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“China free” in Japan

Juli 29th, 2007 | 4 Kommentare | 910 mal gelesen

Nach etlichen zum Teil tatsächlich haarsträubenden Geschichten von Esswaren, Hundefutter und Medikamenten “Made in China” ist ja nun in den USA die China free – Welle angelaufen. Hersteller kleben einen “China free”-Sticker auf ihre Produkte und die Masche zieht, denn viele sind verunsichert, nachdem diverse Sachen in chinesischen Produkten gefunden wurden, die da definitiv nicht hineingehörten.
Das geht in Japan natürlich nicht spurlos vorbei. Schon lange beäugen japanische Konsumenten Produkte vom Riesennachbarn im Westen. Da chinesische Importe aber wesentlich billiger sind, wurde stillschweigend gekauft. Das ändert sich mittlerweilen. Auch hier muss ausgeschildert sein, woher die Ware kommt. Und die Leute achten mehr darauf.
Am Montag, dem 30. Juli diesen Jahres, ist nach dem chinesisch-japanischen Kalendar der 土用の丑の日 doyō no ushi no hi. Doyo sind die japanischen Hundstage, also die heissesten Tage des Sommers. “Ushi no hi” ist der Stiertag. Besagter Tag variiert von Jahr zu Jahr.
Bereits in der 万葉集 – Manyōshū, der kulturell sehr bedeutenden Gedichtesammlung aus dem 8. Jhd, gilt Aal als die Speise schlechthin an besagtem Tag. Gegrillt, mit dicker, etwas süsslicher Sauce bestrichen, soll er den von der Hitze Erschöpften (wie wahr!) die nötige Kraft und Ausdauer verleihen.

Aal wird gezüchtet in speziellen Farmen und ist eine der japanischen Spezialitäten schlechthin. Haben auch die Chinesen bemerkt, und importieren seitdem fleissig. Doch aufgrund der vielen Lebensmittelskandale greifen dieses Jahr wohl immer mehr auf einheimische Aale zurück: Die kosten im Schnitt (fertig zubereitet) 1,300 Yen (also ca. 8 Euro) pro Stück – die chinesische Variante kostet hingegen nur um die 900 Yen.
Kleine Statistik: 2005 verputzten die rund 120 Millionen Japaner insgesamt 97,000 Tonnen Aal. 60% davon stammten aus China (Quelle: Japan Times, 27 Juli 2007 S.9).

Das Wort des Tages: unagi – der japanische Aal. Etwas kleiner und schlanker als die in Europa bekannten. Selbstverständlich gibt es dazu eine deutsche Seite Wikipedia: Wiki: Unagi.

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Touren durch Japan: Sasayama

Juli 26th, 2007 | Kein Kommentar bisher | 440 mal gelesen

Momentan arbeite ich in meiner kargen Freizeit daran, ein paar neue Orte in diese meinen Japan-Seiten einzufügen.
Dieses Mal 丹波篠山 in der Präfektur Hyōgo. Mehr Orte folgen demnächst. Verbesserungs- und Änderungsvorschläge bezüglich dieses Blogges (Themenvorschläge usw) sind wie immer willkommen.

Hier der Link zur Seite: Sasayama

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Hot-Dog-Dealer auf Streife

Juli 22nd, 2007 | 3 Kommentare | 496 mal gelesen

Sie fahren morgens, mittags, abends. An Wochentagen, Wochenenden und Feiertagen. Sie verkaufen geröstete Süsskartoffeln (über offenem Feuer auf dem Auto geröstet!), Gyōza, Hot-Dogs oder machen schlichtweg Wahlkampf. Manche von Ihnen – sie sind alle nicht gerade leise – sind eine echte Landplage. Dieses Exemplar hier, er vertickt Hot Dogs, hat aber einen lustigen Song auf Lager.

[cvideotube=HatrBRGvXr4]

Ach ja, die liebliche Stimme am Ende des Videos gehört meiner Frau. Sie hört dieses Lied ja schliesslich auch jeden Tag.

Das Wort des Tages: 移動販売 idō hanbai – “sich bewegen” und “Verkauf”. Rollende Läden also. Hier gibt’s ein paar Fotos von solchen Autos: zecc.co.jp/idou-hanbai/.

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AKW-Betreiber – kennt man einen, kennt man alle?

Juli 20th, 2007 | 9 Kommentare | 913 mal gelesen

Genau diese Bilder wollte man nun nicht sehen nach dem grossen Erdbeben am 16. Juli 2007 bei Niigata: Ein brennendes Atomkraftwerk. Während man in Deutschland sich also offensichtlich für längere Zeit auf Vattenfall einschiesst, “entbrennt” auch in Japan wieder eine Diskussion um Atomkraftwerke. Mit dem Unterschied, dass sich hier viel, viel weniger Leute an der Diskussion beteiligen und diese Leute auch wesentlich leiser sind.

Was war da nun passiert? Das Erdbeben der Stärke 6.8 hatte sein Epizentrum quasi direkt neben dem 柏崎刈羽原子力発電所 (kashiwa kariwa genshiryoku hatsudensho – AKW Kashiwa Kariwa) an der Küste zum Japanischen Meer (ähem, politisch korrekt muss auch der Name “Ostmeer” genannt werden, sonst steigen mir wieder Koreaner auf’s Dach).

Besagtes AKW ist das grösste AKW der Erde, mit 7 Blöcken, die insgesamt eine Bruttoleistung von 8’212 MW haben (Brunsbüttel: 806 MW, Krümmel: 1’316 MW, explodierter Block in Tschernobyl: 1’000 MW – Quelle: Wikipedia). Betrieben wird es von TEPCO – Tokyo Electric Power CO., die schon lange für ihre nicht gerade durchsichtige Informationspolitik bekannt sind.

Nach dem Erdbeben und dem Brand hiess es freilich sofort 放射能漏れなし – hōshanō more nashi – keine Strahlung ausgetreten. Von wegen. Natürlich kamen die Sachen nach und nach ans Licht – insgesamt 50 Schäden traten auf. Die Werksfeuerwehr hatte nicht genug Wasser. Der private Wachschutz und das Management waren überfordert. Radioaktiv verseuchtes Wasser gelangte ins Meer. Fässer mit radioaktivem Material fielen um und sprangen auf.

Das Beste zum Schluss: Das AKW ist für Erdbeben bis zur Stärke 6.5 ausgelegt. 0.2 Punkte auf der Skala bedeuten in etwa doppelte Stärke – 6.8 ist also weit mehr als doppelt so stark wie 6.5. Als das Werk gebaut wurde, hiess es “keine Verwerfung in der Nähe, keine Gefahr”. Eine spätere geologische Untersuchung besagte jedoch, dass sehr wohl eine Verwerfung in der Nähe ist.
Deshalb klagten die Bewohner von Kashiwazaki und Kariwa gegen das Werk, wurden jedoch mit Hinweis auf das alte Gutachten abgewiesen. Nach dem Beben stellte man nun verdutzt fest: Es gibt eine Verwerfung. Nicht in der Nähe oder am AKW, sondern quer durch das AKW.
Scheint allerdings nur Eingeweihte zu alarmieren. Man sollte jedoch folgendes bedenken:

  1. Kashiwazaki ist nur 250 km von Tokyo entfernt.
  2. Kashiwazaki liegt im Nordwesten von Tokyo. Im Winter kommt der Wind meistens von dort.
  3. Die Gegend um Kashiwazaki / Niigata ist seit jeher geologisch sehr aktiv.

Nun ja. Was soll man in einem Land ohne Rohstoffe, in dem jedes einzelne Windrad noch gross in der Presse gefeiert wird, schon sagen.

Das Wort des Tages: 甘い amai. Bedeutet eigentlich “süss”. Aber auch “etwas nicht ernst nehmen” oder auch “optimistisch”. Die meisten Japaner – so hat man den Eindruck – nehmen die Gefahren, trotz etlicher Pannen – auch mit Todesopfern – und zwei Atombombenangriffen nicht richtig ernst. Dem voran stehen Betreiber und Politiker.

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Monsun, Taifun #4 und Erdbeben… was noch?

Juli 16th, 2007 | 4 Kommentare | 1134 mal gelesen

Erst regnet es wochenlang. Dann zog gestern Taifun #4 über das Land (und es war verheerend – auch in Chiba, wo ich wohne). Heute ist endlich mal wieder ein Feiertag – und: Man wird morgens von einem heftigen Erdbeben aus dem Bett, ich meine natürlich Futon, geworfen. Hmm. Manchmal fragt man sich, wer auf die Idee kam, Japan für bewohnbar zu erklären.
Das heutige Erdbeben war sehr flach (Herd in 10 km Tiefe) und hatte Stärke 6.8. Das Zentrum lag bei Niigata. Viele Häuser und Strassen sind eingestürzt. Ganz genaue Informationen gibt es ansonsten noch nicht. Selbst bei uns in Chiba hatte das Beben noch Stärke 3, was recht ordentlich ist.

Automatisch erstellte Erdbebenkarte: Die Farbpunkte markieren Messstation, die Farbe selbst die dort gemessene Stärke. Weisse Punkte: Von der Wahrnehmung her kaum spürbar. Blau spürt man, wenn man nicht fest schläft oder im Zug sitzt. Grün – keine Schäden, aber schon deutlicher spürbar. Gelb = hier möchte man schon nicht mehr im Fahrstuhl stecken. Orange: Gut geschüttelt. Dunkelorange: Au weia. Rot: Definitiv nicht gut. Risse in Mauern und Strassen, Erdrutsche, Möbel umgekippt, alte Häuser zusammengebrochen. Violett: Dürfte jeder Beschreibung trotzen.

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Shift JIS, EUC, Utf-8? Oder doch lieber ISO-2022-JP?

Juli 15th, 2007 | 13 Kommentare | 5220 mal gelesen

Da es hier seit Tagen ununterbrochen regnet, wird es mal Zeit, länger über ein besonderes Thema zu schreiben. Nämlich über meinen täglichen Kampf mit dem Japanischen. Offline kein grosses Thema mehr, da ich sowieso fast nur noch Japanisch spreche. Aber als Web-Systementwickler eröffnen sich da Abgründe.
Da japanische Schriftzeichen komplexer sind als lateinische Buchstaben, benutzt man hierzulande (wie auch in China und Korea) Multi-Byte-Zeichen – bei lateinischen Buchstaben Single-Byte-Zeichen. Das bedeutet, dass mit diesen Zeichen bei der Datenverarbeitung ganz anders umgegangen werden muss. Man kann nicht einfach Byte für Byte Text verarbeiten – da kommt nur Salat heraus.
Dummerweise gibt es viele verschiedene Kodierungsformen. Wer bei seinem Browser mal bei Dekodierung nachschaut und Japanisch-Unterstützung aktiviert hat, wird unter anderem Shift-JIS, EUC-JP, UTF 8 und vielleicht noch JIS (bzw. ISO-2022-JP) vorfinden.
Einfach mal EUC zum Beispiel wählen und schauen, wie sich das Japanisch auf diesen Seiten ändert. Genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Das Gros der japanischen Internetseiten wird mit Shift-JIS kodiert – von Systementwicklern auch gern Shit-JIS genannt (JIS = Japanese Industrial Standard, japanische ISO). Warum dieser elegante Spitzname? Shift-JIS wird zum Alptraum, sobald man Datenbanken wie MySQL oder PostgreSQL einsetzt. Die Folgen sind meistens katastrophal – Zeichen werden willkürlich zerstört.
Deshalb breitet sich allmählich EUC aus (z.B. benutzt von XOOPS) aber mehr noch (und das ist begrüssenswert) UTF-8 (z.B. bei Joomla, phpBB, Moodle, Movable Type & Konsorten und natürlich auch auf diesem Blog.

Schön und gut, könnte man jetzt sagen. Wenn UTF-8 so toll ist, dann nehmt das doch als Standard! Pustekuchen. Für Emails zum Beispiel gelten andere Regeln. E-Mails können UTF-8 sein, sogar EUC oder notfalls Shift-JIS. Aber der Absender und die Betreffzeile müssen auf jeden Fall in einem Format sein – JIS (bzw. ISO-2022-JP). Wenn nicht, ist bestenfalls die Betreffzeile und der Absender nicht lesbar. Schlimmstenfalls kommt die Mail schlichtweg nicht an oder ist leer. Deshalb sieht der Header einer japanischen Email so aus:

Subject: =?ISO-2022-JP?B?GyRCJSolaSVHJSIkTiVWJW0lMBsoQg==?= - das ist die Betreffzeile!!!!
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=EUC-JP; format=flowed
Content-Transfer-Encoding: 7bit

Genau, eine japanische Mail kann aus zwei Kodierungen bestehen: eine für den Header, die andere für den Rest. Der Einfachheit halber wird aber der Grossteil der Mails heuer komplett in JIS kodiert.

PHP z.B. hat deshalb auch eine ganze Phalanx von Befehlen, die für diesen Zweck entwickelt wurden. So sind für Programmierer in Japan so ziemlich alle mb_-Befehle von elementarer Bedeutung. Auch Regex funktioniert hier anders. So ist es zum Beispiel manchmal nötig, Double-Byte-Leerzeichen mit Single-Byte-Leerzeichen zu ersetzen. Ein Heidenspass!

Was bedeutet das alles für einen ausländischen Systementwickler in Japan? Ganz einfach. Man kann noch so schöne Systeme im Ausland auftreiben – OpenSource oder nicht – es ist schlichtweg nicht damit getan, die Sprache der Oberfläche zu ändern. Man muss die Datenbankkonfiguration ändern. Die ganzen Funktionen zur Datenbankverbindung und zum Senden von Mails. Eingabefelder müssen geändert werden. Aus diesem Grunde verläuft deshalb auch leider die Entwicklung einiger Open Source CMS wie XOOPS in Japan (extrem beliebt hier) abgekoppelt vom Rest der Welt. Das japanische XOOPS hat andere Versionsnummern und Probleme mit ausländischen Modulen.

Ein echter Alptraum sind die sogenannten 機種依存文字 (kishu izon moji – plattformabhängige Zeichen). Eine geniale Erfindung! Da gibt es Zeichen, die nur auf NEC-Computern benutzbar sind. Andere sind nur auf Windows (ab XP) erkennbar. Andere nur auf Mac OS Tiger. Man versuche einem User mal zu erklären, dass er beim Ausfüllen eines Formulars doch bitte diese Zeichen nicht benutzen möge! Zumal diese schrägen Zeichen oftmals gern in Adressen – beim Namen des Hauses benutzt werden. Zum Beispiel Hill Mansion IV, wobei die römische Vier ein plattformabhängiges Double-(oder auch Multibyte-)Zeichen ist, das, sobald man es in eine Datenbank stopft oder mailgerecht in JIS umwandelt, das ganze System sprengt.

ZeichenGeben wir mal auf einem Apple (Mac OS Tiger 10.4.9) die Zahl 7 ein und sehen, was der native IME (Input Method Editor) uns bietet:
2) ist eine grosse römische 7 – Multi-Byte.
3) ist eine Double-Byte-7 (auf Japanisch 全角 – zenkaku).
4) ist eine Single-Byte-7 (auf Japanisch 半角 – hankaku) wie sie auch jeder andere Computer und jede Datenbank versteht.
5) ist das Schriftzeichen – Multi-Byte natürlich.
Die Zeichen rechts mit den Warndreiecken sind plattformabhängige Zeichen und potenziell reif dafür, misinterpretiert zu werden.

Zeichen
Man beachte die Warndreiecke an den Zeichen: Hier kommt die Meldung “Diese Auswahl enthält Zeichen, die nicht im JIS enthalten sind”. Will heissen, versenden in Emails geht nicht – zumindest in JIS. Shift-JIS geht auch nicht. Und das aufspüren und ersetzen dieses Zeichens mit regex, ob perl oder php, kann man auch vergessen.

Zeichen
Auch hier eine Warnung: Dieses Zeichen gehört zum neuen JIS-Satz. Computer mit Windows 98 z.B. können sich noch so anstrengen – das Zeichen wird nicht dargestellt.

ZeichenIn Windows erscheint auch eine Vielzahl von Zeichen, wenn man die 7 eingeht. Leider ohne Warnungen. Hier wird Zeichen 6) aus der Liste gewählt, und man sieht oben schon das Ergebnis: ein Kästchen. Stimmen Font UND Kodierung nicht, kann man dieses Zeichen nicht benutzen. Wie auch Nr 3, 4, 5, 7, 8, 9 auf der linken Seite und die oberen 5 auf der rechten Seite.

Dies ist nur ein seichtes Kratzen an der Oberfläche. Bei Bedarf schreibe ich später mehr dazu, aber dieser Artikel ist wohl schon lang genug.

Das Wort des Tages: 文字化け mojibake – “veränderte Zeichen”. Ein leidliches Problem in Japan – aufgrund eines Eingabe- oder Programmierfehlers gehen Zeichen verloren oder werden falsch dargestellt.

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Horoskop auf Japanisch – Namen sind alles!

Juli 11th, 2007 | 13 Kommentare | 4266 mal gelesen

Heute von meiner Frau bei RobiRobi entdeckt: Das ultimative Namenshoroskop. Man gibt seinen Namen ein und schon erfährt man, wie es im eigenen Kopf aussieht. Nun, die Resultate sehen wie folgt aus:


Laut dem Horoskop sieht es so im Kopf meiner Göttergattin also aus. Zur Erklärung:
kane = Geld
hi = Geheimnis
ai = Liebe
H etchi = ähm, hängt mit der Liebe zusammen (sollte zumindest)

Und so sieht es wohl in meinem Kopf aus:

nayami = grübeln
zen = das Gute
tomo = Freunde

Nun ja, eine finale Bewertung dieser Einschätzung überlasse ich mal denen, die uns persönlich kennen.
Wer es selber versuchen möchte (geht auch mit lateinischen Buchstaben, aber das Ergebnis ist dann ganz anders): maker.usoko.net/nounai.

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Von Amerika lernen heisst siegen lernen

Juli 7th, 2007 | 2 Kommentare | 603 mal gelesen

Gar nicht mal so schlecht, dachten sich da die japanischen Politiker, als sie da Condoleeza Rice so von einer Weltbühne zur anderen hin und her flitzen sahen. “So eine wollen wir auch haben!” Gesagt, getan.

Kaum hat sich Japan endlich mal wieder ein Verteidigungsministerium zugelegt, war die Chance auch schon gekommen. Der erste Verteidigungsminister, Fumio Kyuma, war wahrscheinlich des Amtes müde, als er vor einer Woche in Chiba mal ebend an einem absoluten Tabu rüttelte, indem er vor seinen Zuhörern meinte, dass “… der Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki ein unvermeidbares Mittel war, um den Krieg zu beenden und Japan vor der Invasion durch die Sowjetunion zu schützen”. Dass ihn das seinen Posten kosten würde, sollte ihm klar gewesen sein.

Zeit also für die japanische Condoleeza. Die aus Gründen der besseren Verständigung einen japanischen Namen trägt, nämlich Yuriko Koike. Und eine interessante Vita aufweist: 54 Jahre alt, Nahostexpertin, aussenpolitische Beraterin des Ministerpräsidenten (aha), studiert in Kairo, fliessend Arabisch sprechend … und neokonservativ. Nachrichtensprecherin war sie auch noch. Und sie wird von vielen als mögliche zukünftige Ministerpräsidentin gehandelt.
Da war mir dann Kyuma dann doch ein kleines bisschen angenehmer. Neokonservative Politiker an der Macht in Japan – das wird ein Heidenspass.

Das Wort des Tages: 首になる (kubi ni naru) – wortwörtlich: “(ge)hals(t) werden”. Kopf kürzer – im Sinne von gefeuert werden. Bye bye, Kyuma-san.

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Erfindung der Woche: der iPot

Juli 4th, 2007 | 2 Kommentare | 476 mal gelesen

Genau, iPot. Nicht iPod. Als ich die Werbung sah, dachte ich, dass ich mal wieder in eine der zahllosen Comedy-Sendungen reingeschalten habe. Zojirushi (=Elephantenmarke), ein bekannter elektrischer Haushaltsgerätehersteller, warf jetzt den iPot auf den Markt.

Was das ist? Ein schnöder elektrischer Wasserkocher. Der allerdings über Funk jegliche Aktivität an einen Server sendet (an, aus, Wasser entnehmen etc). Diese Aktivitäten werden zwei Mal täglich an eine eMail-Adresse der eigenen Wahl gesendet.

Sinn und Zweck der Geschichte: Damit kann man feststellen, ob die 1,000 km entfernte Oma noch lebt und fleissig ihren grünen Tee trinkt.

Kostenpunkt: Wenn ich das richtig gesehen habe, kostet das Gerät nur 5,000 Yen oder so – aber man muss 3,000 Yen oder so ähnlich pro Monat für den Service zahlen.

Hier gibt es noch ein nettes kleines Filmchen dazu: Mimamori.

Das Wort des Tages: 見守る mimamoru – das Gerät oben heisst auch “Mimamori” (Produktname). Mi- bedeutet sehen, mamoru bedeutet wachen. Zusammengesetzt: Etwas mit Anteilnahme verfolgen. Auch: über jemanden / etwas wachen – aber nur im positiven Sinne.

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