Der Mensch an der Spitze der Nahrungspyramide? Zweifel!!!

Oktober 10th, 2007 | 1 Kommentar | 1524 mal gelesen

Bloss weil man in der grössten Stadt der Welt wohnt, muss man noch lange nicht völlig von der Natur unbehelligt sein. Man braucht nur einen neonbeleuchteten, nach aussen offenen Hausflur (in Japan fast immer der Fall) sowie ein paar Bäume und etwas Wasser in der Nähe. Von letzterem reicht offensichtlich ein ganz kleines bischen.

Nun, in meinem Hausflur fallen da neben den fetten Zikaden als erstes mal die Spinnen auf. Kleine, grosse, fette, dürre – manchmal fühle ich mich wie ein Prinz, der zu seinem Dornröschen will, wenn ich die Treppen zu meiner Etage hochsteige.
Aber gegen Spinnen habe ich nichts (und die anderen Bewohner scheinbar auch nicht), denn die fressen Mücken und Motten. Sollte die Motte oder auch Grille zu gross geraten sein, kümmert sich jemand anders um sie – zum Beispiel die liebreizende Gottesanbeterin, die letzte Woche würdevoll über der Tür thronte.


Knapp 10 cm lange Gottesanbeterin [klicken um zu vergrössern]

Aber zurück zum Blogtitel. Ich rekapituliere: Angeblich steht der Mensch ganz oben auf der Leiter der Nahrungskette. Wir fressen alles. Dort Hasen, dort Hunde, hier Wale… Spinnen fressen Mücken. Wespen fressen Spinnen. Gottesanbeterinnen fressen Motten. Und Wespen, wenn die Motten ausgehen. Nun ja, aber wen fressen die Mücken? Vor allem diese kleinen hellbraunen, oder auch die grossen Schwarz-Weissen, die es trotz Fliegengitter ständig in meine Wohnung schaffen? Nicht das sie mich allzu sehr stören, aber meine wild klatschend durchs Zimmer springende Frau kann mich schon fuchtig machen. Zu ihrer Verteidigung: Sie sorgt nur dafür, das unser Töchterchen nicht ganz unten in der Nahrungskette steht. Dort ist es bekanntermassen einsam.

Das Wort des Tages: 蟷螂 – カマキリkamakiri – die Gottesanbeterin. Auch wenn die Zeichen etwas anderes sagen – Kamakiri bedeutet wörtlich übersetzt „Sichelschneider“.

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One Response to “Der Mensch an der Spitze der Nahrungspyramide? Zweifel!!!”

  • […] einigen Jahren hatte ich schon ein Mal einen kleinen Artikel dazu geschrieben, was man so im Hausflur in Japan im Sommer / Herbst finden kann. Aus Materialmangel habe ich bisher jedoch noch keinen Artikel dazu, was man innerhalb […]