Ist Japan sicher?

Juli 20th, 2011 | Tagged , , , | 17 Kommentare | 8009 mal gelesen

Als Reaktion auf den letzten Blogbeitrag, der unter anderem den Skandal um den Umlauf von radioaktiv belastetem Rindfleisch in Japan aufgriff, gab es ein paar Kommentare sowie persönliche Nachrichten besorgter Japan-Aspiranten, die sich Sorgen machen, ob Japan sicher ist oder nicht – vor allem in punkto Lebensmittel. Um weiteren Anfragen vorwegzugreifen, nun also ein eigener Eintrag dazu, den ich mehr als Denkanstoss denn als Ratgeber verstanden haben möchte – zur Erinnerung, der Verfasser dieses Blogs ist im Gegensatz zu vielen Millionen Deutschen kein Experte in Sachen Nuklearphysik und Ökotrophologie.
Ist Japan also sicher? Die Frage ist schlichtweg nicht mit ja oder nein beantwortbar. Also versuche ich mal, logische Schlüsse aus den vorhandenen Fakten zu ziehen.

Die Ausgangslage
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1. Vier Reaktoren im AKW Fukushima 1 wurden durch den Tsunami am 11. März 2011 stark zerstört. Dabei wurde eine erhebliche Menge radioaktiver Substanzen a) in die Luft und b) ins Meer freigesetzt.

2) Wie man bereits an Tschernobyl erkannt hat, breiten sich Strahlung sowie kontaminierte Substanzen nicht konzentrisch aus. Sprich, 1’000 km entfernt zu wohnen bedeutet nicht zwangsläufig, das man sicherer ist als jemand in 50 km Entfernung. Das Ausmass der Kontamination hängt stark von äußeren Faktoren wie Höhe der Explosionswolke, Windstärke und -richtung, Niederschlagssituation, Meeresströmung, Tidenhub, Länge und Konzentration der Einleitung kontaminierter Substanzen usw. usf. ab.

Folgen
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Kurz nach dem Beginn der Reaktorprobleme gab es einen deutlichen Anstieg der Konzentration radioaktiven Jods, später auch Cäsiums in der nahen bis weiteren, sowie einen Anstieg von Strontium und Plutonium (möglicherweise!?) in der näheren Umgebung. Diese Substanzen verdünnen sich an den einen Stellen und konzentrieren sich an anderen Stellen., mit teilweise schwer vorhersagbaren Verteilungsmustern.

Das Problem
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1) Information. Entweder man hat das Gefühl, die Informationen reichen nicht, oder sie werden zu spät weitergeleitet. Hinzu kommt ein grosses Misstrauen gegenüber öffentlichen Quellen sowie eine ganze Reihe von Fehlinformationen aus teilweise zweifelhaften Quellen.

2) Das Ausmass. Die Ausmasse der Reaktorkatastrophe, zudem noch gepaart mit einem gewaltigen Erdbeben und einem ebenfalls gewaltigem Tsunami, einhergehend mit massiven Strom- und anderen Versorgungsengpässen, verschärft die Lage zusätzlich.

3) Kapazitäten. Natürlich hat auch Japan Labore und mobile Messgeräte, doch das Ausmass der Katastrophe übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Es mangelt schlichtweg an Laborkapazität, um alle Lebensmittel und alle Winkel der betroffenen Regionen sofort und allumfassend zu überwachen.

4) Sturheit und Unwissenheit. Nein, das ist keine japanische Eigenart. Der Verkauf von belastetem Rindfleisch ist teilweise auf die Sturheit einiger Viehzüchter zurückzuführen (erwiesenermassen) – die falsche Angaben zum Futter machten, in der Hoffung, ihre Tiere trotzdem verkaufen zu können. Unwissenheit hingegen seitens der Behörden zum Beispiel, die scheinbar nicht ahnen, wie der Nahrungsmittelkreislauf funktioniert.

Die jetzige Lage
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Noch immer können nicht alle Lebensmittel getestet werden. Es werden nur Stichproben genommen. Gibt es eine erkennbare Häufung von Grenzwertüberschreitungen in einem eingrenzbaren Gebiet, wird eine Auslieferungsbeschränkung angeordnet (出荷制限 shukka seigen). Teilweise geschieht diese Beschränkung jedoch auf Freiwilligenbasis – die Landwirte werden in dem Fall lediglich „gebeten“, Lieferungen auszusetzen.

Kann ich mich in Japan schützen?
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Wer Japanisch kann, kann versuchen sich zu schützen, denn das Herkunftsgebiet bei Obst, Gemüse und Fleisch ist in der Regel ausgezeichnet. Jedoch nur auf Japanisch. Völlige Sicherheit kann auch diese Massnahme nicht bieten – vor allem bei bereits verarbeiteten Lebensmitteln ist es schwer, an Informationen zu kommen.
Bei Restaurants und dergleichen kann man sich nur sehr bedingt schützen – klar man nachfragen, woher die Zutaten stammen, und gerade bei feinem Rindfleisch ist die Herkunft wichtig und wird in der Regel dazugeschrieben, aber bei Meeresgetier und Gemüse wird es schon schwieriger.

Ist Japan unsicher in Punkto Lebensmittel?
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Nun, sicher unsicherer als vor der nuklearen Katastrophe, denn radioaktive Verseuchung kommt als potentielle Gefahr hinzu. Man sollte beim ganzen Bashing jedoch eins nicht vergessen: Die Tatsache, dass grenzwertüberschreitende Lebensmittel wichtige Themen in den Nachrichten sind, zeigt zumindest eins: Es gibt Leute, die sich Sorgen machen und versuchen, auf die Gefahren hinzuweisen. Oftmals wird man erst im Nachhinein informiert, was jedoch – logischerweise – auf die momentanen Wartezeiten bei den Labors zurückgeführt werden kann.

Was soll ich tun?
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Prinzipiell hat hier jeder 3 Möglichkeiten:

1. Augen zu und durch und einfach nicht drauf achten. Man erfährt ja sowieso nicht alles und oft erst zu spät.
Vorteil: Gesteigerte Lebensqualität aufgrund geringeren Sorgen- und Stresspegels.
Nachteil: Mit etwas Pech weniger lange Freude an der gesteigerten Lebensqualität da man doch zu oft das falsche zu sich genommen hat.

2. Panik schieben, alles und jedem misstrauen und sich weitestgehend einschränken
Vorteil: Weiss nicht. Gibt es einen?
Nachteil: Stark geschmälerte Lebensqualität und höherer Stressfaktor. Eventuelle Reue, wenn man kerngesund von einem Laster überfahren wird.

3. Augen offenhalten und versuchen, nachzudenken. Fragen stellen.
– Waren Lebensmittel vor Fukushima alle kosher?
– Sind radioaktiv verseuchte Lebensmittel die einzigen Lebensmittel, die Spätfolgen hervorrufen könnten (Stichwort Dioxin, EHEC, kanzerogene Zusatzstoffe, Schimmelsporen etc)?
– Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Rindfleisch da im Restaurant vor mir nicht aus Australien, Argentinien oder Kyūshū stammt, sondern ganz bestimmt von einem Tier aus einem stark verstrahlten Gebiet?

… usw. usf.

Ist Japan sicher?
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Für Kurzzeitbesucher? Ich denke schon. Für Dauerinsassen? Vielleicht weniger sicher als vorher, aber mit etwas Vorsicht sollte man in der Lage sein, das Risiko etwas zu senken. Es sei denn man zählt zum Typ 1, dann ist es egal.
Wer für sich Möglichkeit 1 oder 3 beansprucht, sollte nach Japan kommen. Wer Möglichkeit 2 wählt, sollte es sich überlegen – und zwar gut. Die Freude an Japan könnte durch die eigene Sorge stark geschmälert werden.
Ich habe Möglichkeit 3 gewählt.
Wie viel Sorge berechtigt war, wird sich womöglich erst in 30 Jahren zeigen. Und hoffentlich nicht bei unseren Kindern, sondern wenn schon nur bei uns selbst. Aber ich glaube, dass es selbst für Kinder sicher ist – solange sich die Eltern etwas Gedanken machen und mit Bedacht agieren.

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17 Responses to “Ist Japan sicher?”

  • Sascha sagt:

    Ich danke dir vielmals für diesen Beitrag!! Wie ich ja auch geschrieben hatte, habe ich mir nach dem letzten Blog ein wenig sorgen gemacht. Aber ich denke, das ich nach der Variante 3. gehen werde, da ich auch nur 14 Tage in Tokyo sein werde.
    Vielen dank noch mal.

  • Anonymous sagt:

    Ich bevorzuge auch Möglichkeit 3! :-) Danke für diesen top Eintrag!

  • Heydal sagt:

    Es gab einmal eine Zeit da stand man am Morgen auf im Wissen das man am Abend bereits Tod sein konnte, hingerafft von der Diphterie, Pest oder einer anderen Krankheit. Heutzutage glauben wir uns vor allem schützen zu können, wenn wir uns nur richtig verhalten.

    Doch das mit dem richtigen
    Verhalten ist so eine Sache. Muss sich ein Japan-Urlauber wirklich Gedanken machen über eine mögliche radioaktive Belastung die Er durch Luft, Wasser oder Nahrung zu sich nehmen kann ? Und wie hoch stehen diese Risiken zu anderen Risiken die seiner persönlichen Lebensführung oder genetischen Disposition geschuldet sind ?

    Ein Raucher trägt ein ungleich höheres Risiko als der zufällige Verzehr von radioaktiv belastetem Fleisch. Zumal die Wahrscheinlichkeit das Er das Pech hat gleich mehrmals bei der Verteilungslotterie namens Detailhandel zu gewinnen und das belastete Fleisch rauszupicken denkbar klein ist.

    Nun kann man natürlich argumentieren, das der mögliche Verzehr von belastetem Fleisch zusätzlich zu dem erhöhten Krebsrisiko, bedingt durch das Rauchen, der Tropfen sein kann der den Krebs hervorbringt. Aber bei diesem Gedankenspiel müsste man zuerst die Risikofaktoren vermeiden die das grössere Risiko in sich tragen. Auf unseren fiktiven Raucher bezogen sollte er sich also ruhig ein Fukushima-Steak gönnen, um dann mit einem Nikotinkaugummi gegen seine Sucht anzugehen.

    Wir alle gehen bewusst oder unbewusst Risiken ein, ob wir Rauchen, Autofahren, leidenschaftlich Fast Food verzehren, auf Berge klettern oder faul auf dem Sofa sitzen. Wenn wir versuchen unsere persönlichen Risiken zu minimieren, werden wir vielleicht Lebenszeit gewinnen, aber noch viel mehr Lebensqualität verlieren. Das geringste Risiko hat derjenige der nie geboren wurde. Leben beinhaltet Risiken, alles andere ist eine Selbsttäuschung, die Frage ist also nicht wie wir risikofrei durchs Leben kommen sondern wie wir mit Risiken umgehen.

    Ich wünsche allen eine gute Reise nach Japan );D

  • Felix sagt:

    Heydel bringt es für mich ziemlich auf den Punkt! Im Oktober werde ich für 3 Wochen in Japan verweilen. Davon eine in Tokio. Welche Variante ich wähle? Natürlich Variante 1. In dieser kurzer Zeit ist es praktisch unmöglich eine gesundheitsschädliche Menge an Lebensmittel, bezogen auf Radioaktivität, zu sich zu nehmen. Das bisschen Radioaktivität habe ich vermutlich auch, wenn ich in den Schweizer Berge für ein paar Tage wandern gehe. Ich werde auch nicht achten oder fragen woher das Fleisch stammen könnte (natürlich auch mangels japanisch Kenntnisse ;-) ). Ich werde also Japan so gut geniessen wie es geht und hoffe einfach, dass es keine Erdbeben gibt (und wenig Regen). Die ganze Hysterie möchte ich nicht mitmachen. Für jemand der in Japan lebt und sogar Kinder hat ist es natürlich eine andere Situation. Kurzurlauber haben aber IMHO ein grösseres Risiko, irgendwo in einem all inclusiv Resort in der Türkei oder Karibik krank zu werden als in Japan.

  • Oliver sagt:

    Also ich habe gestern meinen Flug für 2 Wochen Japan im Oktober/November gebucht. Damit gehöre ich offensichtlich nicht zur zweiten Gruppe. Und da ich nur seeeehr rudimentäre japanische Sprachkenntnisse habe und ein sonniges Gemüt habe, gehöre ich klar zur Gruppe 1. Den Rest erledigt einfach der gesunde Menschenverstand, also ein wenig von Gruppe 3.

    Und ich weiss nicht was schlimmer ist: Das evtl. „verseuchte“ Fleisch oder Gammelfleisch „Made in Germany“. Wenn ich nur daran denke wird mir schlecht.

    Oder wie wäre es mit 2 Wochen am Strand (Australien kommt gut) mit schlechter/keiner Sonnenschutzcreme? Hautkrebs lässt grüßen.

    Na, die Liste kann man ja beliebig weiter führen. Das Lustige ist ja, das all die von dir genannten „Nuklearphysiker“ und Weltverbesserer das in ihrer Gleichung höflich rauskürzen.

    Aber was soll’s? Der Mensch an sich vergisst schnell. Ich bin da nicht anders und deshalb gibt es morgen wieder Döner, denn es ist Dönerstag und Döner macht schöner (Bis zum nächsten Gammelfleischskandal) ;)

  • Rose sagt:

    Da ich mich ja nun auch für längere Zeit im Land aufhalte, beschäftige ich mich auch mehr oder weniger stark damit und somit habe ich mich bewusst für Variante 3 entschieden.
    Viele Restaurants schreiben mittlerweile aus, dass ihr Fleisch/Gemüse/sonstiges aus sicheren Gebieten kommt. Einige Restaurants haben sogar ihre Speisekarte geändert.
    Ich fühle mich weitestgehend sicher und dadurch, dass Bf und ich hier viel selbst kochen können, achten wir natürlich auch beim Einkauf darauf, was in unserem Korb landet.

    Mit staunen verfolge ich daher die deutschen Nachrichten in denen Japans gesammter Tee verstrahlt und Algen (Nori/Wakame) ungenießbar gesundheitsgefährdend sind.

    Für Reisende, die auf nummer sicher gehen wollen und somit Restaurants + Fertigkrams meiden – die meisten Youth hostels haben eine Küche in der man schalten und walten kann, wie man will. Dazu kommt noch, dass man praktisch alles in kleinen mini-portiönchen bekommt. So kann man z.B. einzelne Möhren kaufen oder sich mit anderen Bewohnern zusammentun und gemeinsam kochen. Das bringt auch nochmal eine ganz andere Note in den Urlaub als alleine Essen und sich isolieren….

  • menzeline sagt:

    Sterben tuen wir doch alle, es ist nur immer die Frage wann.
    Die einen früher, dafür bleibt ihnen aber auch einiges unangenehmes im Alter erspart und andere werden uralt wie Methusalem.
    Viele Krankheiten können uns dahin raffen, oder man stürzt beim Flugzeugabsturz ab, wird von einem Auto überfahren usw. Darum heißt es doch lebe jeden Tag so, als wenn es dein letzter wäre.
    Zum einen gehöre ich zur Gruppe 1, denn ich esse gerne Algensalat und weiß nicht, ob er vielleicht aus Japan kommt. Aber zur Gruppe 2 gehöre ich ganz sicherlich nicht, denn ich will ja das bisschen Leben, was ich habe genießen und das könnte ich nicht, wenn ich so pessimistisch wäre.

  • Juergen sagt:

    „Nahrungsmittelkreislauf“
    Wenn man Tiermehl wieder an Tiere verfüttert kann man von einem Kreislauf reden, aber ansonsten denke ich, dass dieses Wort nicht exisitert. Wahrscheinlich meinst du „Nahrungskette“ (sehr schön erklärt hier http://www.youtube.com/watch?v=bps-xbo8wnA)

  • fritz sagt:

    ich bin gestern in Narita gelandet, musste mir aber vor der Reise oft anhören lassen, wie lebensmüde ich doch bin das „komeplett verstrahlte“ japan zu fahren -.-

  • Anonymous sagt:

    @fritz
    Oh, wieder im Lande? Jaja, bloss nicht kirre machen lassen…
    Wie lange bist Du denn hier?

  • tembridis sagt:

    @fritz: In zwei Wochen ist es bei mir wieder soweit und ich muss mir das auch schon anhören. Die Leute hier hatten ja so schon kaum eine Vorstellung von dem Land, aber jetzt nimmt es groteske Formen an.

    @Reisender: Vielen Dank. Wieder einmal ein guter Eintrag mit einer Prise Humor. Ich werde mich freiwillig der Gruppe 1 anschließen und diese 6 Wochen in vollen Zügen genießen. Zumal ich eh nur unten in Kyushu herumturnen werde.

  • Julia sagt:

    Ich seh das ein Bisschen wie Oliver. Manche Leute erzählen mir, ich müsste doch bekloppt sein, nach Japan zurückzuwollen, legen sich aber in die pralle Mittagssonne und lachen mich aus, wenn ich mich mit Sonnenschutz einschmiere, bevor ich das Haus verlasse. (Ja, die Japanerin in mir. xD)

    Klar kann man nicht alle Risiken miteinander vergleichen, aber ganz ehrlich, in Deutschland ist es auch nicht soo sicher. Ich könnte ja auch morgen von nem Neonazi totgeprügelt werden, dann wär auch Sense.

    Ein Bisschen Mitdenken ist toll und bringt vielleicht auch was, aber dieses Panikschieben hat doch keinen Sinn. Vor allem kommt es von den falschen Leuten. Ich lass mir doch nicht von nem Kettenraucher erzählen, ich wäre beknackt, wenn ich nach Japan fahre.

  • nixwisser sagt:

    Wie bereits gesagt ist vor allem die mangelnde Information, vor allem objektive, das Hauptproblem.
    Da in den betroffenen Reaktoren eine Kernschmelze eingetreten ist, läßt sich das spaltbare Material nicht mehr kontrollieren.
    Lediglich Kühlung ist noch möglich.
    Die freigewordenen radioaktiven Isotope sind nicht vollständig erfaßt und werden auch nicht vollständig verfolgt.
    Vor allem die Tonnen an kontaminierten Kühlwasser die ins Meer geflossen sind werden nachhaltig auf dem gesamten Globus zu Problemen führen.
    Radioaktivität ist im Gegensatz zu toxischen Stoffen nicht proportional zur Verdünnung „unschädlich“ zu machen.
    Denn es handelt sich nicht um chemische Prozesse bei denen es passende Reaktanten braucht, Alpha-Strahlung kann und wird i.d.R. wenn innerlich aufgetreten (z.B. durch verzehr von kontaminierten Lebensmitteln) in jedem Fall zu einer körperlichen Schädigung führen, sei es direkt beim betroffenen Menschen oder indirekt bei den Nachkommen.
    Deswegen ist das Verhalten der japanischen Regierung und von TEPCO nicht tolerierbar.
    schützen kann man sich nur, wenn 100%ig sicher ist das Lebensmittel eben nicht um das zigfache des bereits über den schon zigfach erhöhten neuen Grenzwert überschrittenen Wert liegt !
    Deswegen nun allerdings zu behaupten das Japan total „verstrahlt“ ist ist nonsens.
    Leider betreibt sowohl die Regierung als auch der Konzern keine objektive und vor allem ehrliche Politik, sei es um eine „Massenpanik“ zu vermeiden oder „nur“ die Schäfchen ins trockene zu bringen.
    Wenn unabhängige Messungen innerhalb der zwölf Meilen Zone offiziell von der Regierung Japans verhindert werden, was ist dann davon zu halten ?
    Der Tsunami hat schon mehr als genug Schaden angerichtet, da sollte es doch eigentlich normal sein der Realität ins Auge zu sehen und objektive Fakten als Grundlage zu nehmen, um die bereits traumatisierten Menschen in Japan zu helfen, statt in Ungewissheit zu lassen.
    Meine persönliche Meinung.

  • Markus sagt:

    Das traurige ist eher… das schon in Europa wieder alles vergessen ist, ist ja auf der „anderen Seite“ der Erde

    die Gefahr ist da, besonders durch Lebensmittel oder Schiffe wird sicherlich ein kleiner Teil der Strahlung zu uns kommen.

    Was mir jedoch eher Sorgen macht, das bei der Aktionärsversammlung keine Mehrheit für einen Atomaustieg… das ist unverantworltich :(

    und seien wir mal ehrlich, ob nun verstrahlt oder mit soviel Antibiotika verunreinigt… wenn wir Alles wüßten was in unserem Essen steckt :(

  • Anonymous sagt:

    Eine Aktionärsversammlung soll für einen Atomausstieg stimmen? Neeeee, die Haupteigentümer einer börsennotierten Aktiengesellschaft sind renditeorientierte Finanzunternehmen. Und heisst es zu allererst viele Einnahmen wenig Ausgaben. Und aufgrund der Politik und Gesetzgebung in den meisten (allen?) Ländern ist die Stromerzeugung mittels Kernreaktor die lukrativste Art Geld in diesem Sektor zu verdienen. Da wird kein „Eigentümer“ seine „Kuh“ schlachten.

    Und der Einfluss dieser Eigentümer ist so groß, dass man an verlässliche Fakten nicht herankommt. Zumindest nicht auf einfachem Wege.

    Und schließlich: „wenn wir alles wüßten was in unserem Essen steckt“ – in der sogenannten westlichen Welt wollen die meisten das auch nicht und wer weiß was los ist, wenn man es wüsste!

    Also, alles wie gehabt, viel Spass in Japan. Wenn der Kleine soweit ist, werden wir das auch mal ins Auge nehmen!

  • Tembridis sagt:

    Das liegt aber meines Erachtens nach an der Presse. Es tauchen dort eigentlich nur noch ausschließlich schlechte Nachrichten auf (Sport mal ausgenommen). Dementsprechend selten taucht Japan nun in der deutschen Presse auf und das Thema rückt aus dem Blickfeld. Was hängen bleibt ist die griffige Formel: Japan = komplett verstahlt.

  • Kim sagt:

    Hey.
    Also ich habe vor in 3 Jahren (noch 3 jahre schule. :() nach Japan zugehen. Und dort auch fest sitzen bleiben. Ist in drei jahren immer noch die gefahr davon etwas abzubekommen?
    Wie sieht es in Tokyo aus? Ist da die gefahr von Erdbeben erwischt zu werden?
    Wie lange hätte ich dann noch ungefähr zeit zum leben??

    Währe nett wenn ihr das beantworten würdet. Danke