Tōhoku-Pazifik-Erdbeben: Update XIII

März 29th, 2011 | Tagged , , , | 43 Kommentare | 9462 mal gelesen

Hier mal wieder ein kurzes Update aus Tokyo, fast zweieinhalb Wochen nach dem Erdbeben.

AKW Fukushima
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Na wenigstens scheint Fukushima in Deutschland etwas bewirkt zu haben – halb amüsiert, halb pikiert schaue ich der Lage in Deutschland natürlich mit grossem Interesse zu, und auch die japanischen Medien schauen auf Deutschland – Schlagzeilen wie „eine Viertel Million Deutsche demonstrieren gegen Kernkraft“ machen hier die Runde – ohne dies positiv oder negativ zu werten. Kernkraft in Deutschland abschaffen? Warum nicht. Schade fände ich es persönlich jedoch, wenn man auch die Forschung dazu einstellen würde: Kernenergie ist und bleibt eine Energiequelle, die, wer weiss, vielleicht irgendwann gebändigt werden kann (was ist eigentlich aus der Idee der kalten Fusion geworden?)

Auch wenn mir das einige wenige Kommentatoren abzusprechen scheinen – ich mache mir natürlich auch Sorgen und bemühe mich, so weit es geht, an verlässliche Messdaten zu kommen. Wie hoch ist die Strahlung in der Umgebung? Wie stark belastet ist das Trinkwasser? In Tokyo und Umgebung hatte sich die Strahlung in den letzten Tagen (überwiegend Nordwind) bei ca. 0.1 Mikrosievert (μSv) pro Stunde eingependelt. Normal sind in dieser Gegend wohl 0.02 μSv – wir sprechen also von einem fünffach erhöhten Wert. Ein Hin- und Rückflug nach New York (von mir aus auch nach Deutschland – das liegt jedoch ein bisschen näher) bringt wohl 190 μSv mit sich, eine Röntgenaufnahme des Thorax 50 μSv.
In Tokyo konnte angeblich in den letzten Tagen keine Radioaktivität im Trinkwasser festgestellt werden, aber so richtig wollen die Leute das noch nicht glauben, und so wird wohl Wasser in Flaschen auf Dauer Mangelware bleiben. Wer will es den Müttern verdenken. Auch wir haben uns ein paar Kisten Wasser aus Kansai und Kumamoto geschickt bzw. schicken lassen.
Auf Gemüse aus dem Raum Kantō verzichten wir und viele andere mit Sicherheit auch – und hoffen, dass das Herkunftsgebiet ordnungsgemäss etikettiert ist. Auf Fisch aus der Gegend verzichten wir vorläufig, bis wir mehr wissen, auch. Viele dieser Vorsichtsmassnahmen sind wahrscheinlich nicht von Nöten, aber mit einem Säugling und einem Kleinkind im Haus geht man freilich lieber auf Nummer sicher.

Die Meldungen aus dem AKW sind nachwievor verwirrend. Mal gibt es stundenlang keine neuen Nachrichten – und man fragt sich ernsthaft, ob keine Nachricht eine gute Nachricht ist oder eine schlechte. Heute hat zumindest offiziell eingestanden, dass es ganz offensichtlich zu einer partiellen Kernschmelze gekommen war – aber darin schienen sich die Experten ja zuvor schon einig gewesen zu sein.

Wir verfolgen unter anderem den Blog des Wissenschaftlers und ehemaligen Nuklearforschers Takeda, der meiner Meinung sehr kritisch, aber – und das ist wichtig – besonnen mit dem Thema umgeht. Takeda sah Tokyo vor allem um den 16. März herum in ernsthafter Gefahr (am 15. hatte ich meine Familie weggeschickt…), geht aber im Moment von einer Stabilisierung der Lage aus. Sein Blog ist auf Japanisch und – ja, lesenswert.
Ansonsten – wer sich genau dafür interessiert, wie es mit den Strahlenwerten in der Gegend momentan verhält, dem sei ein Blick auf die Strahlenwerte, veröffentlicht von der Japan Times, empfohlen. Zeigt zwar nur die Durchschnittswerte vom Vortag, aber besser als gar nichts.

Lage im Norden
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Da ich nicht vor Ort bin, kann ich leider nicht sehr viel dazu sorgen. Die Aufräumarbeiten scheinen voranzugehen, und man hat mit dem Bau von Notunterkünften begonnen. Wichtige Verkehrstrassen wurden zum Teil wieder hergestellt, und da es mittlerweilen auch wieder mehr Benzin gibt und das Wetter etwas frühlingshafter werden soll, sollte sich die Lage leicht entspannen. Sehr angespannt sieht jedoch noch immer die Lage in Fukushima aus, vor allem in 相馬 Sōma – diese Stadt wurde auch schwer vom Tsunami getroffen, aber aufgrund der nahen Lage zum AKW gelangen keine Hilfsgüter in die Stadt. Die evakuierte Zone (20 km) gilt momentan als radioaktiv stark verseucht – ehemaligen Anwohnern wird ausdrücklich empfohlen, nicht in die Sperrzone zu fahren um persönliche Sachen zu holen.

Lage in Tokyo
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Leicht gestiegene Temperaturen (heute: 12 Grad) und eine grössere Vorhersehbarkeit von Verbrauchsspitzen sorgten dafür, dass der Strom heute nur in einer von 5 Zonen für 3 Stunden gesperrt wurde. Am Wochenende bleibt sowieso allen der Strom erhalten – da die meisten Betriebe am Wochenende schliessen, reicht der Strom.
Die Lage wird sich mit dem Frühlingsbeginn sicher wieder entspannen – aber im Sommer wird es auf jeden Fall kritisch werden: Bei grosser Luftfeuchte und Temperaturen bis knapp 40 Grad wird nun mal gekühlt. Wie sich Stromsperren im Sommer auf die Versorgung mit Lebensmitteln auswirken wird, bleibt abzuwarten, aber es wird mit Sicherheit etliche Engpässe geben.

Lage in Urayasu (mein Wohnort)
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Im letzten Beitrag hatte ich ein Video vorgestellt, in dem man die Bodenverflüssigung und die Folgen sehen konnte. Gestern bin ich mit meiner Tochter quer durch die Stadt zum Meer gefahren – und auch dorthin, wo das Video gemacht wurde. Dort sieht es wirklich wüst aus – schiefe Gebäude, eine Strasse hat sich – längs wohlgemerkt – um ca. 30 Grad aufgestellt, überall Berge getrockneten Schlamms, gerissene Strassen… Jedoch: Interessant war die Topographie der Schäden. Das neueste Neuland, angebaut in den 1990ern, war nahezu vollkommen unversehrt. Das Neuland zwischen Bahnlinie und den neueren Poldern hingegen hat es arg erwischt. Da wird wohl einiges an Ärger auf die Bauherren zukommen – ganz offensichtlich hatte man sich bei einigen Stadtteilen nicht sehr grosse Mühe gegeben mit der Erdbebensicherheit. Am Wochenende war dabei grosser Subotnik: Etliche Nachbarschaften räumten zusammen auf (unsere nicht, da es hier kaum Schäden durch Bodenverflüssigung gab).

Medien
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Die deutschen Medien bereiten mir nachwievor viel Freude. In der Tagesschau vom 27. März weiss der Reporter Mario Schmidt zu berichten, dass die Japaner zunehmend über die Lage verunsichert sind – und zwar aus Ōsaka. Wie er das wohl mitbekommen hat? Hat er etwa japanisches Fernsehen gesehen oder Zeitung gelesen? Ganz ehrlich, liebe ARD: Dazu muss man keinen Reporter in Ōsaka haben. Entweder, ihr berichtet richtig oder gar nicht. Mit Verlaub: Die Stimmung in Tokyo kann man in Ōsaka ganz bestimmt nicht messen.
Der Spiegel orakelt in der Ausgabe 12/2011 hindessen darüber, dass Japan nunmehr auf unbestimmte Zeit das „Land der untergehenden Sonne“ sein wird. Alle Achtung, das ist doch mal ein richtiger Kalauer! Ferner wird darüber gestaunt, wie hilflos Japan in Anbetracht der Katastrophe zu ssein scheint. Ich sollte wirklich aufhören, den Spiegel zu lesen.

Unwort „flyjin“
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Momentan hört man in Tokyo des öfteren den Begriff „flyjin“. Der setzt sich zusammen aus „fly“ (fliegen) und dem -jin in gaijin (Ausländer, das -jin steht für „Mensch“). Gemeint sind Ausländer in Japan, die alles stehen und liegen gelassen haben, um nach dem Erdbeben/der Zuspitzung der Lage im AKW Fukushima das Weite zu suchen.
Vorwürfe hört man – zur Zeit zumindest – eher von anderen Ausländern, die geblieben sind, als von Japanern. Die meisten Japaner werden wahrscheinlich sowieso denken „Wäre ich im Ausland und das würde passieren, würde ich wahrscheinlich auch fliehen“. An der Entscheidung, Tokyo in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu verlassen, werden sich noch auf lange Zeit die Geister scheiden. Die, die ausharrten, werden sagen „wir sind nicht gleich abgehauen“, die, die gingen, werden sagen „Ihr seid doch einfach nur leichtsinnig/dummgläubig“.
Persönlich kann ich es zumindest keinem verübeln. Die Lage sah teilweise sehr kritisch aus, und noch immer ist die Lage nicht völlig entspannt. Einer unserer Angestellten zog es auch vor, vorläufig in seine Heimat (USA) zurückzukehren – und von dort weiterzuarbeiten. Unser Chef nahm ihm das gehörig übel: Er kommt aus England.

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43 Responses to “Tōhoku-Pazifik-Erdbeben: Update XIII”

  • Anonymous sagt:

    Diese Berichterstatung aus Deutschland ist der Grund warum hier viel Deutsche in Japan alles steh und liegen gelassen haben. Was Japan mehr Schade brind als Hilfe, davon mal abgeseh das Flucht aus Panik extrem gefaehrlich ist, fuer eigenes und anderes Menschenleben. Ich bin hier dreihundervierzig km an Fukushima dran, plus die Medien aus Deutschland das ist eine Zerreisprobe fuer alles was das Leben bis lang ausgemacht hat. Wenn man hier im Blog etwas Zeit opfert um Missstaende auf zu decken heisst das nicht das man nicht auch aktive Hilfe leistet! Ansonsten ist dein Aufruf zur Hilfe ein gute Sache. \(^o^)/

  • dentus sagt:

    @Enrico
    dazu sollte man wissen, dass die deutschen Firmen (auch Medien sind Firmen) ihre Mitarbeiter wegholen müssen.
    Fürsorgepflicht des Arbeitgebers:
    zB. §241 BGB, Arbeitsicherheit BG
    etc.etc.
    Da geht es u.a. nicht um wollen sondern müssen.
    Man möge auch solche Umstände betrachten.
    Panik ist ein schlechter Ratgeber, das ist keine Frage. Wenn ich aber Arbeitnehmer in Japan hätte würde ich sie auch zurückholen weil ich mit meinem Privatvermögen für meine Entscheidungen ( Gefährdung an Leib und Leben des MA) haften muss.

  • Terry sagt:

    Da ist eine Frage wegen der Rückkehr deiner Familie schon beantwortet. Ansonsten erhälst du meine volle Zustimmung bezüglich der medialen Darstellung durchaus als seriös eingestufter Medien hier in der BRD. Amgeregt diskutiert wurde übrigens der Begriff „vorübergehende Kernschmelze“ bei einem von mir sehr geschätzten Musik-Journalisten. Fazit: früher oder später geht alles vorüber! Naja, ob das so vom Erfinder gemint war?

    Kalte Fusion: wird wohl auf absehbare Zeit im Labor der Physiker(?) verschollen bleiben. Da muss noch einiges an Grundlagenforschung betrieben werden, bevor man auch nur ansatzweise an die Entwicklung nutzbarer Reaktoren herangehen kann.

    Heute im Radio wurde auch vom Beginn der Kirschblütensaison berichtet. Hat verständlicher Weise nicht viel Echo gefunden (oder doch?). Werden in Japan derlei Festivitäten (es gibt sicherlich auch religiöse Feste)in Katastrophenzeiten Aufmerksamkeit geschenkt?

  • Anonymous sagt:

    @Terry
    Mea culpa. Opfere wirklich viel Zeit für den Blog und schreibe dafür weniger Emails.
    Ja, Familie ist seit Freitag wieder hier, inkl. Schwiegereltern, die jetzt auch hier wohnen, da die eigene Wohnung unbrauchbar geworden ist.
    Kirschblüten? Ja, die sind spät dran dieses Jahr. Wird wohl dieses Jahr etwas leiser zugehen. Selbst ein paar der grossen Feuerwerke im August wurden bereits abgesagt, und viele Firmen verzichten momentan auf Werbung (nennt sich 自粛 jishuku – Selbstbeschränkung). Sprich, die Züge und Bahnhöfe usw. sind momentan (fast) ohne Werbung. Ein komischer Anblick…

  • Ute sagt:

    Hallo Tabibito,

    ich bin wirklich froh über deinen Blog, denn wie du selbst schon festgestellt hast, sind die Medien hier in D ziemlich daneben.
    Seit dem Erdbeben ist das erste, was ich morgens und vorm Schlafengehen tue, Nachrichten einschalten und sehen, was es Neues gibt. Fassungslos musste ich beobachten, wie die Berichte über Japan immer weiter nach hinten rutschten. Seit gestern kommt nur noch Sinnloses über die Wahlen. Dabei ist das, was Japan passiert etwas, das der ganzen Welt und damit uns allen passiert.

    Es war mir persönlich sehr peinlich, wie deutsche Politiker anfingen, Japans Unglück für ihre Wahlen zu missbrauchen. Unsere Kraftwerke tun momentan das, was sie in den letzten Jahrzehnten taten: leicht strahlen, ab und zu kleinere Probleme machen, die man uns verschweigt und Strom erzeugen. Ich meine, es gibt keinen Grund JETZT in Deutschland zu demonstrieren und „abschalten“ brüllen. Es wäre passender, zu schweigen und für Japan zu beten.

    Die Medien in Deutschland sind beileibe nicht das, was alle Deutschen denken oder fühlen, aber das weißt du sicher.
    Ich muss an die armen Leute in den Notunterkünften denken, wenn ich mir ganz selbstverständlich eine Flasche Wasser hole, oder mich abends in eine warme Decke kuschle. Ich wünschte, ich könnte irgendwas wirklich tun für euch.
    Ich bewundere aber auch die Kraft, Ruhe und Stärke der Japaner.

    Danke für deine Berichte und weiterhin alles, alles Gute für dich, deine Familie und Japan!

    Liebe Grüße – Ute

  • Montana sagt:

    Hier gibt es stets aktuelle Strahlenwerte der AKW-Gegenden:

    http://www.bousai.ne.jp/eng/

    Zumindest Kanagawa dürfte interessant sein (und ist weit davon entfernt, in einen kritischen Wert zu geraten)

  • snoeksen sagt:

    Der Herr Schmidt in Osaka ist mir auch schon unangenehm aufgefallen. Gibt es überhaupt einen „hauptamtlichen“ Japankorrespondenten? Ich glaub, das sind doch alles Asienkorrespondenten, die mal eben dahin eingeflogen werden, wo es brennt. Wobei der nichtmal in der Nähe vom „Brennpunkt“ ist. Erinnert so ein bisschen an die „Switch“-Sketche wo die Reporterin immer „aus dem 6000km entfernten Grzpezrprosk“ oder so berichtet, als wäre sie dort.

    Sowieso scheint man sich fast nur darauf zu beschränken, Bilder von NHK World abzufilmen und von Dächern aus Osaka die Befindlichkeit der Japaner zu erklären. Wobei, zur Ehrenrettung der ARD (glaub ich) sei ja noch die Dame erwähnt, die tatsächlich durch das Katastrophengebiet reist und von „vor Ort“ bereichtet.

  • Daniela sagt:

    Danke für Deine unvoreingenommenen und reallen Post. Ich bin sehr froh, dass ich hier mitlesen kann. Obwohl es mich teilweise wütend macht, wenn ich die Berichterstattung hier in Deutschland verfolge. Zum anderen Teil, ist es auch eine Art Hilfslosigkeit zusehen, zuhören welche Veränderungen die Atomkatastrophe (heutigen unabhängigen Messwerte) nimmt. Ich würde gerne mehr tun wollen, als nur Geld zu spenden (was ich schon getan haben. Ich wünsche Dir und Deiner Familie weiterhin die Kraft und das positive Lebensgefühl.

  • fritz sagt:

    flyjin… ja, der autor von Tokyobling, eigentlich ein sehr harmonischer mensch, sieht das genauso kritisch, dass die ausländer relativ schnell alles stehen und liegen gelassen haben.

    kalte fusion: wie gesagt muss da noch experimentiert werden, am rande von berlin gibts da auch aktive versuche. aber momentan ist es wohl so, dass es noch mehr energie verbraucht, als herstellt. ich denke daran wird noch weitergeforscht werden, das ist ja auch eine von deutschlands stärke: technik und dessen export.

  • ppm sagt:

    Als Trivialliteratur kann man den Spiegel/Spiegel online schon empfehlen…
    — Aber nun zu etwas anderem, was vielleicht jetzt nicht passend ist, aber evtl. später in ein Thema eingebunden werden könnte. Die vielen Häuser, die zerstört werden, müssen auch wieder errichtet werden. Müssen in jedes neu gebaute Haus erdbebensichernde Maßnahmen standardmäßig eingebunden werden? Oder richtet sich das nach Einzelprüfung nach Lage/Anzahl der Stockwerke/Eigennutzung/Vermietung, usw. Wenn jemand traditionelle Holzbauweise bevorzugt, welche immer noch bei vielen Neubauten zu finden ist, könnte dies verwehrt werden?

  • Gray sagt:

    Den Begriff „Subotnik“ habe ich ja schon über 20Jahre nicht mehr gehört ;-) „Land der untergehenden Sonne“ finde ich persönlich etwas unpassend, „flyjin“ passt dagegen schon ;-)

    Das Thema „Kalte Fusion“ ist ja nach dem Hype 89 wieder etwas eigeschlafen, aber vielleicht gibt es ja wieder mehr Geld für die Forschung…

    Kirschblüten – Schön und Vergänglich – wie traurig und leider auch passend zum Thema.

  • otto sagt:

    Die Nachrichten aus Japan sind nicht gut, weder für euch, noch für uns.
    Eines möchte ich jedoch noch zu den Wahlen bei uns anmerken, es wurde die Verlogenheit der Politik der konservativen Parteien abgestraft, denn ein Ereigniss wie Fukushima in Europa hätte die gleichen Verschleierungen zur Folge, nur wären hier die Akteure RWE, E-On oder Vattenfall + die Konservativen. Die Arroganz der Macht hat mal nen kleinen Denkzettel erhalten, soo doof ist das volk nun auch nicht wie Politiker sich das wünschen.

    Ich denke viel an euch

  • Stefan sagt:

    Ich kann immer nur meine einzige japanische Bekannte anführen, die tatsächlich immer mehr verunsichert ist. Die letzten beiden Tage hat sie mir jeweils geschrieben, dass die Lage immer schlimmer werde.

  • Bert sagt:

    Den Begriff „flyjin“ habe ich ebenfalls schon gehört und die Konnotation trifft mich als selbiger sehr. Das Gefühl, Familie und Freunde in Tokyo zurückzulassen und sich (wenn auch hoffentlich nur vorübergehend) mit Frau und Kind nach Deutschland „abzusetzen“, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Dennoch, es war seinerzeit eine Entscheidung, die ich vor mir rechtfertigen kann. Ein schaler Beigeschmack bleibt trotzdem…

  • Julia sagt:

    Ach ja, die deutschen Medien.
    Im neuen Stern ist eine Titelstory zum Thema Japan, richtig schön mit Bildern von Geishas und alten Kriegern.
    Was die damit zu tun haben? Keine Ahnung, vielleicht wollte ein Stern-Redakteur dringend seine Urlaubsbilder unterbringen – nach ein paar Wochen im Land weiß man ja soooooooooooo viel über die Mentalität, vor allem, wenn man die Sprache nicht beherrscht. -.-
    Würde denen gern einen Leserbrief schreiben, so von wegen, „was würdet ihr sagen, wenn bei einer ähnlichen Katastrophe in Deutschland überall auf der Welt Bilder von Menschen in Lederhosen verbreitet würden?“

  • Hamu-Sumo sagt:

    Den Spiegel kannst du vergessen. Nach ein paar Ausgaben habe ich ihn aufgegeben, weil er mir zu sehr pessimistisch berichtet. Man konnte wirklich meinen, die Welt ist so schlecht, dass man sich am besten das Leben nehmen sollte.

  • Anonymous sagt:

    Ich setze mal bei den Medien an hab da zwei Sachen in der Zeit gefunden die lesenswert sind, kritisch, beziehungsweise richtig Recherchiert wurden.

    http://mobil.zeit.de/2011/13/German-angst

    Sowie auch dieser Artikel.

    http://mobil.zeit.de/2011/13/Japan-Katastrophenschutz

    Was „flyjin“ an geht es kommt denk ich auch drauf an wie man gegangen ist, ob man wiederkommt und wann man wiederkommt.

    Japaner Benutzen auch in dem Zusammenhang das Wort Panik und das Bedeute ja im Grunde in Japan das du krank bist, zumindest fragt man dich ob du Gesund bist wenn du sagst das die Panik nun vorbei ist. ;-)

    Ich für meinen Teil sehe das so. Beben, Tsunami und Strahlung haben bei uns Ausländern die Spreu vom Weizen getrennt. Viel Firmen Chefs werden es sehen wie dein Chef und sicher die Leute über kurz oder lang ersetzen.
    So muss zur Arbeit :-)

  • phelia fogg sagt:

    immer wieder sehr aufschlußreich, Ihre Berichte!!!

    Danke.

  • Stine* sagt:

    Hallo Matthias,

    danke für deine Berichte.

    Zum Thema „Deutsche Medien“ bzw „Deutsche Politik“ – kennst du das Gfühl „fremdschämen“ ? So gehts mir jedenfalls. Was bringt die ganze Abschalterei der AKW in Deutschland wenn Europa nicht mitmacht ? Selbst nach dem Abschalten ist nichts gewonnen. Jahrzehnte lang müssen Brennstäbe gekühlt werden. (sie zB. AKW Lingen) Und woher kommt die Energie dafür ?

    Es gab zu Beginn der Berichterstattungen aus Japan mal inen Wissenschaftler der es auf einen Punkt gebracht hat. Wo werden AKW gebaut ? An großen Flüssen. Wo liegen Große Flüsse ? Auf Erdspalten. Erklärt doch alles oder ?

  • ディーン sagt:

    Bis vor kurzem arbeitete ich für eine internationale Behörde die Hilfsgüter in Japan’s Norden lieferte. Ich kann nur soviel sagen: laut unseren Radiologen im Team (keine Japaner) waren die am 21. März sprunghaft angestiegenen Strahlenwerte in Tokyo zwar hoch, nämlich doppelt so viel wie normal. Nur sagten sie auch dass Stockholm JEDEN Tag dieser Menge Strahlung ausgesetzt ist (Japan hat natürlicherweise eine tiefe Hintergrundstrahlung). Jeder Aufenthalt in einem Betongebäude setzt einen einer weitaus höheren Strahlung aus als wenn man sich draussen aufhält (Beton enthält Thorium). Kurz gesagt: am 21. war man in Tokyo nirgendwo sicherer vor Strahlung als im Freien.

    Die Korrespondenten die irgendwo ausserhalb Tokyo sitzen erinnern mich an die Berichterstatter der 80/90er. Nur sassen diese damals in Hong Kong und berichteten über Tokyo, Singapur, Seoul und Taipei. Und natürlich waren sie der jeweiligen Sprachen mächtig, keine Frage ;-) Da kann man ebenso gut einen Japaner nach Mailand schicken der dann über London, Berlin und Paris berichtet.

    Zu den Flyjin, das kann man niemandem verübeln, besonders denen mit Kindern. Mir liefen allerdings auch Gaijin über den Weg die nur geblieben sind weil sie hier gestrandet sind und nicht in ihr Land zurückkehren können (persl. Probleme, keine Akzeptanz in der Gesellschaft). Es sind also nicht nur Mutige geblieben.

    Bodenverflüssigung wurde heut morgen auf Fuji TV lang und breit erklärt. Wer genau sehen will wo es Tokyo traf: http://doboku.metro.tokyo.jp/start/03-jyouhou/ekijyouka/index.htm

    @Julia
    Oder wie wär’s mit Rittern, Minnesängern und Jungfern im Märchenschloß Neuschwanstein? Diese Stern Ausgabe die mehr einer wilden Collage eines Erstklässlers gleicht, müsste man fast haben, die hat sicher mal Sammelwert. Genau wie gewisse Magazine aus den 80ern als die japanische Wirtschaft steil nach oben stieg und den Westen das Fürchten lehrte, und man ernsthaft glaubte die Welt würde in Zukunft Japanisch sprechen. Es ist ja fast schon schade dass keiner mehr an die Höschenautomaten glaubt.

    Heftinhalt:
    „Mit bemerkenswerter Haltung durchstehen die Japaner die Katastrophe. Ein Blick in die Geschichte erklärt das Wertegerüst, in dem der Einzelne nichts und die Gemeinschaft alles ist“ – mir fehlen die Worte ob solcher Absolutismen, besonders wenn im Heft ganzseitig Fotos von Samurais und WWII auftauchen um die Japaner zu erklären. Fehlt nur noch die Analogie zum Ameisenstaat. Da wird wohl zuviel von der eigenen Geschichtsaufarbeitung auf andere reflektiert. Na wenigstens hat’s Eisbär Knut weit vorn ins Heft geschafft, weit vor den Walschlächtern und Delfinkillern. Das arme Bärchen hat sicher viel gelitten.

    Ach ja, im Magazin blättern nicht vergessen! http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-13-24032011-das-unglaubliche-volk-1666460.html#utm_source=sternde&utm_medium=article&utm_campaign=panorama&utm_content=kasten-abo

    @Ute, Daniela
    Das beste was man tun kann ist spenden, auch wenn es einem herzlos vorkommen mag, einfach Geld zu überweisen. Besonders in den ersten zwei Wochen hätte man mit privaten Paketsendungen nur die Post blockiert und den Leuten einen Bärendienst getan. Post und andere Lieferdienste brauchten die eingeschränkten Kapazitäten um die Grundversorgung im Land sicherzustellen. Das gespendete Geld wird vor Ort gebraucht, z.B. um Güter aus dem Rest des Landes, Wasser aus Korea, Kleider aus China zu kaufen anstatt alles um die halbe Welt zu fliegen. Mit dem Herzen bei den Menschen zu sein ist am wichtigsten. Alles andere entsteht daraus.

    @Hamu-Sumo
    Haha, das wär aber schlecht für die Auflagenzahl.

    Soweit aus dem Land der untergehenden Sonne. Mit unserer strahlenden Zukunft nehmen wir die überfischten Thunfische, die abgekupferte Technologie und die seltsamen Eigenheiten gleich mit in den Untergang. Das Ende naht, schwimmt um euer Leben!

  • Gray sagt:

    @tabibito
    Die fragen von „ppm“ nach den aktuellen Bauvorschriften u.Begrenzungen der Erdbebensicherheit würden mich auch interessieren. Das wäre vielleicht wirklich mal ein Thema für einen späteren Beitrag.

    @ppm
    Vielleicht hilft Dir das hier weiter: http://www.baufachinformation.de/zeitschriftenartikel.jsp?z=1995039004562

    Ich persönlich kenne auch nur eine Reihe Literatur zu historischen Bauten und Holzkonstruktionen. Aber aktuelle Literatur gibt es meist nur zur allgemeinen Stadtplanung in Japan oder zu besonderen gerade neu erstellten Bauwerken und den dort angewendeten Methoden. Vielleicht hat Tabibito mal einen Link zu aktuellen Bauvorschriften, das könnte man sich dann ja mal übersetzten.

  • dentus sagt:

    Zwischen Japan und Deutschland liegen nicht nur einige tausend Kilometer Wegstrecke sondern eben auch mehere tausend Jahre Kultur, Erziehung und Prägung.
    Während wir in Zentraleuropa mit einem christlich, abendländischen Wertegefüge aufgewachsen sind und unsere Seele der deutschen Romantik nachhängt, ist dies in Japan eben anders gelaufen. Dazu noch etwas Kant und Schopenhauer und prompt gehen wir auf die Strasse um die Schöpfung zu bewahren. Ein interessanter Cocktail der deutschen Geistesgeschichte.

    Wie das in Japan gelaufen ist, kann ich nicht beurteilen. Meine Frau jedoch zeigt mir jeden Tag, dass zB. in Korea das definitiv anders gelaufen sein muss, was die Sache unendlich interessant macht.

    Ich meine, es geht hier nicht darum die tollpatschigen Langnasen in den deutschen Medien zu beurteilen oder um „german angst“, geschweige denn, Japan in der Bewältigung der Krise zu beurteilen ( was uns definitiv nicht zusteht ) sondern den japanischen Menschen zu helfen:
    Aktion “ Deutschland hilft “ nimmt gerne Spenden an.

    Diskutieren, was unsere Völker verbindet oder trennt können wir später immer noch, wenn die Trümmer weggeräumt sind und der Reaktor keine Gefahr mehr darstellt.

    Lesetipp:
    Safranski: Romantik, Eine deutsche Affäre

    Gruss dentus

  • Juergen sagt:

    Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht? Erdbeben in Japan stoppt „Stuttgart 21“ :-)

  • Julia sagt:

    @ ディーン: Ja, genau. Da käme sicher Freude auf.

    Gelesen hab ich diesen Sch*** schon gar nicht mehr (aber meine Eltern natürlich, wie immer eine Freude für jeden Japanologiestudenten -.-), aber ich denke, ich schreibe denen echt mal meine Meinung. So kann es ja wirklich nicht gehen.

    Übrigens hat eine meiner Professorin dazu ein schönes Interview (wie ich finde) gegeben:
    http://www.welt.de/print/wams/kultur/article12975093/Opfermut-ist-nichts-Unnatuerliches.html?fb_ref=artikelende&fb_source=profile_oneline

    Ich wünschte nur, der Stern würde das mal lesen.

  • dentus sagt:

    Vielen Dank für den Blog.
    Die Beiträge sind wichtig, um die Vorgänge in Japan beurteilen zu können. Was mir etwas aufstösst ist das offensichtlich zwanghafte Deutschland-Bashing, welches im Ausland lebende Deutsche glauben zeigen zu müssen. Meine Frau ist Koreanerin, geboren in Seoul. Sie würde niemals Ihr Mutterland so niederschreiben. Ich denke auch Japaner wurde nicht in den Spiegel spucken.
    Es ist das Recht der Japaner auf Kernkraft zu setzten, besonders wenn man sich die Insellage und die historischen Animositäten zu den Nachbarländern vergegenwärtigt.
    Es ist aber auch das Recht der Deutschen dies eben nicht zu tun und die AKW abzuschalten. Natürlich wird die Forschung an Energiequellen nicht abgebrochen werden, sondern intensiviert. Peak Oil wird dafür sorgen.

    Nochmals vielen Dank für den Blog, viel Glück für die Menschen in Japan.

    Ihr dentus

  • BigAl sagt:

    Flyjin… Zeigt die Schöpfung dieses Wortes wieviel Verachtung die Japaner den Ausländern von tiefstem Herzen entgegenbringen? Oder wie soll man das verstehen?

    Ist halt ein echtes Problem, daß einen Strahlung nicht sofort tötet, sondern erst Jahre bis Jahrzehnte später.

  • Terry sagt:

    Hier ein kurzer Bericht über ein kürzliches Experiment zur Kalten Fusion in Italien:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34400/1.html

    Abwarten was die wissenschaftliche Konkurrenz dazu sagen wird. 1989 war auch schon Frohlocken angesagt und 2011 gibt es noch immer keinen wirtschaftlichen Ansatz.

    @dentus
    Es hängt vielleicht mit der ostasiatischen Mentalität zusammen, dass man sein Herkunftsland nicht „herabwürdigt“. Kann ich bei Tabibito auch nicht erkennen. Es ist eben auch für so manchen Deutschen befremdlich, wie mit der AKW-Situation in Japan in der BRD umgegangen wird. Ähnliches findet nach meinem Kenntnisstand in keinem anderen Land statt. Keiner wird einem anderen einen Vorwurf über Ängste und Befürchtungen über Konsequenzen eines solchen Unglücks machen. Aber hier suhlt man sich regelrecht in dieser Panik.

    So, jetzt mach ich mich auf den Weg, den Stern zu kaufen ;-)

  • Andre Hess sagt:

    Nun ja, unseriöse und unqualifizierte Berichterstattung gibt es leider zuhauf, vor allem in der privaten Presse, in der öffentlich-rechtlichen Presse leider auch. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Presse auch immer ein Spiegel der Bedürfnisse der Leser ist. Mit ein bisschen Recherche findet man jedoch ohne viel Mühe in der deutschsprachigen Medienlandschaft genug sauber recherchierte und durchaus objektive Berichte.

    Ob Politiker in Deutschland das Erdbeben und die Atomkatastrophe (ich erlaube mir, die Vorgänge in Fukushima beim Namen zu nennen) missbrauchen, ob man angesichts der Protestbewegungen in Deutschland pikiert oder amüsiert sein soll, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil bin sehr stolz darauf, dass es in Deutschland eine breite Anti-Atom-Bewegung gibt (nicht erst seit Fukushima, man denke nur an die Castor-Transporte), die es geschafft hat, die Energiepolitik der Regierung in Frage zu stellen, die Bereitschaft zeigt auch zu höheren Energiepreisen, auch zu noch mehr herumstehenden Windmühlen in der Landschaft.
    Der Rest der Welt denkt anders, auch die Japaner scheinen die Atomkraft nach wie vor nicht sonderlich in Frage zu stellen, d.h. sie werden auch in Zukunft bereitwillig mit deren Risiken und Auswirkungen leben. Das ist deren Entscheidung. Nur finde ich es seltsam zu kritisieren, wenn ein Land versucht, alternative Wege zu gehen, und ja, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, etwas zu verändern, nicht in ein paar Monaten, wenn Japan wieder völlig aus den Nachrichten verschwunden ist, denn das wird es unweigerlich sein.

  • Ralf sagt:

    Wie ich heute lesen musste hat mich mein letztes ct wohl mit 7000 microsievert verstrahlt und das wurde nur auf verdacht gemacht, ich fange an ärzte zu hasen und die erhöhte strahlung in japan kommt mir plötzlich lächerlich vor-ist eben alles relativ

  • Sanna sagt:

    Vielen Dank, Tabibito, für deinen aufschlussreichen Blog! Ich lese ihn schon seit einigen Tagen mit. Zuerst dachte ich auch, Mensch hau doch ab….du hast doch als Deutscher bestimmt die Möglichkeit nach Deutschland zurückzukehren….Aber dann habe ich versucht mich in deine Lage zu versetzen. Ich glaube, ich hätte auch nicht alles stehen und liegen gelassen und erst mal die Lage beobachtet. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Glück und hoffe, dass ihr weiterhin in Tokio leben könnt.

    @Andre Hess und dentus: Ich kann euch nur zustimmen, besser ihr sprecht mir aus dem Herzen!

    @Terry: Ich glaube, dass dentus nicht unbedingt Tabibito mit dem Deutschland-Bashing gemeint hat. 

    Mir geht es nämlich so, wenn ich mir manche Kommentare der letzten Tage durchlese. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es hier einen Wettbewerb gibt „wer hat den unseriösesten und unqualifiziertesten Beitrag gelesen?“, damit man sich auch so wirklich dafür schämen kann. Apropos, man muss solche unzumutbaren Artikel nicht lesen und man kann wirklich ohne große Mühe viel Seriöses und gut Recherchiertes finden. Den Artikel, den Enrico empfohlen hat, finde ich z.B. sehr gut:
    http://mobil.zeit.de/2011/13/German-angst 

    @Ute: Ich meine, dass genau JETZT der richtige Zeitpunkt ist zu demonstrieren. Bei allem Mitgefühl mit den Japanern, aber es gibt nun mal auch AKWs in Deutschland, die genauso – wenn auch aus anderen Gründen – außer Kontrolle geraten können. Jetzt muss man die Gunst der Stunde nutzen….und sei mir nicht böse, aber schweigen und beten, hilft den Japanern auch nicht. 

  • Olaf sagt:

    Tolle Geschichten, danke. Ich werde regelmäßiger Leser… :-)

  • BigAl sagt:

    Mein Kommentar oben ist sehr missverständlich, wie ich gerade erst erkannt habe.
    Ich wollte sagen, daß die Japaner die Gefahr der Radioaktivität wohl leider nicht ernst genug nehmen, weil sie sich nicht sofort auswirkt, sondern erst viele Jahre später.

  • Julia sagt:

    @ Sanna: Klar muss man so was nicht lesen, aber wenn Freunde oder Familie es tun und dann zu einem kommen mit „sag mal, du bist doch Japanologin…“ oder „und da willst du wieder hin?!“

  • Mb sagt:

    Na ja, gute Nerven sind bekanntlich alles.

    Wenn es nur die „0.1 Mikrosievert“ in Tokyo sind, dann wäre es nicht so schlimm. Fraglich ist eher wie realitisch/war solche Werte sind, wenn man schon Strahlung in China, USA, etc. nachweisen konnte. Nach Angaben von Greenpeace wurden 30 Kilometer vom Meiler entfernt Strahlungswerte von 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen (heute). Wenn man dann sieht, wie auf Japantimes 8 Mikrosievert Fukushima angegeben werden.. wie gesagt, gute Nerven sind bekanntlich alles. Es wird sich früher oder später zeigen, wie der Informationsgehalt war.

  • Anonymous sagt:

    Sanna danke :-)

    Hab gerade gesehen das der Link zum Artikel nicht gefunden wurde http://www.zeit.de/2011/13/German-angst

    Zum Automaussteig, es gibt wohl nie den „richtigen“ Zeitpunkt für so einen Ausstieg. Dennoch ein Land muss doch mal den Anfang wagen und hoffen wir das viele Folgen werden. Wenn schon nicht für uns dann wenigstens für unsere Kinder, die hoffentlich gesund zur Welt kommen und aufwachsen werden.

  • Juergen sagt:

    @dentus
    Vielleicht liegt es auch daran, dass man in D schon in der Schule angeregt wird zu hinterfragen. Hat vielleicht auch was mit der Geschichte zu tun. Ist in Ländern wo nur stur auswendig gelernt wird evtl. anders. Kritisch sein gilt in D als intellektuell, wobei ich den Eindruck habe, dass viele wenn etwas kritisiert wird ohne nachdenken gerne auf den Zug aufspringen, damit ist man dann auf der sicheren Seite. So ist man ganz schnell gegen Alles und Jeden und kratzt sich die Argumente zusammen. Kritisch sein und alles kritisieren ist halt nicht das Gleiche.

  • Flo sagt:

    Hier ist mal eine „unabhängige“ Seite auf der es mindestens zweimal am Tag Lageberichte zu dem AKW und Strahlendosen gibt.
    Alles sachlich ohne Medienwirksame Panikmache.

    http://www.grs.de/informationen-zur-lage-den-japanischen-kernkraftwerken-fukushima-onagawa-und-tokai

  • menzeline sagt:

    Kennst du das schon aus der Süddeutschen Zeitung?

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/japan-arbeiter-in-fukushima-heulen-ist-zwecklos-1.1079485

    Also wenn das stimmt, dann finde ich das richtig entwürdigend.

    Gruss menzeline

  • Juergen sagt:

    @dentus

    Erwähnen muss man hier auch die Fürsorgepflicht des Staates, der seine Bürger warnen und schützen MUSS.

    Vor allem problematisch ist diese Verpflichtung bei Geiselnahme eines deutschen Bürgers im Ausland (z.B. Piraterie in Somalia), da man schon fast gezwungen ist Lösegeld zu zahlen, um den Schutz zu gewährleisten.

  • Thomas sagt:

    Auch wenn ich in vielen Punkten mit Dir uebereinstimme, mich aus aehnlichen Gruenden auch immer noch in Tokio aufhalte, darueber hinaus auch als Physiker glaubend, die Lage selber einschaetzen zu koennen, finde ich doch, dass Takedas Blog nur mit aeusserster Vorsicht zu geniessen ist, alleine wenn man sich das folgende Zitat durchliest, was nun mal eine echte Nebelkerze ist:

    „私たちには、新聞やテレビが問題にしている「原発の水をどうするか」ということより、「海は汚れるのか」、「いつごろ終わるのか」が問題ですから、あまり原発の内部のことに気をとられないことが大切と思います.“

    Gruesse aus Tokio!

  • Anonymous sagt:

    @bigal Meine Frauchen, hat es heute Morgen recht gut auf den Punkt gebracht. Japaner sind besorgt, haben Angst wie jeder andere Mensch auch. Warum sie dennoch nicht alles stehn und liegen lassen, sollte jeden Menschen klar werden wenn er sein Hirn benutzt. Fuer die wo das nicht auf die Reihe bekommen ein Beispiele als Anregung, welches mich selber auch betrifft => Familie! Wer glaubt das wir die Ratschläge nicht befolgen um uns zu schützen, irrt gewaltig.

    So muss da mal weiter Arbeiten…

  • margit sagt:

    Hallo und danke für Deine Berichte. Du bist weiterhin der Meinung, daß die Kernkraft für die Energieversorung für Japan wichtig ist? Ich denke die Kernkraft ist überall nicht sicher und die Menschen hätten das nie anfassen dürfen. Aber da geht es natürlich um viel Geld. Und wenn in einem Land dann ein Gau passiert, dann halten die Grenzen des Landes leider die Probleme für andere Länder nicht einfach auf. Und ich finde es auch richtig und gut, daß die Ausländer Japan verlassen. Ich hätte so gern mal Japan besucht, aber ich würde es nie mehr tun.
    Die ganzen Auswirkungen werden wir alle erst nach Jahren genau erfassen können.
    Weißt Du, wie der Uranabbau gehändelt wird? Schon aus diesem Grunde dürfte es keine AKWs geben. Thüringen und Sachsen haben heute noch mit diesen Altlasten zu tun.
    Es gibt einen Doku-Film „terra inkognito-Die Wismut“.
    Dir und Deiner Familie alles Gute, es grüßt freundlich
    margit

  • […] es darum, den Bewohnern der Stadt Minami-Sōma zu helfen. Über die prekäre Lage dort hatte ich hier schon einmal kurz berichtet. Die Stadt liegt an der Nordostküste der Präfektur Fukushima und ist […]