Grosse Ostjapan-Erdbebenkatastrophe: Update XV

April 4th, 2011 | Tagged , , , , , | 23 Kommentare | 2768 mal gelesen

Ja, doch, der Name des Erdbebenereignisses vom 11. März 2011 wurde schon wieder geändert: Man hat sich nun auf 東日本大震災 Higashi-Nihon Daishinsai, Grosse Ostjapan-Erdbebenkatastrophe geeinigt. Der Name trifft es auch gut, denn auf die eine oder andere Weise war bzw. ist dieses Erdbeben eine Katastrophe für (fast) ganz Ostjapan.

Zwischen Westerwelle und Libyen scheint das AKW in Fukushima noch immer gelegentlich für eine Hauptmeldung in den Nachrichten gut zu sein: Immerhin wurde man ja rhetorisch auch schon seit drei Wochen auf die Apokalypse vorbereitet – da kann man die ja schliesslich nicht so einfach abblasen. Natürlich ist der Reaktor noch immer nicht stabil. Natürlich ist die Lage kritisch, da stark radioaktiv verseuchtes Wasser direkt in den Pazifik fliesst. Natürlich wird man hier noch lange mit den Langzeitfolgen kämpfen müssen. Trotz allem bleibt uns hier in Tokyo nichts weiter übrig, als nach vorne zu schauen, und auch die wenigen Erfolgsnachrichten zu bewerten. „Leck, durch das radioaktiv stark verseuchtes Wasser in den Pazifik gelangt, konnte noch nicht geschlossen werden“ kann man nämlich auch anders lesen: „Leck, durch das radioaktiv stark verseuchtes Wasser in den Pazifik gelangt, gefunden“. Zynismus hin oder her: Das ist wenigstens ein Fortschritt. Man weiss, wo das Wasser herkommt. Und wenn man das weiss, kann man auch über Massnahmen nachdenken. Vor eins, zwei Wochen wusste man – gar nichts.
Andere, momentan leicht beruhigende Nachrichten sind z.B., das die Strahlungsbelastung in ganz Ostjapan seit zahlreichen Tagen zwar langsam, aber stetig abnimmt. Und das das Trinkwasser in der Region um Tokyo nicht mehr mit über 100 Becquerel pro Liter, sondern nur noch mit knapp einem Becquerel belastet ist. 0 wäre natürlich besser, aber weniger als 1 ist besser als 100. Oder? Das sich die Lage beim nächsten Regen wieder verschlechtern kann/wird, ist natürlich klar.

In diesem Sinne stiess ich gerade auf einen Beitrag von Reinhard Zöllner für „Die Welt Online“. Ich kenne Professor Zöllner flüchtig – er stiess zur Japanologie der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg, als ich wegging. Als Japanologe ist er dem Thema gegenüber sicherlich nicht unvoreingenommen, aber besagter Artikel Apokalypse jetzt! Wir Deutschen sollten uns schämen trifft es meiner Meinung nach genau auf den Kopf. Und es rückt den kurzen THW-Einsatz erneut in ein schlechtes Licht, wie hier schon einmal diskutiert.

Eines der Wörter, die man zur Zeit am häufigsten liest und hört, ist das Wort 自粛 – jishuku – Selbstbeschränkung. Das bedeutet zum Beispiel, dass plötzlich die Werbung von den Fernsehbildschirmen verschwindet, da Firmen und Agenturen aus Pietätsgründen darauf verzichten. Grössere, eher erfreuliche Veranstaltungen (Feuerwerke im Sommer, Festivals, Konzerte usw) werden auch abgesagt. Auch die nächtliche Beleuchtung der Kirschblüten usw. usf. Mittlerweilen melden sich jedoch auch die Kritiker: Versinkt Japan in einer monatelangen Selbstbeschränkung, schadet das der Wirtschaft und der Gesellschaft eher. Ein verständliches Argument, drei Wochen nach dem Beben. Aber es fällt natürlich schwer, so unbeschadet wie vorher weiterzumachen. Jedoch: Selbst die Kirschblüten betreiben jishuku. Normalerweise stehen die Kirschbäume vor unserem Haus ab Ende März in voller Blüte – jetzt sind noch nicht mal Blütenansätze zu sehen. Der Grund ist der ungewöhnlich lange Winter / kalte Frühling: Normalerweise herrschen zu dieser Zeit 18 Grad am Tag und 9 Grad in der Nacht. Die Tageshöchsttemperatur war heute 9 Grad. Den Apokalyptikern sei jedoch versichert: Dies ist nicht der atomare Winter!

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Anbei noch ein paar Bilder, die ich heute in meiner Stadt gemacht habe: Die Bilder entstanden innerhalb einer halben Stunde – auf dem Weg von unserem Haus zum Bahnhof (mit ein paar Umwegen). Alle Bilder zeigen Schäden durch Bodenverflüssigung – sie sind also eine indirekte Folge des Bebens.
Dazu eine schlichte Erklärung zur „Bodenverflüssigung“. Man kann dies eigentlich ganz leicht zu Hause darstellen. Man nehme eine kleine Kiste und fülle Sand hinein. Dann giesst man etwas Wasser dazu – und zwar so viel, dass der Sand feucht wird, sich aber keine Wasseroberfläche bildet. Dann lege man etwas auf den Sand – Hauptsache, es hat ein kleines bisschen Gewicht. Dann schüttele man das ganze sanft für eine Weile – und man kann zuschauen, wie das Objekt langsam versinkt und Wasser hochsteigt.
Im Extremfall können Gebäude umstürzen – in vielen Fällen passiert jedoch folgendes: Flächen mit geringem Bebauungsgewicht sacken ab, während schwerere Objekte wie Inseln stehenbleiben. Absackungen von bis zu einem Meter sind keine Seltenheit. Gullis bleiben meist stehen und ragen aus der Oberfläche, da sie mit Rohren im Untergrund verankert sind.

 

 

Dieses Haus (rechts) ist nicht mehr bewohnbar – es ist teilweise abgesackt. Das linke Haus ist noch halbwegs intakt.

 

 

Dieses Gebäude wurde von den Einwohnern liebevoll きのこ交番 – „Pilz-Polizeiwache“ – genannt. Auch dieses Gebäude wird man wohl nicht retten können.

 

 

In diesem Fall hat es den kompletten Balkon abgerissen – da der Balkon weniger Druck auf den Untergrund ausübte.

 

 

Viele Japan-Besucher wundern sich, warum fast überall die Elektrik oberirdisch verlegt ist. Das mag verschiedene Gründe haben – ein Grund ist jedoch auf jeden Fall die hohe Anzahl von Erdbeben: Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, dass die Masten umstürzen und die Trafos im schlimmsten Fall Brände auslösen. Andererseits sorgt die oberirdische Verkabelung dafür, dass so schnell der Strom nicht ausfällt. Selbst die am schlimmstenn betroffenen Gebiete in unserer Stadt hatten wochenlang zwar nichts – aber Strom und Internet funktionierten.

 

 

Als Folge der Bodenverflüssigung setzt sich das Wasser vom Sand ab und sprudelt nach oben, während der Rest in Folge der Volumenabnahme im Untergrund absackt. Neben dem Wasser sprudelt natürlich auch grauer Schlamm aus dem Untergrund – und das in nicht unbeachtlichen Mengen.

 

 

Herausragende Gullies sind quasi das Symbol der Bodenverflüssigung.

Rein theoretisch hätte es in unserer Stadt nicht zu solch extremer Bodenverflüssigung kommen sollen – bei uns wurde „nur“ eine starke 5 nach der japanischen Skala (Maximalwert: 7) verzeichnet. Jedoch: Die Besonderheit dieses Bebens war die Länge: Das Beben dauerte fast zwei Minuten. Wer obiges Experiment einmal ausprobiert – und zwei Minuten rüttelt, wird sehen, was ich meine…

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23 Responses to “Grosse Ostjapan-Erdbebenkatastrophe: Update XV”

  • Phelia Fogg sagt:

    Ja, die Medaille hat immer zwei Seiten, alerdings neigen wir hier ja gerne dazu, die Dinge möglichst pessimistisch zu sehen!

    Danke für die erneute Berichterstattung. Vor allem wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie weiterhin alles alles GUTE. Und bleiben Sie uns treu mit Berichten, denn ea tut gut sie zu lesen!

    Unbekannterweisen herzliche Grüße aus Köln!

    Phelia F.

  • Heydal sagt:

    Der Artikel von „Die Welt Online“ ist Balsam für meine Seele. Habe mich schon gefragt ob ich der einzige bin der der Hysterie die in den deutschen Medien regelrecht zelebriert wurde noch nicht verfallen ist.

    Was bleibt ist ein sehr schaler Nachgeschmack, meine Meinung über die Qualität der Nachrichten in den Öffentlich-rechtlichen hat stark gelitten. Bleibt die Frage inwieweit die Redaktionen zur Selbstkritik fähig sind und bereit aus den Fehlern einer polemischen und unsachlichen Berichterstattung zu lernen.
    Bis jetzt ist davon leider nichts zu spüren.

    Das der Frühling nun schon das zweite Mal in Folge aus der Reihe tanzt lässt mich aufhorchen. Es scheint mir das es immer wie schwieriger wird die Sakura zeitlich planen zu können. Einer der Gründe warum ich nächstes Jahr erst im Herbst nach Japan reisen werde. Hoffe dann auf stabileres Wetter, und weniger Kapriolen, obwohl anscheinend soll sich ja auch die Taifun-Saison immer weiter nach hinten ziehen.

    @ Tabibito

    leg doch mal bei Ryujin dem japanischen Wettergott ein gutes Wort ein. Für günstige Winde und geregelte Jahreszeiten. Verbindlichsten Dank );D

  • Danke für deine Schilderung der Lage, ich verfolge Sie schon länger. Vor allem aus dem Grund weil ich eigentlich vorhabe im Mai nach Japan zu reisen (zum zweiten Mal). Es wäre auch nach Sendai (Zwischenstopp der nun ausgelassen wird) gegangen aber mein Hauptziel ist Hokkaido (Schätze das ich nun einen Inlandsflug nehmen werde und nicht den Zug).
    Ich verfolgte auch die Nachrichten aus verschiedenen Ländern (Österreich, Deutschland, Japan, … was halt das Internet und der Satellitenempfang hergibt) und vor allem die deutsche und österreichische Berichterstattung hat mich sehr erschreckt. Der Beitrag von Herrn Zöllner bringt es wirklich auf den Punkt.

    P.S.: Experiment ausprobiert. Festplatte untergegangen bzw. steht unter Wasser. :)

    Gruß Thomas

  • Ralf sagt:

    Um das thema der deutschen hilfe noch mal aufzugreifen-das war schon peinlich – aber wir leben auch in einer gesellschaft in der schon ein blechschaden auf der linken spur ausreicht um tausenden vorbeifahrenden einen schauer über den körper huschen zum lassen – haben sie doch gerade den hauch des todes gespürt – hier passiert halt nichts.Was angst macht ist denn auch eher die salami informationstaktik der japanischen stellen, da wünscht man sich fast die russen zurück, die ohne rücksicht, das ganze mit unglaublicher manpower wieder in ordnung bringen, dieses ständige halbherzige gestochere am reaktor wirkt irgendwie nicht sehr vertrauenerweckend. Naja – jetzt wo die putzmeister pumpen aus deutschland geliefert werden muss ja alles gut werden.

  • Anonymous sagt:

    Der Artikel von Professor Zöllner bringt es auf den Punkt!

    Auf der Seite der Deutschen Botschaft Tokyo findet man diesen Hinweis.
    [Deutsche Medien werden gebeten, ihre Anfragen direkt an das Pressereferat des Auswärtigen Amts zu richten (Tel.: +49 30 5000-2056).]
    Schade das sich so viel Deutsche Medien nicht daran halten.

    Wundern tust mich nicht, man hat ja auch „nur“ darum gebeten!

    Ich hab Interviewe per E-Mail gegeben was unsere Lage hier in Sagamiko beschrieben hat. Zum Glück wurde das nicht missbraucht um Angst zu schüren.

    Danke für Deinen Artikel und Bilder, danke das Du dir dafür Zeit genommen hast!

    Gruß aus Sagamiko.
    von Frauchen und mir :-)

  • Genpatsukun sagt:

    Die deutschen Nachrichten taugen nichts mehr, keine Frage.

    Aber mir scheint aber auch oft, daß die Beschwichtiger wenig technischen Sachverstand mitbringen. Loch stopfen und gut ist, ist eben nicht der Fall. Wie kann es denn überhaupt sein, daß sich 1 Sv/h kontaminiertes Wasser in der Sickergrube des Sekundär(!)kreislaufes befindet? Wer da meint „Loch gefunden“ ist eine gute Nachricht, ist schon ausreichend japanisiert um auch mit anderem Symptomgeflicke glücklich zu sein.

    Mögliche und IMHO wahrscheinliche Schlußfolgerung ist jedoch: der Kern liegt offen, was langfristig eine absolute Katastrophe sein wird. Auch die Tatsache, daß der Innendruck dem Atmosphärendruck entspricht deutet darauf hin. Es wurde ja schon früh auf japanischer Seite vermutet, daß der Kondensationsring geborsten ist…

  • Disco sagt:

    Ja ich verfolge diverse Japanblogs und da ich selber in Tokio lebe, habe ich auch viele Freunde, die da geblieben sind und jetzt über Facebook und anderen Platformen die deutschen Medien tierisch auseinander nehmen.
    Wieviele Kommentare ich gehört habe von wegen wie stark eine Banane strahlt oder wieviel man nach einem Langsteckenflug verstrahlt ist und so weiter und so weiter.
    Sicherlich muss man diese Argumente auspacken, da viele sonst wohl garnicht mehr ruhig schlafen können.

    Viele Japaner haben zu Anfang ja auch ihre Familien in Sicherheit gebracht, was vollkommen richtig war.
    Es ist stark verunsichernd, da quasie nichts klar indentifiziert werden konnte und kann. Somit nie irgendeine Prognose möglich war und ist.
    Es ist einfach für diesen Edano zusagen „Jetzt besteht in Tokio keine erhöhte Strahlung“.
    Die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze, die sich durch den Reaktor brennt, war hoch und ist immer noch präsent.

    Den deutschen Medien Pietätlosigkeit vorzuwerfen, wenn sie „Tschernobyl 2.0“ titeln, ist sicherlich richtig. Aber mal ernsthaft, Nachrichten sind ein Unterhaltungsformat. Naja und mit Angst kann man recht gut Nachrichten verkaufen.
    Vorallem, wenn diese Angst von einem Trauma der Deutschen geprägt ist.

    In jedem Fall ist die Situation gefährlich und man kann jetzt nicht abschätzen was morgen noch so alles schlimmer werden kann.

    Ich habe mit meinem Kind einen etwas längeren Deutschland Urlaub gemacht und bin ebenfalls auf viel Unverständnis getroffen. Ich werde mit meiner Frau nun entscheiden müssen, ob die Auswirkungen von Fukushima unsere Lebensqualität so sehr einschränkt, dass ein Neuanfang irgendwo anders Sinn macht. Tja dies lässt sich kaum rational beantworten, da die Zukunft von dem Kraftwerk ja mehr als ungewiss ist.

    Mir ist klar, dass Deutsche, die sich den Japanern verpflichtet fühlen diese Option kaum sehen.
    Aber wenn ich mir einige Tokioter (die meisten mit Tokio als Wahlheimat) anhöre, wie sie ihr bleiben mit dem „Herz eines Samurais“ erklären, kriege ich das Kotzen!
    Als Deutscher versucht man dann natürlich recht impulsiv den jeweiligen Japaner für die Situation etwas zu sensibilisieren. Bzw. den Teufel an die Wand mahlen, was natürlich nicht von Erfolg gekrönt ist.

    Naja, in dem Sinne: Vorsicht is besser als Nachsicht.

    mfg Disco

  • Anonymous sagt:

    „Wer solche Freunde hat, braucht keinen Super-GAU“ – sehr schön!

    Heute wurde vermeldet, dass die Strahlenbelastung in Tokyo genau so hoch ist wie beispielsweise in San Francisko odere New York. Ich gehe davon aus, dass damit ein Normalniveau gemeint ist.

    Wegen der Strommasten glaube ich eher, dass der Kostenfaktor maßgeblich sein wird, diese Art der Verkabelung zu bevorzugen. Ist einfach billiger (sowohl in der Erschließung als auch bei der Unterhaltung).

  • Juergen sagt:

    „Die Darstellung eines Volkes in Hysterie ist ein Phantom.“

    Glaube ich auch nicht dran, es ist wohl eher die Zeit der Übertreibungen

  • Anonymous sagt:

    Man kann es nicht verstehen, wenn man es nicht selber erlebt hat. Vom 13.03. bis zum 16. oder 17. hab ich Deutsche Nachrichten über Japan verfolgt sowohl die Nachrichten aus Japan.

    Ich war so was von in Panik. Eine E-Mail hatte gereicht und Frauchen und ich sind bis nach Okinawa abgehauen. Am 21. sind wir zurück nach Sagamiko.

    Seit dem ich die Nachrichten aus Deutschland über Japan meide gehts mir wie den ganzen Japaner um mich herum. Sorge und Angst ja, Panik nein.

    Ganz einfache Sache und da gibt es nichts dran zu rütteln, rein zu lesen und zu erklären ohne die Berichterstattung aus Deutschland wäre es bei uns nie und nimmer soweit gekommen.

  • LostID sagt:

    Dank Bildungsbeschränkung, digitaler Demenz und dem Trieb Superstar werden zu wollen, wird die Meute deutschen Klatschviehs immer größer.

    Ich schäme mich für meine Herkunft.
    Hätte der Tsunami mal besser den deutschen Dreck beseitigt.

    Bin froh wenn ich wieder unter Menschen mit Niveau bin. Noch acht Wochen, oh wie schön ist Japan.

  • dentus sagt:

    @Enrico

    „Man kann es nicht verstehen, wenn man es nicht selber erlebt hat“

    Hallo Enrico,
    das sind schwere Entscheidungen die ich nach Tschernobyl auch treffen musste. Meine Kleine war damals 3j.
    als der Fallout über Süddeutschland abregnete.
    Wäre es schlimmer geworden ( wir hatten keine Informationen – kein Internet ) hätten wir die Koffer gepackt und wären in die Heimat meiner Frau (Seoul,Korea) gegangen
    und die Entwicklung abgewartet. Wir haben es nicht getan, weil es sowieso zu spät war und sind so zu unfreiwilligen Mitgliedern eines Großversuchs über die Auswirkung niedriger Exposition durch Cäsium- Fallout geworden.
    Die “ Deutschen “ als feige und hysterische Dumpfbacken hinzustellen ist unwürdig.
    Wenn meine Tochter mit 50 Leukämie bekommt, müsste ich mich fragen ob meine Entscheidung richtig war.
    Ich will keinem Sorgen machen, die er sowieso schon hat also versteh mich nicht falsch.

    Ich würde mich in dieser Situation nicht auf Artikelschreiber stützen, die in Deutschland sitzen , ihre C4 Prof. sehr sicher verfrühstücken und ggf. ihrer Klientel hinterherschreiben.
    Auch wenn die japanische Gemeinde diese Kritik an Deutschland vielleicht im Moment gerne hört.

    Wie geschrieben, IMHO war das Zitat
    aus der Todesfuge unanständig.

    Grüsse dentus

  • Heydal sagt:

    Zum Thema Selbstkritik und aus den Fehlern lernen;

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/10/0,3672,8230858,00.html

    Eine Auszeichnung für die mutige Berichterstattung des ZDF-Reporters Johannes Hano aus Tokio. Ob die 34 mio. Japaner im Grossraum Tokio auch eine Auszeichnung für ihren Mut vom ZDF erhalten ?

  • Anonymous sagt:

    @Dentus, ich versteh das. Ich war damals 13 Jahre alt und auf der Ost Seite wir hatten keine Wahl. Was soll ich sag bis auf das man die Lastkraftwagen in unserem Ort gewaschen hat die dann ueber die Grenze in die BRD gefahren sind hab ich persoenlich nichts davon mit bekommen. Was nicht heissen soll, sie sollen es heute genau so machen nein nur etwas zurueckhaltung weniger aufbauschen und Paniktreiberei waere gut gewessen. Aber nun gut damals waren es ca. 2000km heute sind es ca. 340km mit dem Unterschied das Fukushima nicht Tschernobyl ist. Wie ich schon geschrieben habe. Sorge und Angst ja, Panik nein.

  • Genpatsukun sagt:

    Ist schon erstaunlich wie schnell eine bevorstehende Kernschmelze in 3 Bloecken in Vergessenheit geraten kann. Dass das (noch) nicht passiert ist, sondern mit einer partiellen Schmelze fuer den Moment eingefroren scheint, war reines Glueck. Da jetzt zu sagen, Abhauen war unnoetig und was fuer eine Panikmache… Mag in der Natur des Menschen liegen.
    Unnoetig war es deswegen trotzdem nicht.
    Es sollten sich lieber alle froh schaetzen, dass eine Flucht eine reine Vorichtsmassnahme geblieben ist und keine Notwendigkeit wurde.
    Frage an alle: habt ihr einen Feuerloescher zu Hause? Wenn ja, dann falls es mal brennt oder damit es mal brennt?

  • Die Bilder der letzten Wochen aus Japan haben mich schwer betroffen. Leider ist die Berichterstattung der Massenmedien in Europa sehr einseitig – es wird kaum noch über die Probleme der Bevölkerung berichtet. Vielleicht wäre das aber wichtig, um den Anstoß für weitere Hilfsaktionen zu liefern?

    Es tut gut andere Quellen – wie dieses Blog – zu haben. Ich verfolge das Tabibito-Blog seit langer Zeit. Erst, als Vorbereitung zum „Stimmung“ machen auf meine erste Japanreise und jetzt, um auch danach einen Einblick in das Leben in Japan zu bekommen und meine Eindrücke zu vertiefen.

    In der jetzt schwierigen Situation wünsche ich alles Gute!

  • Chibi sagt:

    @Heydal
    Muddu richtig lesen : Das Büro ist in Tokio. Er hat über die Ereignisse in Japan berichtet.
    Kuckst du in der Mediathek, „live aus Osaka“. ( Ich könnt nur k…)

  • Lori sagt:

    Tabibito schrieb: „Das bedeutet zum Beispiel, dass plötzlich die Werbung von den Fernsehbildschirmen verschwindet, da Firmen und Agenturen aus Pietätsgründen darauf verzichten.“

    Ja und das fuerht dann dazu, dass man innerhalb von dreissig Minuten ungefaehr genauso oft eingeblaeut bekommt, dass man doch nett zu anderen sein soll oder immer schoen „Guten Tag“ und „Danke“ sagen … ganz grosses Kino AC.

  • Jack sagt:

    Na wenn es nicht der atomare Winter ist, setzte ich Flyjin mich morgen in den Flieger und komme aus Australien wieder zurrück :-)
    SG Jack

  • chaikaja sagt:

    Hallo tabibito, danke für deine ausführlichen und ehrlichen Berichte. Dein Blog ist für mich zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Ein Teil meines Herzens schlägt in Japan, weil mein Sohn dort lebt.
    Ich möchte dich gern auf einen Beitrag der Sendung monitor vom 07.04.2011 hinweisen. Dort wurde u.a. vom AKW Fukushima berichtet. Hast du etwas gehört über die Kernschmelze unter freiem Himmel im Abkühlbecken des Blocks 4. Hier der Link http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6896948. (Der Beitrag ist der zweite in der monitor-Sendung.)
    Ich schicke herzliche Grüße aus Berlin. Klaudia

  • H-Jin sagt:

    Mit der peinlichen Berichterstattung in Deutschland hat man folgendes bewiesen:

    – Die Panikmache in den deutschen Medien ist weltweit einmalig.

    – Das Niveau der BILD wird nicht nur von der BILD erreicht… panikmache und Inkompetenz an allen Fronten.

    – Die Deutschen sind ein Angstvolk sondergleichen.

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