Lage von Hyogo
Region: 近畿 Kinki
Präfektur: 兵庫 Hyōgo

明石 Akashi

2 von 5 Sternen: Kann man sehen, muss man aber nicht
Name:

Akashi. Wurde früher 赤石 geschrieben – das bedeutet „roter Stein“. Eine andere Schreibweise war . Das wurde scheinbar später zusammengelegt. Wer den Ort nicht kennt, kann das Wort nicht lesen (Sonderlesung).

Lage:

An der 瀬戸内海 (Seto-Binnenmeer) nahe der grossen Brücke zur Insel Awaji. Bis Kōbe sind es nur rund 20 km gen Osten. Die Stadt liegt an der historischen San’yō-Strecke zwischen Kansai (Osaka/Kobe) und Hiroshima.

Ansehen:

Der 明石公園 (Akashi Kōen) – ein grosser Park mit Burgruine. Die überdachte Einkaufsstrasse
魚の棚 (Uonotana, auch Uontana) mit ihren Fischläden. Ein Abstecher zur gegenüberliegenden Insel Awaji.

Akashi – Beschreibung

Akashi ist eine von vielen Städten, die sich entlang der Seto-Binnensee von Kōbe aus erstrecken. Der ganze Küstenstreifen in der Gegend ist stark be- bzw. zersiedelt. Akashi entstand aus einem Dorf, einer Burg und durch zahlreiche Eingemeindungen. Die Stadt ist heute 49 km² gross und hat rund 290’000 Einwohner. Die Stadt ist langgestreckt, das meiste spielt sich dabei im ca. 1 km breiten Streifen zwischen der Bahntrasse und dem Ufer nebst Hafen ab.

Eine der interessantesten Orte der Stadt befindet sich jedoch ausserhalb davon und thront gleich hinter dem Bahnhof auf einem Hügel – der 明石公園 (Akashi Kōen) – ein grosser Park in und um die Reste der Burg 明石城 (Akashi-jō). Die wurde 1617 gebaut und diente dem Akashi-Clan als Wohnsitz. Wie so viele anderen Burgen auch wurde die grosse Anlage allerdings während der Meiji-Restauration „entsorgt“. Nur die imposanten Wälle, ein Teil der Mauer und ein paar wenige Ecktürme (櫓 (yagura), siehe Aufbau japanischer Burgen) sind übrig geblieben. 1918 wurde der Bereich zum Park umgestaltet.

Die schwere 阪神・淡路大震災 (Hanshin-Awaji Erdbebenkatastrophe) 1995 (siehe Kōbe) verwüstete weite Teile der verbliebenen Reste. Die Schäden wurden jedoch innerhalb der folgenden 10 Jahre beseitigt. Die Ruine ist nachwievor ein wichtiges historisches Monument in Japan und gilt als einer der 100 schönsten Orte des Landes, um sich an der Kirschblüte zu ergötzen.

Akashi: Imposante Burgruine nebst Park
Akashi: Imposante Burgruine nebst Park

Wie ein Block liegt die Insel 淡路 (Awaji) am östlichen Ende der Seto-Binnensee und grenzt so die grosse Bucht von Ōsaka vom Meer ab. Awaji stellt somit den kürzesten Weg zwischen der Kansai-Region (Osaka, Kobe, Kyoto) und der Insel Shikoku dar. Wenn da nicht noch zwei Meerengen wären. Die eine liegt sehr nahe am Zentrum vom Akashi und heisst entsprechend 明石海峡 (Akashi-Kaikyō, Akashi-Meerenge), die an der engsten Stelle 3.6 km breit ist und dort eine beachtliche Strömungsgeschwindigkeit von 7 Knoten hat.

Die seit 1998 längste Hängebrücke der Welt
Die seit 1998 längste Hängebrücke der Welt

Diese Meerenge wird seit 1998 von der imposanten 明石海峡大橋 (Akashi kaikyō ōhashi) genannten Hängebrücke überspannt – diese ist immerhin 3’911m lang. Der Abstand zwischen den beiden Hauptpfeilern beträgt 1991 Meter – Weltrekord. Ein sehr imposantes Gebilde , das hoch über dem Wasser thront, da in der Meerenge enormer Schiffsverkehr herrscht.

Meerengen mit grosser Strömungsgeschwindigkeit sind übrigens sehr beliebt bei den タコ (Tako, Oktopus). Oktopus, nicht zu verwechseln mit Tintenfisch, ist wiederum sehr beliebt bei Japanern. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass Akashi berühmt für Oktopus und ein paar andere frische Meeresspezialitäten ist.

Zum Trocknen aufgehängter Oktopus
Zum Trocknen aufgehängter Oktopus

Was an Meeresgetier – lebendig und tot – so feilgeboten wird, kann man in der überdachten Einkaufsstrasse 魚の棚 (Uonotana, auch Uontana) bestaunen. Getrockneter Oktopus im Ganzen und in Stücken und das übliche Sortiment fangfrischer Ware gibt es, dazu freilich einige andere Geschäfte und Restaurants.

Vom Fährhafen nahe des Zentrums fahren regelmässig Fähren zur nahen Insel Awaji, genauer gesagt nach 岩屋(淡路町) Iwaya (Awajichō). Fähren der 子牛線 (Koushi-Linie) fahren für 400 Yen die einfache Fahrt. Und es lohnt sich, denn man fährt unter oben erwähnter, gigantischer Brücke durch.

Iwaya: Die winzige Insel Ejima
Iwaya: Die winzige Insel Ejima

In Iwaya auf der anderen Seite gibt es nicht allzu viel zu sehen, aber die 絵島 (Ejima), ein vom Umfang her nur 400 m grosses, Inselchen – vom „Festland“ durch eine zwei, drei Meter lange Brücke getrennt. Der ca. 20 m hohe, von Wind und Wellen stark gezeichnete Sandsteinfelsen hat seinen Reiz und ist einer Legende nach die allererste Insel Japans, wenn es um die japanische Geschichte der Schöpfung gilt (eine Rolle, die jedoch sonst eher Amanohashidate zugesprochen wird).

Akashi-Spezialität: Tamagoyaki
Akashi-Spezialität: Tamagoyaki

Ausser dem Oktopus ist Akashi auch sehr bekannt für seine 卵焼き (Tamagoyaki), die ausserhalb der Stadt auch „Akashiyaki“ genannt werden. Dies sind tischtennisballgrosse, leicht gebratene Bällchen aus Eierschaum mit einer kleinen Füllung. Sind recht preiswert, schmecken frisch zubereitet sehr gut und machen zudem äusserst satt. Direkt südlich des Bahnhofs gibt es ein paar Läden, die sich darauf spezialisiert haben.

Anreise

Wie eingangs erwähnt liegt die Stadt an der 山陽本線 (San’yō -Linie) – dort fährt z.B. der 新快速 (Shin-Kaisoku) – der schnellste Zug ohne Aufpreis. Der verkehrt zwischen Kōbe und Himeji. Bis Kobe dauert es mit dem Zug nur 12 Minuten – das kostet nur 290 Yen.

Fähre von Akashi nach Awaji
Fähre von Akashi nach Awaji

Übernachtung

Keine konkreten Vorschläge, da woanders übernachtet. Allzu viel dürfte es auch nicht geben.
Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

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