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Mikrowellenofen

Juli 16th, 2013 | Tagged | 22 Kommentare | 9851 mal gelesen

Hier also mal wieder, zum ersten Mal seit langem, ein Geek-Beitrag zum Thema japanische Elektrogeräte.

Kann fast alles - außer Abwaschen: Ein Mikrowellenofen

Kann fast alles – außer Abwaschen: Ein Mikrowellenofen

19 Jahre hat sie treue Dienste geleistet, doch nun hat sie allmählich ausgedient: Unsere オーブンレンジ ōbun renji bzw. oven range. Ein seltsamer Zwitter aus Mikrowelle und Ofen, den es außerhalb Japans kaum zu geben scheint, der aber in Japan in kaum einer Küche fehlt. Diese Mikrowellenofen vereinbaren quasi zwei Geräte in einem – eine 電子レンジ denshi renji – Mikrowelle und einen オーブン ōbun – einen Ofen. Warum es diese Dinger gibt? Ganz einfach: In Japan gibt es keine Öfen in den Küchen. Stattdessen gibt es meistens einen ガス焜炉 (gasu konro) oder 電気焜炉 (denki konro) (Gas- oder E-Kochplatte), die nur 20 cm oder so hoch sind und meist auf zwei Kochflächen begrenzt sind – plus Minigrill in der Mitte zum Fisch grillen – und eine Mikrowelle. Oder eben einen Mikrowellenofen.

Unser 25-Kilogramm-Monster schafft 250 Grad, aber irgendwann fing er an, kräftig zu qualmen. Also Gerät aufgeschraubt, halb auseinandergebaut und gründlich gesäubert, und dann ging es wieder. Das Spiel wiederholte sich mehrfach, aber mittlerweile finde selbst ich die jüngste Quelle des Qualms nicht mehr. Und das Gerät qualmt ab 150 Grad so stark, dass ich die sicherlich berechtigte Sorge habe, dass die Sprinkleranlage in der Küche angehen könnte.

Nach ein bisschen Recherche fanden wir ein Gerät – siehe Foto – das tauglich aussieht und gute Kritiken bekommen hat: Ebenfalls ein Mikrowellenofen natürlich, denn man möchte ja gelegentlich auch was backen. Pizza zum Beispiel oder Aufläufe. Oder Brot. Und was die Geräte alles können dieser Tage. Das Ding wetteifert in Sachen Funktionen mindestens mit Blu-Ray-HD-Rekordern und was weiß ich alles. Das Innere imitiert wohl einen Steinofen, kann bis 350 Grad heizen und bis zu 400 Grad heißen Dampf ausblasen. Ich hoffe, nur nach innen… Dazu hat das ganze auch noch 8 rotierende Infrarotsensoren. Und 31 Liter Garraum. Bei größeren Mikrowellen sind es wohl um die 20, bei normalen Öfen rund 50. Mikrowellenöfen liegen also wirklich in der Mitte.

Als nächstes wird wohl unser Reiskocher ausgemustert werden müssen – das gute Stück ist ungefähr genauso alt und dank fleißiger Kinderhände schon reichlich ramponiert. Mal sehen, wieviel wir uns das kosten lassen werden… wer will, kann bis zu 1’000 Euro für einen Reiskocher ausgeben. Natürlich schmeckt der Reis dann ganz, ganz anders… sagen die Japaner…

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