Rekordsommer und was so dazugehört

September 2nd, 2010 | Tagged | 14 Kommentare | 3390 mal gelesen

Jetzt ist es laut JMA (気象庁 – Japanese Meteorological Agency) also amtlich: Dies ist der heisseste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1898 – die Temperaturen lagen zwischen Juni und August im Landesschnitt 1.61 Grad über dem Durchschnitt. Einen grossen Anteil daran hatte der Monat August – vielerorts, so auch in Tokyo, lag die Temperatur knapp 3 Grad über normal, und 3 Grad sind eine ganze Menge: Seit Wochen regnet es nicht, die Tagestemperaturen liegen permanent bei 35 und die Nachttemperaturen bei 27 Grad. Gemessen in 1 m Höhe über einer bewachsenen Freifläche, versteht sich. Mit anderen Worten: Es ist unerbärmlich heiss, und noch immer ist kein Ende in Sicht.

Na mein Kleiner, hast du dich verlaufen?

 

In den Medien tauchen im Zusammenhang mit dem Sommer auch immer neue, weniger appetitliche Nachrichten auf: So befinden sich wohl sonst eher weiter südlich angesiedelte Kakerlakenarten auf den Vormarsch gen Norden – darunter die bis 5 cm langen Wamon-Kakerlaken (jene sind recht angriffslustig und fliegen auch nicht selten) sowie die bis 4 cm langen Satsuma-Kakerlaken. Schon gewusst, dass einige von denen bis zu 1.5 m pro Sekunde zurücklegen können? 5 cm – das berechtigt beinahe eine Ausweistragepflicht!

Die Hitze scheint den Tieren wirklich gut zu bekommen. In unserer alten Wohnung hatten wir seit Einzug 5 Jahre lang Ruhe vor den Viechern – keine einzige haben wir zu Gesicht bekommen – aber Anfang August tauchten gelegentlich welche auf (und zwar zwei Tage, nachdem die Mieter über uns ausgezogen waren…Zufall!?). In der neuen Wohnung haben wir noch keine gesehen, wohl aber im untersten Stock neben der Treppe. Umziehen hilft übrigens bei Kakerlakenplage selten weiter: Hat man wirklich häufig solche Tiere in der Wohnung, ziehen jene meistens mit – in Form von Eiern, an Kleidung, Taschen, Tüten usw. usf.

Das Wort des Tages: 繁殖する hanshoku suru. Sich vermehren, sich ausbreiten.

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14 Responses to “Rekordsommer und was so dazugehört”

  • Ugh… auf Hainan hatte ich ähnliche Probleme, denn die beschriebenen Temperaturen sind dort quasi Alltag das ganze Jahr über. Es hilft allerdings höher als im 10. Stock zu wohnen. Meine erste Wohnung dort war im 4. Stock und nach einer Weile hatte ich mich mit diesen „Mitbewohnern“ arrangiert. Hab ihnen Namen gegeben und wir lebten in friedlicher Harmonie. Als ich dann nach paar Monaten in das 11. Stockwerk umgezogen bin, hatte ich nie wieder auch nur einen Mitbewohner dieser Art… ist aber schon eine Plage…

    Hier in Schottland kommt eigentlich nur die kleine Art „Blattella Germanica“ vor – relativ harmlos, aber wir haben hier ja auch keine Tropenhitze ;- )

  • Christian sagt:

    Den lustigen Genossen oben haben wir diesen Sommer ungefähr 10 Mal in der Wohnung gehabt. Zum Glück konnte bisher keiner der Eindringlinge fliegen, oder hat zumindest keine Anstalten dazu gemacht. Auf dass ihr noch lange von den Biestern verschont bleibt!

  • Michael sagt:

    Pssst Tabibito es sind 2m über Freifläche, bevorzugt Rasen ;)
    Beton etc. gilt als ungünstig Werteverfälschend. Aber ist schon klar das in der Sahara und Antarktis das nicht erfüllt werden kann ;)

    Zu Kakerlaken, in meinen Wohnungen in denen ich lebte, hatte ich einmal eine. Falle Aufgestellt und Ruhe war.
    In allen anderen wurden trotz präventiven Fallen nie welche gesehen.
    Dafür hatte ich vor 2 Wochen eine Freundin in Schockstarre, weil an der Decke ein ca. 7 cm Mukade (Tausendfüßler) hatten, gefangen rausgeschmissen und gut ist. Nein, sein Partner tauchte nie auf um ihn zu rächen. ;)

    Im Garten haben wir Schmetterlinge, Ameisen, Libellen und Eidechsen (sehr hübsche mit blaumetallic Schwanz)

  • Michael sagt:

    @miriam
    Globale Erwärmung ist Urban Mythos von Forschern in die Welt gesetzt die nix besseres zu tun haben.
    Genauso wie damals der „Green House Effect“ vor 20 Jahren.
    (pssstt für alle ohne funktionierenden Ironiedetektor, das ist sie!;) )

    Zu der Wohnung wo ich mal Kakerlakenbefall hatte, das war im 3ten Stock in so einen billigen Massenunterkunft wo die Bude 6 Tatami groß war.
    War sowas wie ein „Guesthouse“.
    Nie wieder, Selten soviel Dreck gesehen!

    Einmal sah ich eine Kakerlake in einem McDonalds, 2cm gross und lief direkt ueber meinen Tisch, danach war ich satt bevor ich angefangen hatte zu essen.

  • u.n sagt:

    „… darunter die bis 5 cm langen Wamon-Kakerlaken (jene sind recht angriffslustig und fliegen auch nicht selten) sowie die bis 4 cm langen Satsuma-Kakerlaken. …“

    Na, da läßt sich doch bestimmt ein Rezept zu finden, oder!?…

  • Coolio sagt:

    Da hat man so eben alle Spambots rausgefiltert und dann kommt Miriam mit dem Link auf ihren „Gartenfickelshop“. Liebe Miriam, geht es dir so schlecht, das du ausgerechnet in einem in Japan angesiedelten Blog deinen Ramsch verticken musst? Noch dazu haben die meisten in Japan ansaessigen Leser ueberhaupt keinen Garten und wenn, dann stellen sie bestimmt keine Gartenfackeln auf um mit dem Licht noch mehr Drecksviecher anzulocken als eh schon rumschwirren. Apropos Klimawandel: Das Drecksoel in deinen trashigen Fackeln haut mehr Schadstoffe raus als ein SUV auf der Autobahn…..

  • Tobey sagt:

    Zum Thema Klimawandel:
    Es gibt keinen durch CO2 verursachten und vom Menschen gemachten Klimawandel!

    Zum Thema Kakerlaken:
    IHHHHHH!!!!!!!!
    Dann doch lieber Spinnen xD

  • Anonymous sagt:

    Kakerlaken sind nachtaktiv sie bevorzugen dunklen Lebensraum. Sie nicht zu sehen heißt noch lange nicht sie nicht zu haben.

    Bei Mietwohnungen so sie denn nicht neu erbaut sind ist die Wahrscheinlichkeit die Tierchen zu beherbergen ohne es zu wissen ziemlich groß. Selbst ein Kammerjäger bringt nur begrenzten Erfolg wenn die Tiere noch in der Nachbar Wohnung weiterhin zu hause sind ist es nur eine frage der Zeit bis sie ihren Lebensraum ausweiten.

    Nah dann gute Nachtruhe und immer schön den Mund zulassen ;-)

  • Spokekiller sagt:

    Aufgrund Migrationsabsichten nächstes Jahr just eben das Thema Kakerlaken mit meiner in Kobe aufgewachsenen Frau gehabt. Die erzählte mir von mittlerweile raffiniert erdachten Giften, die dummerweise so stark sind, dass sie auch für Menschen lebensgefährlich sind (jaja, die Nervengifte usw.).
    Sie sagte diese arbeiten mit Kaskadenffekt, töten also erst nach einiger Zeit und da Kakerlaken gerne ihre toten Kumpels verspeisen erwischt es die dann mit und so könne man laut Hersteller auch größere Bestände der Gammastrahlungsresistenten Biester abmurksen. Ähnlich der in Deutschland genutzten Rattenkiller.
    Die Japaner mit denen ich Kontakt habe, denen ist das Zeug aber nicht geheuer.
    Nichtsdestotroz einmal von den Schwiegereltern und einem Kumpel in Okinawa eingesetzt … die Viecher hat man nie wieder gesehen (auch im Dunkeln nicht! LOL).
    Bin sonst zwar sehr resistent, aber bei Kakerlaken hörts bei mir echt auf. Einer der wenigen Abtörner (neben der Mörderhitze) beim Gedanken an den Umzug.
    Gruß Mike

  • Peter sagt:

    So Viehch Zeugs ist schon was ekelhaftes. Hier in Bayern haben wir zum Glück nur die kleinen Verwandten von diesen Monster-Dingern. Brr… Mag mir gar nicht vorstellen wie es mir die Haare aufstellen würde, wenn mich so ein Teil anspringt.

    Bei Danny Choo habe ich zu dem Thema einen netten Artikel gelesen: http://www.dannychoo.com/post/en/25734/Japan+Insect+Repellent.html#featured-article

    Dosen, die man mit Wasser flutet, welche dann in Form einer Rauchsäule ein Insektengift absondern. Laut Danny muss man einfach eine Stunde das Haus verlassen und nachher gut lüften – Problem gelöst.
    Aber allein bei dem Anblick der Dose und des Rauchs werde ich schon ein wenig stutzig. Vor allem, weil ich so was in unseren Läden noch nie zu Kaufen gesehen hab. Glaube, der EU-Gesundheitsminister würde einen epileptischen Anfall bekommen, wenn das Papier zur Zulassung dieses Mittels auf seinem Schreibtisch landet ^^

    Würde mich trotzdem interessieren, ob das Zeug so gut wirkt – und ob es tatsächlich so wenig ‚bleibende‘ Folgen gibt…

    Wie dem auch sei – ich hoffe, dass Du von den Viehchern auch weiterhin wenig zu sehen bekommst und die chemische Keule gar nicht erst auspacken musst!

  • みょ sagt:

    Was für ein Kontrast zu Deutschland :(

    „So nass wie in diesem Jahr war der August in Deutschland noch nie. Pro Quadratmeter fielen im Durchschnitt rund 160 Liter Regen – der Mittelwert liegt bei 77 Litern.“

    An einen menschengemachten ( geschweige denn von Menschen aufhaltbaren) Klimawandel glaube ich übrigens auch nicht.

  • Michael sagt:

    Gokiburihaeuschen sind seeehr effektiv! Und niedlich sind sie auch.
    Wichtig ist auch potentielle Schlupflöcher zu vermeiden.
    Ach so, übrigens fühlen sich die Jungs selbst IN Mikrowellenoefen wohl.
    Wie gesagt diese Haeuschen an strategisch günstigen Stellen in der Bude aufgestellt und gut ist.
    In der einen Bude hatte ich in der ersten Nacht 8 erwischt damit und die ausgeworfenen Eier dazu. Danach nahm es exponentiell ab.

    Und da ich auch nachtaktiv bin ist das kein Problem mit dem sehen ;)

    Man muss sich nur an ein paar Grundregeln halten um die Wohnung „unattraktiv“ zu machen.

  • Anonymous sagt:

    @Peter
    Ja, die Dinger kenne ich auch. Wir hatten auch überlegt, das in der neuen Wohnung vor dem Einzug mal zu machen. Haben es dann aber doch sein lassen – zum einen, weil wir gehört haben, dass es nichts bringt, solange nicht alle im Haus das Gleiche machen (sonst ziehen die Viecher nur um und kommen bald wieder). Zum anderen, weil wir uns nicht vorstellen können, dass das gut sein kann für Kleinkinder und Schwangere – und beides haben wir in der Familie.

    @Michael
    „Gokiburihaeuschen sind seeehr effektiv!“ – echt? Also die Viecher in Kanto scheinen sich gut damit arrangiert zu haben! Wir hatten die auch mal aufgestellt. Mit dem Ergebnis, dass die Viecher die Häuschen einfach als Versteck benutzt haben! Kaum entfernte man sich, kamen sie wieder raus! Ein Gokiburihäuschen im wahrsten Sinne des Wortes!
    Das mit den Grundregeln, um die Wohnung unattraktiv zu machen, ist zwar richtig. Aber ich glaube, das hängt auch vom Umfeld (benachbarte Wohnungen) ab – mit etwas Pech schaut dann doch gelegentlich mal eine vorbei. Ich habe diesen Sommer 4 gezählt – und erlegt. Mehr nicht. Sehr wohlgefühlt haben sie sich scheinbar also nicht.

  • Michael sagt:

    @Tabibito
    Echt? Die Klebefläche in den Häusern die ich nutzte war „mörderisch“ (pun intended) also mein Finger musste schon etwas Kraft aufwenden um loszukommen. Ich weiss nicht ob das ne Kakerlake schafft. Aaaaber es gibt ja unterschiedliche also man weiss nie.. ;)

    Zu der Umgebung, da hast du 100% recht! Man kann sich noch so bemühen wenn die Nachbarn das konterkarieren.
    Wie in dem „Guesthouse“ wo ich das Problem hatte.

    Insofern finde ich deinen Umzug oberhalb eines Restaurant mutig ;)

    Mein Bruder in seiner Zeit als Radio&Fernsehtechniker, sollte mal den Hifi-Turm in einem Restaurant reparieren.
    Er schraubt die Abdeckung auf und auf einmal sah er nur ein dunkles/braunes gewusel.

    BTW die Kakerlaken hatten auch die Isolierung von Kabel gefressen bis die Anlage „aufgab“.
    Bon Appetite