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Anschluss finden: Deutsche in Japan

Januar 18th, 2012 | Tagged , | 9 Kommentare | 839 mal gelesen

Da steht man also plötzlich in Japan da mit seinen sieben Sachen und weiss nicht so recht, wohin mit sich, und was man von nun an mit seinen zauberhaften Deutschkenntnissen anfangen soll. Da gibt es die einen, denen das überhaupt nichts ausmacht, und die auf den deutschen Sprachgebrauch nebst Muttersprachlern ganz gern verzichten können. Da gibt es die anderen, hauptsächlich jene, die nur begrenzt im Land sind und kein oder kaum Japanisch sprechen, die lieber gern Anschluss hätten zu ihren Landsleuten und sich von daher gern irgendwie zusammenraufen. Und dann gibt es noch die dazwischen, und dazu zähle ich mich auch, die zwar nicht aktiv nach Verbindungen zu Landsleuten suchen, aber sich durchaus gern mal mit Mitgefangenen treffen wollen. Deshalb an dieser Stelle mal eine kleine Auflistung von Gruppen und Möglichkeiten, die man hier so hat, um Anschluss zu finden:

DinJ steht für “Deutsche in Japan” und ist eine seit vielen Jahren betriebene Newsgroup auf Yahoo. Diskutiert wird dort so ziemlich alles, und natürlich ist vieles dort für die meisten irrelevant. Die Moderatoren sind auch nicht gerade zimperlich, aber in der Liste gibt es etliche Auskenner, die schon ewig im Land sind, und somit so ziemlich jede Frage beantworten können.
Persönlich halte ich mich dort lieber zurück, aber ich schaue durchaus regelmäßig in die Tageszusammenfassungen rein. Tipp: Anmelden, und bei den Einstellungen “Tägliche Zusammenfassung schicken” wählen. Alles andere artet sonst in Spam aus.

DoitsuNet ist eigentlich eine Ein-Mann-Veranstaltung – die Idee dahinter ist, regelmäßig Deutsche und Japaner, die an Deutschland (und Deutsche?) interessiert sind, in abwechselnden Etablissements zusammenzutrommeln, um miteinander Spaß zu haben. Der Verantwortliche organisiert auch andere, internationale Partys ziemlich erfolgreich. Hinter den Veranstaltungen steckt kommerzielles Interesse, aber die DoitsuNet-Partys sind in der Regel gut organisiert und können durchaus Spaß machen. Die Preise sind dabei auch recht zivil (wenn man sich über den Newsletter anmeldet).
Ich schaffe es leider immer nur maximal ein Mal pro Jahr dorthin – es wird mal wieder Zeit, denn letztes und vorletztes Jahr habe ich es nicht geschafft. Selbstredend lohnen sich diese Veranstaltungen nur in Tokyo.

Edo-Rhenania: Mal wieder Lust, einen Salamander zu reiben? Ich hatte weiland während meiner Studienzeit in Japan nicht schlecht gestaunt, als mich der damalige Germanistikprofessor völlig mit seiner eigenen, kleinen Burschenschaft überrumpelte. In Deutschland habe ich jene mit dem Allerwertesten nicht angeschaut, aber einen Einblick in Japan war es mir wert. So kam ich dabei auch in den Genuss einer grossen Festveranstaltung der Edo-Rhenania. Diese nicht schlagende Verbindung gibt es seit 1963. Gerüchten zufolge sollen wohl sogar Mitglieder der kaiserlichen Familie dabei sein. Als ich 1998 bei der Veranstaltung war, hatte man eigens Burschenschaftler aus Deutschland einfliegen lassen. Ich kam mir dabei in etwa wie ein Ethnologe vor, der gerade einen völlig neuen Stamm entdeckt hatte. Es war faszinierend. Aber so recht ist das trotzdem nicht meine Welt.

So, das sind erstmal drei. Wer kennt mehr?

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