Landesname

Eesti Vabariik (Republik Estland), kurz Eesti (Estland). Der Name leitet sich vom Stamm der Esten (alt: Esthen) ab - ein finno-ugrischer Stamm, der kurz vor dem Beginn der Zeitrechnung aus Asien kommend im heutigen Estland siedelte. Vorher der Name 'Esten' für den Stamm kommt, konnte ich nicht herausfinden. Der internationale und/bzw. englische Name lautet Estonia. Die Gegend war im Mittelalter teilweise auch als Livland bekannt.

Von 1940 bzw. 1944 bis 1991 war Estland als Эстонская ССР (Sozialistische Sowjetrepublik Estland) bekannt - eine der 15 Republiken der Sowjetunion.

Fläche & Bevölkerung

Map of Estland
Anklickbare Karte von Estland

Estland ist 45'226 km² gross und damit fast so gross wie Niedersachsen.

Die Bevölkerung beträgt rund 1,34 Mio* (2004) - gerade mal ein Sechstel der Einwohnerzahl Niedersachsens. Das Land ist also ziemlich spärlich besiedelt; hinzu kommt ein Geburtendefizit.

Laut Zensus im Jahre 2002 sind rund 65,3% der Bevölkerung Esten und 30,1% Russen. Den Rest stellen ukrainische, weißrussische und finnische Minderheiten. Deutsche leben kaum noch dort.

Religion

Estland ist traditionell protestantisch, aber Religionen spielen nur noch bei einem geschätzten Drittel der Einwohner eine Rolle. Von diesen sind knapp die die Hälfte Evangelisch-Lutherisch, Othodoxe Christen stellen einen fast genauso hohen Anteil.

Zeitzone

MEZ +1. Estland ist damit Mitteleuropa eine Stunde voraus und liegt eine Stunde hinter Westrussland. Sommerzeit gibt es auch.

*Quelle: CIA World Factbook   

 

 

 

Estnisch. Und das ist ein schwerer Brocken, denn Estnisch ist keine indo-germanische, sondern eine Uralo-Altaische Sprache (wie z.B. auch Ungarisch, Türkisch, Koreanisch usw). Am ähnlichsten ist Finnisch, was man auch sofort an der Schrift erkennt (der Unterschied scheint in etwa so gross zu sein wie zwischen Deutsch und Holländisch). Es haben aber auch viele deutsche Wörter Einzug gehalten! Finno-ugrische Sprachen sind agglutinierend, will heissen die Grammatik wird dadurch geregelt, dass Endungen an die Verben oder Substantive "geklebt" werden.

Verwirrend ist die hohe Zahl der Fälle - begnügt man sich hierzulande mit 4 Fällen, so müssen es im Estnischen 14 Fälle sein. Dafür haben Substantive kein Geschlecht.

In Estland benutzt man lateinische Buchstaben, Russisch sieht man im allgemeinen recht selten. Es gibt allerdings auch ein paar diakritische Zeichen (siehe unten), darunter auch Umlaute. Wichtiger Punkt: Im Estnischen werden die Wörter exakt so geschrieben, wie sie gesprochen werden. Deshalb (so auch im Finnischen!) gibt es so viele "üü" und "õõ" usw. - das bedeutet einfach nur, dass der Vokal lang gesprochen wird. Das deutsche Wort "Mine" (wie in Goldmine) würde also im Estnischen "miine" geschrieben werden, schliesslich ist es ja ein langes "i". Betont wird immer die erste Silbe.

Folgende Zeichen werden anders gelesen als im Deutschen bzw. gibt es im Deutschen nicht (was folgt sind die Erkenntnisse, die ich nach Gesprächen mit Esten so gewonnen habe - ich besitze leider kein Wörterbuch!):

  • A : Wird wie ein deutliches [a] gesprochen wie z.B. in [Bach] gesprochen.
  • AA ein langes [A]; klingt ein bisschen wie der Buchstabe [R] im englischen Alphabet, also [ɑ:]
  • Ä Wird nicht wie das deutsche A-Umlaut gelesen, sondern eher wie ein kurzes, offenes 'A' (phonetisches Symbol: ɒ)
  • Typischer Strassenname
  • ÄÄ ist die längere Variante davon, also wie [ɒ:].
  • Õ kennzeichnet ein Schwa (ə), also wie das 'e' in [Blume] zum Beispiel.
  • ÕÕ Genau! Die lange Version davon (ə:)!
  • Ö - Anscheinend ein 'ö', das zum 'U' tendiert (ʊ).
  • Ü Anscheinend auch eher ein 'U'
  • ÜÜ Entspricht wohl dem deutschen [Ü].

Die anderen Buchstaben werden anscheinend wie im Deutschen gelesen. In Estland scheinen Russisch und Englisch weit weniger verbreitet zu sein als in →Litauen oder →Lettland - zumindest hatten wir diesen Eindruck. Von Deutsch mal ganz zu schweigen. Man kommt aber trotzdem vergleichsweise gut durch. Dank vieler deutscher Wörter sind auch Stadtpläne keine grosse Hürde: Was sich hinter dem Eesti Kunstimuuseum verbirgt wird schnell deutlich.

 

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Ebi wrote:

Ich habe vor ca. einem Jahr alle drei baltischen Länder (LIT, LET, EST) und ihre Hauptstädte in einer Tour besucht. Zunächst hatte ich keine Vorstellung davon, wie die Städte in den ehemals kommunistischen Ländern heutzutage aussehen werden. Ich war sehr positiv überrascht! Vilnius, Riga und Tallin sind alle drei sehr gepflegte und gemütliche Städte - zumindest wenn wir vom Altstadtkern sprechen. Ganz besonders im Fall von Riga und Tallin erkennt man den hanseatischen Einfluss zu ihrer Entstehungszeit. Trotz dass Riga von einem Lübecker Pastor gegründet wurde, könnte man in Tallin noch viel eher meinen man wandelt durch die gemütlichen Gassen der hanseatischen Hauptstadt (Lübeck). Beide Städt umgibt - wahrscheinlich auf Grund ihrer Lage direkt an der Meeresbucht - so ein Handelsflair. Ich habe mich sehr schnell dort heimisch gefühlt (wenn man das auf einer Reise entfernt behaupten kann)und bin begeistert davon, wie viel moderner alle drei Städte sind, als wir Mitteleuropäer uns es vorstellen! Tallin hat im Übrigen auch eine recht große Kunst- und Kulturszene was Literatur, Lyrik, Dramaturgie angeht - viele ihrer Themen setzen sich noch mit der Bewältigung der UdSSR-Vergangenheit auseinander.

Posted by Ebi on November 3, 2011 22:39

 

 

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