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Todesursache: Öhmm….

August 25th, 2010 | Tagged , | 3 Kommentare | 483 mal gelesen

Es gibt Zeitungsmeldungen, bei denen man nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll. Darunter zählte eine Meldung in der Japan Times von heute, die einen heißen Kandidaten für den Darwin-Award vorstellte. Hauptfigur war allerdings nicht besagter Kandidat, sondern die arme Person, die ersteren zuletzt gesehen hat: Da wurde gestern ein 63-jähriger LKW-Fahrer festgenommen, da er Fahrerflucht mit Todesfolge begangen hatte. Tatort: Eine Landstrasse in Gunma, nördlich von Tokyo. Zeitpunkt: Irgendwann nächtens. Das Opfer: Ein JET-Englischlehrer aus Irland, welcher seit einem Jahr in der Region vornehmlich an Grund- und Mittelschulen Englisch unterrichtete. Zustand des einsam auf der Strasse nachts herumlaufenden Lehrers: Nackt, sich Alkohol in den Rachen gießend.

Der arme Fahrer entgegnete wohl beim Polizeiverhör, dass er es nach dem Unfall mit der Angst zu tun bekam und deshalb Fahrerflucht beging. Irgendwo nachvollziehbar, wenn auch nicht ganz korrektes Verhalten.

Nun gut, bei den jetzigen Tiefsttemperaturen knapp unter 30 Grad ist der Zustand des Lehrers auch irgendwo nachvollziehbar, aber es ist schon makaber, dass da der örtliche Englischlehrer nachts den Pöter blank zieht, und sich auf Landstrassen nachts zuzieht…. Die armen Verwandten. als Todesursache mag man ja einiges irgendwie verkraften, aber das….

Es gibt übrigens Politiker, die seit einiger Zeit nach der Abschaffung des JET-Programms (Japan Exchange and Teaching Program) rufen – aus Kostengründen angeblich. Durch das JET-Programm kommen alljährlich tausende, meist englischsprachige und meist Englisch-Lehrende aus dem Ausland nach Japan – dort werden sie dann über das ganze Land bis in die tiefste Provinz hinein verteilt – quasi “To boldly go where no man has gone before”. So kommt auch der entlegenste Weiler in Japan in den Genuss eines Quotenausländers, und das muss nicht unbedingt schlecht sein – vorausgesetzt, der Ausländer läuft nicht nachts sturzbetrunken und splitterfasernackt durch die Gegend.

Das Wort des Tages: ひき逃げ hikinige. “hiki” = überfahren, “nige” = flüchten. Zu deutsch: Fahrerflucht.

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