Irgendwann in der vergangenen Woche – das Telefon klingelt.
- “Hier ist J-Com.” (unser Provider für Fernsehen, Telefon, Internet)
- “Ja?”
- “Wenn Sie wollen, können wir Ihre Internetverbindung upgraden. Von den jetzigen 9 auf 27 Mbps”.
- “Aha”
- “Kostenlos, versteht sich. Sie müssen uns bloss das Modem auswechseln lassen. Haben Sie Interesse? Der monatliche Preis bleibt der gleiche”.
(Nach 2 Millisekunden nachdenken): – “Ok!”
Ja, das gefällt mir. Und der Unterschied ist beachtlich. Den Tagesschau-Podcast, gute 20 MB schwer, lade ich nun in zwei Sekunden herunter.
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Schon seit langem wurde ich darum gebeten: Eine Liste der Kanji bereitzustellen, die im Kanji-des-Tages-Quiz auf der rechten Seite bisher erschienen sind.
Hier ist sie nun:
Noch ist die Seite nicht ganz fertig – ich werde noch ein bisschen daran schrauben, da die Liste zu lang wird. Aber zum reinschauen (und nachschlagen, welche Kanji gut bekannt sind und welche nicht) reicht es erstmal.
Das Wort des Tages: 小春日和 koharu biyori – “kleiner Frühling ruhige Tage”: Die Zeit zwischen Ende Oktober bis in den Dezember hinein, in der sehr schönes, ruhiges, relativ warmes Wetter herrscht. Meines Erachtens die beste Zeit des Jahres in Japan.
In der DinJ (Deutsche in Japan, eine Yahoo-Newsgroup) wurde sich darüber bereits gut empört, obwohl es kein allzu grosser Skandal ist: Am Montag hielt der frischgebackene Ministerpräsident Hatoyama seine Grundsatzrede während einer ausserordentlichen Parlamentssitzung. Gute 50 Minuten dauerte die und war voller blumiger Parolen, mit Begriffen wie Liebe, Freundschaft, Volk usw. nur so gespickt. Seine Partei stand geschlossen hinter ihm und applaudierte, was das Zeug hält. Der Opposition blieb – mangels konkreter Vorschläge seitens Hatoyama – nur das permanente Zwischenrufen: Am häufigsten wurde da das Wort “財源” (zaigen – Finanzquelle bzw. Finanzierung) gerufen.
Als ich am Montag abend Ausschnitte der Rede sowie die Kommentare einiger Politiker dazu in den Nachrichten sah, wurde ich auch hellhörig: 谷垣 (Tanigaki), Generalsekretär der bei den Wahlen im August gnadenlos abgestraften Liberalen, meinte zur Rede nur: “Das war ja wie Hitler, mit der alles beklatschenden Hitlerjugend dahinter”. Tanigaki ist Baujahr 1945 und dürfte sich deshalb nicht so gut damit auskennen, aber eins war sicher: Er und seine Parteikollegen dürften reichlich angefressen gewesen sein.
In der DinJ wurde sogar vorgeschlagen, dass man die deutsche Botschaft diesbezüglich mal anspricht. Die werden aber wahrscheinlich auch was besseres zu tun haben, als verbale Entgleisungen japanischer Politiker (und da gibt es reichlich viele) stets zu kommentieren.
Vielleicht kann ja mal zur Abwechslung Österreich protestieren, was denn den Japanern einfiele, ihren Landsmann mit einem japanischen Politiker zu vergleichen – in Kärnten zumindest hätte eine solche Klage bestimmt ihre Anhänger. In Japan hat die Aussage jedenfalls nur ein kleines bisschen Staub aufgewirbelt.
Das Wort des Tages: 賛成 – sansei – die Zustimmung.
Das Zitat: ヒトラーの演説にヒトラー・ユーゲントが賛成しているような印象を受けた (Hitoraa no ensetsu ni hitoraa yuugento ga sansei shiteiru you na inshou o uketa) – sinngemässe Übersetzung siehe oben.
Am Freitag hatte ich ein Meeting mit vier Japanern in einem heimeligen Café in Shibuya. Thema: Wie erreichen wir die japanischen Englischlehrer an japanischen Schulen? Ich möchte hier nicht mit Details langweilen, also versuche ich mich, kurz zu halten. Die vier Japaner waren ein ehemaliger (und jetzt wieder) Mittelschulen-Englischlehrer und Phonetikexperte, der Chef einer Publikationsfirma nebst Kollegen sowie die Chefeditorin eines kostenlosen Magazins für Schullehrer. Warum ich dabei war? Ich hatte um das Meeting gebeten. Drei der vier Leute kannte ich. Und unsere Firma ist sehr stark in Sachen Englisch-Erziehung involviert.
Was hat das mit dem Titel zu tun? Viele Japanreisende und erst recht in Japan Wohnende werden es bereits irgendwann erahnt haben: Englisch ist nicht so recht des Japaners’ Sache (ich weiss, politisch nicht korrekt). Man muss suchen, um Japaner mit ausreichenden Englischkenntnissen zu finden – der allgemeine Stand in Sachen Englisch ist gelinde gesagt miserabel, obwohl jeder ab dem 12. Lebensjahr Englisch lernen muss.
Nun muss man folgendes dazu sagen: Japanisch und Englisch sind grundverschieden. Nehmen wir mal das alptraumhafte japanische Schriftsystemgemansche zur Seite, ist es für Japaner im Grunde genommen schwerer, Englisch zu lernen, als für Englischsprecher Japanisch. Und welcher Engländer oder Amerikaner spricht schon fliessend Japanisch? Es sind nicht allzu viele. Grund für diese Behauptung: Sowohl die englische Grammatik als auch die Aussprache sind komplexer und schwerer zu erlernen.
Das allein kann jedoch keine Entschuldigung sein. Japan hatte dereinst eine Institution beauftragt, einen Englisch-Test zu entwickeln, um festzustellen, wie fit Japaner für eine Arbeit mit Ausländern oder im Ausland sind: den TOEIC-Test. Der wurde schnell sehr populär – weltweit – und nun kann geraten werden, wer im internationalen Vergleich am schlechtesten abschneidet: Japaner. Malaysier sind besser. Chinesen sind besser (nun gut, in punkto Grammatik haben Chinesen einen klaren Vorsprung). Koreaner sind besser – letzteres ist das Hauptargument gegen die Behauptung, dass die Sprachbarriere als solche der Grund sein könnte.
Hierbei soll erwähnt werden, das die Englisch-Industrie in Japan eine wirkliche Industrie ist: Der Jahresumsatz englischbezogener Wirtschaftszweige (inkl. Übersetzung, Privatschulen, Lehrmaterialien usw) liegt bei ca. 720,000,000,000 Yen – das sind über 5 Millarden Euro (Zahlen: 2008, Quelle: Yano Research 2009) oder das Bruttosozialprodukt eines ganzen Jahres – in Namibia (…ja ja, Statistiken). Den Löwenanteil machen Übersetzungsdienste sowie private Englischschulen aus. Dieses ganze Geld muss doch irgendwo Wirkung zeigen, sollte man denken, und doch: Englisch ist ein kollektives Trauma in Japan.
Warum ist also Englisch in Japan so ein grosses Problem? Erklärung: Das hiesige Bildungssystem. Die ersten sechs Jahre (6-12 Jahre) verbringt man in der 小学校 (Grundschule / Elementary School). Die nächsten drei Jahre (12-15) in der 中学校 (Mittelstufe, Junior High School) sowie die folgenden drei Jahre (15-18) in der 高等学校 (Oberstufe, Senior High School). Englisch ist ab der Mittelstufe Pflicht – Kinder “normaler” (also nicht besonders reicher) Eltern lernen vorher kein Englisch. Und dann geht es los: In der Mittelstufe lernen die Kinder in Klassen mit ca. 38 Kindern pro Klasse – von einem Lehrer, der selber nur radebrechend Engrish (!) daherredet. Was soll dabei rauskommen? Genau: Nothing. Wenn die Eltern halbwegs gut verdienen, schicken sie die Kinder zur Nachhilfe. Wenn die Eltern stinkreich sind, schicken sie die Kinder auf internationale Schulen. In öffentlichen Oberstufen wird der Unterricht auch nicht viel besser – es sei denn, man schickt seine Kinder auf teure private Schulen.
Problem erkannt, Lösung unterwegs? Ab 2011 wird Englisch Pflicht an den Grundschulen in Japan – für die 5. und 6. Klasse. Hierbei sei erwähnt, dass in den meisten Grundschulen Japans oftmals ein Lehrer alles (nochmal: a-l-l-e-s!) unterrichtet: Landeskunde, Mathe, Sport… und ab 2011 – Englisch. Ein Lehrer! Alles! Logisch, dass sich die Lehrer an den Grundschulen grundlos darauf freuen, ab 2011 auch noch Englisch unterrichten zu dürfen. Die Qualität kann man erahnen. Aber das 文部科学省 (Bildungs- und Forschungsministerium, Abkürzung: MEXT) hat ja alles im Griff: Die Vorbereitungen laufen bereits (und aus berufenen, aber leider nicht zitierbaren Quellen, weiss ich zu berichten, dass jene Vorbereitungen katastrophal sind).
Viele Eltern in Japan sind darob bereits besorgt und schicken ihre Kinder schon sehr, sehr früh (einige schon ab 2 Jahren!) in Einrichtungen, in denen die Kinder Englisch lernen – mit einem Muttersprachler. Und hier beginnen die Probleme: Grundstufenlehrer werden (angeblich) vorbereitet. Mittelstufenlehrer hingegen nicht: Die Kinder lernen also im 5. und 6. Jahr der Grundstufe Englisch – kommen in die Mittelstufe (oft eine andere Schule) und lernen dort – genau das Gleiche. Kinder betuchterer Eltern werden sehr, sehr schnell feststellen, dass der Unterricht rein gar nichts taugt. Das ist nicht gut – steht die Kompetenz des Lehrers in einer Klasse von 38 12-jährigen in Frage, entstehen enorme Probleme. Der Lehrer kann nur eins tun – von der Lehrerrolle (teacher) in die Moderatorrolle (facilitator) wechseln – was jedoch nicht funktionieren wird, da mindestens die Hälfte der Schüler keine Vorkenntnisse im Englischen hat.
Scheinbar sehen das viele Japaner genauso – vor einigen Monaten haben wir mal eine Umfrage durchgeführt – teilgenommen haben über 600 Menschen. Frage: Werden wegen der Einführung des Englischen als Pflichtfach in Grundschulen Japaner in 30 Jahren merklich besser Englisch sprechen? Es gab vier Antworten: Ja, wesentliche Besserung / Ja, etwas Besserung / Nein, nichts ändert sich / Nein, es wird schlechter. Mit 33% meistgewählte Antwort: Nein, nichts ändert sich.
Was soll ich sagen – die Stimmung wurde immer gedrückter beim Meeting. Man fragte mich, wie es eigentlich in Deutschland sei und was ich von der japanischen Bildung halte. Leider bin ich diesbezüglich reichlich inkompetent: Den Grossteil meiner Schulbildung habe ich in der DDR “genossen” (pun intended…), den Rest unter diversen Übergangsregelungen. Das einzige, was ich sagen konnte: Japanische Klassen sind definitiv zu gross (sagt auch die OECD). Frage dabei an den (Ex-)Lehrer von den anderen Teilnehmern: “Könnten Klassen in Japan verkleinert werden?” – einzig gültige Antwort: “Sicher. Wenn das Geld vorhanden wäre”. Und da liegt der Hund begraben – die Ausgaben für Bildung sind schlichtweg ungenügend.
Das Problem verschärft sich zudem noch. Auf makabre Weise: Beispiel 江東区 (Kōtō-Distrikt) in Tokyo: Aufgrund der negativen Bevölkerungswachstumsrate gehen den Schulen die Schüler aus. Ergo: Schulen werden geschlossen (durch Zusammenlegung). Ergo: Wertvoller Platz wird frei. Ergo: Ein neuer, teurer Wohnblock in Hochhausformat wird gebaut. Ergo: Die dort einziehenden Familien bringen viele Kinder mit – für die es keine Schulen mehr gibt.
Nun gut, das ganze ist Stoff für mehrere Doktorarbeiten. An dieser Stelle – der Eintrag ist schon lang genug – soll es erstmal reichen. Wer bis hierhin durchgelesen hat – alle Achtung! Bei Interesse gibt es später mehr dazu.
Das Wort des Tages: 英語 eigo. ei- steht für England, -go für Sprache. Englisch.
Seit 1994 findet sie statt, und das zwei Mal im Jahr – dementsprechend findet in diesem Jahr die 30. Auflage des Design-Festa statt. Das Konzept ist denkbar einfach: Es kann jeder teilnehmen, der irgendetwas originelles macht, und zwar umsonst. Dieses Jahr sind es insgesamt 8,500 Künstler. Besucher bezahlen hingegen Eintritt, aber der ist recht zivil: Ein Tagesticket kostet 800 Yen im Vorverkauf, ansonsten 1,000 Yen vor Ort. Das Fest dauert zwei Tage – wer beide Tage gehen möchte, zahlt 1,800 Yen.
Das Hauptquartier der Organisatoren inkl. zweier Galerien liegt etwas versteckt in Harajuku, der Modehochburg von Tokyo. Die Gebäude kann man, so man die Ecke gefunden hat, kaum verfehlen (siehe oben). Die ganze Ecke dort ist ein Künstlerviertel, sehr ruhig, mit vielen interessanten Boutiquen und Cafés (so zum Beispiel das genial gelegene Café bzw. Restaurant zwischen den beiden Design Festa-Galerien).
Im Mai fand das Design-Festa in Odaiba statt, dieses Wochenende ist es in Big Sight, eines der grössten Ausstellungsgelände der Stadt (Rinkaisen: Bahnhof 国際展示場 Kokusai Tenjijō und Yurikamome-sen, Bahnhof 有明 Ariake). Das sind riesige Hallen, in denen sich alle möglichen Künstler einfinden – Kleidungs- und Schmuckdesigner, Kalligraphen, Kleinkünstler usw. usf. Grosser Vorteil: So die Künstler etwas herstellen, kann man es dort meistens auch kaufen. Und da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ansonsten ist die Atmosphäre natürlich fantastisch, da wirklich jeder mitmachen kann.
Oben eine Auswahl an “Dumme-Sprüche-T-shirts”, die es auch hier vereinzelt gibt. Praktisch: Das T-Shirt in der linken Mitte, dass da sagt “私はアメリカ人ではありません” – Ich bin kein Amerikaner. Kann in Japan mitunter praktisch sein, und wer das anzieht, kommt bestimmt schnell mit den Einheimischen ins Gespräch.
Ach ja, auch Kulinarisch gibt es ein paar kunstvolle Sachen. Und zu guter letzt dürfen bei Kunst auch die Musiker nicht fehlen – aussen wie innen gibt es jeweils eine Bühne, in der viele Bands ca. 30 Minuten Zeit haben, sich darzustellen.
Darunter war heute eine Band namens 白病 Shiroyamai (zu deutsch: Weisse Krankheit), eine interessante Metal-Band aus Japan in bester Zombie-Manier. Webseite gibt es hier. Aufgrund des Regens schauten sich nur sehr wenige das ganze von Nahem an, aber die Band gab trotzdem alles – und war allen Anschein nach gut angetrunken. Unten ein Video des Auftritts, das ich heute aufgenommen habe:
Das Design-Festa wird übrigens auch im Ausland immer bekannter – mittlerweilen reisen Künstler auch aus anderen Ländern Asiens, aus Amerika, Australien und Europa an. Die Hauptwebseite (mehrsprachig, sogar mit deutsch) findet man hier.
Wer also morgen in Tokyo weilt und eh nichts besseres vorhat (es soll ja regnen), sollte mal vorbeischauen – es lohnt sich.
Man stelle sich vor, jemand sagt dem Volk “Ich gebe jedem von Euch 100 Euro, und Euren Kindern sogar 150 Euro! Einfach so, geschenkt!” – und das Volk sagt mehrheitlich “Woll’n wa nich, kannste behalten!”. Man stelle sich vor, dieser jemand ist eine Partei, hört nicht aufs Volk und beschenkt es trotzdem.
Man stelle sich vor, das Volk fühlt sich irgendwie ignoriert und wählt bei der nächstbesten Gelegenheit einen anderen Jemand. Nun stelle man sich vor, nämlicher anderer Jemand sagt “Klar wollen wir die CO2-Werte in den nächsten Jahren drastisch senken. Klar ist unser Land so hoch verschuldet wie nie zuvor und kaum ein anderes. Aber egal: Wir machen für Euch die Autobahnen kostenlos, und schaffen gleich noch die Benzinsteuer ab!”. Und das Volk? 70% sagen: “Woll’n ma nich, könnta behalten!”.
Wie wird dieses Märchen wohl enden? Hört hier irgendjemand Volkes Stimmes? Wird es einen Lerneffekt bei Politikern geben? Bin ich der einzige, der hier ein déjà vu hat? Demnächst mehr dazu in diesem Theater!
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P.S. – Seit gestern läuft diese Webseite auf einem neuen Server, und der ist merklich schneller (und sollte auch besser mit Traffic-Spitzen umgehen können). Der Apache-Log im alten Server zeigt mir, dass ganz gelegentlich noch jemand den alten Server sieht, da die DNS-Änderung noch nicht ganz durchgedrungen ist, aber das scheint weniger als ein 1% zu sein.
Wer möchte, kann sich gern an den Serverkosten beteiligen (siehe hier – als Danke gibt es einen Link nach eigener Wahl auf der Support-Seite), aber das soll nicht als Aufruf, sondern als Option verstanden werden.
Das Wort des Tages: 既視感 kishikan – “bereits – sehen – Gefühl”. Auf französisch déjà vu.
Dieses Wort fiel mir heute nachmittag ein – Ich war bei einem Seminar, bei dem ein grosser Verlag seine neuen Publikationen vorstellt. Die Teilnehmer sind handverlesen – nur Buchlädenbesitzer/betreiber werden eingeladen, und das Seminar ist auch nur eine Entschuldigung für das Bankett danach. Das déjà vu dort hatte ich schon oft: Egal welche Veranstaltung – so lange jemand vorne spricht und der Rest sitzt, möchte einfach nie jemand vorne sitzen. Weder in der Schule – noch bei Managern. Tja, manche Dinge ändern sich wohl nie…
In Japan haben die Leute wenig Zeit. Viele Leute haben auch wenig Geld. Aber gut essen wollen irgendwie alle. Die japanische Küche ist zwar sehr gut und – je nachdem, was man kocht – zum Teil auch mit sehr wenig Geld zu bewerkstelligen, aber dem Fast Food ist man auch in Japan keineswegs abgeneigt. Ich zumindest war ziemlich überrascht ob der Dichte von MacDonalds, Kentucky Fried Chicken, Lotteria, Wendy’s und wie-sie-alle-heissen Fast-Food-Ketten bei meiner ersten Reise durch Japan.
Überrascht war ich auch über die Akzeptanz: In Europa haben ja viele eine zwiespältige Meinung über Fast Food (und ich war einer von denen – so schnell bekam mich keiner in ein MacDonalds, und zu Burger King ging ich auch nur, als sie mal ziemlich billig Beach-Volleybälle vertickten). In Japan ist Fast Food gesellschaftlich ganz normal und keineswegs irgendwie anrüchig. Und: Im Gegensatz zu Deutschland ist Fast Food wie Mac Donalds genau das, was es eigentlich sein sollte: Sehr, sehr billig. Wer kein Geld hat (=Studenten z.B.) oder viel Zeit zum Totschlagen, setzt sich in ein Fast-Food-Restaurant. Dank Japan habe ich – das mag für einige ironisch klingen – meine Meinung gegenüber Fast Food geändert. Wer’s mag, mag es. Wer nicht, nicht. Man hat nicht das Recht, anderen ihr Essen madig zu machen (pun intended). Eltern haben freilich auch hier die Verantwortung darüber, was die Kinder so essen, aber den Kindern deshalb Fast Food schlichtweg zu verbieten, ist auch nicht der richtige Weg. Auf die Menge kommt es eben an.
Japan wäre nicht Japan, würde man hier nicht auch in Sachen Fast Food/Junk Food äusserst innovativ sein. Schönes Beispiel: 焼きそば (Yakisoba). Zu Deutsch: Gebratene Soba. Soba sind (ursprünglich, aber heute nicht zwingend) Buchweizennudeln mit einer speziellen Textur, meist gekräuselt und so dick wie reguläre Spaghetti. Yakisoba gibt es an allen Ecken und Enden – meist gebraten mit Schweinefleisch und Kohl und gewürzt mit einer aromatischen, schwarzen Sauce, die an Worcestershire-Sauce erinnert.
Kurzum: Es gibt kaum einen Grund – auch nicht für Ausländer – Yakisoba zu hassen. Die schmecken nahezu jedem. Irgendwann kam die Lebensmittelindustrie darauf, Yakisoba als getrocknetes Junk-Food anzubieten. In einer wärmeabsorbierenden Plastikschale liegen dann die Nudel und eins bis fünf verschiedene kleine Tüten. Tüten raus, heisses Wasser rein, 3 Minuten warten, Wasser raus (der Deckel hat natürlich einen ausgestanzten Ausguss), Inhalt der Tüten mit den Nudeln mischen bzw. darüber streuen. Kostet 80 bis 250 Yen, je nach Sorte, geht sehr schnell und macht satt. Oft ist getrockneter Kohl und Fleisch dabei; auch Mayonnaise und Mais, Sesamkörner oder Pfeffer trifft man gelegentlich.
Eins haben die meisten Instant-Yakisoba dabei gemein: Sie sind nicht gebraten (Yaki=braten). Deshalb verbreitet sich momentan auch der Begriff Mazesoba (gemischte Soba) – das kann mitunter wie Ramen, nur ohne Suppe sein.
Faszinierend ist die Vielfalt. Ich habe Instant-Yakisoba zum ersten Mal vor 13 Jahren gegessen und seitdem ziemlich häufig. Und zwar hunderte Arten: Manche Arten gibt es nur Wochen, manche nur bei einer bestimmten Ladenkette und andere wiederum nur in einer bestimmten Region. Dieser Bloggerkollege widmet seinen Blog “Ich liebe Instant-Yakisoba” eben dieser Gattung – mittlerweilen hat er 869 verschiedene Sorten seit 2001 verköstigt.
Im Bild ist meine neueste Entdeckung zu sehen: Mazesoba mit Knoblauch-Soyasaucen-Geschmack. Deutliche Warnung in Rot: デート前禁止!! (deeto mae kinshi – Vor einem Date verboten!) – denn: die beiliegenden Tütchen enthalten unter anderem rohe Knoblauchpaste und Fischpulver.
Kleiner Tip am Rande: Die meisten Yakisoba/Mazesoba schmecken ganz vorzüglich, wenn man etwas geriebenen Käse darüber streut.
Das Wort des Tages: 中飯 – nakameshi. Bürojargon. “naka” bedeutet “innen”, “meshi” ist der Reis bzw. allgemein das Essen. Wenn man also im Büro Mittag isst (mangels Zeit zum Beispiel) und jemand fragt, wo man Mittag isst – dies ist die Antwort, die ganz bestimmt nicht im Wörterbuch steht.
Die folgenden Zeilen wurden nach ein paar Bier mit Kollegen – das passiert nicht allzu oft – zusammengeschrieben, und sind somit durchaus anfechtbar aber so gemeint, wie geschrieben.
Unerwartet das! Nachdem was man hier sieht, liest und hört sind die Japaner
ein mit Demut und Zurückhaltung behaftetes Volk. Und jetzt das!
Geht doch!
Die letzten beiden Wörter erinnerten mich sofort wieder an einen Zwiespalt, den ich schon lange mit mir herumtrage. Wie eingangs erwähnt – hier schreiben ein paar Bier mit:
These: In Japan vermisst man gelegentlich die heimatliche Streitkultur.
Antithese: Oder!?
Dank YouTube hat man ja nun Zugang zu zahlreichen Filmchen, an die man sonst nicht so ohne weiteres herankommt. Darunter auch zahlreiche Aufnahmen über WIZO, einer Punkband aus dem Ländle, die leider vor einigen Jahren das Handtuch geworfen hat. Diese Band habe ich seit vielen Jahren geschätzt, obwohl ich in etlichen Punkten die Ansichten nicht ganz teilen kann. Dazu mehr weiter unten. Ziemlich entzückt war ich neulich also, als ich bei YouTube diesen Mitschnitt fand.
Wizo spielte da auf einem grossen Festival in Köln, Sommer 1996, live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen. Der Sänger bittet irgendwann die Kameraleute, nicht direkt vor ihm mit den Kameras herumzufuchteln. Die Fernsehleute werden sauer und kappen das Bild mitten im Konzert. Sänger wird darüber noch saurer und spielt schliesslich das, was die Leute sowieso schon lange hören wollen: “Kein Gerede”. Siehe Video: Das ist Zensur live.
“Kein Gerede” steht auf dem Index – kein Wunder. Es ist ein klarer Aufruf zu Gewalt. Und da gehe ich nicht mit. Aber: Eine wahre Demokratie zeichnet sich dadurch aus, auch damit umzugehen – Wizo hat viele Fans, alle kennen das Lied. Trotzdem hat keiner irgendwelche Terrorakte begangen. Man darf eben nicht alles wörtlich nehmen. Wie auch immer – “Kein Gerede” wurde schliesslich von Wizo auf dem Festival gespielt. Nach den ersten Takten kappten die Fernsehleute auch die Tonübertragung. Nach dem Lied (immerhin) wurde Wizo schliesslich auch verhaftet (sagt man – ich war nicht dabei).
Nun mangelt es in Japan nicht an Vielfalt: Mods, Punks, Techno-Jünger, Metaller, Goths – alle diese Gruppen fanden und finden zahlreiche Nachahmer in Japan, die der Sache mit grossem Enthusiasmus nachgehen. Was aber oftmals fehlt, ist die wirkliche Streitkultur – der Wille, etwas wirklich zu kritisieren und anzugreifen, sich zu organisieren. Proteste wie die in den 70ern gegen den Flughafenbau Narita sind heuer undenkbar. Es fehlt die Wut im Bauch, der Wille, etwas zu ändern.
Und hier kommt der Zwiespalt. Wäre die Antifa in Deutschland so stark und kulturell bunt vertreten, wenn es keine Neonazis gäbe? Was wäre die Antifa ohne fa? Wünsche ich mir die Antifa in Japan? – konsequent weitergedacht, würde das die Frage “Würdest Du dafür die fa in Japan in kauf nehmen?” nach sich ziehen. Letzte Frage kann ich laut und deutlich mit “nein” beantworten.
Wie bereits des öfteren angedeutet, gibt es auch in Japan eine fest verwurzelten, historisch teilweise begründbare, latente Xenophobie. Japan hat auch seine Sarrazins, aber Japan hat keine Ultrarechten in Landesregierungen und keine ganz normalen Bürger, die Beifall klatschen, wenn Inder wie bei der Stierhatz durch die Strassen getrieben und zusammengeschlagen werden. Woher soll also die Gegenkraft dazu kommen? Wofür würde es sich für Japans Jugend lohnen, zu kämpfen? Oder hat Japan gar das Idealbild der friedlichen Gesellschaft erreicht? Oder ist es einfach nur Kapitulation aufgrund von Resignation – oder Unwissenheit?
Viele offene Fragen – und persönlich gesehen nur ein Fazit: Japan ist Japan. Deutschland ist Deutschland. Eine Streitkultur in Sachen links oder rechts (oder neutral) gibt es nicht, basta. Das ist nicht die Zeit dazu.
Unfertige Gedanken, aber dies sind Gedanken, die ich schon lange loswerden wollte.
In Japan herrscht momentan helle Aufregung – alles dreht sich um ein neues Schlagwort: ハブ化 – “etwas zur Drehscheibe machen”. Es geht um die beiden Flughäfen Narita Int’l Airport und Haneda Airport.
Eine Handvoll Fakten zu den beiden Airports: Narita Airport liegt ca. 75 km vom Zentrum Tokyos entfernt in der Präfektur Chiba und ist der grösste internationale Flughafen Japans. Eröffnet wurde er 1978. Ca. 35 Millionen Passagiere starten und landen in Narita pro Jahr – 2007 lag Narita damit auf Platz 25 weltweit (nach Cargo-Aufkommen liegt Narita in der Top 10 – hinter Frankfurt). Für die meisten Japan-Reisenden ist Narita das erste, was sie von Japan sehen.
Haneda hingegen liegt sehr zentral auf einer Neulandinsel in der Bucht von Tokyo – in der Stadt Tokyo. Über Haneda läuft so gut wie kein Frachtverkehr, und fast alle Flüge sind Inlandsflüge (darunter aber auch etliche grosse Maschinen wie die 747). Was viele nicht wissen: Haneda hat wesentlich höheres Passagieraufkommen: Mit 67 Millionen Menschen pro Jahr ist Haneda der weltweit viertgrösste Flughafen (wie gesagt: nach Passagierzahlen).
Langsam merkt man jedoch in Japan, dass es doch recht kostspielig ist, sich zwei grosse Flughäfen nahe der Hauptstadt zu halten. Zudem verliert Narita seine ehemalige Spitzenreiterrolle an neue Flughäfen wie Inchon bei Seoul, aber auch an Beijing, Shanghai, Singapur usw. Hauptargument: Zu weit vom Schuss. Weiteres Argument: aussergewöhnlich hohe Start- und Landegebühren (über 6’000 Euro).
Verkehrsminister Maebara dachte nun vorgestern laut darüber nach, Haneda zum neuen Flugverkehrsknotenpunkt Ostasiens auszubauen – und damit Narita die Hauptrolle zu entziehen. Das hätte zum einen den weiteren Ausbau von Haneda zur Folge (möglich, da auf Neuland gebaut) sowie die 24-Stunden-Betriebsgenehmigung.
Die Aussage stiess auf geteiltes Echo, aber zwei Leute schrien sofort laut auf: Hashimoto, der Gouverneur von Osaka-fu, sowie Morita, Gouverneur der Präfektur Chiba.
Hashimoto verlangt, dass der neue, unwirtschaftliche internationale Flughafen von Osaka ebenfalls zum Drehkreuz wird. Morita schäumte: Was falle Maebara ein, so etwas ohne Absprache zu verkünden. Narita wurde mit Blut und Schweiss gebaut, was fällt dem Minister da ein, Narita den Todesstoss versetzen zu wollen!?
In der Tat: Narita wurde mit Blut gebaut. Durch die 1970er durch gab es heftige Proteste der Linken, bei denen es auch Tote und Verletzte gab. Dazu gehörte auch das Sprengen eines der Tower, das Anzünden eines Verbindungszuges und einiges mehr.
Wer da übrigens denkt, dass nur Südkoreaner bei Demonstrationen exzessiv werden, werfe einen Blick auf folgendes Video aus Narita während des 東峰十字路事件 tōhō jūjiro jiken – Toho-Kreuzungs-Vorfall vom 16. Sep 1971:
Japanisch-Kundigen empfehle ich auch unbedingt, die Kommentare dazu zu lesen: Dort geht es zur Sache. Gegen den Ausbau von Narita gibt es übrigens nachwievor (wenn auch schwächere) Proteste der Anwohner. Ein Blick auf die seltsame Struktur des Geländes von oben lässt erahnen, dass es noch einige widerspenstige Anwohner gibt:
Der Streit Haneda oder Narita wird also so schnell nicht beendet sein.
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Update zum “Servervorfall” – ich danke allen ganz herzlich für die warmen Worte, die Bereitschaft, mit Daten zu helfen und der Tatsache, dass sie noch da sind…
Nach endlosen Anrufen und sechs Tagen bekam ich endlich einen frisch installierten Server (wäre auch eher möglich gewesen) und – viel wichtiger – Zugriff auf meine Daten. Klar sind Backups wichtig, aber bei ca. 1 Gigabyte Daten und keiner festen IP-Adresse (und langsamer Serveranbindung) ist das eben tagtäglich kaum machbar.
Wie auch immer: Alle Daten sind wieder da. Momentan läuft erstmal alles wieder auf dem alten Server (auch der Feed-Radar funktioniert wieder). Ein neuer Server ist bestellt und wird in Bälde aufgesetzt – natürlich bei einem anderen Host.
Und: Obwohl ich mir vor Jahren geschworen habe, in dieses Projekt “tabibito” zwar furchtbar viel Zeit, aber kein Geld zu investieren, wird es dieses Mal ein dedicated Server. Diese Seiten sollten damit sicherer und vor allem schneller werden.
Das bedeutet auch, dass diese Seiten im Laufe der nächsten 10 Tage wieder den Server wechseln. Sollte es dabei erneut zu (kurzen!) Ausfällen kommen, bitte ich das zu entschuldigen. Sarkastisch gesehen müssten viele das ja schon gewohnt sein :-(
Wort des Tages: Siehe oben – ハブ化 (habu-ka). Habu kommt vom Englischen “Hub” (Drehkreuz), -ka steht für den Suffix -ung.
Es begann alles mit einer harmlosen Email von der Firma, bei der ich diese Seiten hoste (1blu):
in der Nacht vom 06.10 zum 07.10. 2009 kommt es zu einem außerplanmäßigen
Hardwaretausch an Ihrem vServer-System. Dadurch wird Ihr 1blu vServer
Unlimited voraussichtlich von 23:00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden nicht
erreichbar sein.
Ihr System wird anschließend ohne Datenverlust nutzbar sein.
Für die enstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns in aller Form
entschuldigen.
Das war Dienstag. Mittwoch Mittag: Nichts läuft. Ich rufe also beim Kundendienst an. Dort heisst es “Tut uns leid, immer noch ein Problem, sollte aber heute nachmittag behoben sein”. Weder ist Donnerstag morgen was behoben noch wurde irgendwas bescheid gesagt. An dem Tag wütet zudem noch der Taifun in Tokyo und ich brauche geschlagene 6 Stunden, bis ich im Büro bin (normalerweise 1 Stunde).
Auch am Donnerstag nachmittag rufe ich in Berlin an. “Wir kümmern uns drum”. Mein “Ticket” ist ja von Mittwoch mittag, und laut 1blu werden Probleme dieser Art innerhalb von 2 bis 48 Stunden gelöst. Donnerstag abend werde ich bereits nervös: Reichen zwei volle Tage Serverausfall nicht aus!? Ich orakle: “Sie sagen immer, es wird gemacht – so wie ich das sehe, wird das heute nichts und morgen auch nichts – und dann kommt das Wochenende, oder was!?”
Ich sollte recht behalten. Freitag nachmittag ein weiterer Anruf: Ich habe vollstes Mitverständnis bei der Service-Hotline: “Ja, drei Tage Serverausfall, das geht natürlich nicht! Ich werde da mal Druck machen”.
Freitag nacht, von 1 bis 5 Uhr, migriere ich mein letztes Backup – leider von Ende August und, wie ich leider auch feststellte musste, nicht ganz komplett, auf einen Ausweichserver. Denn: Bei 1blu läuft immer noch nichts. Heute wieder angerufen und Nachricht hinterlassen – Anwort 30 Minuten später per Email:
vielen Dank fūr Ihren Anruf in der Notfallhotline der 1blu AG.
Ihre Stōrungsmeldung wurde aufgenommen und geprüft. Der Vorgang wurde durch
die Notfallhotline zur weiteren Prüfung an die zuständige technische Abteilung
weitergeleitet. Dort wurde festgestellt, dass bereits ein Supportticket in der
Technik vorliegt. Wir müssen Sie daher bitten, sich etwas zu gedulden. Nach
Abschluss der notwendigen Arbeiten werden Sie eine Information per E-Mail
erhalten.
Ist klar. 5 Tage Komplett-Serverausfall! Ohne jegliche Benachrichtigung, Entschuldigung oder sonstwas! Ich bin… wütend wie selten zuvor.
Jedenfalls funktionieren bei diesem Server einige Sachen noch nicht richtig, und leider gingen (vorerst) die letzten 12 oder so Einträge und dementsprechend auch um die 200 Kommentare verloren. Ich hoffe, nicht für immer.
Ich bitte meine Leser, diese off-topic-Post und die Unerreichbarkeit in den letzten Tagen zu entschuldigen. Alles wird gut! Jetzt muss ich jedenfalls erstmal den Host wechseln – und beten, dass ich meine Daten wenigstens bekomme.
In den nächsten 2 Tagen heisst es vorsichtig sein – Taifun Numero 18, Spitzname Melor schleicht sich langsam aber sicher an das Festland heran – und dieser Taifun ist a) keiner der kleinen Sorte und b) sieht es so aus, als ob er wirklich frontal aufs Festland trifft (man tippt zur Zeit auf die Gegend zwischen Shikoku und Kii-Halbinsel: Osaka- und Kobe-Bewohner sollten sich daher für den Mittwoch nicht allzu viel vornehmen).
Behält er seine Route bei, wird er wohl schliesslich Japan längs überqueren, sprich langsam gen Tokyo wandern, wo er für Donnerstag erwartet wird. Erfahrungsgemäss lassen Taifune dabei viel an Kraft, doch eins wird er mit Sicherheit im Gepäck haben: Sehr, sehr viel Regen. (Mehr zum aktuellen Stand der Dinge hier auf Englisch und Japanisch).
Dieser Taifun kündigt sich jedenfalls schon lange im Voraus an – es regnet seit zwei Tagen nahezu ununterbrochen, wenn auch noch wenig, und es ist merklich kühler geworden.
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Einige werden es vielleicht beim Durchforsten der Fotos der letzten Tour bemerkt haben: Da waren ein paar Bilder zum Schluss dabei, die da nicht reinpassten (siehe rechts). Da ich nun aber zu faul bin, alle 1000+ Photos bei Flickr mit Kommentaren zu versehen, hier die Auflösung: Es handelt sich um die Baustelle des Tokyo Tree Tower – seit 2008 wird er gebaut, 2011 soll er fertig werden – so die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die hier nahezu unverändert weitergeht, keinen Strich durch die Ausführung macht. 610 m hoch soll er ja werden – am 12. August hat man 100 m erreicht.
Mehr zum Fortschritt der Bauarbeiten im Tagebuch der Projektleiter und spätestens 2011 bestimmt auch wieder in diesem Blog.
Das Wort des Tages: 工事中 kōjichū – Bau-sache-Mitte. Zu Deutsch: In Bau.