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Zurück / 2010 – ein Abgesang

Dezember 31st, 2010 | Tagged , | 14 Kommentare | 734 mal gelesen

Gleich nach Weihnachten – bzw. nach dem deutschen Kalendar bereits am 2. Weihnachtsfeiertag – ging es mal wieder auf Tour. Dieses Mal wurde es eine fast reine Kulturreise: Es ging nach 伊勢 Ise (Präfektur Mie und Heimat des wichtigsten Shintō-Schreins – wobei sich der Nachsatz “Japans” erübrigt, denn Shintō wird (fast) ausschliesslich nur in Japan praktiziert), danach nach 高野山 Kōyasan in der Präfektur Wakayama – ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Zentrum des Buddhismus in Japan – anschliessend in die Stadt Wakayama, dann nach 彦根 Hikone (Präfektur Shiga) und zu guter Letzt nach 高山 Takayama in der Präfektur Gifu – eine alte Stadt, die von Kriegen nahezu komplett unversehrt noch viel vom alten Japan zu bieten hat.

Ein versöhnlicher Abschied mit dem Jahr 2010, und zahllose Stunden in diversen, meist lokalen Zügen liessen mal wieder genug Zeit, wie auch im vergangenen Jahr einen abschliessenden Blick auf das Jahr zu werfen. Ich bleibe mal bei den gleichen Kategorien wie im letzten Jahr:

Politik: War das grosse Zauberwort im Jahr 2009 noch change, so wäre in diesem Jahr wohl eher disillusion (Ernüchterung) angebracht. Es wird herumgeeiert, was das Zeug hält – statt Politik zu machen beschäftigt man sich scheinbar lieber mit sich selbst. Mit katastrophalen Folgen für die Wirtschaft und Aussenpolitik.

Wirtschaft: Die Wachstumsraten sind wieder positiv, aber am Rande von Stagnation. Der starke Yen macht der Wirtschaft zu schaffen, und japanische Firmen sind zaghafter denn je was das Einstellen von neuen Uniabgängern betrifft.

Beruf: Unverändert, nur mehr Arbeit als zuvor. Immerhin konnten wir uns aber zumindest ein bisschen stabilisieren. Leider bewahrheitet sich, was ich schon eine Weile im Verdacht hatte: In unserer Firma gibt es vier ausgemachte, besonders stressige Phasen: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.

Familie: Töchterchen wird übermorgen 4 und macht viel, viel Spass. Brüderchen ist unterwegs – und soll wohl Anfang Februar ans Licht gebracht werden. Mal sehen, wie Töchterchen damit zurecht kommen wird.

Reise: Weiss gar nicht mehr genau, wo Deutschland liegt. Irgendwo links am Kartenrand, glaube ich. Wieder nicht nach Deutschland geschafft – stattdessen ging es dieses Jahr (mal wieder) nach Südkorea sowie zu zahlreichen Orten in Japan.

Blog: In diesem Jahr gab es exakt 100 neue Beiträge mit 906 Kommentaren – beides weniger als im vergangenen Jahr. Grund dafür: siehe Beruf) und Familie). Trotzdem gab es mehr Seitenaufrufe (145’876 Seitenaufrufe – nur für den Blog, laut Google Analytics) mit einer unveränderten Verweildauer von gut 8 Minuten pro Besuch.

Um zum obigen Thema zurückzukommen – natürlich werde ich die neuen Reiseeindrücke später wieder ausgiebiger verarbeiten, aber hier schon mal eines der Highlights der jetzigen Tour:

Curry-Udon

 

Da ich mich bei all den anderen Photos (Vorschau siehe unten) nicht entscheiden kann, muss dass also als Höhepunkt herhalten: Eine dampfende Schale mit Curry-Udon. Gott weiss, wie oft ich in Japan schon Curry-Udon (Udon sind sehr dicke, weisse Weizennudeln) gegessen habe. Wenn’s nichts anderes gibt, flüchte ich mich oft in Ramen oder eben Udon, meist Curry-Udon. Aber diese Curry-Udon bei Chanpon in einer kleinen Gasse in Hikone haben mich vom Hocker gehauen: Das also kann man daraus machen! Das Fleisch dadrin ist japanisches Rindfleisch (hier: 近江牛 – Ōmi-Rind), das schwarze ist eine sehr würzige Sesampaste. Keinen Tropfen habe ich in der Schale gelassen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues – 2011 ist das Jahr des Hasen, was auch immer das bedeuten wird. Munter bleiben!

Wie angedeutet hier noch eine Vorschau auf die Photos der letzten Tour: Mit viel Sonne, viel Schnee und viel Kultur:

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