch bekommen hab als ich mir meinen ersten W-Lan Stick kaufen musste und wie ganz früher keine WMA oder WMV Dateien gingen u.s.w.

        Im Nachhinein hat sich es gelohnt und ich würde es jederzeit wieder machen, wollen wir hoffen das es sich für Japan auch lohnt.

        Zu deinem Grundproblem, ich finde auf Spottify kaum gute Musik, habs mehrmals probiert aber die meisten Band die ich höre sind dort nicht vertreten. Ich kaufe aktuell meistens bei Amazon, da gibt es seit AutoRip zu (fast) jeder normalen CD die MP3 Version gratis dazu. So kann man sofort anfangen zu hören (im Cloud Player), es sich downloaden und 1 Tag später liegt die CD im Briefkasten mit Booklet u.s.w. :D

    • HamuSumo sagt:

      Ich hingegen kann diese DBC-Mentalität (Death Before Change) japanischer Medienfirmen gar nicht ab. Wenn Japan den Kulturimport reglementieren möchte, gerne, aber was spricht gegen den Kulturexport?

      Die Anime-Branche lernt es gerade auf die ganz harte Tour. So richtig sterben will dann doch keiner und auf einmal klappen Simulcasts oder gar eine eigene Plattform für den internationalen Markt (daisuki.net). Warum denn nicht früher? Wovor hat man Angst?

      Andererseits lachen sich japanische Firmen einen ab, die halbwegs im Ausland präsent sind, während der Rest träge vor sich hinschlurft. Good Smile Company hat schon früh verstanden, was für ein Türöffner Danny Choo ist. :D

      • Vamp898 sagt:

        Gegen den Export spricht das diese Produkte speziell für den Japanischen Markt sind.

        Extremes Beispiel. Wenn du Swinger bist und Video Aufnahmen von dir im Swinger Club machen lässt willst du im Normalfall das diese nur von Swingern angeschaut werden.

        Wenn die Japaner wollen das ihre Spiele nur von Leuten gespielt werden die, ich sage das jetzt mal so, sich als würdig erwiesen haben, dann ist das deren Entscheidung.

        > Die Anime-Branche lernt es gerade auf die ganz harte Tour.

        Ich denke du verstehst das ganze etwas falsch. Niemand hat angst. Wenn man nicht will, will man nicht. Das ist ein gutes recht. Ich hab schon Japaner gehört die sagten Sie wollen nicht das animes übersetzt werden da es praktisch unmöglich ist das Japanische korrekt ins Englische zu übersetzen.

        Das wäre wie wenn man ein Bild für den westlichen Geschmack neu malt, aber nicht alle Farben zur Verfügung hat.

        Zudem gibt es aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Kultur viele dinge die sich so sehr unterscheiden, dass es ein schlechtes Licht auf Japan werfen könnte. Nehmen wir nur alleine die Lolicon, mal angenommen Japan würde die Weltweit aktiv vermarkten, was das für ein Licht auf das Land werfen würde.

        Ich hab vor kurzem einen ur-alten Bericht gelesen wie empört die deutschen damals über Sailor Moon waren da die bei der Verwandlung nackt sind.

        Echte Fans lernen gezwungener maßen alle früher oder später Japanisch, ich habe angefangen Mangas neu auf Japanisch zu lesen die ich bereits kannte, da ich fand das es einfacher ist wenn man die Grundhandlung bereits kennt und so manche Wörter ausm Kontext erschließen kann ohne gleich ins Wörterbuch zu schauen.

        Das ist so ein perverser unterschied, das kann man garnicht in Worte fassen. Inzwischen schaue und lese ich freiwillig nichts mehr was übersetzt wurde sondern warte bei den Sachen die ich noch nicht hin bekomme, bis mein Japanisch gut genug ist das problemlos und fließend zu lesen.

        Bei uns kostet so eine Mega Box King of Queens mit 8 oder 9 Staffeln, glaub über 20 DVDs oder so, 80 €, für einen Anime mit 12 Folgen bezahlt man meistens mehr, viel mehr.

        Bei uns herrscht eine ganz andere Mentalität. „Da kauft sich doch keiner Mangas wenn man die kostenlos im Internet lesen kann, wer ist den so dumm und zurückgeblieben.“.

        Sowas wie 秋葉原 würde hier nie funktionieren und dass ist das womit die 漫画家 & Co. m.M.n. das meiste Geld verdienen. Japan ist Japan, USA ist USA, Deutschland ist Deutschland. So ist es eben.

        Es gibt auch einen Englisch Patch für リトルバスターズ, ich hab das original und dachte ich probiere die PC-Version mit dem Patch mal aus. Schrecklich, einfach nur schrecklich. Was da alles durch die Übersetzung verloren geht.

        Ich hab mich am Anfang auch sehr geärgert das Japan vieles nicht Exportieren will, aber da geht es wohl auch um Exklusivität und um viel Risiko.

        Capcom muss das gerade schmerzhaft lernen, die ziehen sich nach und nach aus dem Europäischem und Amerikanischen Markt zurück. Die „Japan Only“ Spiele haben in anderen Ländern, wenn sie dann mal übersetzt werden, miserable Verkaufszahlen und das andere Zeug will auch keiner.

        Sony trennt auch immer strenger zwischen dem Japanischen und dem Amerikanischen Markt.

        Es gibt zwar immer mehr Projekte die versuchen die absoluten Blockbuster in Japan auch im Ausland zu adaptieren, aber ich habe schon seit Jahren mehr keinen echten Anime in deutschen Kinos gesehen, seit sehr vielen Jahren. Und im TV auch nicht, da läuft nur der kack für 12 Jährige auf RTL II ab und zu (läuft der überhaupt noch?) und auf Tele 5 kommt ganz selten mal um 6 Uhr Morgends 1-2 Episoden One-Piece oder so.

        daisuki.net hat auf Facebook z.b. gerade mal 1600 Likes (und die Werben auf ihrer Startseite dafür das man die liken soll), das ist zwar keine offizielle Referenz aber bitte… 1600 ist wirklich garnichts.

        Apropos daisuki, wusstest du das Carlsen Comis in Deutschland ein Magazin namens 大好き verkaufte? Sogar 9 Jahre lang! (2003-2012), es wurde wegen rückläufiger und zu geringer Absatzzahlen eingestampft.

        Das ist allerdings alles nur meine persönliche Meinung, ich möchte da niemand rein reden. Gibt garantiert genügend die der Meinung sind ich hätte einfach keine Ahnung.

        Ich persönlich finde diese „Exklusivität“ Japanischer Kultur nicht negativ und in froh dem „Club“ bald bei zu treten :D

        • coolio sagt:

          Nicht das ich dir vollkommen unrecht gebe, aber so manche deiner Vergleiche klingen eher abstrus. Hoffentlich hast du in deinem Jubeltrauma nicht vergessen, das diese Politik unter anderem auch dazu dient, Ausländer (wie dich z.B….) erst gar nicht in diesem „exklusiven Club“ willkommen zu heissen. Aber das lernst du auch noch. Auf die harte Tour…..

          • Vamp898 sagt:

            Ich glaube du nimmst das ganze etwas zu ernst^^ das war nicht als Jubeltrauma gemeint, es gibt mindestens genauso viele negative Punkte die dagegen sprechen.

            Ich wollte nur verhindern dass das ganze etwas zu einseitig beleuchtet wird.

            Versuch mal nach deutschland einzuwandern, dann wirst du merken wie „exklusiv“ deutschland ist ;)

            Für einen Job brauchst du ein Bankkonto und einen Wohnsitz
            Für einen Wohnsitz brauchst du Geld und ein Bankkonto
            Für ein Bankkonto brauchst du einen Wohnsitz.

            Also kein Wohnsitz ohne Konto und kein Konto ohne Wohnsitz und schon gar kein Job wenn du nicht beides davon hast.

            In Japan ist das mit diesem certificate of eligibility dann doch etwas unnkomplizierter wie ich finde. Zwar genauso ein Teufelskreislauf, aber einer der etwas einfacher zu durchbrechen ist da es genug Unternehmen gibt die willig sind dir das auszustellen.

        • Hans Zillermann sagt:

          >Nehmen wir nur alleine die Lolicon, mal angenommen Japan würde die
          >Weltweit aktiv vermarkten, was das für ein Licht auf das Land werfen
          >würde.

          Und das völlig zurecht. So etwas kann man sich auch nicht mehr mit dem Mantra des Kulturrelativismus zurechtbiegen. „Sie sieht zwar aus wie 10, aber eigentlich ist sie eine 500 Jahre alte Vampirin, daher ist alles in Ordnung!“

          >Aber wie erwähnt, Japan schafft es das seine Bevölkerung nicht aus
          >Jugendlichen besteht die an Bußhaltestellen Rentner verschlagen und
          >den Großteil ihrer Freizeit mit Kriegsspielen verbringen.

          Als ob’s besser wäre die Jugend zu Hikikomoris zu erziehen und ihnen jegliche Perspektive durch eine von Greisen dominierte Wirtschaft und Politik zu nehmen… naja, jeder fühlt sich eben woanders wohl.

          • Vamp898 sagt:

            > So etwas kann man sich auch nicht mehr mit dem Mantra des Kulturrelativismus zurechtbiegen.

            Naja eig. schon, doch. Ich denke dafür muss man nichtmal Tief in der Geschichte graben. Ich denke Japanischen Frauen ist kaum etwas so wichtig wie niedlich und möglichst kindlich zu wirken. Wenn man das nicht mit Kultur begründen kann, wie dann?

            > Als ob’s besser wäre die Jugend zu Hikikomoris zu erziehen und ihnen jegliche Perspektive durch eine von Greisen dominierte Wirtschaft und Politik zu nehmen

            Das wage ich nicht zu beurteilen, und würde ich auch keinem anderen zu tun. Das hinterlässt zu schnell den Nachgeschmack als ob man Tiere im Zoo beobachtet ;)

            > naja, jeder fühlt sich eben woanders wohl.

            Eben. Niemand ist gezwungen Nach Japan zu Ziehen, bzw. dort zu bleiben. Bei mir auf der Arbeit sind Japaner denen es in Deutschland besser gefällt, wäre ja auch ziemlich traurig wenn es überall auf der Welt gleich wäre.

        • HamuSumo sagt:

          Warum denken heutzutage so viele Leute in Extremen? Die Einstellung „Bist du nicht für A, dann bist du für B“ treffe ich in den letzten Jahren ziemlich oft.

          Ich rede nicht davon, dass Japan seine Kulturerzeugnisse aggressiv auf den Weltmarkt schmeißen soll, sondern davon, dass man sich denen, die Interesse daran haben nicht versperrt. Persönlich habe ich mit dem Importieren kein Problem, nur gibt es ja etliche japanische Online-Shops, die restriktiv nicht nach außerhalb Japans liefern. Sowas habe ich im Westen noch nie gesehen.

          Was möchtest du mir mit dem Einstellen der Daisuki sagen? Die Einstellung kam plötzlich, aber nicht wirklich überraschend, denn das Modell war einfach zu alt. Die Serien hatten in Japan schon viel Vorlauf und konnten demnach im Internet schon gelesen werden, wenn man wollte. So ist der Markt. Über die Popularität von Manga sagt das aber nur sehr wenig aus, denn der deutsche Mangamarkt ist nach wie vor sehr stabil.

  • coolio sagt:

    Tja, nur das du für eine Kontoeröffnung überhaupt erstmal einwandern musst. Aber das ist ja in Japan bekannterweise üüüüüüberhaupt kein Problem. Und über die willigen Firmen und das Konto eröffnen reden wird dann später nochmal, ok?

    • Vamp898 sagt:

      Naja ich denke jetzt steige ich langsam aus. Der punkt an dem Tatsachen vermischt werden und Sachen aus dem Zusammenhang, zusammen gewürfelt werden ist der Punkt wo ich merke, es geht hier nicht um Zielfindung ;)

      Stimmt, jetzt wo du das sagst hast du recht. Es ist unmöglich in Japan einzuwandern, deswegen gibt es dort auch keine Immigranten. Auch tabibito nicht, der schreibt in Wirklichkeit aus nem alten Luftschutzbunker irgendwo mitten im Schwarzwald. Auch du nicht!

      Mich wundert es das es manche Leute mit so einer Einstellung überhaupt schaffen auszuwandern.

      Ich denke wir einigen uns am besten darauf das wir unterschiedliche Auffassungen von „Kompliziert“ haben. Das man einfach rein spaziert und gut ist darf denke ich niemand erwarten und erwartet auch keiner. Es tickt halt nicht jeder mensch gleich. Der eine fährt freiwillig nach Gesetz, auch wenn er das Gesetz unsinnig findet, der andere lässt „seine kleine durchatmen“ und kauft sich von seinem Bonus ein Ticket bei der Polizei und einen Radar Warner. Aber das ist wohl einfach typisch deutsch :D hier wird ja jeder als Profi Rennfahrer geboren (und nein, das gibt es in anderen Ländern auch, nicht das jetzt gleich ein Aufsatz kommt dass das nicht nur in Deutschland so ist (so langsam bin ich da sensibel))

      Und lass bitte dieses Arrogante „Aber das lernst du auch noch.“ und „Wir reden später noch einmal“, solltest du es nicht Arrogant gemeint haben möchte ich an dieser stelle betonen das es genau so rüber kommt. Ich bin keine 14 und will Auswandern weil ich Anime so toll finde, ich glaube die Jugendkultur steht so ziemlich an einer der letzten Plätze meiner Gründe da man die auch problemlos und ohne Einschränkung in Deutschland über sich ergehen lassen kann. Wenn Musik das Thema ist, wie in diesem Blog Eintrag, beschränke ich mich auch darauf.

      Ich hoffe du fasst diesen Beitrag nicht all zu beleidigen (o.ä.) auf (du scheint meine Beiträge mit einer relativ genervten/aggressiven Intonation zu lesen), ich sehe das ganze allerdings ziemlich gelassen. Ich diskutiere nur gerne ;)

  • Terry sagt:

    Ich glaube nicht, dass kulturelle Gründe (auch wenn es historisch so manche Tatsache diesbezüglich gibt) für die aktuelle „Abschottung“ Japans vorliegen. Vielmehr werden wirtschaftliche Interessen derartige Vorzüge hinter dem überschaubaren Angebot stecken. Schließlich kann man damit wunderbar sowohl einen Dienst als auch damit verbundene Produkte verkaufen. Und warum soll das ein fremdländischer tun, wenn es ein einheimischer (vielleicht nicht ganauso gut) auch kann?

    By the way: Mr. Big? Die waren doch ein One-hit-wonder (noch dazu ein schlechtes)! Oder gabs (respektive gibt) es da in Japan mehr zu hören?

    • Vamp898 sagt:

      Wahrscheinlich. Dann ist der Effekt den das ganze auf die Kultur hat wahrscheinlich eher ein Nebeneffekt.

      Obwohl diese Wirtschaftliche Entscheidung garantiert auch aus der Kultur Japans rührt. Dieses „lieber mal die Importe blockieren und kontrollieren was davon wir selber machen können“ ist ja zum teil, auch wenn unbewusst, eine Kulturelle Entscheidung. Diese Entscheidung folgt ja kulturellen hintergründen.

      Viele Gesetze und Wirtschaftliche Entscheidungen unterliegen Kulturellen Hintergründen. Das wir auf der Autobahn z.b. keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung haben liegt meiner Meinung nach auch an dem Kulturellen Hintergrund das bei uns jeder von Geburt an Rennfahrer ist. Das Waffengesetz in den USA hat ja auch kulturelle Hintergründe.

      Aber wäre doch auch langweilig wenn alle gleich ticken würden. Ist doch nicht schlimm das Japan mehr verschlossen ist, dafür sind andere offener. Solange es nicht in extreme ausartet sei jedem seine Eigenheit gegönnt.

  • Tobias sagt:

    Naja, dass gegen ausländische Sachen abgeschottet wird, liegt wahrscheinlich einfach daran, dass man Konkurrenz fürchtet. In Japan ist doch jeder bereit, 3000 Yen für eine CD zu bezahlen, wieso dann versuchen Konkurrenz ins Land zu holen?

    Wieso so vieles nicht ins Ausland exportiert wird: Ich glaube das liegt vor allem an dem Supportaufwand. Wahrscheinlich ist die Zielgruppe auch einfach zu klein und man hat keine Lust, sich dann darum zu kümmern, dass es vernünftig läuft. Deswegen wird einfach vorsorglich zugemacht. Naja, ich finde es natürlich auch nervig, aber dann sollen sie mal eben. Entweder haben sie irgendwann Pech oder es klappt gut.

    • Styx sagt:

      >Naja, dass gegen ausländische Sachen abgeschottet wird, liegt wahrscheinlich einfach daran, dass man Konkurrenz fürchtet.

      So ist es. Anderes Beispiel: Videospiele. Westliche Videospiele sind in Japan ein ziemlicher Nieschenmarkt und die großen japanischen Produzenten sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Die gekaufte Presse hilft fleißig mit – da heißt’s dann: Japaner mögen solche Spiele eben nicht. Auf den Markt kann man als ausländisches Unternehmen im Grunde nur mitspielen, wenn man Abstruse Knebelverträge abschließt. Wie im falle von Rockstar mit Capcom (nur der Himmel weiß, welche Seele da verkauft wurde). Aber siehe da, Grand Theft Auto ist auch in Japan beliebt. Leider ein Einzelfall, und so kommen die Spiele eher auf Umwege ins Land.

      Sicher spielt da auch die sprichwörtliche Inselmentalität eine Rolle, aber im Vordergrund stehen doch eher knallharte wirtschaftliche Interessen.

      • Vamp898 sagt:

        > Aber siehe da, Grand Theft Auto ist auch in Japan beliebt.

        Beliebt, naja sagen wirs so. Es verkauft sich. Aber auch nur die PS3 Version und auch nur die Standard Version. Alle anderen GTA Teile sind ziemlich weit unten in der Hitliste und anhand der User Rezenseionen sieht man das die meisten dem neuen GTA auch mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen.

        Aber GTA ist eben auch kein Call of Duty oder Battlefield.

        Battlefield hat z.b. eine Durchschnittsbewertung von 2,5 Sternen, das ist miserabel und entspricht nach Amazon Definition „Gefällt mir nicht“

        Ich kann allgemein nicht sehen das sich Japan gegen westliche Spiele abschottet. Ich finde die meisten Blockbuster auch im Japanischen Amazon, meist (nicht immer) mit miserabler Bewertung.

        Also hier kann von Abschottung keine rede sein, habe jetzt mal spontan das Angebot verglichen und merke kaum Unterschiede. Scheint bei PC Spielen also eher ein One-Way Ticket in die Außenwelt zu sein.

  • Felix sagt:

    Die Abschottung macht doch in den meisten Fällen gar keinen Sinn. Wenn meine Frau japanische E-Books bei Kobo kaufen will, muss sie erstmals den Proxy einschalten damit dies überhaupt klappt (hui.. lueg emal da, mir sind in Japan). Wozu? PS: bezahlen tut sie übrigens mit ihrer Schweizer Mastercard. Ist einfach nur lästig …

  • Aiko sagt:

    … in den meisten asiatischen Ländern (J ist da keine Ausnahme) läuft das so. Exportieren „ja, unbedingt“ und Importieren „nein, was ist das denn“ … früher erhob man Schutzzölle, aber da gibt es subtilere Methoden …

  • ednong sagt:

    Und wenn du deine Musik auf eine eigene Cloud auslagerst? Dann muüßte das doch so gehen wie geplant, oder?