iPad – Lust & Frust

Mai 28th, 2010 | Tagged , | 17 Kommentare | 97454 mal gelesen

Morgen ist es also soweit – das iPad wird ab dann in Japan erhältlich sein. Ab 48’800 yen, also 400 Euro, ist man dabei. Bei uns laufen seit einer Woche dementsprechend auch die Maschinen auf Hochtouren, denn morgen wollen wir einen für den japanischen Markt konzipierten „Reader“ für den iPad herausbringen. So weit, so gut. Heute noch einmal den ganzen Tag dran gearbeitet, bis alles gut aussah und die Anwendung so lief, wie sie laufen soll.

Schnell noch mal bei diversen Stellen nachgelesen, was andere so über das Einreichen einer iPad-Anwendung bei Apple so durchlebt haben – und plötzlich stiess ich da auf einen Kommentar, der besagt, dass Anwendungen, die sich beim Gerätedrehen nicht mitdrehen, abgelehnt werden. Oha. Wie jetzt. Alles ist komplett auf Hochkant getrimmt und sieht nur so bestens aus – und das soll nicht mehr reichen? Au weia. Nochmal die Anleitungen von Apple durchgescannt, und siehe da – es steht dort klipp und klar: „Mit wenigen Ausnahmen sollten alle Anwendungen sowohl bei vertikaler als auch bei horizontaler Stellung funktionieren“. Ja, das ist doch mal eine klare Feststellung! „Mit wenigen Ausnahmen“! „Sollten“! Hallo? Ich bin eine Ausnahme, was soll ich tun?

Wie auch immer – man darf gespannt sein, welche Umsatzzahlen das iPad im technikbegeisterten und markenbewussten Japan erreichen wird. Seit ein paar Wochen kann man ja schon aus den USA importierte iPad für gute 70’000 Yen kaufen, und neulich stand doch da auch just ein Poser neben mir in der U-Bahn, der freudestrahlend mit seinem iPad spielte… und zwar Mahjongg. Na, das nenne ich doch mal gut angelegtes Geld! Ob er mit dem vor Verkaufsbeginn ergatterten Gerät mehr Chancen bei Frauen hatte?

Das Wort des Tages: 威張る ibaru. Auf Deutsch: angeben, protzen.

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17 Responses to “iPad – Lust & Frust”

  • Martin sagt:

    Ihr arbeitet heute noch an einer iPad-App, die morgen erscheinen soll? Habt Ihr einen besonders guten Draht zu den «App Store»-Zwergen?

  • Anonymous sagt:

    Nee, (leider) nicht. Wird schon, wie meistens, eine knappe Woche dauern, bis das Ganze auch wirklich erhältlich ist.

  • Michael sagt:

    Soweit ich weiss werden Anwendungen abgelehnt, die sich nicht umdrehen lassen (also hochkant bitte in beide Richtungen oder quer in beide Richtungen). Hochkant und quer muss nicht sein.

  • Stefan sagt:

    Das iPad in Japan ist ja richtig günstig im Vergleich zu Europa. Bei uns hat man den Dollarpreis irgendwie 1:1 in Euro übernommen.

    Gibt es in Japan eigentlich noch nichts Vergleichbares zum iPad? Hätte vermutet, dass es da schon genügend Alternativen gibt, so wie es ja auch schon war, als du über die Schwierigkeiten des iPhones in Japan berichtetest.

  • Steffen sagt:

    Stimmt es dass Softbank einen Simlock auf die Geräte in Japan hat? Habe das mal irgendwo gelesen.

  • BigAl sagt:

    Wie ich finde ist das ein noch viel oskureres Thema in Sachen iPad in Japan:

    http://mobileinjapan.com/2010/05/18/steve-jobs-apple-softbank-wrong-ipad-japan-sim-lock/

    Zustaände wie vor noch 10-15 Jahren in Europa ;(

  • Michael sagt:

    Ich weiss nicht warum alle überhaupt so auf Softbank abfahren?
    Die haben nur ihren Namen in 2006 geändert. Im Kern bleibt es in Servicementalität und Kundenfreundlichkeit ureuropäisch, britisch Vodafone und Mannesmann D2.
    Die waren schon in Deutschland schei..e.
    Ich habe hier AU und bin voll zufrieden.
    Mein Handy kann alles was ich brauche, sogar mit Opera Webbrowser. Wenn ich will gehe ich mit meinen Tablett-netbook via Blauzahn und DUN an mein Keitai und mach was ich im Netz machen will.
    Also wofür Softbank, IPhone oder IPad oder europäische HTC/Smartphone?

  • Felix sagt:

    Die Preis Unterschiede sind nicht so gross wenn man die MwSt. berücksichtigt. In der USA kostet z.B. die WiFi 16GB Version 499$, also ca. 403.50 Euro. In Deutschland kostet das iPad inkl. MwSt. 499euro. Ohne MwSt. kostet es noch 419.3 Euro. also nur 16.30 Euro mehr, was man gut mit den besseren Sozialleistungen, Ferien etc welche die Angestellten in Deutschland geniessen begründen kann (plus ein bisschen Währungsschwankung Reserve). In Japan kostet das Gerät übrigens knapp 433.00 Euro (412.euro ohne 5% MwSt) Die Preise für das iPad sind somit Weltweit fast gleich, im Gegensatz zur MwSt.

    Leider kann das iPad nicht Drucken und unterstützt kein Flash.. somit ein No Go für mich.

  • Anonymous sagt:

    Wozu soll das eigentlich gut sein? Ich meine die Drehfunktion. Meiner Meinung nach unsinniger Schnickschnack. Und so lange diverse Funktionen mit diesem chicen Gerät nicht möglich sind, bleibt es wahrscheinlich auch in der Applecommunity.

    Ich bin jedenfalls auf die Konkurrenz gespannt.

    Viel Glück bei eurer Drehbewegungsprogrammierung und beim Vertrieb mit Apple.

  • BigAl sagt:

    @Felix: Wechselkurse verwenden nur Urlauber…

  • Michael sagt:

    Zum Thema IPad (Warum denke ich da immer an ein Produkt der „Frauenhygiene“?) noch eine netter Kommentar/Analyse
    Usability of iPad Apps and Websites:

    http://www.nngroup.com/reports/mobile/ipad/

  • coolio sagt:

    @Michael
    Leider hatte AU vor 3-4 Jahren kein vernuenftiges „All band“ Telefon im Angebot, sonst waere ich noch dort. Diese Entwicklung haben sie bei AU ganz klar verpennt. Das „Worldwide“ das sie damals angeboten hatten war technisch ein Witz und noch dazu sauteuer. Also ab nach Softbank, die zwar vom Service her schlecht sind (wenn man den Service dann braucht..), aber wenigstens auf dem Stand der Technik waren. Zum jetzigen Zeitpunkt wuerde ich sofort wieder zu AU gehen. Die haben einfach die beste Netzabdeckung. Nur leider immer noch keine vernuenftigen Smartphones…
    Zum iPad: Trotz aller Unkenrufe, das Ding wird sich verkaufen. Auch wenn es keiner so recht braucht. Apple ist jetzt schon reicher als Microsoft! Oje, da werden doch die ganzen „Individualisten“ nicht wieder zum guten alten Windows zurueckfinden…..

  • Michael sagt:

    @Coolio
    wie gesagt mir ist mein Casio Excilim Handy Smart genug, Email/Browser/Navi/Zugauskunft sogar excel/word-„viewer“
    nur eins vermisse ich, Solitär/Freecell ;)

    Zum IPad, klar wird sich das verkaufen, und ev. gibt es Sie dann im nächsten Jahr ganz günstig mit dem label „wie neu!“ im second hand laden. ;)

    Aber etwas kaufen nur weil viele andere es tun, erinnert mich zu sehr an Fliegen und Pferdeäpfel. :D

  • Na ja, ich bin kein so großer Fan von Ultraneuen Sachen.
    Ich warte lieber, bis sie die ersten Kinderkrankheiten hinter sich haben, es genügend Ähnliches auch billiger zu haben ist und bei dem Preis ist mir ein kleines echtes Notebook lieber.
    Bücher müssen rascheln, und dürfen nass werden, Flecken bekommen und sind auch nach einem Sturz aus 20m Höhe noch lesbar.

  • Anonymous sagt:

    @Terry, Angelika (und eigentlich Alle)

    Das Reizvolle am iPad ist zweifelsohne nicht das Gerät selbst, sondern der AppStore.
    Für mich hier in Japan ist das besonders reizvoll: Ich komme damit schnell und spontan an deutsche Literatur ran: Beispiel „Der Spiegel“. Klar gibt es eine Online-Ausgabe, aber da steckt das Wort „online“ drin – ich möchte den gerne im Zug oder sonstwo offline lesen, ohne dass ich dafür extra in ein grosses Kaufhaus muss, wo ich ihn mir dann mit vielen Tagen Verspätung für gute 10 Euro kaufen darf.
    Des weiteren hoffe ich auch, dass deutsche Buchhändler zum Beispiel ihre Kinderbücher erreichbar machen: Sicher kann ich mir gelegentlich deutsche Kinderbücher schicken lassen, aber selber im Netz herumstromern, ein paar Seiten anschauen und dann kaufen ist schon was feines (das ist aber eine Notlösung – bei Kinderbüchern bevorzuge ich natürlich anfassbare Bücher).

    Für mich ist der iPad jedenfalls reizvoll – und zwar als E-Reader, mit dem ich an die Sachen komme, die ich schnell, ohne Verzögerung (und meistens nur ein Mal) lese.

    Das mit dem Sim-Lock durch Softbank ist freilich eine Sauerei und sehr enttäuschend…

  • BigAl sagt:

    Sprich, gäbe es eine plattformunabhängige, brauchbare Verwaltungssoftware für derlei Angebote (sozusagen Steam für Zeitungen und Zeitschriften), würden iPad und ipod ihren einzigen Vorteil verlieren?
    Weisst du zufällig ob der Android-Marketplace bereits ähnliche Angebote hat?

  • ディーン sagt:

    Also von den US Zahlen her darf man einiges erwarten, Abneigung hin oder her. 1 Million verkaufte Geräte innert 28 Tagen, wovon allein in den ersten 5 Tagen 450’000 iPads zusammen mit 3.5 Mio. App Downloads weggingen…
    Ich versteh den Run darauf auch nicht, aber das muss man mal nachmachen.

    Und obwohl man allerorten dagegen wettern hört und es keiner kaufen will, wie kommt es zu solchen Verkaufszahlen? Muss Steve Ballmer sein, heimlich alles aufgekauft und einstampfen lassen, höhö!

    Das Tablett gibt’s übrigens auch schon in China und viel billiger, nur heisst’s manchmal halt „iPed“ oder „Apad“…wobei ich wär ja für „iCopy“ ;-p

    Und wenn’s mal aus 20m Höhe fällt, raschelt es nachher auch schön.