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Öko und Antiöko auf Japanisch

Juni 29th, 2009 | Tagged , | 16 Kommentare | 715 mal gelesen

Manche Sachen gibt es wohl wirklich nur in Japan. Spätestens in der Mittelstufe gewöhnen sich Mädchen eine – vom heutigen Standpunkt aus betrachtet – echte Unsitte an: Permanent die Toilettenspülung zu benutzen, während sie auf dem Pott sitzen. Warum? Um etwaige Darm- oder sonstige Geräusche zu vertuschen. Das Konzept von “kawaii” (niedlich) und Geräusche, die an ein sich entleerendes Pferd erinnern könnten, passen nun mal nicht zusammen.

Da nun aber jüngst der Umweltschutz wie die Pest über das Land gekommen ist, musste eine Lösung her: Nun kann man mittels gross angelegter Kampagnen die Damen der Schöpfung dazu erziehen, eben nicht permanent an der Strippe zu reissen (obwohl, die gibt es hier nicht – hier gibt es ja nur Hebel oder Knöpfchen). Das aber würde wahrscheinlich erst nach Jahren greifen – wenn überhaupt.

Also muss eine clevere Lösung her: Ein Gerät neben der Arbeitsfläche, das auf Knopfdruck Musik abspielt oder die Spülung imitiert. Wie das klingt, kann ich (aus ich hoffe verständlichen Gründen) nicht aus erster Hand berichten, aber ich stelle mir eine Frauentoilette in Japan, zumindest wenn sie mit den Geräten bestückt sind, fast wie eine Disko vor – nur ohne Glitzerkugel.

Diese Erfindung ist übrigens schon ein paar Jahre alt. Man muss an dieser Stelle aber auch Japan loben für seine Toiletten: Das Wasserbecken für die Spüle ist meist in ca. 1 m Höhe angebracht, hat oben ein kleines Becken und einen Wasserhahn darüber. Stellt man nun Seife daneben und legt ein Handtuch bereit, spart man das Wasser für das Händewaschen danach.


otohime

“Otohime” für das Prinzesschen von heute

 

Das Wort des Tages: 音姫 otohime – “oto” ist das Geräusch, “hime” die Prinzessin. So heissen die Geräte. Das ganze ist ein Wortspiel: 乙姫 (auch otohime gelesen) bedeutet auch Prinzessin.

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