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Das Ende der Untertitel?

August 31st, 2010 | Tagged , | 9 Kommentare | 591 mal gelesen

Was ich schon immer in Japan sehr erfreulich fand, war die Angewohnheit der hiesigen Inselbewohner, Filme lieber im Original anzusehen und nicht synchronisiert. In Kinos, im Fernsehen, auf Video – so ziemlich alles konnte man damals (oftmals ausschliesslich) im Originalton sehen. Wer so etwas in Deutschland machen wollte, musste entweder den Film im Ausland besorgen oder Arte schauen.
Das Lesen der Untertitel auf Japanisch – man schaut ja auf die Untertitel, ob man will oder nicht, erwies sich zumindest für mich auch als formidable Art und Weise, die japanische Schrift zu üben.

Laut Kyōdō News, einer Nachrichtenagentur, scheint der Trend allerdings in letzter Zeit zur synchronisierten Fassung zu gehen – Filme wie Avatar oder Alice in Wonderland wurden demzufolge zu 40 bzw. 60% der Kinobesucher lieber in der synchronisierten Fassung gesehen als mit Untertiteln. Zum einen lag es wohl daran, dass sich Untertitel in 3D schlechter lesen lassen, zum anderen laut Aussagen vieler Kinogänger aber auch daran, dass sie das Lesen der Untertitel als schwer und/oder lästig empfinden.

Persönlich bin ich überhaupt kein Fan von japanischen Synchronfassungen. Jene sind zwar nicht so schlimm wie z.B. Die russischen (wo ein einziger Sprecher monoton alle Rollen durchsynchronisiert – aber vielleicht hat sich das ja gebessert), aber die Regeln bei der japanischen Synchronisation sind mir zu starr und die Versuche, z.B. breitgezogenes amerikanisches Englisch auf Teufel-komm-raus ins Japanische zu übertragen zu mühselig. Im Japanischen gibt es ja eine sogenannte Frauensprache – und die wird z.B. Bei der Synchronisation hier aufs derbste strapaziert: Da sieht man im Film, wie gerade eine 200 kg schwere Emanze einem armen Männchen das dritte Bein langzieht, aber Madam garniert in der japanischen Synchronisation das Ganze mit einem herzallerliebsten Geflöte in japanischer Frauensprache, nach dem Motto “und danach werde ich Dich vierteilen, mein Liebster” – das ganze natürlich in hoher, halb erotischer Stimmlage.

Japanische Untertitel muss man allerdings auch mögen: Denen zu folgen erfordert einige Übung dank des Schriftzeichensalats – doch so wie unsereins Sätze überfliegen kann, indem man nur den ersten und letzten Buchstaben und die Länge des Wortes erfasst, ertappt man sich bei japanischen Untertiteln schnell dabei, dass man eigentlich nur die Schriftzeichen bewusst liest – und das dazwischen eher erahnt, ohne es wirklich zu lesen.

Das Wort des Tages: 吹き替え “fukikae”. Wörtlich: “blasen” und “wechseln”. Die Synchronisation (bei Filmen). Ach ja – bei DVD’s gibt es, zumindest bei Filmen der bekannteren Sorte – eigentlich immer eine synchronisierte Fassung neben der Originalfassung.

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