Akita

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Lage von Akita
Region: 東北 Tōhoku
Präfektur: Akita 秋田

Akita 秋田

3 von 5 Sternen: Abstecher wert
Name:

Akita. Wörtlich übersetzt Herbstfeld (allerdings auch „die Nase voll haben“!). Alte Variationen lauteten „Aita“, „Akuta“, „Agita“, zeitweise aber auch „Kubota“.

Lage:

Die Stadt ist Zentrum der gleichnamigen Präfektur im Nordwesten der Insel Honshu und liegt rund 10 km landeinwärts vom Japanischen Meer entfernt am kleinen Asahi-Fluss 旭川.

Ansehen:

Die Burgruine. Die Aussicht vom Hafenturm. Unbedingt: Das alte Tempelviertel im Stadtzentrum.

Akita – Beschreibung

Akita ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur (Akita-ken) und mit ca. 330,000 Einwohnern auch die grösste Stadt weit und breit. Da sie weit ab von den üblichen Japan-Touristen-Pfaden liegt, verirren sich relativ Wenige hierher. Dabei hat die Stadt durchaus ihren Reiz.

Blick von der Burgruine auf die Innenstadt
Blick von der Burgruine auf die Innenstadt
Nachgebauter Eingang zur Burganlage
Nachgebauter Eingang zur Burganlage

Die Stadt entstand ab 1604 (siehe Edo-Zeit) als Burgunterstadt. Der dort herrschende Clan hatte den Namen Kubota 久保田, und so hiess vorerst auch die Stadt. Nach und nach entwickelte sich die Stadt zum Provinzzentrum. Bis zur Abschaffung des feudalen Clansystems. Die Burg wurde nunmehr als Rathaus benutzt, brannte aber 1880 völlig ab.

Der Burghügel wird heute Senshū Kōen (Tausend-Herbst-Park) 千秋公園 genannt und ist vergleichsweise gross. Im Park findet man noch ein paar alte Mauern, nachgebildete Wachttürme (siehe Photo) und dergleichen. Der Kubota-jō Osumiyagura (Schloss Kubota Eckturm) 久保田城御隅櫓 beherbergt heute ein Museum (¥ 100). Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt und die Umgebung.

Schöne Häuser am alten Burgpark
Schöne Häuser am alten Burgpark
Der gläserne Hafenturm bei Akita
Der gläserne Hafenturm bei Akita

Wer eine gute Aussicht zu schätzen mag, sollte auch unbedingt einen Abstecher zum Hafen warten. Dort steht der pōto tawaa serion (Port Tower Selion) ポートタワーセリオン – ein 143 m hoher Glasturm mit Aussichtsplattform auf 100 m Höhe. Da es in der weiteren Umgebung nichts höheres gibt, hat man von dort einen sensationellen Panoramablick auf den Hafen, die nahe Halbinsel Oga 男鹿半島, die Stadt Akita und die Berge rundherum. Eintritt kostet ¥ 400. Unter der Aussichtsplattform gibt es ein Restaurant mit äusserst niedrigen Preisen (Hauptgerichte mittags ab ¥ 600), aber so schmeckt es leider auch. Es fahren Busse vom Bahnhof zum Hafen – ca. einer pro Stunde. Die Fahrt kostet ¥370.

Unbedingt empfehlenswert ist ein Bummel durch den Teramachi (Tempeldistrikt) 寺町 nahe der grossen Sannō-Kreuzung (gute 15 Minuten zu Fuss vom Bahnhof). Dort steht ein Tempel neben dem anderen (zur Erinnerung: Tempel sind buddhistisch und damit unter anderem für Beerdigungen usw. verantwortlich) – sämtliche wichtigen buddhistischen Sekten finden sich hier. Vor dem Tempel gibt es meistens einen Friedhof. Einige Tempel sind sehr alt, andere eher neu. Die Geschlossenheit und Ruhe dieses Bezirks ist absolut beeindruckend – ich kenne nur wenige teramachi in Japan, die noch so viel Ursprünglichkeit aufweisen.

Im Tempelbezirk gibt es etliche Juwelen zu bestaunen
Im Tempelbezirk gibt es etliche Juwelen zu bestaunen

Akita ist Zentrum eines eher landwirtschaftlich geprägten, seit jeher strukturschwachen Gebietes. Schuld daran ist unter anderem die Abgelegenheit. Zwar gibt es in der Gegend bemerkenswerte Industrie wie z.B. Atommeiler und Wiederaufbereitungsanlangen sowie sogar ein kleines Ölfeld, doch kämpft die Stadt selbst damit, Schritt zu halten mit dem Rest des Landes – deshalb wurde z.B. auch eigens der Akita-Shinkansen 秋田新幹線 gebaut. In der Stadt ist die Strukturschwäche aber sehr deutlich – es gibt enorm viele Freiflächen, aber auch viele Geschäftsruinen und sonstige mehr als baufällige Objekte. Nun ja, wahrscheinlich ist es dafür aber einfacher, einen Parkplatz zu finden…

Zerfall - selbst im Zentrum kein seltener Anblick
Zerfall – selbst im Zentrum kein seltener Anblick

Akita rühmt sich für eine Besonderheit: Die hellhäutigsten Mädchen ganz Japans zu haben. Im Gegensatz zu Europa gilt nämlich in Japan: Je weisser desto schöner. Grund dafür ist wohl die besonders kollagenhaltige Nahrung: Mehr als anderswo kommen in Akita allerlei Sorten Seetang und besondere Fische auf den Tisch – darunter z.B. hatahata (Sandbandfisch) 鰰 und andere lokale Spezialitäten. Mehr dazu siehe unten bei Übernachtung.

Anreise

Akita-Shinkansen im Bahnhof von Akita
Akita-Shinkansen im Bahnhof von Akita
Mit dem Flugzeug oder der Bahn. Es gibt gute Verbindungen nach Tokyo, Osaka usw. von Akita mit dem Flugzeug. Auch die Anbindung ans Schienennetz ist gut – dank des eigens für Akita eingerichteten
Akita Shinkansen 秋田新幹線. Der fährt ein Mal pro Stunde zwischen Tokyo und Akita hin und her – über Morioka und Sendai. Die Fahrtzeit beträgt 4 Stunden, die Fahrkarte kostet stolze ¥ 17,150. Der Zug hat nur reservierungspflichtige Plätze (shiteiseki 指定席) – wer sitzen möchte, sollte unbedingt im Voraus reservieren.
Da der Zug mitten durch die Berge fährt, sind je nach Wetterlage stundenlange Verspätungen
keine Seltenheit – entweder wegen Starkregens, Schnees oder Sturms.

Es gibt auch Nachtzüge nach Tokyo und Osaka. Mit regionalen Zügen und / oder Expresszügen kommt man auch bis nach Niigata 新潟 im Südwesten und Aomori 青森 im Nordosten.

Übernachtung

Direkt am Osteingang und durch einen Gang mit dem Bahnhof verbunden steht das Tōyoko Inn 東横イン, verbunden mit einem Shoppingcenter. Toyoko Inn ist eine Hotelkette, die stets den gleichen (=Business)Standard bietet – zu recht fairen Preisen. Ein Einzelzimmer kostet ¥ 6,090 – dafür gibt es Frühstück, Zeitung und Internet umsonst. Achtung – die Lobby befindet sich im 2. Stock! Telefon-Nummer: 018-889-1045.

Wenn man sich nicht auskennt, ist es immer eine gute Idee, die netten Damen an der Hotelrezeption nach einem Ausgehtipp zu fragen. In Akita wurde ich so ins Geihinkan 迎賓館 geschickt – eine Trinkhalle/Restaurant auf der anderen Seite des Bahnhofs. Dort gab es fast ausschliesslich Akita-Spezialitäten: Gegrillter Sandbandfisch (wahrscheinlich nicht jedermanns Sache), Jamswurzel-Tempura (山芋天ぷら), Iburi Gakko (geräucherter Rettich いぶりがっこ), Wasserschild (lat: Brasenia shreberi, 純菜) usw. – es sieht alles sehr gesund aus und schmeckt auch gesund. Das Geihinkan ist jedenfalls eine angenehme Art, sich mit der lokalen Küche bekanntzumachen.

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