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Spiessrutenlauf am Morgen

Oktober 29th, 2010 | Tagged , , | 8 Kommentare | 649 mal gelesen

Fussgängerbrücke in Maihama

 

Seit einigen Monaten schon erlebe ich allmorgendlich das gleiche, amüsante Schauspiel: Aktionismus in Reinform. Worum geht es? Vor meinem Bahnhof gibt es eine lange, an den meisten Stellen sehr breite Fussgängerbrücke, die dort eine grosse Kreuzung über- und die Autobahn unterquert. Ein recht kompliziertes Gebilde mit drei Rampen: Die oben im Bild (der rote Faden ist mein Weg) führt nach beiden Seiten hin von der Brücke her abwärts und wird von Fussgängern und Radfahrern gleichermassen genutzt.

Eine Rampe vor dem Bahnhof endet in Treppen zum Bahnhofseingang, eine andere in U-Form abwärts – die ist für Radfahrer. Nun muss vor ein paar Monaten irgendein Pfiffikus in der Stadtverwaltung entschieden haben, dass es vielleicht besser wäre, Radfahrer absteigen zu lassen – oder zumindest jene zu bitten, abzusteigen. Dass sich für Radfahrer, und das sind die meisten, der meist ohnehin schon lange Weg zur Arbeit gleich noch mal um 10 Minuten verlängert, ist ja egal.

Nun zur Durchführung des teuflischen Plans: Unten (oben rechts im Bild) steht ohnehin schon seit einiger Zeit eine Barriere, bei der Radfahrer abbremsen müssen, und eine fesche Lampe mit Rundumkamera oben drin. An der Auffahrt steht dann Rentner #1, und sagt freundlich, man solle doch vorsichtig sein. Ist man oben angelangt, steht dort ein CD-Player, der einschläfernde Musik und subliminare Botschaften abspielt: “Lass uns doch das Fahrrad über die Brücke schieben. Lass uns aufeinander Rücksicht nehmen” usw. Man biegt auf die Brücke ein nach links, und schon steht CD-Player Nummer 2 dort. Die CD ist die gleiche.

Man fährt weiter, unter der Autobahn hindurch, und nähert sich der Rampe linkerhand. Dort die geballte Ladung: Rentner #2 sowie eine junge Polizistin (strafversetzt? Praktikum?). Letztere säuselt leise “Bitte vorsichtig fahren!”. Es geht die Rampe hinab, und auf der Hälfte, in der Haarnadelkurve, muss man aufpassen, nicht CD-Player Nummer 3 zu überfahren. 180-Grad-Wendung, und weiter unten steht Rentner #3: Bei nassen Untergrund ruft er schon von weitem zu: “Achtung, hier ist es rutschig!”. Recht hat er – ungebremst bei Regen in die 90-Grad-Kurve zu gehen ist… mutig, gelinde gesagt.

Ach ja, abends, wenn die ganzen Kaputten mit ihren bröckeligen Fahrrädern die gesamte Brücke ausmessen, weil sie nebenher mit ihren Handys Emails schreiben, Tetris spielen oder Fernsehen schauen, ist niemand da: Kein Rentner, kein CD-Player, keine Polizistin.

Einerseits bin ich natürlich froh, dass man nicht kurzerhand das Fahrradfahren dort verbietet. Andererseits – für psychisch labilere Zeitgenossen mit leichtem Hang zur Paranoia wäre diese Route sicher nicht zu empfehlen.

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Mit Japanisch spielen

Oktober 23rd, 2010 | Tagged , | 16 Kommentare | 746 mal gelesen

Ein bisschen beneide ich ja die “heutige Generation” wenn es um das Japanischlernen geht. Als ich 1996 anfing, Japanisch zu lernen, hatten wir lediglich die englische Ausgabe eines Japanischlehrbuches, herausgegeben von der Universität Nagoya. In Lektion 3 glaube ich tauchte dort ein 6-Schriftzeichen-Wortungetüm auf, welches da übersetzt etwas wie Krankenstation hiess. “Du liebe Güte, bis man das ausgeschrieben hat, ist man ja schon tot!” dachte ich damals. Als ich das Wort dann mal Monate später in Japan anbrachte, schaute man mich reichlich schräg an. Was soll das denn? Zu Krankenstation bzw. Krankenhaus sagt man nur “病院 – byōin” – nach einer kurzen Recherche stellte sich heraus, das jenes Wortungetüm nur an besagter Universität als Synonym für Krankenstation herhielt – das allgemein übliche, eigentlich doch recht wichtige Wort für Krankenhaus tauchte im ganzen Buch nicht auf.
Zu jener Zeit war es auch recht schwierig, an bezahlbare, gute Wörterbücher zu bekommen – oder an Sachen, die richtig Spass beim Lernen aufkommen lassen. Heute wird man dank Globalisierung, Internet und Japanisch-Boom regelrecht von Chancen erschlagen. Dazu zählt zum Beispiel das seit 2003 regelmässig frühmorgens und nachmittags im japanischen Fernsehen ausgestrahlte Programm “にほんごであそぼ” – “Lass uns mit Japanisch spielen!”. Die Sendung ist nur 10 Minuten lang, die Zielgruppe 4 bis 10 Jahre alt. Und eins muss man sagen: Die Sendung ist mit viel Bedacht und Liebe gemacht. Beispiel: Das folgende Lied, in dem 一より小さい数 – “Zahlen kleiner als 1″ geübt werden:

Sinn der Übung ist es, Wörter für sehr kleine Mengen zu lernen – wie 刹那 (setsuna – Augenblick) zum Beispiel, oder 塵埃 (jin’ai- Staub) usw. Nicht, dass das Wörter für 4-jährige Kinder sind, aber in der Schule später wird das sehr nützlich. Und es macht halt Spass, zuzusehen.
Das schöne an der Sendung ist auch der Bezug auf ältere Theaterformen in Japan – 狂言 Kyōgen (wörtlich: “verrückte Worte”) zum Beispiel oder 落語 Rakugo (wörtlich: gefallene Worte) – beides volkstümliche, komische (nicht im Sinne von “seltsam”) Theaterform. Ein Klassiker darunter ist 寿限無 – “Jugemu”:

(Hintergrund: ein Vater fragt einen Priester um Rat, wie er sein Kind nennen soll: Der Priester erzählt dies und das, nennt einige Beispiele, erwägt pro und contra und so weiter. Letztendlich kann sich der Vater nicht entschliessen, findet alles gut und nennt sein Kind einfach

寿限無、寿限無				Jugemu-jugemu
五劫の擦り切れ				Gokōnosurikire
海砂利水魚の				Kaijarisuigyo-no Suigyōmatsu
水行末 雲来末 風来末			Unraimatsu Fūraimatsu
食う寝る処に住む処				Kūnerutokoroni-sumutokoro
やぶら小路の藪柑子				Yaburakōjino-burakōji
パイポパイポ パイポのシューリンガン		Paipopaipo-paiponoshūringan
シューリンガンのグーリンダイ			Shūringanno-gūrindai
グーリンダイのポンポコピーのポンポコナーの	Gūrindaino-ponpokopīno-ponpokonāno
長久命の長助				Chōkyūmeino-chōsuke

Das wird dem Kind irgendwann beinahe zum Verhängnis, als es im See zu ertrinken droht und keiner den Namen richtig aussprechen kann…)
Fast alle japanischen Kinder können dieser Tage diesen kompletten Namen irgendwann auswendig (und vergessen ihn später wieder – meine 3-jährige Tochter macht da keine Ausnahme).

Wer Interesse an Japanisch und der Sendung hat – es gibt mehr Videos bei YouTube und anderswo, und in Japan auch die CD’s zur Sendung (mit Booklet, versteht sich). So macht doch Lernen richtig Spass…

Das Wort des Tages: siehe oben – 寿限無 Jugemu. Wörtlich: Grenzenloses Glück.

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Seikan-Tunnel bald nur noch Nr. 2

Oktober 16th, 2010 | Tagged , | 6 Kommentare | 544 mal gelesen

Meinen Glückwunsch an die Schweizer zum Durschlag im Gotthard-Basistunnel heute – einen Tunnel dieser Grössenordnung muss man erst mal planen und verwirklichen, und das sogar ganz mit ohne Proteste seitens der Bevölkerung! Die 57 km lange Verbindung wird damit auch den Titel des “längsten Tunnels der Erde” zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten nach Europa bringen.
Noch hält der 青函トンネル Seikan-Tunnel in Japan den Weltrekord: Das “sei” steht für das erste Schriftzeichen im Stadtnamen 青森 Aomori und das “kan” für das erste Zeichen der Stadt 函館 Hakodate. Jener ist immerhin knapp 54 km lang; darunter gute 23 Kilometer unter dem Meer.

Im neuen Gotthard-Tunnel soll es zwei Nothaltestellen für die Eisenbahnen geben – auch im Seikan-Tunnel gibt es zwei Bahnhöfe: 竜飛海底 (Tappi-Meeresgrund) und 吉岡海底 Yoshioka-Meeresgrund. Die waren eigentlich früher auch als Nothalt gedacht, aber jetzt halten sogar Züge dort und man kann durch ein paar Katakomben laufen (im Falle von Tappi kann man sogar bis nach oben gehen – nein, man kommt nicht am Meeresboden raus).

Eine Fahrt durch so lange Tunnel im Zug kann ich nur jedem mit Schlafstörungen empfehlen – ich bin bisher drei Mal durch den Seikan-Tunnel gefahren, immer am hellichten Tage, und jedes Mal hatte ich mir vorgenommen, wach zu bleiben, um zumindest einen der Bahnhöfe zu sehen: Vergeblich. Aber dafür gibt’s ja YouTube:

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Unser Kaiser ist der Beste oder – Abgründe, Teil soundso

Oktober 12th, 2010 | Tagged | 8 Kommentare | 686 mal gelesen

Zeitung nur für Japaner

 

Es landet ja vieles bei uns im Postkasten – oft hat es etwas mit völlig überteuerten Pizzen, ebenfalls teuren (ob überteuert, weiss ich nicht) Hausbesuchen seitens ganz diskreter Damen, irgendwelchen Immobilien oder schlichtweg mit Rechnungen zu tun. Was ich dieses Mal im Briefkasten fand, war mir neu: Ein beidseitig bedrucktes Blatt im Zeitungsdesign mit dem klangvollen Namen “Kagayake Kirameke Nihonjin Shinbun” “Erleuchte, Erstrahle Japaner Zeitung” (die Übersetzung des Titels erfolgt bewusst im schlechten, zweideutigen Deutsch, denn so ist der japanische Titel auch mehrfach interpretierbar).
Angeblich ist es die vierte Ausgabe der “Zeitung”, herausgegeben vom “Kagayake Nihonjinkai (Erstrahle Japaner-Verein) – über die man aber nichts offizielles im Web findet. Die nicht gerade professionell erstellte Zeitung strotzt freilich nur so von nationalistischem Gedankengut – gespickt mit kleinen Karikaturen. Das ganze richtet sich hauptsächlich gegen die Verfassung (die quasi komplett von den Amerikanern nach dem Krieg geschrieben wurde), gegen die Bildung in Japan (die angeblich Japan in ein schlechtes Licht rückt) und die Wortwahl ist recht unmissverständlich.

Wer hat den längsten?

 

Beinahe unterhaltsam fand ich allerdings die Argumentationskette, die da zum Schluss kommt, dass der japanische Kaiser der mächtigste Mann auf Erden ist (siehe Ausschnitt links): Er ist machtvoller oder gleichzusetzen mit dem Papst – darunter erst kommt dann der gemeine Pöbel: Queen Elizabeth II, der amerikanische Präsident und darunter all die Ministerpräsidenten. Wer den QR-Code einliest, landet dann bei einem Video auf You Tube: Dort kann man zur besten Rambo III-Musik den wasserfesten, stichhaltigen Beweis für diese kühne These sehen. Sehr überzeugend.

So etwas gibt es freilich überall. Interessant ist allerdings, was man so liest, wenn man über diese Zeitschrift im Web sucht: hier fragt zum Beispiel jemand, ob jemand weiss, wer hinter dieser Zeitung steckt. Einzige Antwort: “Vielleicht in Japan lebende Koreaner, die damit ein gegenteiliges Ergebnis erzielen wollen”. Ist klar! Mir fiel es wie Schuppen aus den Haaren.

Das Wort des Tages: 輝く kagayaku. Erleuchten, funkeln, glitzern, erstrahlen.

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Morsezeichen aus dem Badezimmer

Oktober 11th, 2010 | Tagged | 8 Kommentare | 544 mal gelesen

Es gibt gewisse Errungenschaften der Zivilisation, auf die man nicht mehr verzichten möchte. Das Handy will ich da als Beispiel lieber nicht aufführen… aber ich komme realistischerweise nicht drumherum. Hier ist aber die Rede einer anderen, ich vermute mal recht japantypischen Erfindung, da diese exakt auf die Badegewohnheiten in Japan zugeschnitten ist: Die Kontrolleinheit in japanischen Badezimmern.
Aber da sollte ich vielleicht etwas ausholen: Japanische Wohnungen sind meistens recht klein, und die Badezimmer winzig. Von traditionellen Häusern mal absehen, sind die Badezimmer oft komplett mit Plastik verkleidet – darin findet man eine Mini-Badewanne und noch mal genauso viel Platz zum Duschen. Das Badezimmer ist oft keine 4 m² gross – dafür werden aber oft (nicht immer!) Toilette, Waschbecken + Waschmaschinenstellplatz und das eigentliche Badezimmer getrennt.
Zudem badet man in der Regel in klarem, heissem Wasser – nachdem man sich gewaschen hat. Dementsprechend füllt man die Badewanne als Familie nur ein Mal – alle baden im gleichen Wasser (da sich ja alle vorher gewaschen haben). Das regte natürlich hiesige Firmen an, praktische Geräte zu erfinden: Eine Kontrolleinheit, mit der man die komplette Wasserheizanlage nebst an die Badewanne angeschlossene Umwälzpumpe kontrollieren kann. Das geht dann so: Füllmenge (natürlich visuell klar dargestellt) und gewünschte Temperatur einstellen – und warten, bis eine freundliche Stimme erklärt, dass die Wanne jetzt fertig ist. Oder – was noch wichtiger ist: Frau und Kind baden irgendwann abends und lassen das Wasser in der Wanne. Wenn Mann dann spätabends von der Arbeit wiederkehrt, drückt man den おいだき (Oidaki)-Knopf und die Umwälzpumpe erwärmt das Bad bis zur eingestellten Temperatur.

Mäusekino im Badezimmer: Die Gasheizungsfernbedienung

 

Theoretisch ist das umweltfreundlich – man muss nicht das Wasser ablaufen lassen und neu einfüllen. Praktisch gesehen ist es wahrscheinlich nicht umweltfreundlich – ohne das Gerät verzichtet man wahrscheinlich häufig auf das Bad und belässt es beim Duschen – so aber lockt gerade in den kalten Wintermonaten die heisse Wanne.

Eine ähnliche Einheit hängt übrigens oftmals in der Küche, wo man die Wassertemperatur für das heisse Wasser in der Küche einstellt. Die Geräte “kommunizieren” miteinander. Dazu gibt es nicht selten auch einen “呼び出し”-Knopf – wenn man den im Bad drückt, bimmelt das Gerät in der Küche. Das kann man freilich prima zur Kommunikation benutzen – ein Mal drücken: “Schatz, kannst Du mir bitte ein kaltes Bier ins Bad bringen” – zwei Mal drücken “Du, Schatz, das ganze Bier und das heisse Wasser hier vertragen sich heute irgendwo nicht so gut – könntest Du mich bitte aus dem Badezimmer abholen?” oder so. Der Phantasie sind da wahrscheinlich keine Grenzen gesetzt.

Das Wort des Tages: 給湯器 kyūtōki – geben – heisses Wasser – Gerät: der Boiler.

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Das Ende der Homöopathie in Japan

Oktober 6th, 2010 | Tagged , | 10 Kommentare | 732 mal gelesen

In letzter Zeit liest man des öfteren über Homöopathie in Japan – allerdings nichts Gutes. Auch in Japan hatte diese Art der Behandlung ihre Anhänger – auch unter Medizinern. Homöopathie besagt, dass eine Krankheit dadurch heilbar wird, indem man Mittel verabreicht, die bei gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen würde wie bei der Krankheit üblich. Dabei werden die Wirkstoffe in der Regel nach einem gewissen Schema verdünnt. Der deutsche Artikel in der Wikipedia zur Homöopathie fasst Meinungen zum Thema kurz und trocken so zusammen:

Das Hahnemann’sche Ähnlichkeitsprinzip (=die Homöopathie, der Autor) ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die behauptete selektive Steigerung erwünschter Wirkungen durch die rituellen Prozeduren des Potenzierungsverfahrens widerspricht naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Nun bin ich zu wenig vom Fach, um das ganze objektiv beurteilen zu können. Sicher, das Wirkungsprinzip klingt schon nach einer grossen Spur Hokus-Pokus, aber das soll nichts heissen. Persönlich finde ich es allerdings immer wieder faszinierend unlogisch, wie manche Zeitgenossen nur allzu gern von den positiven Effekten natürlicher Substanzen im Gegensatz zu den bösen Eigenschaften künstlicher Substanzen reden – es dürfte der Gesundheit aber im allgemeinen abträglich sein, wenn man zu viel am Fingerhut lutscht oder etwas mehr vom Fliegenpilzwodka in sich hereinschüttet. Egal – kommt alles aus der Natur, muss also gut sein.

Um zum Thema zurückzukommen: Im vergangenen Jahr starb ein kleines Mädchen wenige Tage nach der Geburt in der Präfektur Yamaguchi. Das gesundheitliche Problem hätte sich mit Verabreichung von Vitamin K leicht lösen lassen können, doch die Hebamme vor Ort entschied sich dagegen und stattdessen für ein homöopathisches Mittel. Mit besagtem Resultat. Das trat eine Zahl neuer Forschungsprojekte und Diskussionen los – bis in dieser Woche der Vorsitzende des Wissenschaftsrates Japans (日本学術会議) Kanazawa Ärzte in Japan vor der Homöopathie warnte und die Methode mit 荒唐無稽 (kōtō mukei) betitelte – das bedeutet so viel wie Nonsens. Viele Ärzteverbände schlossen sich dem Aufruf an – das zusammen mit der von den Medien geprägten Meinung dürfte dieser Methode in Japan quasi den Garaus machen.

Das Wort des Tages: 漢方 kanpō. Der “chinesische Weg” – die chinesische, traditionelle Heilkunde. Schon immer und ununterbrochen sehr beliebt in Japan – keine Modeerscheinung wie etwa die Homöopathie.

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Zigaretten ab heute um ein Drittel teurer

Oktober 1st, 2010 | Tagged , | 13 Kommentare | 1081 mal gelesen

Es wurde schon vor etlichen Monaten beschlossen – und ab heute, dem 1. Oktober 2010, ist es so weit: Die Zigarettenpreise steigen ab heute um ca. 30% – vorher kostete eine Packung (20 Zigaretten) im Schnitt zwischen 300 und 340 Yen, ab jetzt hingegen zwischen 410 und 460 Yen. Global denkende Raucher können trotzdem nicht meckern, denn im Vergleich zu anderen Industriestaaten sind die Preise noch eher human. Politiker diskutieren jedoch bereits über eine weitere Erhöhung irgendwann im nächsten Jahr. Begründung: Explodierende Gesundheitskosten (nein, nicht bei Rauchern sondern im Allgemeinen – die meisten japanischen Raucher paffen sowieso nur ganz kurz an den Glimmstengeln und drücken sie dann halbfertig wieder aus).
Der Trend, Rauchern den Dampf zu nehmen, nimmt ohnehin seit Jahren zu – während man aber anderswo versucht, Raucher auf die Strasse zu drängen, versucht man in Japan, zumindest in den Städten, die andere Richtung: Rauchen im Freien zu verbieten. Sonst könnte ja noch die schöne, klare, saubere japanische Großstadtluft verpestet werden…

Das Wort des Tages: 値上げ neage. Preis-steigen. Die Preissteigerung – die ist momentan eigentlich eher anachronistisch, da in Japan mal wieder Deflation herrscht. Vor allem bei den Gehältern…

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