iPad – Lust & Frust
Morgen ist es also soweit – das iPad wird ab dann in Japan erhältlich sein. Ab 48’800 yen, also 400 Euro, ist man dabei. Bei uns laufen seit einer Woche dementsprechend auch die Maschinen auf Hochtouren, denn morgen wollen wir einen für den japanischen Markt konzipierten “Reader” für den iPad herausbringen. So weit, so gut. Heute noch einmal den ganzen Tag dran gearbeitet, bis alles gut aussah und die Anwendung so lief, wie sie laufen soll.
Schnell noch mal bei diversen Stellen nachgelesen, was andere so über das Einreichen einer iPad-Anwendung bei Apple so durchlebt haben – und plötzlich stiess ich da auf einen Kommentar, der besagt, dass Anwendungen, die sich beim Gerätedrehen nicht mitdrehen, abgelehnt werden. Oha. Wie jetzt. Alles ist komplett auf Hochkant getrimmt und sieht nur so bestens aus – und das soll nicht mehr reichen? Au weia. Nochmal die Anleitungen von Apple durchgescannt, und siehe da – es steht dort klipp und klar: “Mit wenigen Ausnahmen sollten alle Anwendungen sowohl bei vertikaler als auch bei horizontaler Stellung funktionieren”. Ja, das ist doch mal eine klare Feststellung! “Mit wenigen Ausnahmen”! “Sollten”! Hallo? Ich bin eine Ausnahme, was soll ich tun?
Wie auch immer – man darf gespannt sein, welche Umsatzzahlen das iPad im technikbegeisterten und markenbewussten Japan erreichen wird. Seit ein paar Wochen kann man ja schon aus den USA importierte iPad für gute 70’000 Yen kaufen, und neulich stand doch da auch just ein Poser neben mir in der U-Bahn, der freudestrahlend mit seinem iPad spielte… und zwar Mahjongg. Na, das nenne ich doch mal gut angelegtes Geld! Ob er mit dem vor Verkaufsbeginn ergatterten Gerät mehr Chancen bei Frauen hatte?
Das Wort des Tages: 威張る ibaru. Auf Deutsch: angeben, protzen.
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