Sanriku-Kantō-Erdbeben – Update VII: Augen zu und durch

März 16th, 2011 | Tagged | 55 Kommentare | 2841 mal gelesen

Tag 5 nach dem Beben.
Ich bin immer noch in Tokyo and meine Familie – zumindest Frauen und Kinder – sind in Kōbe. Soweit, so gut.

Zur Lage:
———————-
Die Leute – Ausländer wie Japaner – sind scheinbar in zwei Lager geteilt: Die, die mehr Angst vor den Nachbeben haben, und die, die mehr Angst vor dem AKW haben. Ich gehörte zur zweiten Gruppe, aber die kräftigen Beben gestern Abend (Yamanashi/Shizuoka) und heute mittag (Chiba) lassen mich auch momentan zur ersten Gruppe abdriften.
Was kann man zum AKW noch sagen. Alles ist schlimm, und nachdem auch die letzten Leute abgezogen wurden, wird es bestimmt nicht besser. Laut etlicher vertrauenerweckender Expertenberichte ist Tokyo wohl ziemlich sicher. Wetten abschliessen möchte ich darauf nicht, aber an irgend etwas muss man ja glauben.

Versorgung:
———————-
Japan hat rund 30% seiner Raffinerien “verloren” – sie sind entweder zerstört oder vorsichtshalber geschlossen. Das macht sich vor allem im Norden bemerkbar.
Der Strom wird in und um Tokyo nachwievor mehr oder weniger planmässig abgeschaltet, aber es herrscht viel Verwirrung darüber, da sich die Zeiten ständig ändern.
In den vergangenen Tagen kam man zudem problemlos ohne Heizung aus, aber ab heute gibt es einen Kälteeinbruch im gesamten Land, was die Lage vor allem im Norden, energietechnisch aber auch um Tokyo verschärfen lassen dürfte.
Immerhin bemühen sich fast alle, Energie zu sparen – verkürzte Öffnungszeiten und Teilbeleuchtung sind zwei populäre Massnahmen.
Wie es in meiner Stadt/Wohnung nun aussieht, weiss ich nicht, aber die Darstellung, ab Donnerstag wieder Wasser liefern zu können, wurde zurückgenommen und auf einen unbestimmten Termin verschoben.

Ach ja; Während es gestern noch nahezu unmöglich war, in einem Convenience Store hier in Ebisu etwas essbares zu finden, sah es heute wesentlich besser aus. Es gab Sachen – mehr als ich gedacht hatte. Bis zum Normalzustand ist es aber noch ein weiter Schritt, aber das ist erstmal zweitrangig.

Sonstiges
———————-
Mittlerweile gab es schon die erste Spende eines treuen Lesers an mich. Vielen Dank! Sicher wird dieses Ereignis auch in unsere Haushaltskasse mehr oder weniger tiefe Löcher reissen, aber ich hoffe, zum jetzigen Zeitpunkt, dass wir schon damit fertig werden. Unter anderem deswegen bin ich ja auch noch in Tokyo.
Wer spenden möchte, dem würde ich deshalb lieber “Ärzte ohne Grenzen” anempfehlen. Ich unterstütze die Organisation seit Jahren allmonatlich und glaube fest, dass die Organisation sehr, sehr viel leistet. Momentan sind sie übrigens auch im Erdbebengebiet in Japan aktiv. Und zwar noch lange nach dem THW. Das hätte man dort wirklich gut gebrauchen können.

Nebenbei:
———————-
– Zu den Medien und Meldungen aus Deutschland äussere ich mich vorerst lieber nicht, denn Meldungen wie “Geigerzähler in Deutschland ausverkauft” etc. machen mich kirre.

– Jetzt ist es amtlich: Ich bin Japaner! Beweis siehe hier:

http://worldwen.vs120101.hl-users.com/?p=2112&cpage=1#comments

dort steht:

Hier ein Blog eines Japaners der Deutsch kann

http://www.tabibito.de/japan_blog/blogs/

Teilen:  

55 Responses to “Sanriku-Kantō-Erdbeben – Update VII: Augen zu und durch”

  • Karl Eduard sagt:

    Ich drücke Euch die Daumen und wünsche Euch das Beste. Hier, in Deutschland, wird eine Stimmung geschürt, als wäre Deutschland verstrahlt und kurz vor dem Untergang, dabei hat es doch Japan getroffen.

  • Stine* sagt:

    Hallo Matthias ???

    Danke, dass du uns die Sicht auf das Ganze ein wenig “gerade rückst” Wie Karl Eduard schon geschrieben hat; es ist hier eine Stimmung als seien wir betroffen.
    Wenn es irgendetwas gibt, womit wir helfen können, sag Bescheid.

    “Ärzte ohne Grenzen” unterstütze ich seit Jahren durch kleine Sachspenden.

    Vielleicht kann man in Kontakt treten wenn du den Kopf wieder etwas freier hast und das ganze Ausmaß ein wenig “übersichtlicher” geworden ist.

    Danke nochmal für deine Berichte und alles erdenklich Gute für Dich und Deine Familie

    Herzliche Grüße aus Potsdam

  • dlink sagt:

    Ich glaube, beide Links haben einen Fehler. Zumindest bei mir.

  • Anonymous sagt:

    Ah, dachte schon ich hätte was verpasst (aber viel fehlt ja nicht zum Japaner;-)).

    Heute Morgen habe ich im örtlichen Privatradio einen Kollegen von dir (Japanologe) berichten hören, dass nun auch die Japaner von der deutschen Hysterie erfasst wurden:

    Der Pollenflug hat eingesetzt!

    Naja, da kommt einiges auf die Japaner zu. Laut jenem Kollegen soll die radioaktive Strahlung in Tokio so hoch sein, dass, wenn man jener 400 Tage am Stück ausgesetzt ist, die Dosis, welche Deutsche im Jahr durch das Röntgen ausgesetzt werden, erreicht werden könnte. Vielleicht kann dich dieser Kollege vollends auf die Seite der ersten Gruppe schieben?

    Wetter scheint ja auch wieder Strahlungsfreundlich zu sein. Sollte also ein “Supertot” des AKW’s eintreten, wird hoffentlich zumindest die wenige radioaktive Strahlung (welche im direktem Umfeld sicherlich gefährlich ist) vom Land weggeweht!

    Alles wird gut! (und vielleicht auch besser)

  • Gray sagt:

    @tabibito
    das mit dem “Ärzte ohne Grenzen” sehe ich auch so.

    Weiterhin “Alles Gute !”

  • Anne sagt:

    @ Karl Eduard: Mich nerven diese lahmen Kommentare. Die Daumen drückt man jemandem bei einer Prüfung! Du hast recht, es betrifft ja “nur” Japan. Du kannst dich also zurücklehnen und den Leuten das Beste wünschen, bei dem bisschen erhöhter Strahlung. Spotte ruhig über Menschen, die diese Katastrophe als das sehen, was sie ist, auch wenn sie selber – noch – nicht betroffen sind.
    @ alle: Seid froh, dass die Presse berichtet. Der wirkliche Skandal wäre, wenn die Medien alles herunterspielen würden. Ob sie den Unfall jetzt sprachlich korrekt einen “Super”-Gau nennen oder nicht, ist doch egal. Was soll dann noch die lahme Häme über die Unwissenheit der Bevölkerung? Sind wir hier alle Atomphysiker? Und wie dickfellig muss man eigentlich sein, um KEINE Lehren aus diesen Vorfällen zu ziehen? Setzt euch ruhig weiter aufs Sofa mit einer Flasche Bier und schaut euch die Bilder im TV an! Aber denkt dran: Es ist kein Dschungel Camp von RTL. Wenn kein Hilfswerk seine Mitarbeiter einer Lebensgefahr aussetzen will, verstehe ich das auch. Es sind schließlich auch Menschen. Es reicht schon, wenn die Belegschaft der havarierten AKWs Leben oder Gesundheit verlieren.

  • david Yao sagt:

    Hi,Nachbar,Alles Gute.Bald wird alles wieder normal.

  • Sarah sagt:

    Sie müssen raus aus Japan, solange das noch irgendwie geht! Wollen Sie sich und die Familie radioaktiver Strahlung aussetzen? Kein Geld der Welt kann dafür entschädigen. Aber wahrscheinlich sind Sie Überzeugungstäter und dann ist Ihnen auch nicht zu helfen. Wie naiv muss man sein, wenn man glaubt, dass “bald wird alles wieder normal”. Nichts wird so schnell wieder normal, im Gegenteil, die Lage eskaliert immer mehr.

  • Anonymous sagt:

    @Anne

    Ich glaube die meisten Kommentatoren hier sitzen nicht mit einer Bieflasche vor dem Fernseher und freut sich über die japanische Doku-Soap! Die deutsche Berichterstattung widert mich an! Es geht ausschließlich um Fukushima I und den Super-Trooper-GAU. Die Menschen in Deutschland haben offensichtlich völlig die Relationen verloren. Da sind Erklärungen, wie di von Herrn Yogeshwar oder eines britischen Experten in der BBC eine echte Wohltat. Aber offensichtlich will niemand hören, dass eine radioaktive Megakatastrophe nicht stattfinden wird. Gestern wurde über die Explosion im Block 2 berichtet. Bewegte Bilder von Explosion lägen bislang nicht vor. Man konnte deutlich das ungesagte leider hören! Die Zerstörung des AKW und die daraus resultierende Strahlenbelastung sind schlimm. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass die Konsequenzen daraus lange nicht so schwer wiegen wie die Probleme im Norden aufgrund des Erdbebens und des Tsunami.
    Ich wünsch dir viel Erfolg beim weiteren Filtern von Informationen aus der Bildzeitung (wenn ich mir die Schlagzeile von heute anschaue, wird mir ganz übel!). Und ich beglückwünsche dich, dass du die Fassungs- und Hilflosigkeit manches Kommentators zu treffend erkennst.

    Und THW: da fehlen mir die Worte! Ich schließe mich voll der Meinung von Gray (Kommentar 33 vom gestrigen Beitrag)an. Das Technische Hilfswerk ist eine Einrichtung des Katastrophenschutzes und kein Urlaubsverein (ich entschuldige mich schon jetzt bei allen Helfern, war jahrelang selber einer). Gerade die Wasseraufbereitung und technische Unterstützung in Katastrophengebieten war und ist eine Kernaufgabe des THW. Nach meiner Kenntnis ist die Strahlenbelastung im Norden gering, wenn nicht gar auf “normalem” Niveau. 500.000 Obdachlose ohne Zugang zu sauberem Wasser hätten sich sicher riesig über die Hilfe der Deutschen gefreut. Und jetzt das!

    Wer sich wirklich nur ein bischen mit dem AKW-Unfall beschäftigt und nicht permanent auf hiobsbotschaftsgeile Reporter achtet, sondern auch andere Meinungen akzeptiert, wird bemerken, dass für die meisten Japaner nicht das AKW das Problem ist sondern die vorgelagerte Naturkatastrophe.

    Und: mancher Kommentar mag ein wenig zynisch klingen. Oft ist es aber eine Reaktion auf die hierzulande (BRD) geführte AKW-Debatte. Und es tut gut zusehen, hören oder lesen, dass mancher das genausosieht. Die Relationen
    der Ereignisse und ihre Auswirkungen müssen wieder zurecht gerückt werden.

    So, genug ausgekotzt.
    Alles wird gut!

  • Juergen sagt:

    Ich gebe zu “Geigerzähler ausverkauft” ist eine ganz dämliche Meldung und läßt schnell das Bild einer Panik entstehen. Aber ich denke die Aussage des größten Elektronikversand Conrad “die Vorbestellungen lägen im Hunderterbereich” (bei 80 mio Menschen) entlarvt das Ganze als Ente. Geigerzähler die immerhin 300-500 Euro kosten, waren sicherlich vor der Katastrophe nicht der Verkaufsschlager den man in großen Stückzahlen im Lager vorbehalten hat.

  • Juergen sagt:

    @Anne
    Volle Zustimmung! Dachte ich bin schon der Einzige hier der so denkt

  • Stefan sagt:

    Glückwunsch zur inoffiziellen Staatsbürgerschaft! Der Titel „ein Japaner, der Deutsch kann“ ist wirklich genial.

    Allerdings kann ich die Aussage auf der Webseite nicht finden. Wurde sie denn schon wieder entfernt?

  • Saitama Lilie sagt:

    Ich kann mich Terry und Karl nur anschliessen. Ich finde es unmöglich wie man aus Deutschland vom “hohen Pferd” aus auf die aktuellen Ereignisse hinunterschaut, ganz Hollywood – dramatisch. Ich kann nur versichern dass alle die sich dafür entscheiden in Japan zu bleiben dies tun, nicht weil sie dumm und unbekehrbar (pah), sondern gerade weil sie sich über die reale Situation samt ihren Folgen im klaren sind. Deutscher Journalismus dieser Tage ist beschämend.

  • みょ sagt:

    @Terry
    100% Zustimmung

    @ Anne
    Nein. Der wirkliche Skandal ist bereits, dass die Medien alles hochschaukeln und übertreiben! Da wäre ich in der Tat froh, würden sie gar nichts berichten.
    Deren Aufgabe ist nämlich INFORMIEREN: Weitergeben von Tatsachen(!), anhand denen jeder Mensch selbst seine Position und Reaktion bestimmen kann. Und keine Panikmache oder Ängsteschürerei.

    Ich will nicht lesen “ERHÖHTE STRAHLUNG IN TOKYO GEMESSEN! KOMMT DIE WOLKE NACH DEUTSCHLAND?” – Ich will nur wissen, WIE hoch die Strahlung WO genau ist und was das konkret an Gefahr bedeuten kann. Nichts weiter.
    Ob mir das Angst macht oder ich damit leben kann, ist meine persönliche Entscheidung. Nicht die der Medien.

    Ein Was-Wäre-Wenn-Szenario zu beschreiben, ist ja in Ordnung. Aber was sollen z.B. Überschriften wie KERNSCHMELZE IN JAPAN!? – DER SUPERGAU?! bei der Tagesschau?
    Man kann nichts sicher darüber sagen was im Inneren vorgeht, also hat man die Klappe zu halten. Allenfalls noch kann man – wie es nichtdeutsche Medien tun – die Methoden erklären (verhindert Stammtisch-Atomwissenschafterei), anhand denen Wissenschaftler derzeit Rückschlüsse auf den Zustand in den AKWs ziehen. Und die fallen allesamt nicht halb so dramatisch aus, wie die deutschen Medien es gerne hätten.

    Welche Lehren soll man denn ziehen? Die Natur ist unbeherrschbar. Punkt.
    Man kann sein möglichstes tun, aber nicht mehr. Und das ist den Japanern deutlich bewusster als z.B. den Deutschen. Denn die Japaner leben seit Jahrhunderten mit diesen Gefahren – und deshalb HABEN sie die besten und sichersten Gebäude/AKWs/Sonstwas.
    Dass die Natur trotzdem immer einige Nummern größer bleibt ist unveränderlich.
    Deutscher hirnloser Aktionismus wie AKWs abschalten bringt gar nichts. Was wäre denn wenn es in Japan keine AKWs gegeben hätte? Wäre die Katastrophe dadurch vielleicht geringer ausgefallen? Lockerer zu verkraften? Weniger schockierend? Sind eventuell zukünftige Strahlentote vielleicht mehr zu bedauern als die Opfer des Tsunamis? Das ist hanebüchender Blödsinn!

    Sie sollten sich lieber mal ruhig aufs Sofa setzen, anstatt hier sinnlose Paniktipps alá “Verlasst alle Tokyo! Flieht auf das Festland, die Welt ist groß genug” zu geben.

    (Ach verdammt, jetzt bin ich doch wieder dieser blöden Diskussion verfallen…)

  • Peter sagt:

    @Sarah

    Was soll denn diese dämliche Panikmache? Er wird das doch wohl noch am besten einschätzen können. Solche Kommentare sind doch wirklich einfach nur daneben…

  • Heiko sagt:

    Fairness fürs THW!

    Die in Japan befindlichen Kräfte werden abgezogen, weil sie im von der jap. Regierung zugewiesenen Gebiet nichts mehr tun können, nicht wg. Strahlenbelastung. Weitere in D wartende Kräfte wurden bislang nicht von der jap. Regierung angefordert, die sind frustiert vom tagelangen Standby berichtet

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751146,00.html

  • Mb sagt:

    Sicher ist die “Bild”-Presse extrem und auf Verkauf ausgerichtet. Das ist nicht wirklich etwas Neues.

    Dennoch sollte man, denke ich, das Thema radioaktive Stahlung nicht unschätzen.

    Die Fakten sind, vielleicht schon 3 Reaktoren sind undicht (mind. 1er), ein vierter hat Feuer gefangen und bei den restlichen Reaktoren warnt man schon.
    Obwohl der O-Ton bis Reaktor 2 war, ist doch “nichts passiert”.

    Gestern werden offiziel 400 Millisievert gemessen, heute bereits 1000. Der aktuelle Hubschraubereinsatz musste wegen der Strahlungsbelastung abgebrochen werden. Und dabei scheint es sich um die letzte denkbare Massnahme zu handeln.

    Also, ich halte es riskant hier irgendetwas “sicher” zu nennen. Kontrolle sieht in Chronologie der letzten Tage anders aus. Möglichliche Folgen sind kaum absehrbar. Ganz ehrlich, ich würde mein Glück nicht von der Windrichtung abhängig machen.

    Da würde ich über eine Schlagzeile “Geigerzähler ausverkauft” hinwegsehen.

  • blogreader sagt:

    Gambatte Tabibito.
    Denke an dich und bin einwenig beunruihgt über die Anhaltenden starken Erdbenen. Diese sind in dieser Stärke / Zeitlichen Abstand zum Hauptbeben nicht typisch. Hoffe das nich noch stärker passieren.

    Ich glaube das man der Japanischen Regierung soweit trauen kann, da sie nun die Informationen auch mit der Internationalen Kernenergie behörden teilen, und so nich einfach sachen verschleiern können.
    Sie haben vorallem schon sehr früh mit der Evakuierung des Umlandes begonnen, das zeigt mir das sie nichts entscheindes verschleiern!
    Ich habe eine Lehre als Physiklaborantin gemacht und habe somit gewisse Grundkentnisse zu Kernenergie und Strahlenkrankheiten.
    Ich möchte darauf hinweisen, dass jeder der von einem ‘Antom-Unfall oder ‘Radioaktiver Strahlung’ spricht ein Laie /völliger Idiot ist.
    Man darf sich im moment nur an den gemessen Strahlungswerten orientiern. Alles andere ist nicht seriös.

    Als dich nicht Beirren von ein paar in Panik geraten Leute hier. Wenn sich die Situation nicht massiv verschlimmert glaube ich nicht das Tokyo in gefahr ist.

    Gute Bericht erstatung gibt es momentan bei BBC
    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12307698

    und bei Kyodo News (auch Englisch, aber immer die neusten Informationen)
    http://english.kyodonews.jp/news/japan_nuclear_crisis/

    Bei anderen Medien bin ich momentan kritisch eingestellt.

    Ohrensteifhalten, Tabibito wir denken an euch!

  • Anonymous sagt:

    @Heiko

    Ich hab den Artikel auch gelesen. Ich finde es aber eigenartig, dass zunächst wegen der Gründen der Rückerkehr rumgeeiert wird und nun das zugewiesene Gebiet fertig abgesucht ist (oder zumindest nicht mehr mit Überlebenden gerechnet wird). Wahrscheinlich sind die eingesetzten Helfer auch “nur” Bergungshelfer. Bei der Reportage über die Ausstattung des THW für den Einsatz in Japan klang das aber ganz anders (Wasseraufbereitung, Notstromaggregate, Behelfsbehausungen). Was ist daraus geworden?

    Es mag auch sein, dass näher gelegene Hilfsorganisationen bevorzugt werden. Jene müssen auch nicht einen Transport über 9.000 km organisieren. All dies sind sicher Faktoren für die japanische Regierung Hilfe anzurufen und entgegenzunehmen. Man kann in heutigen Reportagen Helfer erkennen, die jedenfalls nicht aus Japan stammen und scheinbar auch nicht abgezogen werden. Die auch Tote bergen, weil irgendwann auch die japanischen Einsatzkräfte ausgelaugt und am Ende ihrer Kräfte sind.

    Und ich finde es dann aber ebenfalls unverständlich, dass beispielsweise Helfer der I.S.A.R. nicht eingesetzt werden. Dies sind zumeist Ärzte und Rettungssanitäter, welche sicher auch den Überlebenden zur Seite stehen können. Aber vielleicht ist die Versorgung mit Ärzten in Japan eben ausreichend im Gegensatz zu Entwicklungsländern wie Haiti.

    Ich war selber 10 Jahre beim THW. Es gab Katastropheneinsätze im Innland und Entwicklungshilfe im Ausland. Die Einsätze wurde auf das ausgerichtet, was gebraucht wurde. Es scheint, da hat die Kommunikation zwischen den hiesigen Hilfsorganisationen und den japanischen Entscheidungsträgern versagt.

  • Spokekiller sagt:

    Ich würde mich gerne noch auf ein Live-Interview am Morgen des 14.03. (MEZ) im ARD/ZDF Morgenmagazin beziehen wollen.
    Dort hat der Einsatzleiter der “Ortungs und Bergungsstaffel” (n.meinen Informationen die ~40 Mann + Hunde, die man in der Tagesschau sehen konnte) abgezogen sind weil “keine Aussicht auf Bergung Überlebender” bestehe. Ausdrücklich sagte er man werde nicht wegen irgendeiner möglichen Strahlenbelastung abgezogen. Ich will mir nicht vorstellen, dieses Interview sollte “gefaked” gewesen sein. Im Gesamtzusammenhang mag die Bergungsgruppe “nicht mehr viel helfen können”, aber ich stimme mit meinen geringen Informationen zu, dass die Infrastruktur-Spezialisten des THW sicher längere Zeit hilfreich sein können.

    Es gibt auch ‘kleine Wunder’. Eine japanische Freundin aus Sendai hat die Tsunami samt der Familie überlebt. Genaueres weiss ich noch nicht. Sie hatte gestern nur kurze Zeit die Möglichkeit eine Email per Handy zu verschicken (an einer der vielen Telefon und Ladestationen die eingerichtet wurden).

  • Anne sagt:

    @Terry: Ich lese nicht BILD, auch nicht Super-ILLu sondern Süddeutsche. Da gibts eine sehr ausführliche Berichterstattung, falls du dich mal informieren möchtest. Mit Sensationslüsternheit hat das in der SZ nichts zu tun. Aber da steht natürlich auch nicht: “Leute, keine Panik. Es wird schon alles wieder..”

  • Julia sagt:

    Das Problem ist doch, dass die deutschen Medien sich mehr Gedanken um die (sichere) deutsche Bevölkerung macht als um die japanische. Momentan klingen einige Nachrichten arg nach “die Bösen da verstrahlen uns einfach”, und DAS geht ja nun wirklich nicht.

    @ Sarah: Am liebstens würde ich auch jeden, den ich kenne, sofort aus Japan rausholen, aber so läuft das nun mal nicht. An Erdbeben sind die Japaner gewöhnt und rechnen mit ihnen, ein ganzes Land kann man eh nicht evakuieren, und im Stich lassen wollen sie ihre Heimat verständlicherweise auch nicht.

  • Samuel sagt:

    Hallo Tabibito,

    als regelmäßiger “stiller” Leser deines Blogs möchte ich dir und deiner Familie einfach nur alles Gute wünschen für die kommende Zeit. Passt auf euch auf.

    Danke, dass du auch jetzt in dieser unglaublich schrecklichen Lage hier so oft berichtest.

    Samuel

  • Mb sagt:

    Neues Info; deutsche Botschaft.

    Die Situation im Kraftwerk Fukushima I hat sich auch am 16. März nicht stabilisiert. Eine unmittelbare Gesundheitsbedrohung durch radioaktive Strahlung für die Bevölkerung auch außerhalb der gegenwärtigen Sicherheitszone von 30 km Radius um das Kraftwerk zeichnet sich zwar noch nicht ab, lässt sich aber immer weniger ausschließen.

    Sollten Sie in Ostjapan unter Einschluss des Großraumes von Tokyo/Yokohama, des Tohoku-Raumes, Hokkaido sowie der Präfekturen Yamanashi, Nagano, Shizuoka und Niigata wohnen oder sich gegenwärtig dort aufhalten, empfiehlt die Botschaft, dass Sie dieses Gebiet vorübergehend in Richtung Westjapan verlassen, bis die Störung in dem Kraftwerk Fukushima I beseitigt ist.

  • Heydal sagt:

    @ Sarah

    Wie ist denn das zu verstehen; “Überzeugungstäter”? Das unterstellt ja das die Japaner nicht nur verantwortlich sind für diese Katastrophe, sondern diese auch bewusst herbeigefügt haben.

    Ich glaube, bei aller gebotener Höflichkeit das Sie es sind die die Lage der Menschen in Tokyo verkennt. Panik ist ein sehr schlechter Ratgeber und ihre Aufrufe und Vorwürfe alles andere als Hilfreich. Tatsächlich wohl eher Beleidigend, gegenüber den betroffenen Menschen.

  • Joe sagt:

    Ich möchte mich bei allen Japanern für das Verhalten meiner Landsleute entschuldigen. Hauptproblem ist, daß mehr als 40 % unserer “Journalisten” grün wählen (und der Rest rot). Daher jetzt die Panik-Medienkampagne, vergleichbar mit der Schweinegrippe. Das kommt dabei heraus, wenn die “vierte Macht” selbst Partei ist, sich aber neutral gibt.

    Ich wünsche Dir alles Gute und daß Du die Nachbeben gut überstehst.

  • Anonymous sagt:

    @alle
    Wenn der Seitenhieb auf das THW unberechtigt war, entschuldige ich mich. In einigen Meldungen kam es so herüber, dass THW, ARD- und andere Reporter, Lufthansa und noch viele andere wegen der Strahlengefahr das Land verlassen.
    Dass das THW sich über mangelnde Aufgaben/Kommunikation beklagt, ist logisch – im Norden ist alles, wirklich alles zusammengebrochen und damit ist eine Koordinierung natürlich schwer.

    Allmählich fühle ich mich wie der letzte Deutsche in Tokyo, was aber bestimmt nicht der Fall ist. Dank (?) des Blogs werde ich momentan von Radio- und Fernaehanstalten und anderen Medien mit Anfragen überhäuft. Das meiste beantworte ich nicht, ein paar Sachen schon. Erst recht, wenn ein Bekannter vom MDR darum bittet.
    So ist wohl heute Abend um 19 Uhr auf dem MDR etwas kurzes zu sehen – ich kann es mir leider nicht anschauen (ist wahrscheinlich auch besser so). Ist aber wohl eine Woche lang in der Mediathek zu sehen.

    Ich für meinen Teil werde aller Wahrscheinlichkeit nach Freitag Abend zu meiner Familie nach Kōbe fahren.

  • Daniela sagt:

    Danke das ich hier mitlesen kann und weiterhin wünsche ich Dir und Deiner Familie den Mut, mit dem Du uns über die reale Situation berichtest.
    Welche Lehren sollte man ziehen? Die Natur ist unbeherrschbar.

  • Ernst sagt:

    Erstmal danke für die Infos aus nächster Nähe und viel Glück weiter hin.

    Und im generellen. Liebe Panikmacher und Pseudo-Antiatomkraftfachleute, bitte, bitte schafft euch erstmal wenigstens ein Grundsätzliches wissen über das an, was dort gerade von statten geht. Nicht alle Experten sind von der Atomlobby gekauft und es ist schon komisch, dass eigentlich alle ernst zu nehmenden Beurteilungen darauf hinweisen, dass die Strahlung zwar vor Ort im AKW nicht zu wirklich bewerten ist, aber dass es auf jeden Fall für Tokyo keine direkt Gefahr gibt und wohl auch nith geben wird. Es ist wiederlich zu sehen, wie ihr Geier darauf warte, dass was schlimmes passiert um dann zu sagen, ihr habt es ja gewusst und euch selbstzufrieden in euren warmen Sessel setzt. Da kommt mir wirklich alles hoch.

    Respekt den Technikern die dort immer noch ihren Dienst leisten und alles Menschenmögliche versuchen und ich hoffe es gelingt ihnen.

  • Ulti sagt:

    Dritter Fukushima-Reaktor intakt!
    Es gibt einen Hoffnungsschimmer: Entgegen erster Befürchtungen soll der dritte Reaktor nicht beschädigt worden sein.
    Tokio bleibt verschont!
    Tokio hat Glück im Unglück: Derzeit droht in der Metropole kaum Gefahr durch Radioaktivität aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima. Der Wind hat gerade noch rechtzeitig gedreht, wie aktuelle Strahlungswerte aus Japans Hauptstadt zeigen.

    Sicherlich ist die Lage nicht gut, jedoch gibt es Hoffnung! Ich bin überzeugt das Alles gut wird!

  • Sarah sagt:

    Mit “Überzeugungstäter” meine ich, dass man aus Prinzip ausharrt, auch wenn rationale Gründe dagegen sprechen. Es ist doch bezeichnend, dass die Franzosen ihren Landsleuten inzwischen zur Ausreise raten und sich in ungewöhnlich scharfen Worten an die Regierung wenden. Die Franzosen sind für ihr diplomatisches Fingerspitzengefühl bekannt. Jeder muss selbst entscheiden, aber die Nachrichtenlage spricht eindeutig gegen die Annahme, die Lage sei unter Kontrolle. Und den Verbleib von der derzeitig günstigen Lage abhängig zu machen, halte ich für Harakiri.

    Aber jeder soll das tun, was er für richtig hält. Ich weiß auch nicht, was mich bewogen hat, mit dem Blog-Betreiber mitzufühlen und ihm zu raten, den sicheren Weg zu wählen. Beste Wünsche an alle.

  • Fabian sagt:

    Hallo Herr Reich,

    ich habe heute eher zufällig mit einer Apothekerin aus Jessen telefoniert. Sie hat mir von Ihnen erzählt. Da war das Gespräch eigentlich schon vorbei und wir sind irgendwie auf japan gekommen.

    Ich selbst bin Redakteur bei Radio Brocken hier in Halle.

    Sie haben ja schon in Ihrem Blog geschrieben, “bitte nicht anrufen”. Wir würden natürlich trotzdem gern mal mit Ihnen telefonieren, dauert nur 2 Minuten.
    Es wär halt super, da Sie ja auch aus Sachsen Anhalt stammen.

    Würde mich auf eine Antwort und natürlich eine Nummer von Ihnen sehr freuen.

    Beste Grüße
    Fabian

  • Royko sagt:

    Hi Großer,
    danke für die objektiven Berichte, die man hier in D leider nicht bekommt.
    Ich drück Euch ganz fest die Daumen! Man bildet sich zumindest ein, dass die Menschen in den letzten 25 Jahren (seit Tschernobyl) gelernt und die Technik soweit im Griff haben, um Katastrophen zu vermeiden.

  • G.Heim sagt:

    Ich bin ehrlich beeindrukt von dem Tagebuchblog.

    Falls jemand an Informationen zur Lage im Fukushima AKW interessiert ist:

    http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/formbar/allgemein/2011-03-12/fukushima-i-eine-kurze-bersicht

    Ihc versuche dort in meinen Kommentaren ein wenig unaufgeregte Fakten und Hintergründe zu beringen.

    Den Link zu diesem Blog habe ich im Trackback zu obrigen Block gefunden.

    Ich wünsche dem Autor und seiner Familie Glück Gesundheit und ein langes Leben.

    G.Heim

  • Terry sagt:

    @Anna

    Oh, da muss ich mich mal dick entschuldigen! Habe dich mit einer anderen Anna von gestern verwechselt. Jenewelche hatte nämlich ihre Informationen aus der Bild gefiltert. SZ ist natürlich eine ganz andere Kategorie. Aber zur Zeit gebe ich nicht viel auf die deutsche Berichterstattung. Tabibito hatte an anderer Stelle einen Link veröffentlicht und ich stell den hier einfach mal rein:

    http://www.eltnews.com/news/archives/2011/03/earthquake_summ_2.html

    Die Briten sehen die Angelegenheit wesentlich differenzierter. Und ich weiß auch, dass die Franzosen ähnlich den Deutschen ihre Mitbürger in Japan zum Ausweichen Richtung Süden aufgefordert haben.
    Ich geb mir Mühe beim nächsten mal genauer hinzuschauen und nicht mit falschen Tatsachen um mich zu werfen.

    @ Tabibito:

    Ich hatte ebenfalls den Eindruck, als ob man wegen der aufziehenden Gefahr aus dem AKW die Zelte abbricht. Andere ausländische Hilfsorganisationen sind noch immer vor Ort und helfen den japanischen Hilfskräften. Als ehemaliger THW-Helfer war ich frustriert, dass gerade die Vorzeigefachbereiche Wasseraufbereitung und Infrastruktur offensichtlich keine Rolle bei der weiteren Planung spielen. Wenn man die ganza Angelegnheit ein wenig rational und mit Abstand betrachtet muss man feststellen, dass Japan als drittgrößte Wirtschaftsmacht auch über ein entsprechendes Zivil- und Katastrophenschutznetz verfügt. Wenn jetzt auch fast 100.000 Soldaten im Krisengebiet sind kann es passieren, dass sich die Helfer gegenseitig auf den Füßen stehen. Entsprechendes Know-how und Technik sind sicher vorhanden. Wenn man aber die vielen Ofer der Naturkatastrophen sieht, versteht man jedoch nicht die Zurückweisung (?) von entsprechenden Spezialisten.

    So, ich such jetzt deinen Beitrag in der Mediathek.

    Alles wird gut!

  • Dennis sagt:

    Vielen vielen Dank für diesen Blog, Tabibito

    ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und dem ganzen japanischen Volk von Herzen alles alles Gute!

    und User Joe obendrürber hat völlig Recht mit dem was er sagt. Die Berichterstattung in Deutschland ist genau diesem Grund geschuldet. Traurig.

    alles Liebe

  • Ulti sagt:

    Neue Stromleitung nach Fukushima

    Bislang ist die Kühlung der Brennstäbe im AKW Fukushima gescheitert – jetzt gibt es Hoffnung: Techniker haben eine provisorische Stromleitung zu dem Meiler gelegt, um die Kühlungsgeräte zu versorgen.

    Es geht vorwerts!!!

  • Peter sagt:

    Hiesige Esoblogger und ihre Anhänger gehören wahrscheinlich zu denjenigen,die Geigerzähler aufgekauft bzw. massiv vorbestellt haben. Es ist von Deutschland aus zwar einfach gesagt,aber trotzdem : Lassen Sie
    sich nicht kirre machen und nicht unterkriegen. Alles erdenklich Gute!

  • Jens sagt:

    DIE EINFRACHSTE aber radikale Methode ist auf die defekten Atomkraftwerke Atombomben oder Wasserstoffbomen werfen.. da ist zwar 50 km im Umkreis alles platt aber die Strahlen bleiben nur in dem Bereich

  • Diese Gesundbeter sind mindestens genauso schlimm wie die Panikmacher mit dem einen Unterschied, dass ihre Gründe viel schwammiger sind. Die deutsche, die englische und die französische Regierung raten inzwischen ihren Staatsbürgern, den Großraum Tokio zu verlassen. Das sollte man ernst nehmen. Auch Arbeitgeber können da meiner Meinung nach nicht dagegen halten.

  • Oliver sagt:

    Hallo,

    ich weiss ich wiederhole mich, aber vielen Dank für die Infos. Du bist um die Entscheidungen die Du derzeit treffen musst echt nicht zu beneiden, insofern bin ich erleichtert das du einen gewissen Sinn für Humor nicht verloren hast (damit meine ich den Verweis auf deine Ehrung als Japaner ;) )

    An dieser Stelle möchte ich aber auch mal festhalten, das ich in meiner Umgebung nichts von einer Panik oder ähnliches erlebe (bzgl. Ausverkauf von Geigerzähler). Das ist doch eh nur ein gefundenes Fressen für die Medien.

    Des weiteren bin ich echt beeindruckt wie viele Leute auf einmal einen Doktor in Kernphysik innehalten. Wirklich, das Gerede lässt jede Stammtischrunde vor Neid erblassen.

    Das Wichtigste: Haltet die Ohren steif.

  • RALF UND HISAKO sagt:

    herzlichen glueckwunsch zum zweiten kind du bist ja wirklch ein echter japaner und gehst deiner pflicht nach was ? ich kann diesen weltuntergangs journalismus hier auch nicht mehr ertragen ich wünschte ich könnte vor ort helfen nach tschernbyl ist europa auch nicht ausgestorben ein bisschen glück braucht japan natürlich ganbarimasu gruss ralf

  • Mb sagt:

    Ich mein`s nur gut Tabibito; hau aus Tokyo ab. Ich würde nicht bis Freitag warten. Ich glaube nicht, dass der Chef der US Nuklearbehörde von Medienbeeinflusst wurde, wenn er einen 50 Meilenradius als Minimum setzt. Alles andere ist lebensmüde.

  • Michael K. sagt:

    Ich kann hier den meisten nur beipflichten, was die deutsche Berichterstattung angeht. Das ist unter aller Kanone. Ich habe das nach 4 Tagen aufgegeben und lese/schaue lieber die japanischen…

    Die Quellen der deutschen internationalen Presse sind die japanischen Quellen, da es sonst keine gibt insbesondere bzgl. AKW…was lernen wir daraus bzgl. Verdrehung von Detials ?…no comment.

    Wer nicht SZ lesen will kann z.B. auf (ggf. auch mit google translator, falls der was sinnvoles ausspuckt) mehr rausfinden und selber urteilen:
    http://www.nhk. or. jp/
    http://english.kyodonews.jp/
    http://www.tepco.co.jp/index-j.html
    (Ja ich weiß, TEPCO ist böse).

    …vielleicht haben andere noch bessere links…weiterhin gibt es in Deutschland per SAT-Schüssel NHK-World…was eine Wohltat gegenüber dem deutschen Müll.

  • Anemone sagt:

    Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut für die kommenden Tage und dass Sie baldmöglichst zu Ihrer Familie fahren. Bin weder Gesundbeter noch Panikmacher, lese Bild grundsätzlich nicht und n-tv halte ich für einen Paniksender. Viele Fernseh-Journalisten in Deutschland stellen auch noch oberpeinliche und saudumme Fragen, die sie sich wirklich sparen könnten. Viele dämliche Sendungen sind sicher überflüssig.

    Trotzdem verstehe ich vieles von der Angst nach Tschernobyl vor 25 Jahren. In meinem Fall ist das Mitgefühl mit den dreifach geschlagenen Japanern. Auch befürchte ich dort für die Menschen Schlimmeres aufgrund der beschädigten Reaktoren, auch wenn ich im Traum nicht auf den Gedanken käme in Deutschland Jodtabletten oder irgendeinen anderen Unsinn mir zu besorgen. Auch die Sorge von Anne und Sarah weiter oben um Sie habe ich so verstanden; es gibt keinen Grund sie zu beschimpfen.

    Das THW ist offensichtlich noch nicht komplett zurückgefahren s. -> http://de.news.yahoo.com/17/20110316/tpl-thw-team-kommt-am-freitag-aus-japan-4dcee4f.html
    Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass sie zuerst an die eigene Sicherheit denken. Wäre ja noch schöner freiwillige Helfer unnötigen Gefahren auszusetzen, wenn es so wäre, was es offensichtlich nicht ist. Eher will man ihre Hilfe nicht, dieser Eindruck drängt sich mir eher auf. Dass es nach so vielen Tagen unter den Trümmern wahrscheinlich keine Überlebenden mehr gibt, ist doch mehr als realistisch.

    Es tut mir leid, dass Sie so viele Nachbeben erdulden müssen. Mein Mitgefühl ist mit den Japanern. Tepco zu glauben halte ich dennoch für sehr naiv. Und verstehe jeden, der versucht sich aus der Gefahrenzone zu bringen. Unabhängigen Wissenschaftlern würde ich da schon mehr glauben als allen Unternehmen und Politikern. Viel Glück dennoch!

  • Anne sagt:

    Danke, Anemone, für deinen wohltuenden Beitrag. Ich hatte eigentlich beschlossen, zu schweigen, da ich bissel erschrocken bin über die Reaktionen. Ich wollte niemanden beleidigen, vor allem keinen Japaner. Natürlich weiß Japan besser, was jetzt zu tun ist als ich hier im fernen Deutschland, als Laie und mit Info aus 5. Hand. Was ich nicht verstehe, ist die allgemeine Aufregung um die Berichterstattung. Dass Boulevard-Blätter in allen Ländern von ihrer geschäftlichen Konstruktion her nur Anzeigeblätter sind mit einem redaktionellen Teil, der knallen soll, ist doch allgemein bekannt. Das sollte man einfach ignorieren. Es gibt genug ernster zu nehmende Presse und auch Sender, wenn man sich informieren will. Was mich kurz geschockt hat, ist der Hass gegen Grüne, SPD-Wähler und Kernkraftgegner, der im Forum vom MDR bei vielen Kommentaren zum Ausdruck kommt. Von Privatleuten, nehme ich an! Das muss ich erst mal verstehen lernen. Nicht erst seit Guttenberg wird offenbar verstärkt auf die Technik gesetzt, Kritiker als Täter hinzustellen und zu diffamieren. Ich kenne viele intelligente Leute, die sich ehrlich Sorgen machen und in Gedanken mit den Japanern sind. Aber das ist doch wohl selbstverständlich.
    Dann wünsche ich allen Betroffenen auch viel Glück!

  • Heydal sagt:

    @ Anne / Sarah

    Die Lage im AKW Fukushima ist bedrohlich, keine Frage. Ihre Anteilnahme und Sorge ist nur zu verständlich. Sie fühlen mit Tabibito, und sind besorgt um seine Sicherheit. Auch ich teile diese Sorge.
    Doch die wiederholten Appelle ihrerseits er solle doch Tokyo sofort verlassen, sind problematisch.

    Natürlich ist die Flucht einer einzigen Person kein Problem, und es ist die persönliche Entscheidung eines jeden einzelnen. Sollten sich jedoch die 34 Millionen den Grossraums Tokyos dieser Fluchtbewegung anschliessen, wäre dies eine grössere Katastrophe, als das Erdbeben und der Tsunami.

    Die Evakuierung von sovielen Menschen ist nicht durchführbar, entsprechend wäre es bei einer solchen unkoordinierten Massenflucht nicht mehr möglich sich um die Menschen um das AKW und im Tsunami-Gebiet zu kümmern. Wenn Sie also dazu aufrufen aus Tokyo zu flüchten nehmen Sie es in Kauf das den Menschen die tatsächlich an Leib und Leben bedroht sind, die notwendige Hilfe nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann. Und Sie nehmen in Kauf das viele Menschen während diesem Massenexodus verletzt oder getötet werden.

    Natürlich Sie haben nur Tabibto dazu angehalten, die Stadt zu verlassen, aber hier gilt, warum nur Tabibito und nicht die anderen 34 Millionen ? Weil wir uns mit ihm verbunden fühlen ? Das tue ich, aber auch mit allen anderen Menschen die im Katastrophengebiet sind. Und das allerwichtigste; Tokyo ist nicht Katastrophengebiet, die Radioaktivität im Grosraum Tokyo rechtfertigt in keinster Weise eine Panik.

    Darum bitte, so lieb gemeint ihre Sorge, es ist nicht konstruktiv, und wenn man es genauer betrachtet auch nicht solidarisch.

    Die Japaner sind eine starke Gemeinschaft, sind besonnen und solidarisch, was sich gerade jetzt Eindrucksvoll zeigt. Und was immer die Zukunft den Japanern abverlangt sie werden damit zurecht kommen, davon bin ich fest überzeugt.

  • Sarah, die andere sagt:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich hier um zwei verschiedene “Sarahs” handelt. Ich bin diejenige welche, die Tabibito angeraten hat Tokyo zu verlassen und anschließend ihre Ausführungen nochmal klar gestellt hat.
    Die Sarah, welche Tabibito als Überzeugungstäter bezeichnet hat, ist eine andere!
    @Heydal:
    Wenn Sie meine Kommentare genauer lesen würden, hätten Sie gesehen, dass ich allen Menschen in Tokyo und natürlich Japan alles erdenklich Gute wünsche.
    Ich fühle mich nicht nur solidarisch mit Tabibito sondern auch mit allen anderen Menschen in Japan, ob Japaner oder sonstiger Nation.
    Ich habe eine zeitlang in Japan gelebt, also kommen Sie mir bitte nicht mit dem Kommentar ich wäre nicht solidarisch.
    Desweiteren halte ich Ihre Verallgemeinerungen à la “die Japaner sind so und so und wir sind anders deshalb sind wir schlechter, wir hätten hier schon Panik, Mord und Totschlag” für sehr schwierig. Sie konstruieren damit einen nur gedanklichen existenten Gegensatz bei dem man sich nur für schwarz und weiß entscheiden kann. Leider ist die Realität etwas komplizierter.
    Und wie schon an anderer Stelle gesagt: mir ist bewusst, dass die Evakuierung von Tokyo nicht möglich ist und dass eine Massenflucht kontraproduktiv ist.
    Der Aufruf war nur ein Ausdruck meiner Sorge. Und jetzt mal realistisch:
    Nur weil ich hier einem Blogger auf einer deutschsprachigen Seite gesagt habe er solle abhauen, wird keine Massenpanik statt finden. Es mag sein, dass Sie diesen Kommentar als unangebracht ansehen. Genauso unangebracht sehe ich aber Ihre Verallgemeinerungen über die deutsche Presse, Japaner, Deutsche und sonstiges.

  • Sarah, die andere sagt:

    @Heydal
    Ich verstehe auch insgesamt Ihre Kritik nicht. Ich soll entweder alle zur Flucht anhalten oder keinen, aber wegen der möglichen Massenpanik besser keinen? Abgesehen davon, dass ich gar nicht alle Menschen in Tokyo erreichen kann (schon wieder eine Verallgemeinerung von Ihnen), denke ich,
    a) wäre ich nicht die erste und auch nicht die letzte, die Leute dazu anhält. Das haben einige bestimmt schon von jemand anderem auch alles schon mal gehört.
    b) sind alle Menschen autonom und ich halte mich nicht für allmächtig, so dass alle Menschen willenlos meinen Anweisungen folgen.
    Also tun Sie bitte nicht so, als würde ich durch solche Aufrufe an eine einzelne autonome Person ganz Tokyo oder gar Japan ins Verderben reißen. Dieser moralischer Zeigefinger steht Ihnen nicht zu.

  • Sarah sagt:

    In der Antwort von Heydal liegt der Schlüssel, warum die Deutsche Botschaft schweigt, während andere Nationen ihre Staatsbürger inzwischen sogar mit Militärmaschinen abholen lassen.

    Die Antwort lautet: “Die Jacke ist mir näher als die Hose”. Solidarität mit aller Welt ist nicht möglich, aber dieser Blog-Betreiber spricht meine Sprache, es verbindet uns die gleiche Staatsbürgerschaft. Dieses gesunde Empfinden der Zugehörigkeit wurde uns Deutschen über Generationen gründlich aberzogen. Es gibt genug Berichte von Deutschen, die sich im Ausland von unserer Botschaft im Stich gelassen fühlten und nur mit Hilfe anderer Botschaften in Gefahrensituationen ausreisen konnten. Die Österreicher, die Schweizer und besonders die Franzosen sind daher in Notsituationen zu kontaktieren. Sie sind meist hilfreicher als unsere Diplomaten.

    Es ist nicht solidarisch, mit der Masse unterzugehen, nur weil nicht alle gerettet werden können. Das ist einfach nur dumm.

  • Julia sagt:

    @ Sarah (welche auch immer):
    Ich glaube, Sie verstehen das Problem nicht. Wenn jedem Menschen, der in Japan lebt, von irgendwem gesagt wird, er solle ausreisen, und das tatsächlich auch jeder tut, wie würde die Lage dann aussehen?

  • Sarah, die andere sagt:

    @Julia
    Nein, ich glaube Sie sehen das Problem nicht. Sie gehen von einem hochtheoretischen Gedankenkonstrukt aus!
    a)Es geht hier nicht darum mein Handeln für alle geltend zu machen à la Kantschem Imperativ, den Sie und Heydal annehmen.
    b)Es ist nicht möglich, dass jedem Menschen in Japan gesagt wird dass er ausreisen soll und alle das dann kollektiv auch tun! Sie unterschätzen oder sprechen den eigenen Willen eines jeden Menschen damit ab!!
    c)Sie überschätzen die Reichweite dieses Blogs maßlos!
    d)Ich habe mich nicht an alle Menschen in Japan gewandt und empfehle auch niemanden alle Menschen in Japan zur Flucht zu raten! Sie sehen doch schon in diesem Blog, dass das nicht geschieht!!!
    e)Ich habe mehrfach wiederholt, dass mir klar ist, dass man Tokyo nicht evakuieren kann und das eine Massenflucht auf jeden Fall ins größere Chaos führt.
    e)Ich habe bereits geäußerst, dass es mir leid tut, wenn ich Tabibito mit meiner Äußerung zu nahe getreten bin, denn schließlich ist er in dieser schwierigen Situation und nicht ich, und die meisten in diesem Blog auch nicht.
    f)Ich weiß nicht, warum sich alle hier über diese Äußerung so aufregen, es ist schließlich nur ein Blog in dem Menschen ihre Meinung kund tun und kein politisches Treffen auf dem wichtige Empfehlungen bezüglich der Vorgehensweise mit der Situation in Japan gegeben werden! Und auch kein Medium das sich meinungsbildend auf die gesamte Bevölkerung in Japan auswirkt!
    g)ES GIBT DOCH GAR KEINE MASSENFLUCHT MIT PANIK!!! Also hört auf sowas hier herauf zu beschwören! Von so einer Panikmache ratet ihr doch alle ab! Was wollt ihr also eigentlich?????

  • Saitama Lilie sagt:

    Ich kann gar nicht sagen wie daneben ich “Sarahs” Abschlusssatz finde. Ich verstehe sehr gut warum Sie das Problem das Julia anspricht nicht berücksichtigt. Hier gehts nur um äussere Merkmale, egal wie hanebüchen diese herbeigezogen sind.

    Werte Sarah, haben Sie sich vielleicht mal überlegt, das man auch als “Deutscher” mit deutscher Stattsbürgerschaft u.ä. offiziellem Padam sich trotzdem auch als ” Japaner” im Sinne von zu Hause sein verstehen kann? Damit wäre Solidarität möglicherweise besser zu verstehen. Die Gefühle und Entscheidungen von Menschen als dumm zu bezeichnen deren Hintergrund und Motive man nicht schwarz/weiss malen kann ist mehr als traurig.

    Aber ich bin ja auch nur “Überzeugungstäterin”, darum geniesse man mein Wort mit Vorsicht. (So sehr kann ich meine Augen nicht rollen wie ich möchte..)

  • Terry sagt:

    Was haben wir denn hier angerichtet?

    @Heydal
    du hast meine volle Zustimmung! Es funktioniert schon rein logistisch nicht, 34 oder 36 Mio Menschen zu evakuieren. Die Folge wäre mit Sicherheit eine Panik. Bei der Masse an Menschen ist dann nicht abzuschätzen, welches Ergebnis diese Panik hätte. Das Problem des Hilfeentszugs für den Norden hatte ich dabei noch gar nicht erkannt.

    Man kann an dieser Diskussion hier sehr gut die Darstellungen in Deutschland erkennen. Keiner kann verstehen, wie die Japaner mit einer quasi stoischen Ruhe die Katastrophe(n) und die Folgen ertragen. Es wird versucht aus dem eigenen empfinden die eigentliche logische Handlungskonsequenz abzuleiten und meint dann, da muss irgend etwas in Japan nicht stimmen.

    Wie man aber auch bei Tabibito erkennen kann, werden schon entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. Wer nicht unbedingt oder aus persönlichen Gründen im Gefahrenbereich bleiben muss, verlässt auch nach und nach diesen Bereich. Und die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren hier versucht keine Diskussion über die Richtigkeit irgendwelcher Energieversorgungssysteme vom Zaun zu brechen, sondern die Lage und ein angemessenes Verhalten zu analysieren.

    In Sachen Helfer möchte ich mich nicht wiederholen. Offensichtlich gab es Kommunikationsprobleme. Die Darstellungen des THW halte ich für nachvollziehbar. Wenn die Hilfe nicht nötig ist, konnte man dies doch auch darstellen und nicht meinen, dass Überlebende (nachvollziehbar) niht mehr zu finden sein werden. Und richtig ist auch, dass der Helfer zuerst an seine eigene Sicherheit denken muss, ansonsten läuft die Hilfe ins Leere.

    Matthi, du weisst am besten was du tust! Du hast die Infos, die du brauchst. Und ich glaube auch, du kannst dein Risiko am besten abschätzen.

  • Julia sagt:

    @ Sarah: Sie machen doch hier Panik. Und ich denke, Sie haben nicht einmal versucht zu verstehen, was ich sagen wollte.